Beiträge von Saccard

    Bei aktuellen Kennzahlen wäre auch Harmony ein guter Kaufkandidat.


    Überhaupt: Wir haben so seit ca. Anfang Dezember eine fast halbjährige Konsolidierung hinter uns. Das ist ziemlich einzigartig, wenn die Minen gefallen sind, dann immer als schneller Crash oder langsamer in einem mittelfristigen Dauercrash. Ich denke daher nicht, daß es tiefer geht. Newmont und viele andere Werte sehen in den Charts sehr gut aus.


    Dann haben wir den Euro. Heute sehr schwach. Dazu möglichen Bondkäufe im Juni. Wenn die Reputation des Euro auf Yen/Dollar Niveau fällt, dann gibt es eine vermeintlich "stabile" Alternative weniger. Der Euro war in den Jahren nach 2002 wohl die wichtigste Alternative zum US$ überhaupt. Spricht also auch eher für Gold/Minen.


    Seltsamerweise sieht es bei den Aktien eher nach Deflation aus. Da aber dann die Anleihen wieder steigen sollten und Gold parallel mit Anleihen gefallen ist (zwei als sicher geltende Häfen), muß das kein Widerspruch sein.


    Gruß
    S.

    Warum bloß ein Henkel short? Ein der besten Aktien in Deutschland. Und wir haben wirklich wenig gute Werte. Persil, Patex und co., so etwas geht immer. In eienr Rezession ist Henkel einer der Werte, deren fundamentaler Wert am wenigsten verlieren wird. Da gibt es genug Zykliker wo es viel viel düsterer aussieht.


    KGV 16-20, ist das wirklich so teuer für einen guten Wert? M.E. ist ein Zykliker mit KGV 12 deutlich schlechter als so etwas.


    Gruß
    S.

    DRDGold? Nur noch tailings retreatment. Aber nicht schlecht, DRDGold hat keine Alternativen. Sibanye wird ungefähr ein doppelt so großes retreatment Projekt haben. Aber ob sie es so gut betreiben können wie DRDGold? Die haben unendlich lange Erfahrung mit so etwas... die jüngsten Entwicklungen kenne ich aber nicht.


    Ansonsten folgende Depotveränderungen:
    1. Tesco fliegt raus
    Grund: KGV doch etwas teuer, man steht sehr unter Druck wegen Lidl und Aldi. De facto wird operativ kein Geld mehr verdient. Entweder die Immobilien werfen eine ordentliche Rendite ab (fiktive Mieten auf Marktniveau), dann ist das operative Geschäft nichts wert. Oder das operative Geschäft wird mit dem aktuellen KGV angesetzt, dann kann Tesco die Immobilien nicht verkaufen. Hauptsächlich dürften die Land für EUR200-300 pro qm haben, 36 Mrd. Pfund wert. Ich gehe davon aus, daß durch den immer größeren Online-Anteil am Handel vor allem die Elektronik Artikel etc. nicht mehr im Handel gekauft werden. Der kleine Discounter in Innenstadtlage ist dann in Zukunft besser als der riesige Supermarkt vor den Toren der Stadt. Wenn die Zukunft von Tesco so wird wie z.B. Real... Außerdem ist Land über Heiwa viel billiger zu bekommen, EUR 50 statt >200. Dazu dürften die Golfplätze in Japan mehr pro qm wert sein als Land in UK.
    2. Caledonia Mining fliegt raus
    An und für sich gut, aber Investitionen sidn problematisch wegen der 51% Mehrheit der Einheimischen Investoren. Dazu die Nachteile mit Firmensitz Kanada. Man kann ncith auf allen Hochzeiten tanzen.
    3. Überlegung Sankyo oder Sega Sammy zu kaufen. Ich habe mich dagegen entschieden. Die Umsätze gehen immer mehr zurück. Sega Sammy steht im nächsten GJ vor einem Gewinneinbruch trotz hoher prognostizierter Automatenverkäufe. Der Mix wieder schlecht: Hokuto No Ken als einziges Zugpferd, alle anderen Pachinko Modelle schwach. Wenn sie den Plan nicht schaffen evtl. wieder Verluste. Sankyo hat Cash, läuft aber auch schlecht. Cash sehe ich in Japan kritisch, jedenfalls mittel- und langfristig. Heiwa ist hier deutlich besser: Land statt Cash, niedriges KGV und gute Modelle bei Pachinko und Slotmaschinen
    4. Nintendo gekauft, 8100 Yen pro Aktie netto Cash, ca. 50/50 US$ und Yen. Normalerweise ein klassischer Value Trap, m.E. wird Nintendo den Cashbestand aber gut nutzen. Sie planen den Einstieg in den Billigkonsolenmarkt von emerging markets und dazu die "Quality of Life" Plattform im medizinischen? Bereich. Ich würde beim Konsolengeschäft auch noch nicht Microsoft und Sony als die klaren Gewinner sehen als die sie hingestellt werden. Wer solche Traumzahlen hatte wie Nintendo in der Vergangenheit, dem gebe ich bei Kursen nahe all-time-low eine Chance.


