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„Mehr Gold-Fälschungen auf dem Markt“
Peter Zgorzynski ist vereidigter Sachverständiger für Goldmünzen und -barren. Er beobachtet, dass „derzeit mehr Fälschungen auf den Markt“ kommen. Gleichzeitig würden die Fälschungen immer raffinierter. „Die gefälschten Münzen sind meistens vollständig aus Gold. Zusammensetzung und Feingehalt entsprechen den Werten einer echten Münze“, sagt der Experte. Unterschiede zu Originalen gebe es nur im Detail.
Nach Angaben von Zgorzynski reichen einfache Prüfgeräte oft nicht aus, um Fälschungen zu erkennen. Erst die Kombination verschiedener Prüfverfahren sowie eine sorgfältige optische Untersuchung unter dem Mikroskop machen Auffälligkeiten sichtbar. Selbst renommierte Händler können Fälschungen übersehen, wenn sie sich auf einzelne Prüfmethoden verlassen.
Zgorzynski kritisiert fehlende Standards bei der Echtheitsprüfung von Goldmünzen und -barren. Weder seien Prüfverfahren verbindlich geregelt noch müssten Händler bestimmte Geräte oder qualifiziertes Personal vorhalten. Sein Fazit: Einheitliche Prüfstandards und zentrale Prüfstellen könnten dazu beitragen, Anleger besser vor kostspieligen Fälschungen zu schützen.
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Es kommen derzeit mehr Fälschungen auf den Markt
Der Edelmetall-Experte Peter Zgorzynski spricht im Interview über raffinierte Fälschungen, Fallen für Anleger und macht der Branche den Vorwurf, es den Falschmünzern zu leicht zu machen.
Frankfurt. Der Goldpreis hat sich in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt. Für den Goldeinzelhandel war das eine lukrative Zeit, da viele Anleger entweder Goldmünzen und -barren verkauft oder gekauft haben. Doch das hatte einen unschönen Nebeneffekt: Es seien auch mehr Fälschungen auf den Markt gekommen, warnt Peter Zgorzynski.
Er ist einer der wenigen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Goldmünzen, Silbermünzen und Barren in Deutschland. Für eine deutsche Großbank prüft er, ob sie mit echten oder gefälschten Münzen oder Barren zu tun hat.
In seinen rund 27 Jahren in der deutschen Edelmetallbranche hat Zgorzynski unzählige Fälschungen entlarvt. Der Markt habe sich gewandelt, sagt er. „Früher wurden Münzen und Barren gefälscht, um Gewinn mit geringeren Goldgehalten zu machen“, sagt er. Das heißt, die Fälscher hätten zum Beispiel Barren etwa mit Wolframkernen gefüllt. Das sei nun anders: Heute würden meist Goldmünzen auf eine Weise gefälscht, die sich durch die üblichen Tests nicht entlarven lasse.
Aus Sicht von Zgorzynski sind viele Goldhändler derzeit mit der fachgerechten Prüfung von Münzen oder Barren überfordert. Er übt scharfe Kritik an der Branche. Viele Handelsunternehmen seien entschlossen, ihre Kosten zu senken. „Dazu stellen sie oft Mitarbeiter ein, die nicht über das erforderliche Fachwissen verfügen.“