Beiträge von Saccard

    Dolce Vita ist nur das Bild das uns unsere Medien ständig liefern. (Kaffeebraune Sambatänzerinnen an Karneval unterm Zuckerhut, Fussball)
    WirDeutsche entsprechen auch nicht immer dem Bild das der Brasilianer von uns hat. (Lederhosen, blond und hellhäutig, Sextourist, Adolfbärtchen, Volksmusik, verbissen, rechtsradikal, hart, Fussball)


    Hallo,


    gut und schön, kann sein daß ich mich täusche. Mir ist eine Studie in Erinnerung, wo der Optimismus der verschiedenen Nationen untersucht wurde. Resultat: auf Platz 1 die Brasilianer, auf dem letzten Platz die Japaner.


    Zudem stimmt es nicht, daß die Brasilianer mehr arbeiten als die Deutschen. Im Durchschnitt vielleicht. Bei uns hier (jedenfalls bei mir) sind es doch mit durchgearbeiteten Mittagspausen und nicht-gebuchten Zeiten mal eben gut 43h die Woche zzgl. allem was man privat an Haus und Auto arbeitet. Auch haben wir hier eine viel höhere Hektik in der Arbeitszeit. In Japan z.B. ist Anwesenheit = Arbeit.


    Auch dürfte in Brasilien noch traditionelles Familienleben herrschen. D.h. der Mann kommt nach Hause und hat Feierabend. Hier arbeiten in einer Beziehung meistens beide, beide Führen den Haushalt. All diese Zeiten vergißt man in Deutschland immer gerne. Wenn man wirklich alles als Arbeit zählt was Arbeit ist, dann wird im heutigen Deutschland von der arbeitstätigen Bevölkerung soviel und so hart gearbeitet wie kaum irgendwo und auch wie kaum in einer anderen Zeit. Beispiel Archipel Gulag: Solschenizyn plaudert aus dem Nähkästchen, im 19. Jhd zur Zarenzeit war die Arbeitszeit im Winter 5h am Tag, ich meine im Sommer wären es 7 gewesen. Zzgl. jeweils 1h An- und Abmarsch. Inklusive aller Pausen. Macht 8h am Tag. In Deutschland heute 8h am Tag + Pausen 1h + An- und Abfahrt 1h = 10h, wir arbeiten hier also schon 2h länger am Tag als die russischen Leibeigenen zur Zarenzeit.


    Gruß
    S.

    Zu viel Dolce Vita und Sozialismus. Ich hatte mal Aktien eines australischen Unternehmens mit einer Goldmine in Brasilien, da lag die Abbauzeit bei 2 Jahren. Nichts gegen so etwas. Aber 20 Jahre Minen in Brasilien sind m.E. riskant. Das Land ist inhomogen, hat genügend tropische (=feuchte) Bereiche, wo mit Zyanid eine Menge Sauerei passieren kann. Die Bevölkerung, die dann aufschreit ist auch da. Minen spielen keine so große Rolle für die Wirtschaft, im Ölsektor hat man schon Erfahrung mit Staatswirtschaft.


    Alles etwas subjektiv, ich verlasse ich mich lieber auf meine Intuition, da Risiken im voraus ja nicht wirklich vorhersehbar sind. Black swans eben. Bis auf das absehbare Problem mit den ausufernden Sozialkosten und damit einhergehenden Problemen in Teilen Kandas und Australiens.


    Ich würde mich bei guten Minen trotzdem für Brasilien entscheiden, wenn man schwankt, bei gleichen Kosten pro Reserveunze, würde ich jederzeit Chile und Peru bevorzugen.


    Verstecktes geopolitisches Risiko spielt m.E. bei Gold Fields in Zukunft eine große Rolle. Far South East auf den Phillipinen, und dann 40 Jahre, ob das gut geht? Nach erhält man das Projekt bei der aktuellen Gold Fields Bewertung geschenkt. Sollten da in ein paar Jahren 30 oder 40 mio Unzen Reserven definiert sein und das Projekt macht 1/3 der Bewertung des dann gestiegenen Gold Fields Kurses aus, bin ich raus.


    Gruß
    S.

    Da habe ich keine fundierte Meinung, meine Intuition sagt mir aber daß Brasilien am riskantesten sein könnte. Ich denke in Peru ist die Bevölkerung wenigstens nicht grundsätzlich gegen Minen eingestellt. Chile ist das stabilste Land Südamerikas, hat eine lange Tradition mit Kupferminen und eine noch immer lebendige Erinnerung an die Pinochet Zeit, d.h. es gibt viele Warner gegen Extremismus.
    Kolumbien ist zwar langfristig sehr instabil, scheint aber das lange Chaos endlich satt zu haben. Schwer einschätzbar.
    Südamerika mag ich irgendwie nicht so sehr.


    Gruß
    S.

    Ich möchte vor dem in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommenen Unsinn mit den Laternen warnen. Geschichte wiederholt sich. Ich habe es mir mal angetan, die Hitler Wahlkampfreden von 1930-32 anzusehen. Durch nicht ganz unplausibel. Es ging vor allem um den kleinen Mann, dessen wirtschaftliche Not, wieviele Tausend sich schon wieder umgebracht haben durch Aufdrehen des Herds usw. Zur Erinnerung: die Hyperinflation lag 7-10 Jahre zurück, die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau, die Löhne und Gehälter der Beamten per Dekret gerade erst wieder gekürzt. Man hatte Verwandte, die im ersten Weltkrieg für einen eigentlich total unsinnigen Krieg verheizt worden waren, entweder als Krüppel endeten (ohne Invalidenrente) oder gleich tot waren. Hitler war damals jemand der die scheinbar richtigen Antworten hatte (und daß sie richtig waren, hat sich ja auch 5 Jahre bestätigt). Das Ende war dann eine einzige Tragödie.


