Global Economic Collapse

  • Zitat

    Original von Mehlwurm
    Es geht prinzipiell immer um den Verkauf von Überschüssen. Kartoffeln sind nicht ewig lagerbar und wenn der Bauer genügend zu Essen und auch ausreichend Produktionsmittel für die nächsten x Jahre hat, wird er gegen Edelmetalle verkaufen.


    Soll heissen, der Bauer produziert einfach mal so drauf los seine Kartoffeln, und wenn er genug davon hat, um für sich und die seinen Kartoffelsuppe, Pommes frites und Püree zuzubereiten, dann fängt er an, seine Ernte zu verkaufen ? Ich gebe zu, dass das die Logik ist, die sich noch in vielen Ökonomie-Büchern findet. Ich äußere aber die Befürchtung, auch und vor allem aufgrund der guten persönlichen Bekanntschaft mit einer ganzen Reihe von Bauern, dass es so simpel wohl nicht ist.


    Der heutige Bauer produziert das, was er meint, am besten absetzen zu können. Völlig ungeachtet seines "eigenen" Bedarfs an der Sache. Der Bauer, der heute von Zuckerrüben umsattelt auf Bioenergie, hatte zu keiner Zeit persönliches Interesse an Zuckerrüben, und er hat auch kein persönliches Interesse an Bioenergie. Er versucht lediglich das zu produzieren, was ihm ein ausreichendes Einkommen verschafft.


    Nehmen wir also mal an, es herrscht bittere Not, Geld ist knapp, und du tauchst mit deinen Goldmünzen beim Bauern auf, um ihm 3 Sack Kartoffel abzukaufen. Der Bauer wird deine Goldmünzen überhaupt nur dann akzeptieren, wenn sie für seine Zwecke als "Zahlungsmittel" wiederverwendbar sind, d.h. seine Gläubiger, seine Arbeiter, etc. Goldmünzen überhaupt als solches akzeptieren.


    Welchen "Wert" wird er dir dafür zubilligen ? In einem offiziellen Goldstandard-System, in dem als allgemeingültige Konvention festgelegt wird, "1 Unze Gold = 300 Euro", und demnach jeder 1 Unze Gold als Gegenleistung für einen Transaktionswert von 300 Euro akzeptieren muß, ist die Sache klar und bedarf keiner weiteren Diskussion.


    Außerhalb eines solchen offiziellen Standards hat der Bauer jedoch 2 Alternativen:


    a) er hat über eine bisherigen Umsätze seine eigenen Vorfinanzierungskosten , seine eigene Subsistenz, die Löhne der Arbeiter, etc. bereits erwirtschaftet. Diese 3 Säcke Kartoffel, die du von ihm haben möchtest, haben daher ein vergleichsweise geringes "Grenzprodukt", sie entscheiden für den Bauern nicht mehr über Leben und Tod. Er wird dir also deine Goldmünzen zu einem vergleichsweise "guten" Kurs abnehmen, der aber dennoch unter dem Wert liegen wird, den unmittelbar verfügbares Cash in dieser VoWi hat. Warum ? Weil er mittels Cash deutlich schneller und flexibler seine Kosten bestreiten kann, als mit deinem Gold, dieses muß er erst wieder verkaufen, oder er muß mit einem Gläubiger verhandeln, das Gold an Geldes statt zu akzeptieren, womöglich zu mindestens demselben "Kurs", den er dir gewährt hat.


    b) er hat seine Kosten noch nicht erwirtschaftet. In diesem Fall ist das Grenzprodukt der 3 Säcke deutlich höher. Er wird sie dir also verkaufen, und zwar mindestens zu dem Preis, den er anderweitig erzielen könnte. Dabei wird er dir einen solchen Kurs für die Unze Gold abpressen, der nötig ist, um trotz Zahlung mittels Gold auf den selben subjektiven "Wert" zu kommen, den der Bauer mit einer Zahlung in Cash verbindet. Der Bauer wird sich also sagen, "wenn ich diese 3 Säcke am Markt verkaufe, erhalte ich 50 Euro in Cash. Cash , dass ich unmittelbar für meine Finanzierung benötige. Wenn ich jetzt stattdessen Gold akzeptiere, welchen Kurs darf ich maximal gewähren, um mit dem Gold denselben Finanzierungseffekt zu erreichen, wie mit Cash."


