Beiträge von wef

    Spengler,


    ich denke Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen: die Amis sind wesentlich flexibler als die Deutschen! Sie schmeissen Angestellte ganz schnell raus oder verkaufen Aktien. Allerdings geht es andersrum auch sehr schnell.
    Ansonsten denke ich, bist Du auf dem Holzweg! Praktisch jeder geht von steigenden Zinsen aus. Und traut eigentlich niemand mehr. Welche Anleihen könnte man also kaufen?
    Dass die Anleihenblase noch grösser wird kann ich mir jetzt gar nicht vorstellen. Eher das baldige Platzen. Und wo soll das Geld dann hin?
    IMHO fliesst es immer schneller in Sachwerte.


    Aber das ist nur meine Meinung. Mich würde in diesem Thread interessieren, ob Ihr auch den Unterschied zu 2008 seht und woran Ihr ihn festmacht. Das übliche FIAT Money/Weltuntergangsgeschreibsel haben wir, für meinen Geschmack, schon oft genug gelesen!

    taheth et al.


    die meisten Forianer haben schon 2006 die Robustheit des Finanzsystems völlig falsch eingeschätzt! Nach meiner Erinnerung bist Du da ganz vorne dabei?


    Ganz einfach, niemand der Geld hat, ist am Untergang interessiert. Nur die die keins haben! Die haben aber aktuell auch keine Macht.


    Und IMHO wollen auch die aufstrebenden Nationen wie Indien oder China keine Probleme sondern Wohlstand = Konsum.


    Deshalb glaube ich eher, dass der Crash mal wieder ausfällt.


    Aufgrund der völlig anderen Lage im Vergleich zu 2008 halte ich eine panische Flucht aus Rohstoffen und Edelmetallen hin zu Staatsanleihen diesmal für völlig ausgeschlossen. Eigentlich müsste eher das Gegenteil passieren: Flucht aus Staatsanleihen = steigende Zinsen, EM Rallye und vor allem EM Minen Rallye.
    Aber dafür gibt es momentan keine objektiv nachweisbaren Indizien, oder?

    Aufgrund von "Softwareproblemen" konnte ich den Eingangsbeitrag nicht vernünftig erstellen.


    Deshalb auf diesem Weg die Fortsetzung.


    2008 kam die Krise für die Mehrheit der "Geldbesitzer" völlig überraschend. Dass sie so stark deflatorisch war, dürfte selbst die "Wartenden" erschüttert haben. Im Resultat sind die Sachwerte Aktien, Rohstoffe und EM Aktien unerwartet stark gefallen und es hat eine sagenhafte Flucht in Staatsanleihen stattgefunden.


    2011 sind sich alle Eigentümer eines grösseren Vermögens der Gefahren der gigantischen Staatsschulden bewusst. Sie schichten bereits seit einigen Jahren um. Da aber selbst die grössten Gurus kein Patentrezept wissen, sind die reichen Leute aber extrem verunsichert. In Deutschland versuchen sie immer noch hauptsächlich in Immobilien zu investieren.


    Nach meiner Wahrnehmung wird aber kein einziger Europäer in US Staatsanleihen investieren! Allerhöchstens in Deutsche!


    Allerdings erscheint es wiederum so, dass Europa/Deutschland bei der Vermögensanlage keine Rolle spielt im Vergleich zu US Amerika. Der Dax gehört bereits den Amis. Und der Silber eagle ist bei Weitem die meist verkaufte Silber Münze.


    Ich befürchte leider, dass ich mich zu viel im Kontext Goldseiten herumtreibe und deshalb bereits einseitig informiert bin.

    Vor einigen Wochen hätte ich es völlig ausgeschlossen!
    Jetzt gibt es beängstigende Parallelen im Kurs der EM und vor allem der Minen.


    Nach meiner Wahrnehmung ist 2008 aber überhaupt nicht mit 2011 vergleichbar.



    Achtung: die Forensoftware spinnt gerade völlig. Muss diesen Beitrag ändern/nachholen

    Goofy,


    ich habe einen OS in einen KO "getauscht". Der KO läuft (natürlich)(theoretisch) endlos!


    Die heutige Goldpreisentwicklung war nach dem gestrigen Ausbruch aber schon sehr überraschend. Vor allem da die Goldminen eigentlich demnächst steigen müssen! Ich habe jetzt einiges an Minenwerten nachgelegt, da das Preisniveau doch sehr günstig erscheint. Ausser 2008 wiederholt sich. Was ich aber irgendwo ausschliesse.