    Deswegen Vorsicht vor Politikern, die die scheinbar richtige Lösung haben.


    Mit dem Gerede von Laternen fängt vielleicht das an, wovor wir uns alle fürchten sollten. Ich persönlich würde im Fall der Fälle auch einen Bernanke oder Asmussen bei mir hinterm Bücherregal verstecken.


    Gruß
    S.

    Bei Untertageminen spielt Umweltschutz nicht so die Rolle. Die Abraumhalden.. eine andere Geschichte, da ist ja auch genug Uran enthalten. Wird man nicht angehen. Das Unfallrisiko wird in Südafrika so hoch bleiben ,wenn ich mit 10x soviel Personal arbeite, gibt es natürlich auch viel mehr Unfälle. Das kann man einfach nicht verhindern, die Minen sind vom Grundprinzip nicht anders als vor 50 Jahren, also Handarbeit.


    Eine Verstaatlichung der Minen würde zu deren Schließung führen, da sollten sich alle Beteiligten nichts vormachen. In Südafrika wird allerdings GENERELL über verstaatlichung von Rohstofffirmen nachgedacht. Insbesondere der Eisenerzabbau und Stahlproduktion gerät immer wieder in den Fokus, weil die Preise überhöht seien. Wenn der Staat für eine Senkung der Stahlpreise durch Verstaatlichung sorgt, die Goldminen aber unbehelligt bleiben, es gibt ja nicht mehr viel Produktion, wäre das sogar positiv.


    Ganz ohne Risiken geht es nirgendwo.


    Gruß
    S.

    In der Tat. Südafrika mit europäischem politischem und wirtschaftlichem System aber ohne Demographie Problem, bis auf HIV, ohne ausufernde Sozialkosten, ohne Export wie China, das kann langfristig etwas werden. Das hätte ich vor 5 Jahren so nicht gedacht.


    Tanzania erwähne ich, weil ich African Barrick als interessant erachte, man hat 25% der market cap in net cash, die Reserven ähnlich günstig wie Südafrika.


    Gruß
    S.

    Als Expat stimmt das auch, mal lebt in Roppongi, kauft nicht in den Billigläden ein, hat vielleicht einen Chauffeur. Dann ist Japan sehr teuer.


    tokyocheapo.com zeigt wie es auch geht. Wohnen ist nur billig, wenn man min. 1h vom Zentrum weg wohnt, sonst zahlt man für Wohnraum in westlicher Größe mehrere Tausend US$ im Monat.


    Also ich war auch noch nie in Japan. Ich denke als Tourist kann man das Land auch nicht wirklich einschätzen. Die Sprachbarriere ist gigantisch, kaum jemand spricht Englisch. Auswandern nach Japan würde ich auch niemals. Die Kultur an sich ist Müll (Abtreibung als Geburtenkontrolle, Pille 1999 eingeführt, die junge Generation muß man schon fast als asexuell einstufen).


    "At a petrol station in Sapporo, one of Japan’s largest cities, soaring petrol prices have kept many price-sensitive motorists away from fully filling their tanks.
    A motorist said:"It’s hard for us. For us ordinary folks, even the smallest price rise is not easy to digest."" - Ja dann viel Spaß mit Inflation in Japan. Strompreise sollen 20% steigen. In einem Land wo Preiserhöhungen von 3 cent bei Tütensuppen zu einem Absatzeinbruch von über 50% führen.


    In irgendwelchen Doomsday Szenarien wird Japan sehr schlecht abschneiden, fast die komplette Nahrungsmittelmenge ist importiert.


    Wie gesagt, die Inflation wird kommen, es gibt in Japan so oder so genug aufgestauten Konsum. Der Wechselkurs hat eben sehr viel vorweggenommen, muß daher nicht zwangsläufig fallen. Ich rate nicht herum, mache keinen Plan und sage nicht die Zukunft von Japan voraus. Die Sicherheit von net-net Aktien ist nicht mehr gegeben, der Yen selbst macht noch Sinn als Beimischung, um Flash Crashes und Deflationsszenarien abzufedern. Ansonsten halte ich mich da jetzt raus.


    Ich verstehe Jim Sinclairs Meinung, man solle doch besser nach Tanzania gehen als in den USA (stellvertretend für westliche Staaten + Japan) zu bleiben inzwischen sehr gut.


    Gruß
    S.

    Tokio heute...