    Der Kurs für deine Unze Gold, bzw. ihre "Kaufkraft", wird dir in einem solchen Szenario möglicherweise nicht gefallen, in Relation zur Kaufkraft von "Geld".


    Zitat


    Zum Thema Deflation. Da wird hier ständig aneinander vorbeigeredet. Deflation = breiter Preisrückgang bei Konsumgütern, Sachwerten (Aktien, Immobilien) und die "Alternativwährung" Gold wird auch betroffen sein. Die Kaufkraft von Geld gegenüber allen anderen Dingen steigt. Geld ist somit die ideale Anlageform. Das Problem: eine Deflation ist von Schuldner- und Bankenpleiten geprägt. Mein Geld auf dem Konto gewinnt zwar an Kaufkraft, morgen geht aber leider meine Bank Pleite und ich habe nichts davon. Deshalb muß das Geld in einer Deflation außerhalb des Bankensystems gehalten werden. Entweder bar oder als kurzlaufende Staatsanleihe (der Staat geht als letztes pleite).


    Sehr gut erkannt, und sehr schön formuliert.


    Zitat


    Gold ist in einer Deflation neben Bargeld auch eine Möglichkeit, zumal sich die Deflation auch irgendwie mal auflösen muß !!! - entweder per Inflation oder Währungssschnitt. Eine andere Möglichkeit hat der Staat nicht, um eine Pleite abzuwenden (oder er geht bankrott und die AAA-Anleihen sind wertlos). Aus diesem Grund wird der Goldpreis in Papierwährung gerechnet fallen - Gold bleibt aber weiterhin ein Fluchtpunkt und wird gegenüber anderen Sachwerten und Konsumgütern an Kaufkraft gewinnen. Es verliert nur gegen "Geld", solange der Staat an diesem "Geld" festhält.


    Auch richtig, siehe oben das Beispiel mit dem Bauern.


    Zitat


    Man kann ohne Gold nur mit Bargeld/Anleihen auf eine Deflation spekulieren. Wenn sie nicht kommt hat man Pech. Wenn man in der Deflation die rechtzeitige Umschichtung verpennt, hat man ebenfalls Pech.


    Und wieder richtig. Wer den Verlauf der Dinge richtig einzuordnen vermag, am Gipfel einer Inflation in Cash umschichtet, und dann am Low der Deflation damit Sachwerte aufkauft, braucht wahrscheinlich sein Leben lang nie wieder zu arbeiten. Er wird reich sein wie Krösus. Wäre ich daher für Verschwörungstheorien anfällig, ich würde dieses Szenario durchaus als sehr wünschenswert für gewisse Kreise ansehen.


    Das Problem ist: wenn man sich im Verlauf der Dinge täuscht, alles in Cash umschichtet, und dann die ganz große Inflation erst kommt ... tja, dann hat man leider die Arschkarte gezogen ... womit wir wieder auf Feld 1 zurück wären und uns die Frage stellen müssen: "Was kommt, Inflation oder Deflation?"

  • 16.2.2008 - Anzeige der kanadischen Regierung in portugiesischen Tageszeitungen: "GOVERNMENT OF CANADA. EMBASSY OF CANADA. ATTENTION TO ALL CANADIAN CITIZENS LIVING OR TRAVELLING IN PORTUGAL. The Canadian Government informs all its citizens that they should register at the Canadian Embassy in Lisbon in order to be contacted in an EMERGENCY SITUATION." Der vorstehende Text wird in Portugiesisch und Französisch wiederholt. Derselbe Text wurde bereits zweimal veröffentlicht. Das erste Mal wenige Tage vor dem zweiten Durchgang im Irak, und danach kurz vor dem Libanonkrieg. Was das im Klartext heisst, muss wohl nicht kommentiert werden!


    Beängstigend!

  • Ob diese Drohung wahr wird?


