Kapitallebensversicherungen sicher??

  • Gibt es irgendeine Moeglichkeit zu pruefen, ob die Hoehe der Ablaufleistung korrekt ist?
    Die Versicherung ist regulaer zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt ausgelaufen.


    Die Abrechnung weist folgende Posten aus:

    • garantierte Versicherungssumme
    • Gewinnbeteiligung
    • Schlussgewinnbeteiligung
    • Mindestbeteiligung an den Bewertungsreseren


    Der einzige nachvollziehbare Posten ist logischerweise die garantierte Versicherungssumme, da ja eindeutig in der Police vermerkt.
    Muss ich die anderen Werte einfach "glauben" :hae: ?


    LG
    Glückskind

    „Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet,
    von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab
    und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern.
    Der, der sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr.
    Der, der sie aufzuklären versucht, stets ihr Opfer…“


    Gustave Le Bon, 1895

  • Prinzipiell hilft einem bei Lebensversicherungen nur der Glaube, egal ob während der Laufzeit oder nach der Auszahlung. Ist halt immer jede Menge Kleingedrucktes im Spiel, wirklich prüfen kann da nur die Versicherung selber. Falls Du an der Ehrlichkeit Deines Versicherers zweifelst, was sicherlich niemals unbegründet ist, dann kannst Du zum Ombudsmann oder - besser - der Verbraucherzentrale dackeln und um "Prüfung" bitten. Sollte da ein veritables Sümmchen mehr drin sein, wirst Du um den Anwalt höchstwahrscheinlich nicht rumkommen. Immer dran denken:


    Seit 30 Jahren darf also die Gleichung
    „Lebensversicherung zur Altersvorsorge = Legaler Betrug“
    auch nach Ansicht des Landgerichts Hamburg öffentlich verbreitet werden.

  • Seit 30 Jahren darf also die Gleichung
    „Lebensversicherung zur Altersvorsorge = Legaler Betrug“
    auch nach Ansicht des Landgerichts Hamburg öffentlich verbreitet werden.


    Unabhängig vom Wahrheitsgehalt darf in Deutschland vieles straffrei geäußerst werden. Diese Weisheit darf ich seit Jahren täglich auf meinem Fußweg zur Arbeit lesen/erfahren.


    [Blockierte Grafik: http://www.deutsches-architektur-forum.de/pics//backstein/daf/2013/04/linienstr03.jpg]

  • Dann park halt ohne Ausweis da, allerdings glaube ich, daß die das ernst meinen. Was das Tucholsky Zitat angeht, das ist nicht angreifbar oder anders formuliert: Da verbrennt sich niemand mehr die Finger dran, da es bereits vor längerer Zeit vom Verfassungsgericht genehmigt wurde.


    Den Hinweis auf das Urteil zum legalen Betrug habe ich übrigens nur deshalb gebracht, weil gerade 30 jähriges ist und damit niemand behaupten kann, von nichts gewußt zu haben o.ä. wenn die Ablaufleistung "schlanker" ausfällt.

  • Lebensversicherung droht der nächste Schlag
    07.01.2014, 13:18 Uhr, aktualisiert 07.01.2014, 17:25 Uhr

    Die Lebensversicherer planen den nächsten Zinsschnitt. Nach der Überschussbeteiligung wollen sie auch den Garantiezins weiter senken. Der Klassiker der Altersvorsorge würde darunter leiden. Doch der Plan ist umstritten.


    http://www.handelsblatt.com/fi…chste-schlag/9296806.html


    Wenn nicht mehr genügend einzahlen, bricht jedes Ponzi-System zusammen!


    :D

  • 1,75% aktueller Garantiezins der Lebensversicherer, Altverträge 4% finde ich jetzt mal nicht so lausig.
    Insbesondere nicht, wenn ich die Zinsen etwa der Spaßkassen von 0,1% fürs Kapitalsparen dagegen sehe.