    Damit im Depot
    1. Sibanye
    2. Pan African Resources
    3. Nintendo
    4. Heiwa


    Zugekauft wird in Zukunft vor allem Pan African, wo Insiderverkäufe kurzfristig nichts gutes vermuten lassen.


    Gruß
    S.

    Nochmal eine Beispielrechnung für die Dividende bei Kanadiern.


    Nehmen wir mal eine fiktive Position in einem kanadischen Major von umgerechnet EUR 100.000 an. 2% Dividendenrendite.
    Macht 2000 Euro im Jahr. 500 Euro pro Quartal.
    Quellensteuer pro Quartal: 125 Euro. 75 Euro anrechenbar auf Abgeltungssteuer. Abgeltungssteuer ohne Anrechnung 125 Euro, nach Anrechnung 50 Euro. Dazu EUR 2,75 Soli.
    Also:
    EUR 500
    -EUR 125 Kanada Quellensteuer
    -EUR 52,75 Deutschland Quellensteuer
    =EUR 322,25, also 64,45%


    50 Euro Quellensteuer kann ich aus Kanada zurückfordern. Aber wie lange dauert es und wie hoch sind die Kosten? 20 Euro? Kommt wohl darauf an was die Bank verlangt, selbst kann man u.U. die Quellensteuer gar nicht zurückholen, Stichwort Nominee im Aktionärsregister. Und in Italien z.B. dauern solche Rückforderungen auch mal gerne 5-8 Jahre.


    Und wenn ich jetzt nur 50000 Euro anlege, wird die theoretisch rückholbare Quellensteuer schon von den Gebühren aufgefressen. Bei noch weniger lohnt es sich gar nicht.


    Also zahlt der Kleinanleger in der Praxis über 35% Steuern. Solche Parteien wie die SPD sollten sich mal überlegen, wie die Realität aussieht bevor Forderungen wie 40% Abgeltungssteuer kommen. Sind dann in der Realität über 50%. Die großen Investoren und Superreichen haben natürlich alles in die passenden Konstrukte verpackt, Vermögens GmbH oder eigener Fond, und kommen mit 0-15% davon. Sehr sozial so etwas.


    Für mich ist Kanada durch die überzogene Quellensteuer ein klarer Nachteil, wenn es um die Auswahl von Minenwerten geht. Für die Explorer und Gesellschaften in Entwicklung ist es natürlich erstmal egal.


    Ansonsten natürlich geologisch top. Ich weiß aber nicht ob Brent Cook wirklich recht hat, da Roxgold
    1. keine laufende Produktion hat
    2. eine Goldminengesellschaft aufbauen will


    Das heißt also Verwässerung bei der Finanzierung. Und dann statt Dividenden wohl "Reinvestition" in andere Projekte.


    M.E. kommt es beim langristigen Erfolg einer Investition in Roxgold vor allem auf die Projektpipeline an. Die scheint aber auch ganz gut zu sein. Negativbeispiel wäre so etwas wie die Brucejack/Snowfield Combo mit einem sehr guten ersten Projekt, aber der Gefahr daß alles in einem Schrottprojekt versenkt wird. Zum Glück kann Quartermain die Projekte realistisch einschätzen. Auch das Roxgold Management halte ich für exzellent. Jedenfalls ist der zweite Punkt wohl der Hauptgrund, warum viele Goldminenaktionäre nichts von eigentlich guten Projekten haben. Auch Goldcorp z.B. hat durch die vielen Zukäufe die Qualität der Reserven immer weiter verschlechtert.


    Gruß
    S.

    Mal eine Frage zu den an sich wunderbaren Roxgold: Man wird ja wohl davon ausgehen können, daß bei Produktionsbeginn hohe Gewinne und somit auch möglicherweise Dividenden anfallen werden. Wie löst ihr das Abgeltungssteuerproblem für kanadische Werte? 25% Quellensteuer Kanada, 15% anrechenbar = 35%. Das nervt mich schon sehr bei den Kanadiern.


    An Kanada führen im Goldbereich leider keine Wege vorbei.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo, kann alles sein. Amcu wird nicht einknicken und die Arbeiter... die meetings haben so eine Atmosphäre wie Sportpalast 1943, das sind ja keine geheimen Abstimmungen.
    Derzeit wird ja fleißig weiter Platin aus den Vorräten der Minen verkauft. Wenn die aufgebraucht sind, dürfte auch der Preis steigen.