    "Es ist eine klare Deadline, die der Gouverneur von New York den großen Kreditversicherern setzt: Drei bis fünf Arbeitstage gebe er den Unternehmen noch, um frisches Kapital zu finden, sagte Eliot Spitzer laut "Financial Times" vor dem Finanzausschuss des US-Abgeordnetenhauses in Washington. Wenn nicht, so die implizite Drohung, würden sie von staatlicher Seite aus zerschlagen, vor allem um die Kredite von Kommunen und Gemeinden zu retten."


    siehe:


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535566,00.html


    Aber wenn die Bundesregierung schon die IKB rettet, dann könnte sie hier doch auch eingreifen! Ein Anruf von Bush und Olmert sollte da doch genügen ... ;)


    Einen schönen Samstagabend wünscht Euch
    goldmartin

  • Sie werden die Monoliner aufspalten. In einen profitablen Teil der die Muni Bonds (Kommunale Anleihen) versichert. Die letzten Tage sind einige Bondversteigerungen von Kommunalen Schulden schiefgegangen.Trotz bester Zahlungsfähigkeit muß nun die New Yorker Port Authority (denen noch wenige Monate vor 9/11 das ganze WTC gehörte) nun für ein paar Tage über 20% Zinsen zahlen. Um den Muni Bond Markt wieder flott zu bekommen, werden die Monoliner geteilt werden. Buffet nimmt sowieso nur Munis in seine neue Versicherung. Der andere Teil den die Monoliner bisher versichert haben und der damit deren AAA Raiting geerbt hat, werden in den Pleiteteil der Versicherer integriert. Diese Papiere müssen dann im Laufe diese Jahres voll abgeschrieben werden. Was im Moment noch einstellige Milliardenverluste bei den Landesbanken, IKB etc. sind, wird dann zügig zweistellig.


    Der Sündenfall ist schon vollzogen, versagende Banken werden mit Steuergeldern gerettet. Ich gehe davon aus, das im Laufe dieses Jahres deutlich über 100 Milliarden Steuergelder in die Banken gepumpt werden müssen.


    In diesem Licht macht die Steuerfahnungsaktion (Zumwinkel etc) als Ablenkungsmanöver Sinn. Vom Vorwurf, das man die "Großen" laufen lässt, bzw. ihre milliardenschweren Fehler sozialisiert. Also werden ein paar bekannte Gesichter vorgeführt, die später nach jahrelangem Recvhtsstreit mit einer kleinen Geldstrafe davonkommen.

  • goldmartin


    Danke für diesen Beitrag. Ein Witz, oder ? - Ich hatte vor ein paar Tagen folgendes in meinem Blog geschrieben, was sich jetzt zu bewahrheiten scheint, von wegen "offiziellen Stimmen, die den Monolines wohl ins Gewissen reden werden":


    Vom 13.02.


    Nice Try, Warren ...


    Das Orakel von Omaha, Investmentlegende Warren Buffet, lässt verlauten, dass er an der Übernahme der „guten“ Portfolioteile der Monoline-Insurers, nämlich des Geschäfts mit Kommunalobligationen (Municipal Bonds, kurz „Munis“) interessiert ist, immerhin im Umfang von rund 800 Mrd US Dollar.


    Soweit, so gut. Für Buffet, wohlgemerkt. Denn was die Monoliners betrifft, müsste man ihnen schon grandiose Dummheit unterstellen, wenn sie das Angebot von Buffet überhaupt nur erwägen. Da mögen die Aktienbörsen noch so himmelhoch jauchzen über die vermeintliche „Rettung“, auf dem Spielplan steht leider, mit oder ohne Buffets Angebot, nach wie vor ein ganz anderes Stück, nämlich das der „Tragödie“. Und darin, wie man aus Erfahrung weiß, mögen zwar vereinzelte Nebendarsteller immer wieder mal glücklich mit dem Leben davonkommen, ihre große Liebe finden, moralisch geläutert werden oder dergleichen. Aber der Hauptdarsteller erleidet immer und ausnahmslos ein Fiasko, an dessen Ende zumeist die physische Vernichtung steht. Und das wiederum meist nicht „kurz und schmerzlos“, sondern ganz im Gegenteil, unter allergrößten Qualen.


    Tja, und leider sieht die Besetzungsliste unseres Stücks vor, dass die „Monoliners“ die Hauptrolle übernehmen. Schade für sie, aber keiner hat sie dazu gezwungen. Die Gier, wie üblich, hat sie aus ihrem angestammten, drögen Geschäft mit den Munis in die verheissungsvolle Glitzer-Welt der „Subprime-Mortgages“ geführt, und jetzt gucken sie halt alle ein wenig blöd aus der Wäsche. Soll vorkommen.


