Hallo Edel Man,
das interessanteste was ich die letzten Tagen gefunden habe ist eine aufgezeigte Korrelation von JGB implied volatility und Gold Preis.
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Und hier längerfristig:
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Wie man sieht auf 10 Jahreshoch, in der Vergangenheit wurden wichtige Hochs und Tiefs bei Yen Kurs, Gold und Aktienmärkten bestimmt.
Vielleicht ein Lichtblick daß der Goldpreis zu dieser Zeit zeitlich einen Tiefpunkt gefunden hat. Es könnte aber auch bedeuten, daß es vom Kurs her kurzfristig nochmal tiefer geht.
Mich hat das ganze aber noch zu einem anderen Gedanken geführt: JGB Crash
Nun zu den Anleihen. QE bedeutet, daß die BOJ Anleihen kauft. Dadurch wird netto NICHT mehr Geld geschaffen, das Haushaltsdefizit selber sorgt für die höhere Geldmenge. Monetary base erhöht sich natürlich. QE ist nun 70% der Neuverschuldung inkl. Rollover alter Anleihen. Nun ist die spannende Frage: Warte ich ab bis die Anleihen abgelaufen sind oder verkaufe ich meine Anleihen, bevor die Kurse fallen, denn die BOJ kann niemals den ganzen Anleihemarkt beeinflussen/kaufen. Kann es also sein, daß QE mit Kauf von 15% der Anleihen und Erwecken von Inflationserwartungen von 3%, die zu 30% Kurssturz der restlichen 85% der Anleihen führen, in der Summe negativ wirkt?
Und es würde kein Geld von Anleihen irgendwohin fließen. Die Kurse ergeben sich ja durch die letzte Transaktion, also einen verschwindend geringen Bruchteil des Gesamtvolumens. Der Wert fällt einfach durch Faktenänderung weg, ähnlich wie ein Haus, das über Nacht abgebrannt ist, auch nur noch einen Bruchteil wert ist ohne daß es verkauft wurde.
M.E. stehen wir jetzt - angezeigt durch die ersten volatility Spalten - vor einem JGB Crash. Das würde natürlich gleich wieder in die Deflation führen. Das eigentliche Problem sind nicht die Inflationserwartungen, sondern die Volatilität, die sich durch die Inflationserwartungen ergeben hat.
Deflation ist nicht-linear, am Ende wenn sie zu stark ist geht es nur noch um Gelderhalt und die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Durch QE hätte Japan diese Kreditwürdigkeit zerstört, wenn es zu einem JGB Crash käme. Etwas Zirkelschluss an dieser Stelle, aber so läuft die Wirtschaft.
Da aber Anleihen in Japan quasi wie cash behandelt wurden, fehlen dann plötzlich Billionen, die Geschäftsbanken sind auch alle pleite. Die Japaner werden ihre Auslandsvermögen anzapfen und Geld zurückholen. Die geschrumpfte Geldmenge führt zu einem steigendem Yen.
Der Nikkei wird ebenfalls crashen. Aktien sind in Japan sehr teuer. Sie waren vor allem deswegen billig, weil die Buchwerte sehr hoch sind. Das sind sie weil viel unnötiges Kapital gebunkert wurde. Durch den 50% Anstieg im Nikkei hat sich das operative Geschäft der Unternehmen in der Bewertung mehr als verdoppelt in nicht einmal einem halben Jahr. Ein JGB Crash würde zu Buchwertverlusten bei den Unternehmen führen, ein wieder steigender Yen würde das Exportgeschäft vernichten, die Verluste aus den Yen Shorts der internationalen Anleger würden zu weiterem Verkaufsdruck führen.
Nach 20 Jahren erfolgreicher Politik in Japan, nur gleichbleibender Geldmenge wäre das das Ende. Die immer weltweit höchste Verschuldung des Privatsektors vom BIP - neben Großbritannien, würde dann nach über 20 Jahren durch erstmaliges deutlichstes Schrumpfen der Geldmenge aufgelöst. Nicht Inflation, nicht die milde Deflation der stagnierenden Geldmenge, sondern echte Deflation dürfte nun anstehen. Spannend wird sein wie es mit QE weitergeht. Der Staat würde dann 100% der Neuverschuldung, sämtliche Rollovers und die weggebrochenen Steuereinahmen per QE finanzieren, immer noch zuwenig um die Deflation auszugleichen. Erst wenn nach 5-10 Jahren die Rollovers durch wären, wären die Anleihen zu 100% ausgelöst, erst dann wäre im Privatsektor der Deflationsfaktor wegbrechende Staatsanleihekurse wieder ausgeglichen. Aber dann dürfte sich durch einen ostasiatischen Krieg auch schon die Hyperinflation anbahnen.
Wie wird sich Gold hier verhalten? Kurzfristig vermutlich weiter abstürzend aber weniger stark als wir es alle erwarten. Die Minen haben schon vieles davon vorweggenommen, das darf man nicht vergessen. Mittelfristig führt nichts an Gold vorbei.
Ich denke aber, daß die Minen - die ja komplett unabhängig von der Weltwirtschaft sind - DAS Investment überhaupt sein werden. Selbst wenn der Goldpreis unter 1100 fällt, kann Barrick z.B. immer noch 2-3% Dividende zahlen.
Ein JGB Crash hätte QE weltweit entzaubert.
Gruß
S.