Wobei man dazu sagen muß, daß die Zentralbankbilanzen nicht die Geldmengen erhöht haben.
Beispiel Japan:
1. Bank besitzt Anleihe
2. Bank verkauft Anleihe an BOJ
3. BOJ hält nun die Anleihe, die Bank hat einen Betrag auf ihrem Zentralbankkonto, dieses gehört zur Geldbasis, die Geldbasis aber eben nicht zu M1 und weiteren Geldmengen. Dieses Geld kann nicht zum kaufen verwendet werden, ist also nicht inflationär.
Aber: irgendwann, wenn die Unternehmen wieder Kredite aufnehmen, kann die Bank ihre Einlagen bei der BOJ als Reserve für Kreditvergabe nutzen und durch ihre Kreditvergabe die Geldmenge um min. das 10-fache der vorher geschaffenen Geldbasismenge aufblähen. Daher das verzögerte Hyperinflationspotential von QE.
In den USA läuft es etwas anders:
1. Bank hält Anleihe
2. Tochterfirma primary dealer verschuldet sich in Höhe der Anleihe bei der Muttergesellschaft, erhält dafür von der Bank Guthaben in gleicher Höhe aufs Konto gutgeschrieben (Schulden + Guthaben = 0)
3. primary dealer kauft die Anleihe von der Bank, die Schulden verbleiben beim primary dealer, das Guthaben wandert zur Bank
4. primary dealer verkauft Anleihe an FED, erhält dafür Zentralbankeinlage
5. Stand damit: Fed hält Anleihe, primary dealer hat Guthaben in gleicher Höhe bei der FED (Geldbasis), primary dealer hat Schulden in gleicher Höhe bei der Bank, die Bank hat Guthaben in Höhe des Anleihebetrages (Geldmenge M1)
D.h. in den USA schlägt QE zumindest 1:1 auf die Geldmenge durch. Wobei auch hier die Nutzung als Reserve zur späteren Kreditvergabe mit Multiplikator min. 10 das Hyperinflationspotential bildet.
Hier ganz gut erklärt, was zu welcher Geldmenge gehört:
http://en.wikipedia.org/wiki/Money_supply
Bei QE geht es also nicht um die 4.5 Billionen der FED wovon 4 Billionen Geldbasis sind, sondern um die möglichen 100 oder 200 Billionen Geldmenge, die damit möglich wären. Zum Vergleich: M2 ist derzeit 11.4 Billionen in den USA.
Soll die Hyperinflation ausbleiben, dann muß die FED die Anleihen auslaufen lassen und der Staat muß die Anleihen bei der FED durch neue durch den Privatsektor finanzierte Anleihen ersetzen (ZUSÄTZLICH zur jetzigen Defizitfinanzierung), außerdem müssen die Notenbanken extrem streng bei den Zinssätzen sein, läßt man erst einmal 3-4% Inflation zu, ist es wohl schon zu spät. D.h. Jahre (Jahrzehnte?) Krüppelwirtschaft oder Hyperinflation.
M.E. kommt 2015 die erste Zinserhöhung. Man sieht, wir brauchen gar keine Rezessionen mehr für eine negative Entwicklung des Finanzsektors. Aktien dürften bei der Gewinnentwicklung positiv überraschen wenn längerfristig denkt, Finanzierungskosten, höhere Löhne und sinkende KGVs werden m.E. dafür sorgen, daß die Kurse lange Zeit nicht mehr steigen werden.
Gruß
S.