    Muß aber andererseits nicht heißen, dass man am Ende des Stücks nun jeglichen Rest unternehmerische Intelligenz über Board wirft und sich von Herrn Buffet über den Tisch ziehen lässt. Der gute Warren hat nämlich nachweislich kein Geld zu verschenken, daher wird sein Gebot für die Muni-Portfolios keine direkten Gewinnmöglichkeiten für die Monoliners eröffnen, vermutlich eher das Gegenteil. Mit anderen Worten, ein Verkauf an Buffet könnte höchstens irgendwo in der Nähe des Buchwerts stattfinden, mit denen diese Portfolios bei den Monoliners in den Büchern stehen. Wo aber kein Gewinn, da auch keine „Eigenkapitalstärkung“, doch genau darum geht es bei den Monoliners: eine Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis. Aus diesem Grunde sollten sie das Angebot von Buffet höflich, aber bestimmt zurückweisen, was angeblich einige auch schon getan haben. Der alte Mann hatte sicher Gutes im Sinn, aber hauptsächlich für sich selbst bzw. seine Shareholders, das ist offensichtlich auch den Managern der Monoliners nicht verborgen geblieben.


    Es würde aber nicht wundern, wenn jetzt „offizielle Stimmen“ laut würden, die den Monoliners nahe legen, Buffets Spiel doch mitzuspielen. Und zwar aus „übergeordnetem Interesse“, soll heißen, den Verbleib der Kommunalobligationen in „starken Händen“. Klar ist, dass die finanzielle Solidität des Berkshire Hathaway Imperiums natürlich eine ganz andere ist, als die der schwer mit Schlagseite durch raues Wasser treibenden Monoliners. Aber klar ist auch, dass wenn die Monoliners sich von diesem Teil ihres Geschäfts trennen, ihr eigenes Schicksal besiegelt ist. Und die Frage nach dem Verbleib des „toxic waste“ der Suprime-Versicherungspolizzen zudem keineswegs gelöst. Es müsste sich nach wie vor jemand finden, der sich dieses Problems annimmt. Und dass das leichter geht, sobald die Munis abgespaltet sind, ist überhaupt nicht gesagt.


    Somit hätte Buffets Plan 3 Gewinner: Buffet, seine Shareholders und die Player auf dem Markt für Kommunalobligationen (Emittenten, Investoren). Die Monoliners aber hätten damit endgültig die Arschkarte gezogen … sie wären daher allesamt verrückt, Buffets Angebot anzunehmen.

  • Ist es am Ende nicht eine Frage dessen, was man den Entscheidern bei den Monoliners "anbietet" - es dient doch sowieso nur der Wahrung der nationaler Interessen der USA - im Notfall bedarf es dann doch gewiß nur eines Machtwortes von ganz weit oben (als kleine Anweisung eines Vertreters des gottgegebenen US-Präsidenten - letzterer hatte jedoch nie Kenntnis von alledem).

  • Die Krise der deutschen Industriebank IKB dürfte die deutsche Politik noch länger beschäftigen. Am Freitag befasste sich auch der deutsche Bundestag mit dem Thema. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gab eine Regierungserklärung zur Situation der Finanzmärkte. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen fordern weitergehende politische Konsequenzen. Ein Gespräch mit Detlev von Larcher über die IKB und die Finanzkrise. Er war 12 Jahre lang Bundestagsabgeordneter der SPD und Sprecher des linken Frankfurter Kreises und ist jetzt Mitglied im Koordinierungsrat des globalisierungskritischen Netzwerkes attac und des internationalen Netzwerkes für Steuergerechtigkeit.


    Telepolis:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27300/1.html

  • Die Monoliner aufzuteilen, ist keine Drohung gegenüber den Monoliner, sondern gegenüber den Banken. Sie sollen endlich Geld geben. Darum wehren sich die Banken auch gegen die Aufteilung.

    "Do we want the communist to run the banks or the terrorist? But yah know I'll take anything 'cause we're so desperate."