    Und ob nun Europa so eine Rolle spielt? Platin in Kats wird hier ohnehin per Recycling gewonnen. Nur China spielt eine Rolle. Dort sind ja schon mehr PKW zugelassen als in Deutschland.


    Die verbleibenden Amplats Minen sind z.B. gar nicht schlecht, da wird z.T. auch in open pit abgebaut. Rustenburg spielt für Amplats keine große Rolle mehr.


    Gruß
    S.

    Hall Zwyss, berechtigter Einwand. Trotzdem kann der Staat pleite gehen, wenn er nicht einmal mehr die Zinsen zahlen kann.


    Theoretisch brauchen die Notenbanken nur warten bis die Anleihen auslaufen.


    Wie ich es schon beschrieben habe: Gold moderat unterbewertet und das indem Fall wenn die Notenbanken es schaffen, die Anleihen wieder loszuwerden. Natürlich ist QE ein weiter fortschreitender Prozess. Trotzdem wird QE irgendwann ein Ende haben. In den nächsten 10/15 Jahren kommt der Reset. Ausbuchen der Anleihen und damit festschreiben der monetary base Größen...


    $800 Goldpreis? Kann kommen, wäre dann aber eine heftige und kurzfristige Übertreibung.


    Eigentlich sind wir längst in der Reflationierung drin, ein Prozess der sich immer weiter beschleunigen muß.


    Finger weg von langfristigen Anleihen. Finger weg von japanischen net-nets. Klar sind die Aktienkurse längst im Bubble Bereich. Aber sie werden eben genutzt, um dem ganzen QE Problem anlegerseitig zu entkommen. Auf sinkende Kurse zu setzen ist daher zumindeest zweifelhaft. Ein Crash, 20-30%, mit anschließender Ausweitung von QE. So etwas in der Art sollte man einplanen. REAL werden Aktien verlieren, keine Frage.


    Jedenfalls finde ich z.B. Heiwa mit dem billigen Land der Golfplätze ganz gut. M.E. kann man damit den realwirtschaftlichen fairen Wechselkurs von 80 Yen/Euro evtl. einfangen ohne daß das ganze durch die wohl folgende Hyperinflation zunichte gemacht wird. In Japan läuft derzeit ein Wettlauf zwischen Inflation und Steuererhöhungen, etwas Spielraum haben sie bei den Steuern ja noch verglichen mit Europa und USA.


    Ich denke die Überlegungen zeigen ganz gut, was faire Wechselkurse wären, warum sie derzeit nicht erreicht werden und was die Risiken nach unten sind. M.E. wird QE durch Goldverkäufe der USA begleitet, wie sonst will man den starken US$ verglichen mit Euro derzeit erklären?


    Gruß
    S.

    Zuletzt wird ja mehr über die Einführung eines neuen Goldstandards philosophiert und welchen Einfluß das auf den Goldpreis hätte. Können uns diese Überlegungen Rückschlüsse auf die jetzigen Währungswechselkurse geben? In der Tat.


    Kurz gesagt: Die Formel für den Goldpreis ist 40% der Geldbasis (M0) pro Kopf. Leider wird wieder einmal ein Fehler gemacht: Die Notenbanken halten erhebliche Mengen Staatsanleihen, die ja früher oder später bedient werden. Wenn also QE ausgelaufen ist und die Anleihen zurückgezahlt sind, sinkt M0 um diese Mengen.


    Hier meine Berechnungen:


    Neuer Goldstandard
    1 oz Gold = 40% (M0 - central bank government bond holdings) / inhabitants


    US 0.4 * (4000000 - 2350000) / 312 = USD 2116
    Eurozone 0.4 * (1160000 - 175000) / 332 = EUR 1187
    Japan 0.4 * (230000000 - 200000000) / 126 = JPY 95239
    Damit Wechselkurse
    1 Euro = USD 1.78
    1 Euro = JPY 80


    Der Yen ist also in der Tat massiv unterbewertet.


    Angenommen, die Staaten würden pleite machen und keine einzige Staatsanleihe würde zurückgezahlt, dann ergäbe sich folgendes Bild:
    US 0.4 * (4000000 - 0) / 312 = USD 5129
    Eurozone 0.4 * (1160000 - 0) / 332 = EUR 1398
    Japan 0.4 * (230000000 - 0) / 126 = JPY 1825397
    Damit Wechselkurse
    1 Euro = USD 3.67
    1 Euro = JPY 1306


    Fazit:
    1. Goldpreis ist derzeit nicht zu teuer, moderat unterbewertet
    2. US$ wird leicht manipuliert
    3. Euro Wert sinkt derzeit, da EZB Anleihekäufe plant, die USA gleichzeitig tapert
    4. Yen massiv unterbewertet
    5. Im Fall eines Finanzcrashs mit Nichtrückzahlung von Anleihen oder Umstrukturierungen wird der Euro leicht (max. 100%) aufwerten
    6. Gold wertet in US$ massiv, in Euro moderat auf
    7. Hyperinflation in Japan, vollständiger Verlust der Kaufkraft (1 Euro = 1306 Yen)
    8. Monetary base in der Eurozone ist zuletzt stark gefallen, wenn wir eine Deflation sehen dann in Europa


    Diese Formel von 40% monetary base erklärt so einiges was wir realwirtschaftlich beobachten können, scheint also sehr gut zu sein.
    Japan ist der Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft, das wird hier wieder deutlich.


