Neben den sicher richtigen Einlassungen von Siegel, scheint mir doch das Zitierte von Niquet von Interesse zu sein.
Er wirft Siegel ja nicht vor, gänzlich falsch zu liegen, sondern hält es einfach für äußerst unwahrscheinlich, zu Lebzeiten mit einem Goldstandard konfrontiert zu werden. Dem kann ich mich anschließen.
Ich habe mich mit einem Verfechter der Freiwirtschaftslehre gestritten und dieser Freiwirtschaftler konnte mir ein in sich geschlossenes System vorstellen, welches theoretisch funktionieren würde. Es viel mir recht leicht, das System zu öffnen und aufzuzeigen, welche Grundvoraussetzungen nie und nimmer herstellbar wären bzw. Bestand hätten. Somit war diese Theorie entzaubert.
Ich will nicht andeuten, das Goldstandard mit Freiwirtschaft gleichzusetzen wäre. Nein! Aber die Frage sollte erlaubt sein, wie wahrscheinlich die Einführung eines Goldstandards tatsächlich ist.
Oft ist hier zu lesen, dass es die Finanz-Elite geradezu darauf anlegt, dieses Papiersystem so lang wie möglich für die eigene Bereicherung zu nutzen und irgendwann (gut vorbereitet) den finalen Knall zuzulassen. Warum sollte diese Elite danach zu einem Goldstandard zurückkehren wollen?
Warum sollte das breite Volk auf den Barrikaden stehen und zu einem Goldstandard zurückkehren wollen? Selbst die Zeit des Bargeldes scheint abzulaufen. Es wächst eine Generation heran, die mit Plastikgeld, Konsumsucht und Kreditangebot groß wird, und/oder die weitgehend von der Hand in den Mund lebt. Inflation ist für jene nicht das große Schreckgespenst ! Inflation betrifft vor allem die ältere, mittlere bis gehobene Schicht mit ihren Ersparnissen.
Ich kann nicht erkennen, dass sich hier eine Macht etabliert, die sowohl der Hochfinanz als auch dem "Konsumproletariat" die Stirm bieten kann.
Oder woher soll der Support für einen Goldstandard kommem?