    Eintritt Zoo Euro 3,07
    Essen im Restaurant (Butter Chicken + Salat + Getränk) Euro 4,85
    Bekleidung: Jacke Euro 3,84, Wollpullover Euro 7,69, Artikel aus Grabbelkiste (Damenkleider, Miniröcke, Blazer, Shirts, Wintermantel mit Fake-Pelz) Euro 2,30 (ja, ein Wintermantel neu für Euro 2,30)
    Navy sweater: Euro 2,30
    Short red shorts: Euro 2,30
    Pinstripe Jeans: Euro 2,30
    Green Military Jacket: Euro 3,85
    Jean jacket: Euro 3,85
    Grey full-length dress: Euro 3,85
    Black and white winter coat: Euro 3,85
    Black Blazer: Euro 5,38
    Leather Jacket: Euro 7,69 (Lederjacke neu für 7,69!!)
    Restaurant Sushi (10 teiliges Menü): Euro 6,77
    Giorgio Armani Anzug: Euro 16,15
    ("a fine-looking pinstripe Giorgio Armani two-piece suit (no joke here) actually sat on the rack in Harajuku for a solid two weeks, at 3150 and then 2100 yen before it was snagged by a lucky thrifter.")
    Calvin Klein Jeans: Euro 46,15 + Euro 3,84 Versandkosten
    Weißbrot Euro 0,68 (halbe Packung, Brot ist sehr teuer in Japan)
    Pizza (Restaurant, 30 cm) Euro 3,07 - Euro 5,38 je nach Belag
    Straßenbahn quer durch Tokio ( Arakawa Toden route): Euro 1,23


    Es existieren Bekleidungsläden mit "alles unter Euro 5,38", Drogerien mit "alles unter Euro 0,77".


    Ich denke die Preise sprechen für sich. Interessante Rückschlüsse für den Euro Yen Wechselkurs.


    Gruß
    S.

    Hallo zusammen,


    geopolitisches Risiko ist jedem Minenanleger ein Begriff.
    Südafrika = ganz schlecht
    USA = so lala bis gut
    Australien + Kanada = top
    Rest der Welt = so lala


    Ich halte diese Einschätzung für Unsinn.


    Zunächst einmal muß man zwischen Untertageminen und open pit unterscheiden. Warum? Open pit Minen sind in 10-15 Jahren abgebaut, Untertageminen laufen Jahrzehnte, benötigen eine ganz andere Stabilität in einem Land. Open pit Minen sind in der Landschaft sehr sichtbar.


    Zudem haben wir extrem ausgebaute Sozialsysteme in den westlichen Staaten. Auch Religion spielt eine Rolle.


    Betrachten wir mal einige Beispiele:
    1. Nevada
    Gut geeignet für Minen aller Art. Ausufernde Sozialkosten in den USA bringen aber Sondersteuern ins Gespräch. Umweltschutzrisiko dürfte gering sein.


    2. Kanada
    AusUmweltschutzgründen sind open pit Minen in Quebec oder Ontario risikobehaftet, ein Dorn im Auge der Umweltschützer. Hier sind hohe bis sehr hohe Sondersteuern auf Minen wahrscheinlich.


    3. Australien
    Für Untertage und open pit Minen gut geeignet, noch höhere Besteuerung wahrscheinlich. Immobilienblase mit Hauspreisen, die sich wahrscheinlich noch halbieren werden -> der Staat benötigt Geld.


    4. Südafrika
    Das kapitalistische System der Vergangenheit ist nach wie vor intakt, Stabilität für Untertageminen ist gegeben, Sondersteuern auf Minen sind unwahrscheinlich, da es keine hohen Sozialkosten gibt. Open pit Minen sind eher fraglich.


    5. Ghana
    Keine hohen Sozialkosten, keine hohen Sondersteuern. Ghana ist an den Minen mitbeteiligt per equity. Christliche Mehrheit. Langfristige politische Stabilität fraglich, daher sind Untertageminen wie Obuasi fraglich.


    6. Tanzania
    Gleiches wie in Ghana, Mehrheit muslimisch.


    Haltet mich für verrückt, aber ich denke Untertageminen in Südafrika oder open pit Minen in Ghana oder Tanzania sind evtl. geopolitisch sicherer als Kanada oder Australien. Hohe Sondersteuern sind vielleicht nicht das größte Risiko, aber ein sicheres Risiko. Kanada und Australien haben in der Vergangenheit eine Affinität zu sozialistischem Unsinn gezeigt. Insbesondere Quebec tickt ähnlich wie Frankreich. Früher oder später sind hohe Steuern auf Minengewinne vorprogrammiert.


    Südafrika hängt stark vom Bergbau ab, wann wird die Kuh dort viel später schlachten als in westlichen Sozialstaaten. Wenn die Minen Quebecs schließen, interesiert das keinen. Wenn Südafrikas Platinminen schließen stürzt das die Weltwirtschaft ins Chaos.


    Ghana hat in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen mit verstaatlichten Minen gemacht, in den 90ern wurde das jetzt gültige System mit Beteiligung des Staates über equity geschaffen.


    Muß man vor diesem Hintergrund die Minen in den USA, vor allem aber Kanada und Australien nicht viel negativer sehen?


    Gruß
    S.

    Wir sind am Scheideweg angelangt. Kyle Bass, größter Yen Bär und pro Gold. Scheinbar sind Gold und Yen an anderen Enden des Spektrums. Seltsamerweise sind beides auch Contrarian Investments. Wobei ich das negative Sentiment bei Gold (Hulbert NGold Newsletter Index auf Allzeittief) mehr auf die Minen beziehe.


    Alles hängt vom QE ab, entweder es wirkt, dann sehen wir Gold 2400, oder aber deflationärer Crash, dann kann Gold vielleicht trotzdem steigen. Macht es den deflationären Crash mit, kann ich im Extremfall Preise von unter 600 sehen. Ich möchte hier das m.E. noch einigermaßen plausible negativste Szenario für mein Depot einpreisen.