    Gruß
    S.

    Neo hat mich gefragt, was ich von Platin und insbesondere Lonmin halte. Aufgrund der jüngsten Gerüchte, Sibanye würde die Amplats Rustenburg Minen übernehmen, habe ich mich etwas mit Platin beschäftigt. Da es für alle Sibanye Aktionäre interessant ist, mache ich die Antwort hier öffentlich.


    Platin sehe ich eher als Industriemetall, 2008 zeigt ja ganz gut, daß der Platinpreis eingebrochen ist, Gold aber aber nach dem Einbruch nochmal richtig durchzünden konnte was bei Platin ausblieb. Kommt es zu einem deutlichen Anstieg beim Goldpreis, dann wird auch der Platinpreis nachziehen. Man kann ja auch auf Halde produzieren. Wirklich abschätzen kann man die Preisentwicklung wohl nicht.


    Ich möchte beim Platin viel mehr auf die Geologie verweisen, vor allem verglichen mit dem Far West Rand.
    http://mmma.org.za/Seminars/Ma…The%20Ugly%20Duckling.pdf
    http://upetd.up.ac.za/thesis/s…stricted/dissertation.pdf


    Falls Sibanye sich da einkauft, wird der UG2 reef die Reserven bilden. 7.3 g/t Erzgrad, davon ca. 45% Platin, 45% Palladium und der Rest vor allem Rhodium. 66 cm reef. Recovery rates nur 80% vs. 97% beim Gold. Tiefe 1000m - 1500/2000m.


    Im Far West Rand wird derzeit bis 3500/3800m abgebaut. Gold mit Nebenprodukt Uran (sehr wenig, im Freestate deutlich mehr). Die reefs dort haben so 80cm - 100cm, 15-30 g/t. Driefontein hat z.B. 1850 cm.g/t abgebaut. Das ganze per longwall mining (http://www.ct.ufrgs.br/laprom/…nd%20Mining%20Methods.pdf).


    Der Erzgrad selbst spielt keine Rolle. Wichtig ist ja, daß man überhaupt dort arbeiten kann, man benötigt also 1.60m bis 2.xx m Höhe des hanging wall, da passt jeder reef rein. Erst die Kombination des Erzgrad mit der Dicke des reefs ist für die Wirtschaftlichkeit maßgeblich.


    UG2 hat 7.3 g/t über 66cm Dicke, also ca. 500 cm.g/t, bereinigt um die unterschiedlichen recovery rates bei PGM Metallen und Gold sind es sogar nur 400 cm.g/t, also nur gut 20% des wirtschaftlich maßgeblichen Erzgrads wie z.B. in Driefontein. Dafür aber auch die erheblich geringeren Tiefen und damit viel weniger Rand pro Tonne gefördertem Gestein.


    Wenn Lonmin z.B. von 1 oz Platinproduktion spricht, dann wurden in Wirklichkeit 1 oz Platin, 1 oz Palladium und 0.2 oz andere PGM Metalle abgebaut. Daher kann man Platin und Goldproduktionszahlen direkt nicht vergleichen.


    Und wenn Lonmin 43 mio ozs PGM Reserven hat, dann kann man aufgrund der schlechten recovery rates gleich schonmal auf 35 mio ozs runtergehen. Diese Reserven muß man ca. 50%/50% Palladium und Platin zuordnen, d.h. der mittlere Preis zwischen Platin und Palladium ist wichtig. (1415 + 815) / 2 = 1115, der Goldpreis liegt bei $1280. D.h. in Gold umgerechnet hätte Lonmin Reserven von 30 mio ozs. Sibanye liegt inkl. Burnstone schon jetzt 10% darüber.


    Bei den Reserven werden übrigens nicht die Erzgrade der reefs sondern head grade angegeben. D.h. welches Gehalt hat das im processing plant landende Material, das ja aus Erz und verwässerndem nicht Gold- bzw. PGM-haltigem Material besteht.


    Vorteile Lonmin:
    1. geringere Tiefen
    2. weniger tailings (später mal ein Umweltproblem...)


