Aktuell wird die EZB gerade aus Deutschland massiv dafür gerügt, dass ihre anhaltenden Leitzinssenkungen sowohl Sie als auch alle anderen deutschen Sparer enteignen würde.
Was hier nach Vorsatz klingt, ist in Wahrheit nur eine zwingende Folge der Geldpolitik der Notenbank! Denn natürlich hat die EZB nichts gegen Sie im besonderen oder die deutschen Sparer im allgemeinen – und an einer „Enteignung“ ist ihr schon gar nicht gelegen.
Vielmehr sollen tiefe Zinsen einen Anreiz dafür bilden Gelder zu investieren und eben gerade nicht verstärkt zu sparen. Dass diese volkswirtschaftlich motivierte Handlungsweise bei den Bundesbürgern nicht populär ist, dafür können die Zentralbanker nur wenig – dafür sind vor allem die Sparer selbst verantwortlich.
Angesichts einer insbesondere in Deutschland negativen Realverzinsung, unter der die geringen Zinseinkünfte vollständig von der laufenden Geldentwertung aufgefressen werden, müssten die Sparer der EZB sogar dankbar dafür sein, dass ihre Geldpolitik keine Anreize dafür schafft, dass durch hohe Spareinlagen auch Ihr Vermögen konsequent an Wert und Kaufkraft einbüßt. Doch die Bundesbürger hören den Weckruf nicht, wollen sich einfach nicht von ihren Zwangsvorstellungen über „sichere Geldanlagen dank Zinseinnahmen“ trennen.
Sparvermögen geht immer unter, Sachanlagen kaum
In einem Geldsystem, das auf der zwanghaften Vermehrung von Schulden basiert, stellen die Dauersparer nichts anderes dar als das „Schlachtvieh“, das irgendwann während des permanenten Aufbaus des Schuldenturms die Zeche zahlt, nämlich dann, wenn das Kartenhaus in sich zusammenfällt. Dies ist in einem Schuldgeldsystem immer unvermeidlich, auch wenn es nicht unmittelbar absehbar ist. Da Schulden, bzw. die Neuverschuldung der Dynamo unseres Finanz- und Gesellschaftssystems sind, muss eine Zentralbank vor allem immer eine Gruppe – und deren Wohlbefinden – im Auge behalten: die Schuldner, und nicht die Sparer!
Aufgrund der vor allem in der europäischen Peripherie danieder liegenden Wirtschaft, gekoppelt mit hoher Arbeitslosigkeit, entsprechendem Konsumverzicht und steigenden Kreditausfällen, kann sich die Geldpolitik für den gemeinsamen Währungsraum erst recht nicht an den Partikularinteressen deutscher Sparer ausrichten. Deutsche Sparer sind angesichts der Realverluste, die die Spareinlagen „erwirtschaften“, vielmehr dringend dazu aufgerufen ihre Anlagepolitik zu verändern.
Banken benötigen das Geld der Sparer nicht
In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu verstehen, dass Geschäftsbanken aktuell nicht auf die Geldeinlagen der Kundschaft angewiesen sind. Das Problem der Banken besteht eben nicht darin genügend Finanzierer (Gläubiger) zu finden, sondern solvente und ausfallsichere Schuldner. Da aber auch diese Zielgruppe kaum Interesse an einer neuen Kreditaufnahme hat, stockt die Geldexpansion zusätzlich, was zur Verschärfung der volkswirtschaftlichen Situation in der Eurozone führt.
Die Politik sollte Geldanlagen in Sachwerten steuerlich bevorzugen
Angesichts dieser bekannten und wahrscheinlich auch noch auf Jahre anhaltenden Wachstums- und Wirtschaftsschwäche im Euroraum wäre die deutsche Politik gut beraten, den Aufbau an Sachwerten oder Sachwerte-hinterlegten Geldanlagen zu fördern, zum Beispiel über die Steuer-Gesetzgebung. Doch das Gegenteil ist der Fall: noch immer werden völlig sinnlose Sparprogramme (minimal) steuerlich bevorzugt, obwohl diese gerade auf Sicht einer langfristigen Vorsorge ausschließlich reale Verluste einbringen! Ohne Steueranreize funktioniert aber in Deutschland die Allokation der Geldanlage kaum, schimpfen zwar Medien und Menschen über die „mickrigen“ Zinsen, verändern aber nicht ihr Anlageverhalten.
Für Sie heißt das: Raus aus den „Schulden anderer Leute“
Wer Schuldverschreibungen hält, Sparvermögen besitzt oder sonstige Geld-Forderungen (zum Beispiel Riester-Rente oder Kapital-Lebensversicherungen) sein Eigen nennt, muss endlich reagieren und sich so schnell wie möglich von diesen noch schleichenden aber schon bald ausufernden Verlustquellen verabschieden.
Wir bei Sicheres Geld setzen schon heute verstärkt auf Sachwerte wie Edelmetall- oder ausgewählte Aktieninvestments. Trennen auch Sie sich von Ihrem Berg an Forderungen gegen Dritte, auf deren Werthaltigkeit Sie nicht bauen können – weder im Hinblick auf die Solvenz des Schuldners, noch in Bezug auf die Währung und die kommenden Kaufkraftverluste, die diese und damit auch Sie erleiden werden!