Mir erschließt sich nicht wie diese "Steuern" berechnet wurden. Denn der Staat verdient ja nicht nur an Unternehmenssteuern. Auch Royalties, Zwangsanteile (10% in Ghana), Steuern auf löhne der Arbeiter etc.
Ich sehe es pragmatisch: je höher die Steuern, desto besser. Hohe Steuern können kaum noch erhöht werden, niedrige Steuern werden mit Sicherheit in Zukunft erhöht. Kennzahlen wie KGVs sind ja NACH den Steuern berechnet. KGV 10 bei 40% Steuern ist besser als KGV 10 bei 20% Steuern.
Schön, daß sich African Barrick so gut entwickelt hat. Trotzdem sind sie deutlich teurer als z.B. Sibanye und haben auch höhere Kosten. Ich habe mich an die Ashanti Übernahme erinnert, die ja 50% von Geita hatten. Tanzania ist mit Sicherheit eines der besseren Gebiete in Afrika, African Barrick ist jedenfalls einer der Werte, die ich hätte, wenn ich mehr diversifizieren würde.
Ob wir nun in Zkunft eine Hyperinflation sehen werden... keine Ahnung. Ich denke daß eine Inflation auf jeden Fall auszuschließen ist. Die entsteht durch Nachfrage. Junge Menschen, die noch unproduktiv sind. Ende 60er bis Anfang 80er Stuchwort Babyboomer. Das wird es nicht geben. Also eine Deflation. Das Problem bei der Hyperinflation ist, daß es eben keine lineare Fortsetzung der Inflation ist. Eine Hyperinflation ist m.E. auch kein monetäres Phänomen, da ja in der Hyperinflation z.B. die Geldmenge relativ zu den Warenpreisen sinkt. Von außen gesehen ist eine Hyperinflation immer eine Deflation. Lateinamerika in den 80ern, Zimbabwe ab 2000, insbesondere 2005-2009. Da gibt es auch ein wahrscheinlich interessantes Buch von Gideon Gono, damaliger Zentralbankchef von Zimbabwe.
Überhaupt gibt einem Zimbabwe Rätsel auf. Ungebildete Schwarze, Bananenrepublik hätte man erwartet. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: In alten Interviews aus den 70ern kommt Mugabe extrem gebildet rüber. Auch andere Schwarze Aktivisten. Und Bestechung hat immer ganz gut in Westafrika geklappt, in Zimbabwe gehen die Schwarzen stumpf nach Schema F vor, Anweisungen werden 1:1 eingehalten. Für alles und jedes gibt es eine Vorschrift. Die Hyperinflation ist entstanden, da Mugabe seine Leute bei Laune halten mußte. Die Geburtenrate ist ja schon sehr hoch und irgendwann kamen dann junge "Unabhängigkeitskämpfer" (zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges noch nicht einmal geboren) und wurden dann eben mit den Farmen der Weißen abgelenkt. Mangels Verschuldungsmöglichkeit wurde dann Bargeld gedruckt, letzten Endes fehlten einfach die Exporte wegen der wegbrechenden Agrarproduktion. Sehr interessant auch die Kommentare von Weißen aus zimbabwe zu Südafrika. Ich denke nur die diversifiziertere Wirtschaft, der höhere Anteil an Weißen und Mischlingen sowie die geringeren Geburtenraten haben da ähnliche Resultate verhindert.
Wie will man denn zur jetzigen Situation z.B. der USA eine Vorhersage machen? Wir sind heute global. QE heißt vielleicht Blase in Schwellenländern und danach Crash dort. Was hätten Landesweite Aufstände und Zerfall Chinas bzw. Umlenken der Unruhen auf einen äußeren Feind, also Krieg mit Japan, für Konsequenzen?
Jedenfalls sieht man derzeit am Beispiel Ukraine sehr gut, daß die Schwellenländer erhebliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben. Die Ukraine hat sehr viele Kredite in Fremdwährung, Yen und Schweizer Franken. Österreichische Banken sind besonders involviert. Ich denke mal crashende Währungskurse und einsetzende Inflation inder Ukraine sind ein Beispiel in welche Richtung es geht. Und daß man plötzlich von quasi Enteignung russischer Vermögen im Westen und westlicher Vermögen in Rußland spricht ist auch ein Wink mit dem Zaunpfahl. Die heutige globalisierte Wirtschaft hat eben sehr viele Gefahren geschaffen, die früher oder später zum Tragen kommen können. Rußland lebt ja fast überwiegend von Gaspreisverträgen mit Europa, die ein mehrfaches des Weltmarktpreises betragen. Ohne Öl- und Gaseinnahmen ist die russische Wirtschaft bankrott.
Wichtig ist m.E. nur, daß Unternehmen Hyperinflationssicher sind. Klar müssen sie auch in einer Deflation überleben können. Solche Werte wie z.B. VW würde ich zu den typischen Deflationsverlierern rechnen.
Gruß
S.