    Vorteile Sibanye:
    1. Gold statt Platin/Pd (monetäres Metall vs Industriemetalle)
    2. Erheblich höhere grades
    3. Secondary reefs mit sehr viel weniger cm.g/t -> Flexibilität auch mal low-grading betreiben zu können


    Lonmin ist für mich kein bargain mit US$2.67 Mrd. market cap. Das wäre so als ob Sibanye eine market cap von US$ 3 Mrd. hätte, also US$13.50 pro ADR. Sie sind inzwischen interessant geworden, aber aufgrund der Probleme mit den Streiks und der immer noch vorhandenen Prämie zum Kurs von Sibanye derzeit wohl noch immer die schlechtere Wahl. Die Entscheidung im letzten Jahr als Sibanye noch 1/3 kostete und Lonmin ungefähr auf jetzigem Niveau lag erweist sich als richtig.


    Ein weiterer sehr wichtiger Vorteil einiger Untertageminen wie die von Sibanye wird hier deutlich. Carbon Leader Reef und Ventersdorp Contact Reef haben teilweise enorme grades. Daneben existieren im Goldbereich noch weitere reefs wie Lebanon, Main usw., die bei höherem Goldpreis abgebaut werden könnten. D.h. Sibanye kann sich sehr frei entscheiden, welche grades das Material haben soll, das sie abbauen.


    Bei einer open pit Mine ist das nicht der Fall. Wenn ich einmal meine Pitgröße verkleinere und damit niedrigere Erzgrade in den Randbereichen ausschließe, sind diese für immer verloren. Übrig bleiben dann 0.2-0.5 g/t Bereiche die nie mehr abgebaut werden können. Dieses Szenario erleben wir gerade, daher die Kostensenkungen und geringeren Produktionszahlen der Majors in den letzten Quartalen.


    Für Sibanye ist ein Kauf der Amplats Minen (500000 ozs Platin Produktion, 19 mio ozs Reserven) zu einem Ausverkaufspreis unter $500 mio evtl. positiv. $500 mio - $1000 mio sehe ich persönlich als negativ, ist aber wohl eher eine Grauzone. Von Analysten genannte Zahlen von US$1-2 Mrd. sehe ich als unrealistisch an. Sollte eine Übernahme zu solchen Preisen kommen werde ich mindestens große Teilverkäufe vornehmen.


    Gruß
    S.

    Eben. Denken wir mal an die letzte große Krise, den 2. Weltkrieg. USA oder Deutschland, wo hätte man anlegen sollen? Natürlich in einem neutralen Drittstaat. Anlagen in den USA und auch in China halte ich für politisch sehr riskant. Die EU auch, aber wir sind hier Inländer. Australien ist so etwas wie eine neutrale Rohstoff Schweiz. Sowohl für Chinesen als auch für westliche Bürger interessant.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo,


    Newcrest ist kein schlechter Wert. Trotzdem rate ich derzeit zur Vorsicht beim Kauf weiterer Minen. Grund:


    Der Goldpreis ist nicht gestiegen. Damit sind die Minen derzeit im high-grading Modus. Ich hatte auch von der Pleite eines größeren Konzerns gesprochen.


    Barrick und Newmont verhandeln über ein Merger. Damit wäre wieder einmal der größte Goldkonzern der Welt geboren. Newmont kann so einige Probleme unter den Teppich kehren. In Nevada wird man extrem viele Synergien realisieren können.


    Aber das wichtigste: Australasien soll abgespalten werden. Es wird sich quasi um die wiedergeborene Normandy Mining + Homestake Hälfte des Super Pit handeln. Dazu Boddington und evtl. Porgera (ex Placer Dome). Australien hat immer noch gewaltiges Explorationspotential. Es könnte sehr interessant werden. Auf jeden Fall sollte man Reserven zum Kaufen haben.


    Ob so ein Merger überhaupt stattfindet steht aber noch in den Sternen.


    Im Fall der Fälle, wo werden die Chinesen eher investieren, Australien oder USA?


    Gruß
    S.

    Sibanye meint es sehr ernst mit den Platinminen, die jüngsten Andeutungen von Neal Fronemann deuten auf eien größere Übernahme hin.


    Insbesondere möchte Sibanye die Dividendenrendite steigern...


    Dazu passt eine Übernahme ja erstmal gar nicht, da z.B. Lonmin auf Produktionsbasis 2-3x so teuer ist wie Sibanye.


    Das Problem das die Platinminen haben: nach den Streiks sind mit Sicherheit einige Minen unrentabel und müssen geschlossen werden. Amcu hat schon angekündigt, daß entweder alle Schächte wieder aufgemacht werden oder gar keine. Eine Streikeinigung - abgesehen von der Lohnerhöhung - wird also nur möglich sein, wenn man es irgendwie schafft, auch die marginalen Schächte irgendwie zu retten.


    Und da kommt Sibanye ins Spiel. Man wird die Platinminen für lau übernehmen und dann operativ umkrempeln müssen. Amplats Rustenburg Minen z.B., Amplats selbst kann sich dann auf die Minen konzentrieren, die irgendwann einmal mechanisiert werden können.