    Die Minen dürften aufgrund der Unterbewertung den Abwärtsgang 1:1 mitmachen, also ungehebelt. Der Yen wird sich rasch verdoppeln, ultimatives Cash in der Deflation, die ganze Welt ist short.


    Funktioniert QE, wird der Yen weitere 50% verlieren, Euro Yen 200. Gold 2400, die Minen verdreifachen sich gegenüber dem Goldpreis, insgesamt eine Ver-4.5-fachung.
    Jetzt: 82% in Minen, 18% in Yen
    Deflation: 27% Minen, 36% Yen, 63%, Performance -37%
    QE wirkt: 369% Minen, 12% Yen, Performance +281%


    Wie man sieht sehr gut aufgestellt, erst das Yen Investment beugt katastrophalen Verlusten vor. Wahrscheinlichkeitsbereinigt dürfte unter dem Strich ein dickes Plus stehen.


    Kommt es im Anlagezeitraum (bis 2015) zu einem Euro-Crash gewinnen Gold/Minen und Yen. Kommt es zu einem Korea-Krieg, gewinnen Gold/Minen und wahrscheinlich auch der Yen (Japan Aktien fast nur von Ausländern gekauft und praktisch komplett mit Yen shorts abgesichert, dürften dann aufgelöst werden).


    Kommt es im Anlagezeitraum zwar zur Deflation, aber weiter steigendem Goldpreis da weiterhin 1:1 mit QE mitsteigend: Umso besser.


    Ich sollte also für alle Eventualitäten gut aufgestellt sein, Überraschungen sollten weiteres Aufwärtspotential bieten können.


    Gruß
    S.

    Wenn die Dividenden zum Index hinzuaddiert werden, also eine Art Sockel darstellen würden, würde der Index selbst dann nicht bei 0 stehen wenn alle Werte auf 0 fallen. Diese These wurde vor einigen Jahren mal in einem sogar namhaften deutschen Finanzblättchen verbreitet.


    Im Dex werden die Dividenden dann aber doch durch Änderung der Gewichtung angepasst: Jeder Wert hat einen Multiplikator, z.B. 0.37. Wenn Nun dieser Wert eine Dividende von 5% auszahlt wird der Multiplikator auf 0.3885 angepasst und mit dem Börsenkurs des Wertes multipliziert. Fällt der Kurs aller Werte auf 0, spielen die Multiplikatoren keine Rolle, der Index fällt auch auf 0. Nur so kann ja auch das Reinvestieren von Dividenden vernünftig in einem Index dargestellt werden.


    Gruß
    S.

    Hallo romaria,


    ja du schreibst es jetzt zum dritten Mal, ich hatte es auch schon zum zweiten Mal erwähnt nur als kleinen Hinweis es sportlich zu nehmen. Wir diskutieren ja hier nicht ums rechthaben.


    An der Börse hat man sowieso nicht Recht. Bei Diskussion liegt richtig, wenn man 4 mal Recht hat und 2 mal Unrecht. An der Börse ist es viel erfolgreicher 7 mal Unrecht zu haben und bei dem einen Mal wo man Recht hat richtig abzusahnen. Deswegen vertrete ich auch so gerne ungewöhnliche Meinungen un setze auf unwahrscheinliche Ereignisse, die eine gewisse Restwahrscheinlichkeit haben bei deren Eintritt ein sehr hoher Payoff erfolgt.


    Gold kann steigen oder fallen, wenn die 2000 geknackt werden, sollten die Minen 200-400% laufen. Und so unwahrscheinlich ist es gar nicht mal das Gold über 2000 geht.


    Gruß
    S.

    der dow ist kein kursindex sondern ein performanceindex. dividenden sind eingerechnet.


    Der Dax und S&P sind jeweils ein Performance Index. Die Einrechnung der Dividenden erfolgt dabei duch Änderung der Gewichtung der einzelnen Aktien, der Dax kann also rein theoretisch auch auf 0 sinken. Durch die deutsche Presse geisterte vor ein paar Jahren mal die falsche Vorstellung, durch die Dividenden könne der Dax nicht mehr unter 2000 oder 3000 Punkte sinken.


    Der Dow ist tatsächlich ein Kursindex. Aber Achtung: die Werte sind nicht zu 1/30 gewichtet, sondern durch die Aufaddierung der Aktienkurse ergibt sich die unintuitive Situation, daß ein Wert mit einem Kurs von 90 die dreifache Gewichtung wie ein Wert mit dem Kurs 30 hat.


    Beim Nikkei und Topix wüßte ich auch nicht ob Performance oder Kursindex. Bei den mickrigen Dividenden auch egal.


    Ich denke nicht, daß die wechselnde Zusammensetzung einen Vergleich unmöglich macht, die Wirtschaft ändert sich ja auch. Ein paar Prozente mehr oder weniger wirken sich auf die langfristige Performance praktisch gar nicht aus. Ich hatte nur beabsichtigt, auf einige Variablen hinzuweisen, die hinter so einem scheinbar simplen Konzept wie dem Dow : Gold Ratio stehen. Wenn sich diese Variablen ändern, hat das riesige Auswirkungen auf das Ratio. So ist m.E. inzwischen unklar, ob die nächsten 30 Jahre überhaupt noch realen Produktivitätszuwachs (1.8% bislang in den letzten 150-200 Jahren) aufweisen werden. Denn durch das heftige Eingreifen der Staaten steigt die Rate der Fehllenkungen von Kapital.