    Ich hab am 23. Mai einen OS auf Gold, Basis 1550 Laufzeit September gekauft. Nennen wir ihn mal Goldie. Goldie hat mich 3,57 pro Schein (= zehntel Unze) gekostet. Mein Timing beim Einkauf war wieder mal sehr gut, der Schein stieg schnell auf 4,31 am 25. Mai. Kurzfristige Scheine aus dem Geld sollte man auch schnell wieder verkaufen! Das habe ich nicht beherzigt bzw. nicht mehr geschafft, weil der POG und fiel bzw. vor sich hin dümpelte. Goldie hat kräftig Aufgeld abgebaut und der nette Gewinn hat sich in Verlust gewandelt.


    Da die Aussichten für Goldie schlecht waren, viel zu viel Zeitwert, die Aussichten für Gold aber eher gut erscheinen, wollte ich ihn in einen längerfristigen Schein tauschen. Also habe ich am Dienstag bei POG 1541 einen KO Schein mit Basis 1424 erworben und für Goldie ein optimistisches Limit von 4 EUR eingegeben. Nun ist gestern der POG am Nachmittag blitzartig gestiegen. Seltsamerweise war der letzte Geldkurs 3,98 und dann erst wieder 4,17! Man möchte es nicht glauben, aber ich habe 4,17 EUR erhalten! Also knapp 5% mehr als mein Limit war! Aktuell ist Goldie gerade noch 3 EUR wert.


    Glück muss man haben!


    PS: der neue KO liegt natürlich jetzt auch schon 15% hinten. Fällt der POG weiter, hat mir der Umtausch nichts gebracht. Jetzt habe ich aber deutlich mehr Luft um die (hoffentlich weiterhin) begrenzte Konsolidierung auszusitzen.

    Ich frage mich immer wieder was diese Grösse aussagen soll bzw. wie man sie bestimmt?


    Beispiel: An der CME sind etwa 500.000 Kontrakte a 100 Unzen offen. Also 50 Mio Unzen Gold. Sind diese 50 Mio etwa 50.000 Mio = 50 Milliarden EUR wert?


    Ganz sicher nicht. Denn es sind nur Differenzwetten. Je nachdem zu welchem Kurs der Kontrakt abgeschlossen wurde hat er einen Wert oder eben nicht. Genauer gesagt sind diese 50 Mio Unzen genau NULL wert. Denn jeder Gewinnposition steht eine Verlustposition gegenüber. Wer will nun feststellen, wieviel die Position von JPM wert ist? Die CME und JPM kann das sicher sehr schnell und genau, aber sonst niemand. Dass diese Beiden die Zahl veröffentlichen, schliesse ich aus! Und wenn wäre der sekundengenaue Zeitstempel interessant.
    Am 2.Mai fiel der POS innerhalb 15 Minuten von 48 auf 42. Da JPM etwa 20.000 Kontrakte a 5000 Unzen Short war, wären das 100 Mio Unzen a 6 USD. Also hätte sich der "Wert der Derivate" schnellmal um 600 Mio USD verändert.


    Anderes Beispiel: angenommen JPM ist 1 Mio Puts Basis 1550 08/2011 short und gleichzeitig 1 Mio Calls Basis 1550 08/2011 short. Der Call kostet aktuell 23 USD, der Put 33 USD. Nun könnte ein Schlaumeier sagen, JPM ist 2 Mio Unzen Gold short. Oder JPM hat ausstehenden Derivate im Wert von 56 Mio USD. Alle diese Aussagen sind komplett wertlos!


    Deshalb halte ich alle Statistiken über Derivate für völligen Humbug und Volksverdummung! Es ist äusserst schwierig ein Preisschild auf ein Derivat zu kleben. Und es unterliegt ausschliesslich dem Auge des Betrachters!

    "Einem Bericht von United States Geological Survey (USGS) zufolge könnten die abbaubaren Goldreserven bereits in 20 Jahren erschöpft sein. Die Behörde schätzt die noch förderbaren Untergrundreserven auf lediglich 51.000 Tonnen (33.000 t identifiziert, 18.000 t noch nicht entdeckte Ressourcen). Bei einem Produktionsumfang von circa 2.500 Tonnen wie im vergangenen Jahr könnte der Abbau des Edelmetalls damit nur noch für 20 Jahre betrieben werden..."


    Leider ist den Verfassern dieses Textes ein eklatanter Lesefehler unterlaufen!


    So lautet das Original:
    World Resources: An assessment of U.S. gold resources indicated 33,000 tons of gold in identified (15,000 tons) and undiscovered (18,000 tons) resources.8 Nearly one-quarter of the gold in undiscovered resources was estimated to be contained in porphyry copper deposits. The gold resources in the United States, however, are only a small portion of global gold resources.