    Wenn dieser Deal gelingt, wenn man also die Minen fast geschenkt bekommt, falls man operativ den turnaround schafft (wie bei Kloof, Driefontein und Beatrix), dann wird das ein neuer Katalysator für den Aktienkurs.


    Gruß
    S.

    Warum sollte man Sibanye auch verkaufen? Beim derzeitigen Kurs sind sie sehr gut durch die Dividende abgesichert.


    Leider ist der Rand ja zuletzt ungünstig gelaufen. Und auch die Verwässerungen durch die Zukäufe, vor allem Cooke, werden wohl den Gewinn pro Aktie zunächst etwas deckeln. Ich gehe von R1.25 Dividende pro Jahr aus.


    Die Alternativen sind die "herkömmlichen" Majors. Wo man trotz high-grading ums Überleben kämpft. Wenn der Goldpreis nicht ziemlich bald deutlich steigt besteht nach wie vor die Möglichkeit einer größeren Pleite / Zerschlagung bei einem der Majors.


    Das Spinoff Potential von Sibanye dürfte zum Großteil im Kurs drin sein. Aufgrund der guten Gewinnlage halte ich ca. 50% relative Entwicklung gegenüber anderen noch für möglich. Was mich an Sibanye nach wie vor reizt ist das langfristige Potential. Denn es werden hunderte Millionen an Gewinnen, cash unterm Strich, gemacht, die ja auch reinvestiert werden. Wenn der Goldpreis steigt und die politische Lage in Südafrika wieder als langfristig stabil gilt, können auch Mrd. investiert werden. Und dann kann Sibanye nochmal einige hundert Meter tiefer gehen und sehr viel der gigantischen Resourcen - Nr. 1 weltweit - heben. Damit ist mit einer nicht verachtenswerten Wahrscheinlichkeit von vielleicht 1:5 ein vermehrfacher, vielleicht tenbagger relativ zu den Majors, drin. Derzeit eher Wunschdenken, aber wer weiß was die Zukunft bringt.


    Nehmen wir mal Newmont. Realistisch 90 mio ozs Reserven, die wenigen Resourcen die Newmont ausgewiesen hat bedeuten, daß auch bei höherem Goldpreis sich die Reserven praktisch nicht steigern werden. Das was abgeschrieben wurde ist wohl wegen viel high-grading auch dauerhaft weg. Und in 5 Jahren sind nochmal 25-30 mio ozs durch die Produktion weg. Wenn dann noch 60 mio ozs in Reserven da sind und Sibanye gleichzeitig durch Entwicklung neuer Projekte / Resourcenkonvertierung Newmont im Bereich der Reserven übertrumpft, warum dann nicht auch die market cap? Niedrig bewertete Goldförderer mit eingebauter Option, das gibt es sonst selten.


    Das Chance/Risiko Verhältnis ist jedenfalls deutlich zugunsten der Anleger verschoben.


    In knapp zwei Monate nach den Wahlen werden wir die Situation wohl besser einschätzen können.


    Gruß
    S.

    Im Artikel wird von Staatsschulden gesprochen. Grantham meint aber bestimmt die US-Schulden wenn er vom 3.3-fachen des BIP spricht.


    Naja, gibt es wirklich einen Crash? Ich lag mit meinem Crash Gerede bislang auch falsch.


    Fakt ist, daß ein Crash derzeit immer noch den US-Bürgern nutzen würde. Die sind immer noch in der Ansparphase fürs Alter. Viel brutaler wäre es doch wenn es einfach so weiter geht. über die nächsten 10 Jahre würden die Bürger dann noch netto zu überteuerten Preisen Aktien kaufen. Danach wird es KGV mäßig wieder billiger, wenn entspart wird. Die Kurse könnten durchaus 20 oder fast 30 Jahre stagnieren.


    Gruß
    S.

    183


    Ja ich habe es etwas übertrieben.


    Caledonia ist im Vergleich zu den Südafrikaners nicht billig, Blanket hat zuwenig Reserven und da sind Billards mitgerechnet. Realistisch vielleicht 400000 ozs von denen 200000 Caledonia gehören und die restlichen 50% den Einheimischen.


    Caledonia hat eine große Cashposition, über 50% der Marktkapitalisierung, zahlt vor allem daraus gute Dividenden und hat Potential mit Blanket, denn da wurde ja nichts investiert. Exploration ist jedenfalls sehr vielversprechend. Kommt es eines Tages zu anderen Zeiten in Zimbabwe sitzen sie schon in der pole position und können viele deals machen.