    Wohl dem, der früh geboren ist.
    Die Gnade der frühen Geburt. :D :D :D

  • Ich benötige eine zweite Meinung zu "Sparguthaben könnten in Firmen fließen". Im GSF findet sich keine Thematisierung und mir selbst ist die Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit zu unsicher. Zuerst las ich den Artikel in den DWN, die sich auf Nachrichtenagentur Reuters berufen und mit derselben Quelle ging das Handelsblatt an die Öffentlichkeit.
    EU will Sparguthaben


    Meine ersten Gedanken waren etwas, zu gegeben, neben der Spur ---> Die EU dreht endgültig durch ... F... the EU.
    Im Auge hatte ich dabei meine Direktversicherung.
    DWN

    Zitat

    Dazu will die EU-Kommission die Aufsichtsbehörden zwingen, die „Regeln für Sicherheiten zu lockern“: Das bedeutet, dass die Aufsicht ihre ohnehin schon nicht besonders strengen Regeln für Schrott-Papiere noch weiter lockern soll.

    Handelsblatt:

    Zitat

    Dem Dokument zufolge will die Kommission die europäische Versicherungsaufsicht in der zweiten Jahreshälfte um Rat bitten ...

    Nachtigall ick hör dir trapsen. Ich stelle zum ersten Mal meine Direktversicherung ernsthaft in Frage. Wenn diese Meldung nur eine 20% Wahrscheinlichkeit aufweist, muß jeder mit Gedanken an den Neuabschluß einer KLV mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Nach Zypern glänzte Polen wohl als Blaupause für den nächsten Irrsinn.


    Creutzfeld-Jakob breitet sich wie ein Strohfeuer aus. Das muß auf der Zunge zergehen, Menschen sparen für ihren Lebensabend und Wahnsinnige bzw. Geldjunkies vergreifen sich an dem Gesparten, weil: Hintergrund ist, dass sich viele Banken seit der Finanzkrise bei der Vergabe von Firmenkrediten zurückhalten.. Die Banken geben wegen des Risikos kein Geld mehr her, da kann jetzt die Rente verfüttert werden. Da die europäische Versicherungsaufsicht eingeschaltet werden soll, kann ich mir denken welche Renter zur Ader gelassen werden sollen. Die nationalen Behörden waschen dann ihre Hände in Unschuld, denn die Richtlinien von der EU sind ja bindend. Aber erst in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Europawahlen gelaufen sind. (Ja, wo laufen sie denn)


    Auch wenn meine Schlußfolgerungen bitter klingen, ärgerlich nur viel zu spät mit dem Aufbau meiner EM Altersvorsorge begonnen zu haben.

  • Anbei ein Artikel aus der Börsenzeitung.


    Solange die konkreten Pläne nicht auf dem Tisch sind, kann man hier nur spekulieren. Alles was ich bis jetzt darüber gelesen habe geht NACH MEINEM VERSTÄNDNIS in die folgende Richtung:


    In Ländern mit niedrigen Zinsumfeld ("Nordländer") beklagen sich vornehmlich die Anleger über die niedrigen Anlagezinsen
    In Ländern mit hohem Zinsumfeld ("Südländer") beklagen sich vornehmlich die Firmen über hohe Kreditzinsen.
    Generell beklagen sich Firmen über die mangelnde Kreditvergabe seitens der Banken.


    Die Idee mit EU-Sparbuch interpretiere ich momentaqn wie folgt:
    Für das Geld auf dem EU-Sparbüchern bekommt man z.B. 3% Zinsen und die Einlagen werden vom Staat/EU garantiert >>> die Anleger aus den Ländern mit niedrigen Zinsen freuen sich
    Das auf den EU-Sparbüchern "angelegte" Geld wird dann z.B. für 4% Zinsen an die Firmen als Investitionskredite (Verwendungsbedingungen ähnlich Bausparen, KfW, etc.) vergeben >>> die Firmen aus den Ländern mit hohen Kreditzinsen und die, die von den Banken keine Kredite erhalten freuen sich


    Da man nun davon ausgeht, dass die über EU-Sparbücher eingesammelten Gelder nicht ausreichen werden, um ausreichend den Investitionsbedarf zu decken, möchte man mit den Versicherungen reden, ob und wie diese Teile der eingesammelten Gelder ebenfalls in eine Art EU-Sparbuch fließen lassen können. Zum Einen stehen diese Gelder ja langfristig zur Verfügung und zum Anderen kämpfen Versicherungen ja damit, ausreichend ertragreich die Gelder anzulegen, um ihrer Renditeversprechungen zu erfüllen.


    Die Banken sehen das Ganze kritisch, da diese durch den staatlichen Eingriff, zu starke Markteinflüsse erwarten.