    Die weltweiten Reserven betragen also 51.000 Tonnen. Die US Gold Resourcen betragen aber 33.000 Tonnen.


    So oder so relativ unwahrscheinlich. Das USGS schätzt also dass es 18.000 t unentdeckt gibt, während es nur 3000t bekannte Reserven gibt. Seltsame Grössenordnung.

    Das USGS ist leider eine äusserst unseriöse und unpräzise Quelle! Wird aber dennoch immer wieder gerne zitiert.


    Beispiel:
    Die Silberreserven sind laut USGS von 2005-2008 4 Jahre gleich auf 270.000 Tonnen geblieben. 2009 sind sie dann auf 400.000 Tonnen gestiegen und 2010 auf 510.000 Tonnen. Ursache u.a. war das man plötzlich 70.000 Tonnen in Chile "bemerkt" hat und Peru seine Reserven von 36.000 auf 120.000 Tonnen erweitern konnte. In Bolivien hat man auch noch 22.000 Tonnen entdeckt.


    Also natürlich komplett überraschend bzw. unvorhersehbar und nur gaaanz geringe Abweichungen zur Vorjahresprognose.

    Bei klassischen Rohstoffen wie Erdöl, die sich praktisch nicht recyclen lassen, sind die Abbaukosten natürlich viel viel wichtiger als bei Gold oder Silber. Wenn beim Gold die vorhandene Menge 160.000 Tonnen beträgt ist die jährliche Fördermenge von 3.000 Tonnen relativ unwichtig. Beim Silber steht es etwa 700.000 Tonnen zu 20.000 Tonnen.
    (Zahlen laut CPM und Silberjunge)


    Also kann eigentlich die aktuell geförderte Menge Gold oder Silber für das Preisniveau nur eine untergeordnete Rolle spielen?

    @ cyberworky
    das GS-ratio hat in den letzten 32 Jahren zwischen 1:10 und 1:100 geschwankt. Das heißt, mit Umschichten in Extremsituationen und Rückkonvertierung bei Normalisierung konnte man seinen Metallbestand ohne Risiko erheblich ausbauen. Ich bin auf demselben Trip :)


    Welche Relevanz hat das G/S Ratio von 1980, wenn weiter oben Keep IT Short gerade 3 massive Gründe für eine Erweiterung der Silbernachfrage zitiert hat, die allesamt 1980 noch nicht bestanden haben?


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die G/S bedingte Angebots/Nachfrageverschiebung in vergleichbarer Grössenordnung zur industriellen Nachfrage steht.


    Gerade erst haben wir den Atomausstieg beschlossen. D.h. viele neue Solaranlagen. Geht nicht ohne Silber, aber ohne Gold! Das würde rein logisch schon wieder eine Neubewertung des G/S Ratios rechtfertigen.

    Ich habe früher schon gute Erfahrungen mit einer ganz primitiven Technik gemacht. Substanzhaltige Aktien kaufen wenn der Wochen Slow Stochastik extrem tiefe Werte aufweist. Seltsamerweise ist das bei den meisten Goldminen im HUI der Fall. Exemplarisch hier Agnico.



    Leider habe ich die Charts nur für den EUR Kurs. Was das Bild natürlich etwas verzerrt.
    Extreme Überverkauft Werte können aber nur dann noch schlimmer werden, wenn es massive fundamentale Gründe gibt. Die sehe ich momentan aber überhaupt nicht. Also gehe ich eigentlich von einer Kaufgelegenheit aus. :?: :?: :?:

    Cyberworky,
    :thumbsup: :thumbsup:


    bin fast völlig Deiner Meinung. Nur dass ich OI und Umsatz nicht für normal halte sondern für extrem tief. Allein das OI im September Kontrakt liegt jetzt bei 30.000. Letztes Jahr lag der Dezember im Maximum bei 106.000.


    Ich sehe es auch so, dass gerade prozentual sehr viel mehr Kontrakte in langen Laufzeiten stecken als normal.

    Richtig woernie :thumbsup:


    Wenn ich das GS Ratio auf dem Schirm habe konnte ich vor 2 Jahren eine Unze Gold in 80 Unzen Silber tauschen. Heute tausche ich 80 Unzen Silber in zwei Unzen Gold. Da Gold und Silber gelegentlich auch unterschiedlich performen kann ich mir da noch einen kleinen Nebengewinn einfahren. [smilie_love]


    Das ist genau die Crux an der Geschichte. Wer sagt Euch denn wann das minimale G/S Ratio erreicht ist? Ist 40 wirklich eine Verkaufsgelegenheit? Wenn gleichzeitig Leute wie Ted Butler oder Thorsten Schulte Ratios von unter 10 für gerechtfertigt halten? Thorsten Schulte errechnet aufgrund der insgesamt vorhandenen Mengen ein Verhältnis von 4,4. Aufgrund der Resourcenreichweite errechnet er 7,4. Wohlgemerkt das sind Mengenverhältnisse, keine Preisverhältnisse.