    Der Goldabbau wird natürlich langfristig immer billiger, die Produktivitätsfortschritte erfolgen nur selten in großen Sprüngen. Ohne Zyanid Extraktion gäbe es den Goldabbau in Südafrika seit 1890 nicht. Die vielen open pit Minen die wir heute sehen, sind vor allem ein Produkt der 80er, ein Jahrzehnt in dem die Minen sehr gut liefen und in dem der internationale Goldabbau erst wirklich geschaffen wurde. Die großen Produktivitätsfortschritte in dieser Zeit erfolgten auch vor allem im Bereich der Exploration.


    Was die Zukunft bringt wird man sehen müssen. Entweder wird man die jetzt schlechteren Vorkommen mit niedrigen Erzgraden besser ausbeuten können oder man wird z.B. durch Mechanisierung in Südafrika die 5000m Grenze erreichen können (dann ist ja auch schon die Hälfte geschafft bevor man auf Magma stößt). Im voraus nicht absehbar. Pierre Lassonde drängt ja zuletzt auch auf technologischen Fortschritt.


    Die Kosten sind natürlich in den letzten 10-15 Jahren drastisch gestiegen. In dieser zeit hatten wir keine neuen Verfahren zum Abbau, keine neuen Prozesse. Wir hatten natürlich eine Verschlechterung der Deposits (niedrigere Erzgrade) aber auch simple Inflation. In Südafrika ist die Qualität der Minen an sich kaum gesunken. Weiterhin 12g/t, aber was nutzt es wenn sich die Löhne vermehrfachen und die Stromkosten steigen.


    Hier einmal ein Bild, das mein Bruder kürzlich in einer Kohlemine in der Mongolei geschossen hat, wie man sieht ist da noch genug vorhanden, einfach Ausbaggern und fertig. Wie man sieht ist in dem Bereich das Vorkommen nicht die Grenze für die Kosten, effizienteres Gerät schlägt voll auf die Kosten durch (übrigens ein uriges Land, teilweise fährt man nach Orientierung an Bergen oder Himmelsrichtung ganz abseits von Strassen, die oft nur festgefahrene Pisten sind). Beim Gold ist es ähnlich, da Gold viel besser exploriert ist als die meisten Rohstoffe, sind gute Vorkommen natürlich seltener geworden.


    Gruß
    S.

    Was beim Dow : Gold ratio Nie erwähnt wird, aber für das Verständnis zwingend notwendig ist:


    Der Dow ist ein Kursindex, ohne Dividenden. Einbehaltene Gewinne können - langfristig - nur für Produktivitätssteigerungen verwendet werden, die später zu höheren Dividenden führen.


    Wie wird sich der Dow nun langfristig zu einer angenommenen Preisstabilität entwickeln? Er wird - Dividen fließen ja nicht mit ein - inflationsneutral sein, also stabil bleiben.


    Wie wird sich nun langfristig der Preis von sagen wir mal GEtreide entwickeln? Real wird der Preis jährlich um 1.8% sinken. Das ist der langfristige Produktivitätszuwachs.


    Wie wird sich Gold langfristig entwickeln? Real wird der Preis ebenfalls um 1.8% jährlich fallen. Gold kann imemr billiger produziert werden (neue Verfahren wie cynide process, heap leaching etc.).


    Wie entwickelt sich Gold in Getreide oder Getreide in Gold? Stabil.


    Wie entwickelt sich der Dow in Gold? Er steigt jährlich um 1.8%.


    Habe ich 1900 ein ratio von 2.5 so rechne ich das Ratio auf 2013 wie folgt um:
    2.5 * 1.018^113 = 18.8


    Wie man sieht war der Preis 1980 der große Ausreisser. Wie man auch sieht gibt es seit 1913 seitdem die FED geschaffen wurde ein Megaphone Pattern: höhere Highs (zu erwarten) und niedrigere Tiefs (nur durch 1980 bestätigt). Wenn der Goldpreis relativ zum Dow noch steigen soll, dann nur wenn im Dow:Gold Ratio eine Anomalie entsteht, ein noch extremerer Preis als 1980.


    Ich hatte das 2006 nicht für möglich gehalten und damals meine Minen verkauft. Ich denke, daß wir eine historisch derart einmalige Situation erleben, daß das Unmögliche eben doch passieren wird, ein Dow : Gold Ratio im Bereich von 1. Die Gründe dafür kann man nur erahnen, sie müssen aber einem kompletten Zerfall des internationalen Finanzsystems sehr nahe kommen. Ich denke es könne z.B. eine Neubewertung durch die Notenbanken sein. Wenn durch diverse noch kommende Finanzcrashs die Zentralbankbilanzen ramponiert sind und Gold das einzige Asset ist, das sie noch haben, könnte eine Neubewertung des Goldpreises, um die Schulden zu decken, durchaus drin sein. Solch eine Neubewertung ist unwahrscheinlich (<10%), hat aber einen sehr hohen Payoff da der notwendige Preis 5-stellig ist. Genau aus diesem Grund spekuliere ich darauf. Vermutlich würde vorher ein Goldverbot ("Ankauf zum offiziellen Preis") kommen, die Minen könnten ungehindert steigen. Die danach folgende Inflation bei starrem, aber sehr hohem Goldpreis, würde dann den folgenden Anstieg des Dow Jones relativ zum Gold erklären.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo, ich habe es mir den Vortrag angesehen. Prof. Richard Werner ist ja Befürworter von Woergl ("Das Wunder von Woergl"), das zeigt schon einmal eine gewisse Tendenz an.


