Wie einige von euch wissen, bin ich ja auch im Fondsbereich beruflich tätig. Viele Veranstaltungen wie Kongresse und Fondsmanagermeetings werden da jetzt auch digital und im Netz durchgeführt. Aber das nur am Rande. Die Hauptthemen sind aktuell aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ESG- und Nachhaltigkeitskriterien. Was aber, teilweise nur in Nebensätzen, teilweise als Aufhänger für die Vorträge immer mehr kommt ist das Thema Edelmetalle. Das geht so weit, dass Fondsmanager von regulären Aktienfonds zu "Goldbarren im Keller" raten und bei der Reallokation der Fonds gezielt damit Werbung machen, dass sie ihr Minen-Exposure ausbauen.
Einer der Klassiker ist der FvS Multiple Opportunities, der aktuell gut 10 Prozent physisches Gold hält und dazu noch mit 2,88 Prozent in Barrick drin ist.
Ein weiteres Beispiel ist der Sauren Global Opportunities, ein weltweit anlegender Dachfonds, der traditionell immer drei bis fünf Prozent im Bakerstell Precious Metals Fonds als alleinigen Minenfonds investiert war. Aktuell wurde der Anteil beim o.g. Fonds auf 9,8 Prozent hochgefahren (Wertmäßig die Top Position im Portfolio) und der Anteil an Minenfonds auf 15,5 Prozent. Der zweite Minenfonds ist der Earth Gold Fund mit 5,7 Prozent an vierter Stelle im Portfolio. Sogar der Sauren Global Growth ist derzeit mit 2 Prozent in Minen.
Hier die Verweise zu den Fondsinformationen:
https://www.sauren.de/document…280919/dailyFactsheet/de/
https://www.sauren.de/document…335757/dailyFactsheet/de/
https://www.flossbachvonstorch.de/de/fonds/LU0323578657/
Diese Entwicklung (hochfahren der Minenanteile oder zumindest ein Verzicht auf ein Rebalancing) habe ich in den letzten Wochen bei mehreren Fondsgesellschaften beobachten können. Das heißt für mich, langsam aber stetig könnte die Stampede auf Minengesellschaften beginnen. Als Resultat habe ich vor einiger Zeit sämtliche Stop Loss bei den Einzeltiteln rausgenommen, bin zu knapp 90 Prozent investiert und werde die nächsten Monate einfach abwarten. Das hat mich zwar bei zwei oder drei Papieren (v.a. Explorer) bis zu 40 Prozent vom Einstiegspreis gekostet, traden werde ich aktuell aber nicht mehr, weil mir das Risiko zu hoch ist bei einzelnen Werten nicht mehr rein zu kommen. Wer die Minen-Geschichte von Ende 2008 bis ca. Mitte 2011 schon mal mitgemacht hat, weiß wahrscheinlich was ich meine.
War eine schöne Zeit, v. a. wenn man rechtzeitig wieder raus ist... Meine Entscheidung ist auch dem Umstand geschuldet, dass ich terminlich die nächste Zeit sehr ausgelastet bin und mich nicht regelmäßig (täglich) um mein Depot kümmern kann.
Ich wünsche euch allen eine glückliches Händchen und freue mich, falls es konträre Meinungen zum Thema gibt, die meine Sicht der Dinge erweitern. Auf eine Diskussion pro/contra Fonds würde ich gerne verzichten. Es gibt ein Klientel für die diese Anlageform passt und es gibt Anleger für die sie nicht passen.
Das ganze ist natürlich keine Empfehlung sondern meine Meinung. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und eine Gewährleistung wird nicht übernommen.