Du hast geschrieben:
„Wer Gold hält, tut gut daran, es als Versicherung zu sehen – nicht als mathematisch zwingende Wette auf das Ende des Dollars oder einen historischen Reset. Und wer glaubt, die Lösung für komplexe geopolitische Handels‑ und Geldsysteme liege in einer simplen Rückkehr zu Goldpreisen vergangener Epochen, unterschätzt nicht Gold – sondern die Macht moderner Staaten, ihre Systeme länger am Leben zu halten, als viele Modelle es erlauben.“
Ja, das ist richtig, sehe ich auch so.
Es gibt aber auch immer mal wieder ein Fail-Out, auch das hast du richtig erkannt. Und darauf laufen wir hinaus. Hauptursachen sind nicht zuletzt Demografie und die daraus resultierende Inflation. Die von dir erwähnte Assett-Inflation – Modern Money Inflation hin oder her - haben wir bereits jetzt.
Was du dir wünschst, ist aber ein Leitfaden, der alle dir bislang gelehrten wirtschaftlich relevanten Regeln und Informationen richtig verarbeitet und daraus eine logische Schlussfolgerung zieht. Mit Logik ist der Sache aber eben nicht beizukommen, wie du ja selbst erkannt hast. Nachfolgende Punkte sind - nach deinem Zitat - richtig erkannt eben nicht zutreffend:
Alle Marktteilnehmer sind rational. Psychologische Verzerrungen, Panikverkäufe oder Übertreibungen ignoriert.
- Alle Informationen sind perfekt verfügbar. Insiderwissen, politische Machtspiele oder manipulative Finanzpraktiken werden ausgeblendet.
- Preise spiegeln immer den fairen Wert wider. Historische Blasen – Dotcom, Immobilienkrise 2008 – zeigen, dass Märkte oft völlig irrational reagieren.
So, und nun?
Gold, Rohstoffe oder liquide Assets sind daher nicht nur Versicherung, sondern Frühwarnsysteme für den nächsten Abrutsch. – Ja.
Kurz gesagt: Hyperinflation mag theoretisch möglich sein, doch die wahre Gefahr liegt im stillen Aufbau von Spannungen im System, die niemand genau quantifizieren kann – ein kleines Sandkorn kann den ganzen Haufen zum Einsturz bringen oder eben gar nichts machen. – Auch ja
Es sind jene komplexen Systeme, deren unsichtbare Regeln unser Leben weben, während wir ohne jeden Blick in ihr Innerstes umhertappen, unfähig, sie zu verstehen oder vorherzusehen. – Auch ja
Aber wie du selbst erkannt hast – es sind alles Möglichkeiten. Dass es mal irgendwann zu einem Bruch kommt, ist ziemlich sicher. Doch wann das sein wird und wie bis dahin der Fahrplan – Gold betreffend ist – ist unbekannt.
Wenn irgendwann Papiergeld „verbrennt“, bleibt jedenfalls nur Asche zurück. Soviel ist sicher. Die Zentralbanken wissen das. Darum kaufen sie Gold.
Wann das sein wird, ist zumindest mir unbekannt.
Daher bleibt nur so viel zu sagen:
Warum Währungen versagen, Gold stabil bleibt
Währungen sind nicht wertstabil
Die Währungen verschiedener Länder eignen sich dagegen hervorragend zum Bezahlen, zumal mit der Stückelung in Münzen und Scheine für jeden Betrag eine passende Aufteilung möglich ist. Auch als Kommunikationsmittel sind Währungen bestens geeignet.
Lediglich beim Vertrauen hapert es etwas. Zum einen ist der Wertmaßstab allenfalls über kurze Zeiträume gegeben, weil 100 Euro nach zehn oder gar 50 Jahren nicht mehr den gleichen Wert haben. Zum anderen ist auch die Möglichkeit der Staaten jederzeit neues Geld herstellen zu können problematisch. Der Preis zur Herstellung einer Münze oder eines Geldscheins liegt in der Regel (deutlich) unter dem Wert, so dass der Staat einfach Geld herstellen und damit Güter kaufen kann.
Die Kopplung einer Währung an Gold führt damit zu einer hervorragenden Symbiose. Die Nachteile von Gold als Tauschmittel werden durch den Ersatz durch eine Währung ausgeglichen, während der Nachteil des Wertverlustes der Währung durch die jederzeitige Eintauschbarkeit in das nur begrenzt verfügbare Gold eingeschränkt wird.
…
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass alle verfügbaren Währungen kein „gutes“ Geld sind, weil deren Wert nicht stabil ist. Größere Beträge sollten nicht auf Konten in einer Währung aufbewahrt werden, weil die mit der Zeit an Wert verliert. Hier bieten sich Investitionen zur Aufbewahrung an, oder zumindest für einen Teil des Vermögens Gold. Bleibt nur zu hoffen, dass eines Tages gutes Geld entsteht, das den Bürger schützt und ihm gleichzeitig maximale Freiheit gewährt.
https://www.focus.de/finanzen/warum-waehrungen-versagen-gold-stabil-bleibt-und-bitcoin-keine-loesung-ist_e280c732-0646-413e-b48b-7118a8b56535.html