silberbuggy, erstmal vorneweg, eine selbstgenutzte immo ist wichtig und auch die entscheidung hierzu prinzipiell richtig.
Aber deine Aussage bzgl. deiner Überschlagsrechnung und Vernachlässigung der Zinsen etc, dass das nur ein paar Tausend Euro sind, ist nicht ganz richtig. Kleinvieh kann gehörigen Mist machen.
nur zwei Beispiele (auch nur überschlagsmäßig):
a) Du hattest angegeben Eigenkapital von 55TEUR investiert zu haben. Als Mieter hättest Du die ja noch auf dem Konto und würdest Zinsen erhalten. Bei nur 3% sollten da selbst nach Abzug der Steuern 100 EUR p.M. über bleiben.
b) Du zahlst seit ca. 6,5 Jahren 1090 EUR. Der Tilgungsbeitrag sollte immer ungefähr 30% betragen, so dass ich davon ausgehe, dass Du bereits 25TEUR Tilgungsbeitrag geleistet hast. 55TEUR EK + 25TEUR Tilgung = 80TEUR , 50% abbezahlt, also müsste Deine Immo ca. 160TEUR gekostet haben. Als Faustregel gilt, man soll pro Jahr 1% des Immowertes als Rücklage für evtl. Reparaturen etc. zurücklegen um für die dicken Klopper nach 20-30 Jahren gewappnet zu sein. Das macht monatlich ca. 133 EUR. Du hast nach 30 Jahren ca. 16.000 inkl Zinsen zurückgelegt, das wären dann nur ca. 35 EUR p.M. Das heißt auch hier klafft eigentlich eine Lücke von 100 EUR p.M. wenn man die zu erwartende Deckungslücke berücksichtigt.
Allein nur diese beiden Punkte a+b machen eine kalkulatorische Differenz auf Deine 30 Jahre Betrachtung von 200 EUR p.M. oder 72 TEUR in 30 Jahren. Wie gesagt auch nur überschlagsmäßig.
Bezüglich den Rücklagen solltetst Du wirklich nochmal nachdenken, denn eine Immo zahlt man immer zwei mal. Einmal beim Kauf und einmal durch die anfallenden Reparaturen.
Des Weiteren gibt es ausreichend Studien mit dem Ergebnis, dass Mieten oder Kaufen sich per Saldo nichts geben, sofern man alle Kosten berücksichtigt und man auch alles selbst erwirtschaftet. Der Käufer hat am Ende eine Immo und der Mieter am Ende noch Kapital über, dass in etwa dem Immowert entspricht.