Ich könnte mir vorstellen, dass der Euro noch eine ganze Zeit lang durchhält und sich evtl. sogar zu einer robusten Währung entwickeln kann, wenn solidere Mitglieder hinzu kommen und weniger solide Mitglieder ausscheiden.
Die Frage ist, was in der nächsten Zeit passiert.
Klar, dass ordentlich Gerüchte oder Halbwahrheiten oder auch Ganzwahrheiten von interessierter Seite "gestreut" werden. Schließlich kann man mit jeder "Bewegung" ja ordentlich Geld "erzocken".
Ich könnte mir vorstellen, dass Griechenland so lange aus dem Euro raus muß, bis es halbwegs tragfähige politische, organisatorische und ggf. sogar wirtschaftliche Strukturen entwickelt hat. Solange die griechische "Wirtschaft" im wesentlichen NUR vom Konsum lebt, ist keinerlei Hoffnung auf Besserung vorhanden, denn Konsum benötigt immer einen DUMMEN, der dafür zahlt (siehe auch USA/China). Da sich im Rahmen der Eurozone vermutlich keine Chance ergibt, die Selbstbedienungsmentalität des Regierungs- und Verwaltungswasserkopfes in normale Bahnen zu lenken, werden die Griechen wohl ihre PLEITE realisieren müssen und die europäischen Sparer und Lebensversicherungen werden diese Verluste REALSIEREN müssen. DAS ist die Tatsache, vor der alle Politiker Angst haben. Angst, dass der SPARER plötzlich merkt, dass Teile seines Ersparten in Griechenland (und anderen Staaten) VERSENKT wurden.
Sollte die Tatsache, dass Griechenland geostrategische Bedeutung für die Eurozone hat, dazu führen, dass das Land im Euro verbleibt, so werden wir uns auf weitere Zahlungen gefaßt machen müssen und uns gleichzeitig auf die Tatsache einstellen müssen, dass sich an der Selbstbedienungsmentalität des Regierungs- und Verwaltungsapparates nichts ändert.
Trotzdem halte ich eine Pleite Griechenlands für die gesamte Eurozone für SEHR VIEL gesünder, als das pausenlose Stopfen von "Löchern", das den Haß der gesamten griechischen Bevölkerung hervorruft. Die Phantasiegehälter, die sich der bürokratische Selbstbedienungsladen dort zu Lasten der anderen EU-Länder gewährte, sind dann nicht mehr bezahlbar, bzw. müssen von eigenen Steuern gezahlt werden. Vielleicht bringt das einige dort zur Vernunft.
Für unserer Sparer dagegen wird es wichtig sein, dass sie endlich begreifen, dass ein schöner Bankenprospekt nicht gleichbedeutend damit ist, dass das Geld auch "verantwortlich" verwaltet wird.
Eine Lehre, die gerade die Deutschen mit ihrer Vollkaskomentalität nötig brauchen.
Die Banken und Versicherungen werden dann sicherlich auch beginnen, publik zu machen WANN und WO sie von Politikern massiv unter Druck gesetzt worden sind, um POLITISCH motivierte Kredite zu vergeben, Kredite, die keine vernünftige Bank jemals vergegeben hätte. Auch diese Informationen sollte sich der deutsche Steuerzahler zu Herzen nehmen. Vielleicht würde das auch dazu führen, dass sich mehr Leute mit politischen Themen beschäftigen. Immerhin wäre es wünschenswert, wenn der "Beruf" des Politikers qualifizierteres Personal anziehen würde.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen naiven, vollmundigen Mathemathiklehrer, der mit rundem Schmollmündchen stolz die deutsche "Öffnung für Finanzprodukte" bekannt gab, die er selbst vermutlich nur marginal (wenn überhaupt) verstanden hatte. Der gleiche "unbedarfte" Finanzminister setzte dann qualifizierte Beamte unter Druck um im Hauruckverfahren ein Griechenland in den Euro aufzunehmen. Die Tatsache, dass sein Büro "Familienkontakt" zum damaligen griechischen Premier hatte, braucht man dann kaum noch zu erwähnen. SOLCHE Leute gehören vor Gericht! Die sind nämlich noch schlimmer als die Banken!