    Tesco ist rechnerisch mit KGV 8-8.5, 5% Dividendenrendite billig. Sie sind mit ca. 75% des Immobilienwertes (schon mit abgezogenen Schulden) bewertet. Aber sie werden min. weitere 2-3 Jahre benötigen, um alles wieder ins Lot zu bringen, die Gewinne werden wohl noch ein Stück weiter fallen.


    Wichtig finde ich, daß man Alternativen zu den Minen hat. Bleiben die Werte schwach, dann werde ich in den nächsten Monaten immer mal wieder zukaufen.


    Der angesagte Crash ist bislang ausgeblieben. Es kann auch sein, daß diese Dümpelwirtschaft einfach so 10-15 Jahre weiter geht, ganz ohne Crash. Dann wären Aktienkurse durch ausbleibende Gewinnsteigerungen und höhere Kapitalertragssteuern gedeckelt.


    Gruß
    S.

    Ja, der kurzfristige Abwärtstrend ist immer noch voll intakt.


    Ja meiner Faustformal (Goldpreis - $1000) / 2 = US$-cent Nettogewinn je Sibanye ADR sollte der Gewinn immer noch bei $1.40 je Sibanye ADR liegen, also ein derzeitiges KGV von gut 6. In so einer Situation verkaufe ich natürlich nichts wegen reiner Mutmaßungen.


    Und da der Goldpreis sein Niveau nicht nur nicht gehalten hat sondern sogar wieder runtergekommen ist, können wir in 2014 evtl. wirklich eine Pleite eine Majors erleben. Nur Kurse von $1400-$1450 bei gleichzeitigem high-grading der Minen kann das m.E. ausschließen. Nach so einer Pleite dürfte es mit dem Goldpreis dann ziemlich rasch wieder höher gehen.


    Gruß
    S.

    Nach einiger Zeit melde ich mich mal wieder zu Wort. Zuletzt sieht es ja für den Goldpreis nicht mehr so rosig aus und auch der Rand legt gleichzeitig zu... also geraten die Gewinne von SIbanye etwas unter Druck. Eine Vorhersage zum Rand oder Goldpreis kann ich letzten Endes nicht machen.


    Nachdem Sibanye extrem billig an die Börse gekommen war, sind die Gewinne der letzten Monate nicht die große Überraschung für mich. Sondersituationen wie Spinoffs zahlen sich häufig aus.


    Aber wie geht es weiter? Sibanye kostet derzeit ca. $50/reserve oz und ist damit fast unschlagbar günstig. Als Alternativen kommen nicht viele Werte in Frage, außerhalb Südafrikas praktisch gar nicht. Interessant ist, daß die vom Streik gebeutelten Lonmin jetzt auf Reservebasis gleich teuer sind wie Sibanye, auf Produktionsbasis sogar immer noch teurer sind. Und Lonmin lag ja auch schonmal beim mehr als 10-fachen des jetzigen Kurses. Potential ist bei Sibanye also da. Caledonia Mining hat noch eine Mine in Zimbabwe, da sie im Verhältnis zur market cap relativ viel cash haben evtl. eine Alternative.


    Ich habe jedenfalls die Dividende genutzt um nochmal Sibanye aufzustocken. Außerdem habe ich Pan African Resources gekauft. Auf Produktionsbasis teurer als Sibanye, auf Reservebasis aber ähnlich bewertet. Kann sein, daß sie bei Evander mehr Wachstum schaffen als Sibanye. Auf jeden Fall wäre Pan African der Wert, den Sibanye übernehmen würde wenn die nächste Übernahme käme. Denke ich zumindest. Evander hat auch schon ca. 50 mio ozs historische Produktion.


    Vor allem aber möchte ich nochmal an den Platinstreik erinnern. In Rustenburg läuft es jetzt sehr schlecht. Man spricht von 80% Umsatzeinbruch bei den kleineren Geschäften. Die Lohnforderungen liegen weiterhin bei 100% Erhöhung über 3 Jahre, angeboten werden ca. 30%. Eine Einigung scheint ausgeschlossen. Lieber mit Anstand untergehen und eine Chance auf profitablen Betrieb aufrechterhalten als den Lohnerhöhungsforderungen zustimmen und damit den sicheren Untergang zu wählen. Zudem können die Unternehmen bis zu 1/2 Jahr aushalten. Die Arbeitnehmer dagegen wohl nicht. Viele oder die meisten würden gerne die Lohnerhöhungen annehmen, können es aber nicht wegen AMCU.


    Kurz gesagt: AMCU ist nun eine Gewerkschaft, die alle Sympathien verspielt hat. M.E. wird dieser Streik das Ende der Streikkultur in Südafrika sein, ähnlich wie die Kohlestreiks Ende der 70er und Anfang der 80er in Großbritannien zum Untergang der Gewerkschaften geführt haben. Das Resultat wäre ein Südafrika auf dem Weg zu gesellschaftlichen Genesung, mehr Investitionssicherheit und ein Ende der Inflation bei weiterhin hohem Wirtschaftswachstum. Sprich: mittelfristig könnte sich Südafrika zu einer sehr interessanten Anlageregion entwickeln.