    Im Großen und Ganzen macht er m.E. einen Fehler: Kreditschöpfung sei ein Privileg und es solle doch besser der Staat machen. M.E. ist das komplett falsch, da es nur die eine Seite der Medaille ist.


    Kreditschöpfung beinhaltet nämlich auch Risiken, die Banken haften ja für die komplette Kreditvergabe. Gehen genügend Schuldner pleite, so gehen auch die Banken pleite. Als Strafe für eine schlechte Kreditvergabe. Erinnern wir uns: langfristig haben Banken nichts verdient, 0.0, nichts. Alles Eigenkapital ging früher oder später verloren. Ich verweise da nur auf Nassim Taleb. Da liegt derzeit auch der Fehler im System: Banken werden für ihre schlechte Kreditvergabe nicht bestraft sondern gerettet. Oder man läßt überhaupt erst zu, daß derart riskante Kreditvergabe stattfindet, daß das Eigenkapital ohnehin bei der nächsten Krise nicht ausreichend sein wird.


    Was er vorschlägt, Staatsgeld, führt nur in den Sozialismus. Ja, zunächst würden Zinszahlungen der Staaten sinken. Da aber keine marktwirtschaftliche Kontrolle der Kreditvergabe mehr stattfindet, kann der Sozialstaat nun in Saus und Braus Kredite vergeben. Das wird scheitern.


    Auch Kreditlenkung ist Unsinn. Sie funktioniert immer sehr gut bei gering entwickelten Volkswirtschaften. Siehe Japan in den 50-70 Jahren. Siehe China heute. Ob eine Brücke gebaut werden muß oder nicht, diese Entscheidung kann der Markt nicht viel besser treffen als eine zentrale Planinstanz (wie MITI in Japan). Ob man nun in Halbleiter investiert, das kann auch zentral festgelegt werden. Glaubt irgend jemand wirklich, daß Unternehmen wie Microsoft, Google, Oracle oder meinetwegen auch Facebook auch nur einen Cent Kredit erhalten hätte, wenn der Staat über die Kreditvergabe entscheiden würde? Wo wären wir heute mit Staatsgeld? Viel näher an der DDR als in einem kapitalistischen System. Wirklich weit fortentwickelte Ökonomien können nurdurch die dezentrale, marktwirtschaftliche Entscheidung über Kreditvergabe weiter entwickelt werden. Das funktioniert vor allem deswegen so gut, weil der Markt sich trial and error erlauben kann. Die schlechten Investments gehen pleite, die gescheiterten Geldgeber ebenso. Die guten haben Erfolg. Als gutes Gegenbeispiel kann die Branche der alternativen Energien in Deutschland gelten, durch die Preisgarantien des Staates entscheidet letzlich der Staat über die Kreditvergabe und wir haben genau so eine Kreditlenkung wie propagiert. Resultat: mehrere hundert Milliarden zum Fenster herausgeblasen nach dem kältesten März seit 130 Jahren zur Zeit des Sonnenfleckenmaximums. Die Sonnenaktivität geht jetzt min. eine halbe Dekade zurück, d.h. es dürfte in der Tendenz eher noch kälter werden. In Rußland geht man von einer Abkühlung von 1.4 Grad bis 2050 aus. Seit 1998 sind die Temperaturen global nicht mehr gestiegen, in den letzten 25 Jahren sind die Winter in Deutschland im Schnitt um 1.5 Grad bis 2 Grad kälter geworden. Trotz Treibhauseffekt, den es natürlich auch gibt. Es existieren eben noch weitere Faktoren und abseits von jeder Theorie kann niemand die Fakten, die gemessene Temperaturen nun einmal sind, abstreiten.


    Er meint auch man müsse die gesamte Kreditschöpfung ankurbeln, nicht nur die des Staates, genau das geht aber nicht da der Privatsektor schon überschuldet ist. Der Privatsektor kann nur dann mehr KRedit aufnehmen, wenn er die Einnahmen steigert. Das geht nur mit Inflation. "Holy Grail of Macroeconomics" nochmals als Buchtipp, es wird ganz klar dargelegt, daß der Privatsektor nicht stimuliert werden kann. Daher ist QE wirkungslos. Haushaltsdefizite, wenn notwendig Aufkauf der Staatsanleihen durch die Notenbank. Am Ende der Krise, 15-20 Jahre später, dürfte der Privatsektor sich saniert haben, neue Schulden aufnehmen können und man kann die Anleihen wieder an den Markt zurückgeben. Das ist nur wenig inflationär.


    Er behauptet ja, der Kauf von Anleihen sei nicht inflationär. Ja, in der Krise. Nur jede Krise ist irgendwann vorbei. Bei uns nicht, in den USA nicht, aber Japan? Dort hatte man in der Vergangenheit viel höhere Schulden im Privatsektor. Wenn man die Anleihen dann nicht mehr in den Markt geben kann, gibt es eine Mega-Inflation. Nebenbei, Richard Koo widerlegt auch das Helikoptergeld in seinem Buch. Ja man kann eine Deflation durch Abwerfen von Bargeld beenden. Doch in dem Augenblick wo der erste Dollar den Boden berührt sind landesweit alle Geschäfte geschlossen, da es nicht nur Konsumenten sondern auc hAnbieter gibt und an die hat man nicht gedachten. Sie werden sich zurecht weigern auch nur etwas zu verkaufen, wenn der Wert des Geldes dermaßen unklar wird. So paradox wie es ist: eine Zentralbank muß sich so verhalten, als ob sie noch im Goldstandard operieren würde, sonst ist das Vertrauen weg.