    Woernie, für mich als Pragmatiker(und Spekulant) ist der prozentuale Anstieg entscheidend. Und da sind 160% halt ungleich profitabler als 25%. Ansonsten gebe ich Dir natürlich mit dem Meisten Recht. Es ist so wie Du schreibst. Bloss, wird es auch so bleiben? Wenn es eben haufenweise Gründe gibt, dass sich historische Erfahrungen verändern.

    Lucky,


    in meinem Beruf sind gute Englischkenntnisse nun wirklich essentiell. Beim Internet könnte man sagen, dass man sich ohne Englisch wenigstens 99,9% des Misthaufens (getreu Deinem Motto) ersparen könnte. Leider versäumt man dann aber wahrscheinlich sehr sehr viele Perlen. Da Übersetzung nicht funktioniert.


    Was ich aber wirklich zum Kotzen finde, ist dass (fast) jeder Ami glaubt man müsste mit ihm Englisch reden, weil er ja natürlich kein Deutsch kann! Im Beruf habe ich da haarsträubende Dinge erlebt. Gerade Amerikaner sprechen (oder schreiben) gar kein Englisch, sondern ihren ganz eigenen Slang.
    Deshalb weigere ich mich in einem deutschen Forum Englisch zu kommunizieren!

    wie zu erwarten war, ist der COT wieder ein NON-event. Keine wesentlichen Verschiebungen.


    Um es krass auszudrücken, beim Silber findet über die CME eigentlich kein handel mehr statt. Eher eine Totenfeier für die geschlachtete Kuh! Das Handelsvolumen momentan ist lächerlich. Dabei wird der Juli Kontrakt momentan gerollt. Jetzt haben wir gerade manchmal das Doppelte an Umsatz als an OI im JUli Kontrakt. Im April hatten wir regelmässig das 3 bis 7 fache.


    Goofy,


    ich weiss natürlich, dass Du kein Anhänger der Chartanalyse bist. Aber praktisch alle Prognosemethoden verwenden die Aussagen aus der Vergangenheit. (ausser die Hellseher). Auch der COT! Nur durch den Vergleich der aktuellen COT Werte mit der Vergangenheit erhält man eine Aussage. IMHO darf man aber in der Vergangenheit nur soweit zurück gehen, wie sie sich "reimt" (frei nach Mark Twain). Je länger die Vergangenheit ein stimmiges Bild erzeugt, umso relevanter ist die Aussage. Erzeugt sie kein stimmiges Bild mehr, muss man das Zeitintervall verkürzen. Damit ist aber die Relevanz leider wieder stark zurückgenommen.


    Und im Idealfall zeigen verschiedene Prognosemethoden zumindest ähnliche, vereinbare Ergebnisse.


    PS: ich finde es gut wenn Du stänkerst! Dann denkt jemand wenigstens mit!

    Ach, es ist unglaublich schwer nachzuvollziehen, was man in inhaltlich ähnlichen Threads wirklich wo und wann konkret geschrieben hat. Für jemand der nicht jedes einzelne Posting verfolgt müsste man ständig die ganze Historie mitführen. Für die ständigen Leser furchtbar. Aber sonst sind alle Postings irgendwo aus dem Zusammenhang gerissen.


    Woernie,


    ich bin Pragmatiker. Für mich ist das wichtigste der Kurs. Und ich bin Zweifler. Also ziehe ich sämtliche Theorien ständig in Zweifel.


    Ich habe geschrieben, dass das entscheidende Ereignis Ende September 2010 stattgefunden hat. Deine beiden Charts sind also irrelevant. Von da ab hat sich der POS überhaupt nicht (mehr) um das G/S Ratio gekümmert. Und ich glaube nicht, dass der POS bei 49 abgestürzt ist, weil das G/S Ratio zu hoch geworden ist.


    Aber wie ich auch geschrieben habe, Menschen verhalten sich selten logisch. Sondern hängen sehr lange alten Mythen und Aberglauben nach. Börsenkurse werden aber durch Menschen gemacht. (ist das nicht die ultimative Rechtfertigung der Chartanalyse??) Von dem her werden diese veralteten Weisheiten noch eine gewisse Zeit nachweisbar bleiben.




    So sieht es aktuell im prozentualen Vergleich aus. Sieht hier irgendjemand eine nenneswerte Korrelation? Das ist natürlich schwer vergleichbar. Aber das ist genau der Punkt!