    Noch steht das in den Sternen, erst müssen wir abwarten was die Wahlen bringen und ob der Streik nicht noch weiter eskaliert.


    Gruß
    S.

    Faustformel zur Gewinnberechnung.


    Die Halbjahreszahlen waren ganz interessant, spiegeln aber nicht die tatsächliche Ertragslage von Sibanye wider. Das liegt an einigen Sondereffekten.
    1. Es wird fast keine Steuer bezahlt (deferred taxation)
    2. Cooke operations sind nicht in den Zahlen drin
    3. Aktienzahl nun 885 mio statt 735 mio (150 mio neue Aktien gehen an Gold One wegen der Cooke Übernahme)
    4. Randkurs und Goldpreis haben sich geändert


    Ich habe mal etwas herumgerechnet ausgehend von 1.55 mio ozs derzeitiger Jahresproduktion, 1.8 mio inkl. Cooke, 5% höherer cash costs in Rand und einem Rand zu US$ Wechselkurs von 10.8, außerdem habe ich 12% royalty (bezogen auf Nettogewinn) und 33% Steuern angenommen.


    Resultat: $1.70 Nettogewinn je ADR (also $0.42 je Aktie) bei $1340 Goldpreis.


    Damit ergibt sich folgende Faustformel:
    (Goldpreis - $1000) / 2 = Nettogewinn je ADR in US-cent


    Derzeitiges KGV damit ca. 5.5, erwartete Dividendenrendite bei 35% Ausschüttung = 6.4%


    Da die Sondereffekte mit den niedrigeren Steuern durch Abschreibungen anhalten dürften, können die Zahlen netto auch bis zu 40% höher ausfallen. Also KGV 4 und 9% Dividendenrendite. Ich würde aber nicht davon ausgehen, etwas Sicherheitspuffer sollte sein, da Sibanye in der Prognose höhere Kostensteigerungen als ich angenommen hat und nur eine Produktion von 1.4 mio ozs (ohne Cooke) erwartet.


    Fazit: trotz des optisch hohen Kurses fundamental immer noch billig, auf jeden Fall verglichen mit so vielen anderen Goldwerten. Der Goldpreis hat einen sehr hohen Einfluß auf den Gewinn, das darf man nicht vergessen.


    Gruß
    S.

    Da noch eine Nachfrage kam, was es denn genau mit dem $500-$800 "fairem" Goldpreis verglichen mit Aktien auf sich hat:
    Ja es spielt eine Rolle. Ich denke, falls sich die Geldbasis nicht per Kreditvergabe in entsprechend größere Geldmenge umsetzt kommt das Szenario zum Tragen. Falls die Geldbasis-gestützten Preise von $3500 irgendwann eintreffen sollten, kann man natürlich argumentieren, daß dann ja Gold nicht fallen würde, aber Aktien eben das noch bessere Investment wären.


    Ich möchte noch einmal an den bekannten Dow : Gold Ratio Chart erinnern:
    http://bullmarketthinking.com/…03/dow-ratio-chart-21.jpg


    Wenn die klassische Entwicklung des Ratio weitergeht, sind in der Tat Aktien die bessere Wahl. Die althergebrachten Dow : Gold Ratio Charts mit Annahme eines statischen Ratios sind natürlich großer Unsinn. Langfristig sollten Aktien pro Jahr 1.4-1.8% gegenüber Gold steigen, da ja ein Produktivitätswachstum existiert. Der Ersteller des obigen Chart war aber wirklich sehr intelligent, da ihm aufgefallen ist, daß das Ratio seit 1913, Gründung der FED, in einem Trompetenmuster läuft. Was wenn wir längst kein Produktivitätswachstum in der Wirtschaft mehr haben? Fehlallokation der Ressourcen, Konsum statt Investition durch exzessiven Sozialstaat und Staatsschulden?


    Ich habe mir in dieser Frage noch kein abschließendes Urteil gebildet. Vielleicht sind Aktien an sich auch gar nicht so schlecht? Der von mir bislang angenommene Crash ist immer noch nicht da. Die klassichen Bewertungsmaßstäbe, KGV etc., gelten ohnehin nicht wenn eine Hyperinflation einsetzt. Ich glaube kaum, daß die KGVs in Zimbabwe 2005/2006 niedrig waren.


    Wie auch immer die Frage ob Gold oder Aktien entschieden wird, durch das niedrige Ratio von Minen zum Goldpreis sollten sie Minen auf jeden Fall die bessere Alternative zu Standardaktien sein. Hier und da sollte man aber offen für eine Beimischung herkömmlicher Werte sein.


    Gruß
    S.