    "Max 1 jahr schwäche '45 Japan", das muß man sich einmal überlegen. Sehr sehr zynisch. Auf welchem Niveau? Japan hatte '45 eine Hyperinflation. Den Leuten ging es wirklich schlecht.


    Ich denke interessante Ansätze, aber das Konzept hat große Fehlstellen, ist nicht in der Praxis erprobt, nicht durchsetzbar und auch nicht erstrebenswert, da wir sehr genau die Fehler des jetzigen Zentralbanksystems kennen und sich diese durchaus beheben lassen. Wir überschätzen unsere eigene Intelligenz und unterschätzen die Intelligenz unserer Vorfahren, das waren doch keine Idioten die das Zentralbanksystem eingeführt haben. Man sehe sich nur die monetäre Geschichte der USA im 19. Jhd an (J.K. Galbraith hat eine gute Zusammenfassung verfasst).


    Gruß
    S.

    Japan exportiert Autos? Toyota = Frankreich + Türkei, Honda = GB, die werden längst im Ausland produziert.


    Bei den Fahrzeugteilen, die z.B. Toyota an die ausländischen Werke exportiert ist unklar, ob es sich um marktgerechte Preise handelt. Wohl nicht, da die Steuern in Japan höher sind.


    Robotik ist ein klassischer exklusiver Markt, 70% der Roboter weltweit stehen in Japan.


    Sony Fernseher? Nintendo? Olympus Kameras? War alles mal gut, ist es nicht mehr.


    Einen Reaktordruckbehälter stellt dagegen nur Japan Steel her. Auch bei solchen Dingen wie simple Kondensatoren hatte Japan lange Zeit einen Vorsprung. Man denke nur an all die geplatzten Taiwanesischen Kondensatoren vor einigen Jahren. Da sind Preise doch vollkommen egal.


    Die Binnenwirtschaft ist so marode, das kann man sich gar nicht vorstellen. Agrarwirtschaft mit Subventionen, Zölle von bis zu 1000% bei Agrar-Importen. ALLE japanischen Tabakanbauer verkaufen nur an Japan Tobacco. Die Preise werden dann seitens Japan Tobacco erst später festgelegt. Die größeren Firmen schalten Werbung bei den Medien, die dann im Gegenzug nichts negatives berichten (Olympus, Tepco). Die Lieferketten haben teilweise mehrere Stationen von Firmen, die genau einen Lieferanten und einen Abnehmer haben. Schon mal die Frage gestellt, warum Japan 4-5% Arbeitslosigkeit hat?


    Wenn wir unter diesen Bedingungen wirtschaften würden, die Lebensmittelpreise wären 2-3 mal so hoch.


    Es mag sein, daß einige Werte in den letzten Monaten gut zugelegt hatten (Kawasaki Heavy hatte ich z.B. auf der Liste), aber je schlechter die Firmen dastanden, desto stärker sind sie gestiegen. Net-nets sind natürlich kaum gestiegen. Z.B. 30% unter Liquidierungswert und KGV 5-10, nur 20% zugelegt.


    Möchte man sich wirklich Sony usw. kaufen? Wenn der Yen quasi übernacht von 93 auf 128 steigen kann, dann kann er auch quasi übernacht von 128 auf 93 gehen und dann gibt es einen saftigen Crash in Werten, die unter den dann geltenden Bedingungen langfristig auf der Verliererseite stehen, ein Aussitzen also nicht möglich ist.


    Die wirkliche Erholung in Japan setzt ein, wenn man endlich einmal die Dividenden erhöht, von überschüssigem Kapital Aktien zurückkauft. Und ganz nebenbei die marode Binnenwirtschaft endlich modernisiert. Allein durch Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe könnten viele Werte über 100% auf solider Basis zulegen. Die jetzige Entwicklung hat diese Werte zu Verlierern gemacht.


    Gruß
    S.

    Hallo zusammen,


    man sollte sich nicht einfach so schnell festlegen...


    Ob nun die Edelmetallaktien mitgerissen werden, kommt auf die aktuelle Marktsituation an. Derzeit würden Goldminen m.E. nicht mitgerissen, da in den letzten Monaten ein Ausverkauf stattgefunden hat bei steigenden Aktienpreisen. Also Rotation von Goldsektor in Aktien. D.h. die Korrelation hat abgenommen und dürfte wieder deutlich negativ werden.


    Ich denke bei der Inflations- oder Deflationsdebatte kann man ganz klar nur zwei Feststellungen machen
    1. Eine Inflation wie in den 70ern ist ausgeschlossen (5-15% Inflation durch hohe Nachfrage, unproduktive Bevölkerung)
    2. Der Privatsektor ist überschuldet und muß Schuklden zurückzahlen. In den USA hat der Privatsektor seit 2008 laufend Schulden getilgt. Diese Schuldentilgung hat eine höhere Neuverschuldung des Staates notwendig gemacht. QE kann in einer solchen Situation nicht in die Privatwirtschaft fließen, sondern wird an die Märkte fließen.