    Auch werden Begehrlichkeiten so mancher Staaten geweckt, die ebenfalls so an günstigere Kredite kommen möchten, bzw. viel Geld in die Hand nehmen müssen, um große Investitionsausgaben (z.B. Infrastruktur) schultern zu können.

  • als Ergänzung ...


    Börsen-Zeitung, 15.2.2014: Banken lehnen EU-Sparkonto ab

    fed Brüssel - Die Pläne der EU-Kommission für ein EU-Sparkonto treffen auf scharfe Kritik der deutschen Banken und Sparkassen. "Die Einführung staatlich geförderter und mit einer staatlich garantierten Rendite ausgestatteter Sparkonten würde einen erheblichen Eingriff in den Wettbewerb um Spareinlagen darstellen, der sich schädlich auf den Finanzmarkt und die Kreditversorgung in allen EU-Staaten auswirken könnte", betont die Deutsche Kreditwirtschaft. Die Kritik bezieht sich auf ein unveröffentlichtes EU-Papier, das im März präsentiert werden soll. Darin wird noch für 2014 der Auftrag für eine Auswirkungsstudie über Machbarkeit und Ausgestaltung eines EU-Sparkontos erteilt (vgl. BZ vom 14. Februar). Für die Bankenverbände sind Vorteile, die für ein EU-Sparkonto sprächen, nicht ersichtlich. In Deutschland gebe es funktionierenden Wettbewerb im Einlagengeschäft ohne staatliche Aktivitäten.



    GGf. sollte aus den letzten Posts ein eigener Thread "EU-Sparbuch" gemacht werden, da höchstwahrscheinlich dieses Thema hier weitergehend thematisiert wird.


  • Nachtigall ick hör dir trapsen. Ich stelle zum ersten Mal meine Direktversicherung ernsthaft in Frage. Wenn diese Meldung nur eine 20% Wahrscheinlichkeit aufweist, muß jeder mit Gedanken an den Neuabschluß einer KLV mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Nach Zypern glänzte Polen wohl als Blaupause für den nächsten Irrsinn.

    eine Direktversicherung ist hinsichtlich Renditeaspekt sowieso zu hinterfragen, weil man nach Vertragsende Krankenkassenbeiträge auf die Rentenzahlungen bzw Kapitalabfindung zahlen muss, sofern man dann nicht über der Beitragsbemessungsgrenze liegt und gesetzl. versichert ist.

  • In Ergänzung zu Post #658 ff. ab dem 13.02.2014


    @Mods: ggf. macht es Sinn, diese Posts ab #658 in den Thread "Enteignung wird vorbereitet" zu kopieren/verschieben (IMO macht dort mehr Sinn), damit die Ausprägungen der "gleichen" Sache (Grünbuch) nicht an zwei Stellen diskutiert werden. Desertfighter hatte dort zum gleichen Themenkomplex etwas gepostet.


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    EU-Sparkonto: Position des Bankenverbandes
    [...]


    EU-Sparkonto


    Ein weiterer Vorschlag der Kommission ist die Einrichtung eines EU-Sparkontos, bei dem die Sparer einen von der EU garantierten Zins auf ihre Einlagen erhalten und diese Mittel dann zweckgebunden für die langfristige Kreditvergabe an Unternehmen verwendet werden. Dabei besteht die Gefahr, dass die Risiken, die ansonsten von den Banken getragen würden, je nach Ausgestaltung mal mehr mal weniger aber doch letztlich auf die Steuerzahler übergehen. Zugleich würden die entsprechenden Mittel von den Banken abgezogen. Diese Umschichtung würde die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben, einschränken. Dies gilt auch für Länder, in denen die Kreditvergabe bislang reibungslos funktioniert, wie etwa in Deutschland.


    Position des Bankenverbandes


    Um die langfristige Finanzierung der Wirtschaft – die in einigen EU-Mitgliedstaaten ein Problem darstellt – auch in Zukunft sicherstellen zu können, sind zunächst entsprechende wirtschaftliche Reformen und Rahmenbedingungen notwendig. Die weitere Entwicklung des Kapitalmarkts ist sinnvoll; er wird von den Unternehmen heute schon genutzt. Die Rolle der Banken bei der Finanzierung der Wirtschaft hat sich über Jahrzehnte bewährt und sollte nicht eingegrenzt werden. Ein zweckgebundenes staatlich subventioniertes EU-Sparkonto würde die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben, einschränken und den Wettbewerb durch staatliche Preisgestaltung massiv verzerren.

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