Zitat
Original von gerreyma
Nur in Einzelfällen wird ein solcher Kommentar jedoch direkt Handlungen nach sich ziehen.
Das finde ich schade - denn es ist wirklich noch sehr viel Platz in unserem Boot. 
Zugleich halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass der Umfang der nun erforderlichen Inflationierung so erheblich wird, dass tatsächlich für ein paar Monate deutlich mehr Edelmetall von Privathaushalten gekauft wird.
Grüße
Gerreyma
Ja Gerryma,
so langsam scheint das zu funktionieren mit dem Umschwenken der Einstellungen einer "Masse" oder eine "sozialen Systems". Oder mit dem Durchdringen der Gesellschaft mit einer Idee.
Egal um was es geht:
Da gibt es zuerst einige - meist Einzelne - "Innovatoren", die denken an das, was Jahre später Mainstream wird. Ideen, die am Rand des gesellschaftlich Denkbaren oder noch dahinter liegen. Denk an den Umweltschutzgedanken, an Kopernikus, oder im Investmentbereich eben an die Contrarians oder das "Smart Money". Aber Viele neue Ideen oder Visionen gehen eben auch den Bach runter, weil sie sich nicht durchsetzen.
Dann gibt es die erste Welle, bei der eine Anvantgarde die Idee aufnimmt. Das waren dann z.B. die, die in den späten 70ern die ersten Wärmepumpen in ihrer Garage geschraubt haben, und immer noch als Spinner galten. Dem dürfte man auch die TeilnehmerInnen an diesem Forum zurechnen dürfen, zumindest wenn sie z.B. vor den Research-Berichten von Credit Agricole und LBBW Edelmetalle gekauft haben (d.h. solange die Unze Gold noch unter 350 € zu haben war.)
Die Ideen (und Handlungen!) dieser Avantgarde werden dann von Gruppen aufgenommen, die definitiv mehr in der Mitte der Gesellschaft stehen - und so wird die Idee dann in breitere Kreise der Gesellschaft assimiliert. Als monumentales Zeichen beim Gold würde ich eben die erwähnten Researchberichte sehen - da ist schon INNERHALB der Institutionen diese Avantgarde - kaum von außen wahrgenommen - angekommen. Das war so um die Zeit, als das Gold über die 350 € sprang.
Irgendwann ist es dann so, daß die einst "neue Idee" praktisch ein Allgmeinplatz geworden ist. Der Tagesschau-Kommentar ist m.E. ist ein ebenso monumentales Kennzeichen für den Vorgang, denn nun geht die Information aus der Szene raus, die sich bisher damit beschäftigt hat.
Bis Alle das kapiert haben, dauert es sicher nochmal seine Zeit. Also, wenn der Bankberater Deiner Oma zur Vermögenssicherung ein Zertifikat über eine Unze Gold für 5000 € empfiehlt, und völlig davon überzeugt ist, daß sie die Chance nicht verpassen sollte. (Für die jüngeren Leute ist dann der etwas riskantere, aber gewinnträchtigere Fonds mit westafrikanischen Goldexplorern vorgesehen.)
Überflüssig zu sagen, daß im Investmentbereich die "neue Idee" zu dem Zeitpunkt so gut wie tot sein dürfte.
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Übrigens habe ich mit jemandem gesprochen, der bei einer größeren Bank Anlageberater für Firmenkunden ist. Fragte ihn, ob er eigentlich physische Edelmetalle empfehlen darf. Verstand die Frage kaum - wie, Goldmünzen oder was? Daran verdiene die Bank nichts, er müsse verkaufen, was der Bank was bringt. Wenn also einer "in Gold flüchten" wolle - was Vereinzelte schon täten - dann hätte er Zertifikate anzubieten.
Das ist das famose am (physischen) Gold als Geld:
es beißt sich derart mit der "Welt wie wir sie kennen", mit unseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen - Banken in dieser Funktionsweise, Sozialstaat mit Defiziten etc. - daß die Leute radikal umdenken müssten, um die Idee zu akzeptieren. Und das ist nicht leicht. Dadurch wird es entweder sehr lange dauern, bis das Gold als Geld akzeptiert ist. Oder sehr schmerzhaft sein.
Gleichzeitig muß wird dieser Prozeß zwingend auch mit immensen tatsächlichen Umwälzungen in dieser unserer Welt vor sich gehen - falls er denn so kommt. Denk ans Bankwesen, an den Staat... Das macht wiederum Vielen so viel Angst, daß es ihnen noch schwerer fällt, die Idee zu akzeptieren... WALL OF WORRY IN EXTREMIS...
... und wenn es doch so kommt, was hier Viele glauben, profitieren die EM-Besitzer.
Gruß, GL