Auf mehrfachen Wunsch: Bären...
Also einem Eisbären möchte ich lieber nie begegnen! Ist mir auch zu kalt, wo sie leben...Es sind reine Fleischfresser, leben zirkumpolar und sind agressiv.
In der Gegen, wo ich mich aufgehalten hatte, leben Schwarzbären (ursus americanus) und Braunbären, ("Grizzly", ursus arctis). Die Fellfarbe taugt nicht immer zum Unterscheiden der beiden, aber der Grizzly hat immer einen Schulterhöcker. Über die Anzahl der Tiere im Teilstaat Yukon weiss man nicht so gut Bescheid, denn seit 1980 sei keine Wildzählung mehr gemacht worden, welche auch wegen der dichten Vegetation sehr schwierig durchzuführen sind.
Auffallend war für mich, dass der Schwarzbär eine Art "freche Göre" war und der Grizzly eher der "Edelmann".
Der nächste Schwarzbär-Poop befand sich 2 Meter neben der Blockhütte, der nächste eines Grizzly's in etwa 50 m Abstand.
Der Schwarzbär der Gegend hat sich regelmässig in der Nähe der Hütte gezeigt und kam einmal direkt auf die Hütte zu, so dass wir ziemlich Lärm machen mussten, bis der wieder abdrehte. Keine Sichtung mehr, nachdem ich ihn einmal, recht zufällig, mit dem Auto verjagen konnte. Den lokalen Grizzly des Reviers haben wir nie gesehen, er hielt respektvoll Abstand. Die Anwesenheit eines Grizzlybären merkt man vor allem an seinen Kothaufen. Das war auch auf dem 7 km weit entfernten Claim so gewesen. Regelmässig frischer Kot dort...
Es gibt also nur grobe Schätzungen der Anzahl im Yukon lebenden Bären. Von beiden Spezies schätzt man etwa 7000 Exemplare.
Es lohnt sich nicht, Angst zu haben vor den Tieren, aber Respekt muss man haben. Sie sind einfach da...Sie haben jedoch Angst vor den Menschen. Etwas vom gefährlichsten, was man machen kann, ist wohl fischen. Die Fischer sind über viele Stunden an einem Ort, wo Bären für Wasser und Nahrungssuche regelmässig hin kommen, machen sich aber eher wenig durch Lärm bemerkbar und sie sind direkte Konkurrenten um Nahrung...da hört der Spass auf! Was die First Nations Angehörigen in der Wildnis machen, um Bären zu vertreiben, ist z.B. mit den Händen zwei Steine zusammen zu schlagen, was scharfe, hochfrequente Laute erzeugt und recht wirksam sein soll.
Zum einen Foto unten, da sagte sich der Grizzly: "Ach hab' ich wieder viele Beeren gefressen - habe ein solches Zerren im Unterbauch" - spreizte die Beine etwas, ging in die Hocke (die tun das, nicht unähnlich einem Hund...) und liess den Dingen ihren Lauf. (Eigentlich plante ich, damit eine "Allegorie auf rot/grün" zu posten, aber das verd...Bild finde ich nicht.)
Also Bären werden mich nicht abhalten, später erneut den Yukon zu bereisen (wenn die C-Hysterie abgeklungen ist). Was man auf jeden Fall nicht tun sollte, ist allein in die Wildnis zu gehen, so wie es manchmal die Fischer machen! Es sind sehr selten Angriffe auf Menschengruppen ab zwei Indivduen bekannt. Zwar hat neulich in Sibirien ein Grizzly zwei Fischer angegriffen: einer getötet, der andere schwer verletzt.
Grüsse,
Lucky
https://yukonwildlife.ca/research/2021-03-bear-poo-and-you/
"Poop" bezeichnet umgangssprachlich Kot; wissenschaftlich: "feces" oder "scat". Freiwillige gesucht, die beim Aufsammeln von Proben für wissenschaftliche Zwecke helfen...
https://yukon.ca/sites/yukon.c…ublic-survey-report_1.pdf
Meinungssurvey per online-Fragebogen, so im Stile "Finden sie es wichtig, dass Bären im Yukon leben?". Na ja...billiger und schlechter kann man keine wissenschaftliche Arbeit machen als per online-survey....
Zu den Bildern:
- Unsere luxuriöse Blockhütte mit kleinem Gewächshaus im Vordergrund.
- "Explorer Lucky" in Vollmontur, mit Elchgeweih. Das Moskitonetz war notwendig, der Rest nicht.
- Grizzly poop. Mit der Farbe der Beeren, die das Tier gerade am Fressen ist.
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