    Jim Cramer 1/17/08

  • Zitat

    Original von Mehlwurm
    Die Kaufkraft der Unze gegenüber Konsumgütern und anderen Sachwerten ist mit einiger Wahrscheinlichkeit dann (in einer Deflation) größer als heute. Nur das zählt - die zeitliche Kaufkraftentwicklung. In 10 Jahren weiß ich natürlich, ob eine Deflation da ist oder nicht. Dann weiß ich auch, dass Geld die bessere Alternative gewesen wäre (oder auch nicht!!!). So what? Mit Gold hat man in einer Inflation die beste Anlagemöglichkeit und in einer Deflation nur die zweitbeste Möglichkeit (nach Geld) gewählt. Es ist jedoch nie die falsche sondern evtl. nicht die optimale Lösung gewesen. Ich will aber investieren/versichern und nicht spekulieren -> da erreicht man nie das Optimum und es ist einem egal.


    Das ist genau richtig. Die relative Kaufkraft von Gold wird ziemlich sicher auch in einer Deflation stabil oder größer zu einem physischen Warenbündel werden, daher ist der Bauer in unserem Beispiel ja jedenfalls geneigt, die Unze Gold anzunehmen. Und wenn du es lediglich als "Versicherung" für einen derartigen Kontext hältst, dann machst du im Grund das gleiche, was ich auch mache. Dass "Cash" vielleicht die Optimum-Strategie gewesen wäre, braucht dich dann auch nicht wirklich zu jucken, zumal du ein paar Scheine vermutlich eh irgendwo vorrätig gehalten hast. Insoferne: völlige Zustimmung.

  • Ich würde einmal vermuten, dass Warren Buffet auch ein Patriot ist und nicht
    nur die Gewinnmaximierung im Auge hat. Sein großzügiges Geschenk an
    die Microsoft-Stiftung dürfte wohl als Beweis dafür gelten, dass er nicht aus-
    schließlich nach dem Geld schielt.
    Es könnte sich beim Angebot an die Kreditrisiko-Versicherer um ein abge-
    kartetes bzw. abgesprochenes Spiel/Komplott handeln.


    Weiß jemand, zu welchem Zeitpunkt die betroffenen Banken den kreditrisiko-
    versicherungen ihre Kreditausfälle in Rechnung stellen können ?
    Per 31.12.07 ?
    Ein Jahr, zwei Jahre später, wenn sich die Papiere schon wieder erholt
    haben werden ? Die Bewertungsdifferenzen gehen doch da in die Hunderte
    von Milliarden $. Da müsste man die Policen einsehen können. Wahr-
    scheinlich entstehen aus diesem Problem milliardenschwere Klagen.
    Das bereits zur Entspannung der Hausbesitzer (und aller anderen) aufge-
    legte Programm der USA (ca. 150 Milliarden $ ?), die Stundungen und
    Problemlösungen der Banken, sowie die Reaktionen der FED etc. werden
    doch die Verluste der Papiere von minimal bis wesentlich reduzieren. Im
    Moment sollte man noch gar nicht in der Lage sein, in naher Zukunft eine
    Bewertung dieser faulen Kredite vorzunehmen.


    Grüße

  • Nochmal. Die Monoliner sollen in zwei Teile aufgespalten werden. Einen Teil der Munis absichert (Volumen irgendwas um 800Mrd$). Und auch nur an diesen Municipal Bonds ist auch Buffets Versicherung interessiert.
    Der andere Teil der Monoliner versichert die CDOs und was auch sonst noch and strukturierten Papieren SIV an den US Hypothekenwetten dranhängt. Das sind ca. 1600 Mrd$. Die will keiner, die Papiere haben bis jetzt nur AAA Rating weil die Monoliner noch ein AAA haben, Und die stehen noch bei den Banken in USA und Europa (UBS WestLB Bayrische Landesbank etc.) mit fast vollem Wert in den Büchern.
    Dieser abgespaltenen Teil der Monoliner wird Pleite machen, und mit ihm werden die im Moment noch AAA gerateten Papiere auf Junk fallen und wertlos werden. Damit sind bei der WestLB und den anderen Banken nicht nur ein paar Milliarden abzuschreiben sondern der ganze Wert ihres SIV Portfolios. Nochmal ein altes Zitat vom 10.12. von mir aus der Wirtschaftswoche



    Diese 487 Mrd€ werden weitgehend zu Null abgeschrieben werden. Da die Papiere von AAA zu Junk gehen und keine realisierbaren Forderungen dahinterstecken.
    Was das bedeutet mag sich jeder ausmalen.


  • Wir stehen am Strand und beobachten, dass das Wasser zurueckgeht wie bei einer Ebbe, nur schneller, und es ist auch noch gar nicht die Tageszeit dafuer. Nur wenige von uns haben schon mal von den Flutwellen in Japan gehoert, Tsumanis oder so, die dort alle paar Jahrzehnte mal passieren. Die meisten von uns sind ahnungslos und glotzen dem zuruecklaufenden Wasser nach.


    Tiere vertrauen ihrem Instinkt mehr als die Menschen es tun. Deshalb werde ich mit meinen kleinen Gaensekueken-Fuesschen jetzt ganz schnell moeglichst weit und moeglichst hoch ins Landesinnere rennen, schade dass ich noch nicht fliegen kann. Wenn's dann doch kein Tsunami ist, macht es nichts: dann watschel ich am Ende der Woche wieder runter zum Strand und sag den anderen, ich waere Wuermer suchen gewesen.


    Das kleine K.


    und wenn's ein Tsunami wird, sollten wir Ueberlebenden uns fragen: ist das Seebeben natuerlich entstanden, oder war die Instabilitaet der tektonischen Platten von jemand absichtlich so geplant worden, und wurde das Beben dann durch eine unterirdische Zuendung ausgeloest?

  • Zitat

    Original von GOLD_Baron


    Oh man... :rolleyes:


    :D Vielleicht ist Buffet ja auch ein Philantroph ?


    Genauso wie John D. Rockefeller der häufig mal als Philantroph beschrieben wurde in der "Presse". Bin sicher auch der eine oder andere Rothschild hat sich den Titel eines Philantrophen hart erarbeitet.


  • Alles gesagt, prima.


    Ich werde versuchen noch ein paar Verwandte mitzunehmen, als Meeressäuger habe ich noch was Zeit. Bin dann umso schneller raus aus der Bucht.


    Alles Gute, Kücken......

    Delphin
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  • Kam vor kurzem mal was ähnliches im deutschen Fernsehen. Über einen amerikanischen Bauer der von Monsanto ruiniert wurde. Habe leider erst mittenrein gezappt.


    Er sagte, er sie ruiniert, da das Gedreide, das ihm Monsanto geliefert habe, seine Rinder unfruchtbar gemacht hätte. Er hatte seine Farm für ein neues Produkt von Monsanto, also einen Feldversuch zur Verfügung gestellt. Nun ist er quasi Pleite den Ausfall von Jungtieren übersteht er nicht. Monsanto will mit seinen Beschwerden nix zu tun haben. Nachdem er das Futter abgesetzt hat, haben sich die Viecher wieder erholt und sich inzwischen wieder trächtig. Falls er beweisen kann, dass das an dem Monsanto Futter liegt, kann er sicherlich Schadensersatz verlangen. Hehehe....... X(


    Des weiteren verbreitet eine andere Saat von Monsanto ein bestimmtes Gen, das in Tieren nachweisbar ist. Derzeit versuchen sie auf dieses Gen ein Patent zu erhalten. Gelingt dieser Plan werden sie vermutlich auf alle Tiere die dieses Gen tragen, eine Gebühr erheben können, selbst auf freilebende Wollmilchsäue. Denn die Genpflanzen übertragen sich per Windbestäubung auf alle anderen Pflanzen, noch hunderte von Meter weit. 5-6 Jahre und alles ist verbreitet.


    Frau Merkel hat übrigens dafür gesorgt, dass in Deutschland die Aussaat von genmanipulierten Nahrungsmitteln ohne Gewähr erfolgen kann. Das heisst die Gensaatindustrie haftet per se nicht für eventuell auftretende Schäden. Ich weiß nicht genau ob dieses Gesetz schon unterschrieben ist, aber sie hat es unterstützt und vorangetrieben.


    Aber irgendwie interessiert das in Deutschland keinen. Lebensmittelkritiker, das sind bei uns die Grünen und das sind ja eh irgendwelche Spinner, oder?


    Wirtschaften kann man nur mit knappen Gütern. (BWL Lehrbuch, Seite 3). Wer meint das hiesse, man würde nur mit Gütern Geld machen können die sowieso knapp sind, täuscht sich. Man kann auch Güter verknappen, die es zuhauf und umsonst gibt und dann kräftig absahnen. Beispiele gibt es jetzt schon zuhauf und Ihr werdet es noch erleben........

    Delphin
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