    Und welche Auswirkungen das nun hat, die zwei Billionen die schon jetzt vom Staat über Banken direkt in die Aktienmärkte geflossen sind, die damit steigenden Bewertungen, denn der Privatsektor steckt seit 2008 ja schon längst in der Deflation, d.h. Schuldentilgungsphase, das ist die Frage.


    Wahrscheinlich wird man aus der Vergangenheit nichts gelernt haben, es geht also weiter bis zum Schluß:
    1. steigende Kurse, stagnierende Wirtschaft
    2. Irgendwann schlägt die schlechte Wirtschaft auf die Gewinne durch, KGVs sind dann auch sichtbar hoch (derzeit KGV10 20-22)
    3. Crash an den Aktienmärkten durch andere Marktteilnehmer als die Banken
    4. Das komplette Eigenkapital der westlichen Banken ist vernichtet trotz und wegen gleichzeitig laufendem QE
    5. Entscheidung: Bankenrettung durch Guthabenstreichung oder exponentielles QE


    Und genau dieser 5. Schritt ist dann die Deflation. Entweder richtige Deflation, wenn solche Maßnahmen wie in Griechenland oder Zypern umgesetzt werden, oder Hyperinflation wenn QE verdoppelt, verdreifacht werden muß. Wie wir alle wissen: Hyperinflation = reale Deflation, von außen her gesehen werden die Preise billiger. D.h. z.B. aus Ländern mit stabiler Währung oder in der Zukunft wohl nur noch aus der Goldperspektive.


    Da Gold bilang 1:1 mit den Zentralbankbilanzen gewachsen ist, sollte eine Entscheidung ob nur einfaches QE oder doppeltes oder dreifaches QE in jedem Fall positiv für Gold sein.


    Ich denke die Goldpreisentwicklung seit 2000 hat überhaupt nichts mit Inflation zu tun gehabt und wird in Zukunft auch nichts mit Inflation zu tun haben. Der Trend wird schlicht so weitergehen wie bislang über den vollen Marktzyklus bis 2018 oder 2020.


    Danke an Neo für den Link, ich werde mir das noch ansehen müssen, kann aber schon jetzt feststellen, daß ich einige Aussagen wahrscheinlich nicht teilen werde, aber dazu später mehr. Man kann ja nur dazu lernen.


    Gruß
    S.

    Hallo Zwyss,


    Durch die steigenden Assetpreise, insbesondere Aktien natürlich, sind bzw. fühlen sich die Leute reicher, was zu einer besseren Stimmung führt und folglich auch zu erhöhten Konsumausgaben, besseren Jobchancen.


    Nein. In Japan besitzt fast niemand Aktien, daher sind die Kurse für die Binnenwirtschaft vollkommen egal. Ich habe die Zahlen nicht im Kopf, meine aber es wären um die 7% des Vermögens gewesen, das die Japaner in Aktien halten. Nein, die Japaner werden sogar ärmer, da mehr Geld in Austral- und Neuseelanddollar Fonds liegt. Die top ten Fonds in Japan sind alle Anleihenfonds, davon 3, die ausschließlich in Fremdwährunganleihen investieren.


    Bei steigende Realzinsen würde man eine steigende Währung erwarten, aber bei Inflation steigen die Realzinsen nicht. Auf den Yen bezogen heisst dies, dass eine inflationsbedingte Steigerung des Zinses keinen Einfluss auf den Yen hat. U.U, falls die Inflation stärker steigt als der Zinssatz, gar einen negativen Einfluss...


    Auch da stimme ich dir nicht zu. Denn was war in den letzten Jahren? Japan hatte über 10 Jahre die höchsten Realzinsen, trotzdem steht der Yen heute tiefer als 2001/2002.
    Du hast natürlich vollkommen Recht, wenn du nicht den Wechselkurs, sondern den Wert des Yen meinst.
    Ich stimme dir 100% zu, daß der Yen deutlichst im Wert verlieren wird. Der Yen hat allerdings in den letzten 12 Jahren bei 4% Inflationsdifferenz zum Euroraum 60% an Wert gewonnen. Der Wechselkurs von 90 damals entspricht 56 heute!! D.h. relativ zum inneren Wert ist der Yen in den letzten 12 Jahren um 57% gefallen.
    Nehmen wir mal an die Japaner generieren nun 10% Inflation, wir dagegen 3%. Dann würde es über 10 Jahre dauern, bis der jetzige Wechselkurs durch den inneren Wert wieder auf das Niveau von 2001/2002 gebracht worden wäre. Also ja, >10% Inflation über 10 Jahre ohne fallenden Yen sind drin! Nicht daß ich das für ein realistisches Szenario halte, es wird in solchen Szenarien alles sehr schnell nicht-linear... Aber spielen wir es doch mal durch: In solch einem Szenario müßten die Schuldner, also die Banken aller westlichen Staaten, die sich per Carry Trade in Yen verschuldet haben, über 10% Zinsen zahlen (dier jap. Staat könnte das evtl, da 10% nur für Neuverschuldung zu zahlen ist und die Steuereinnahmen ja sprudeln müßten, ohne Staat der 10% Zinsen zahlen kann auch keine 10% Inflation). Das können sie aber nur wenn der Yen entsprechend fällt, was er in diesem Szenario nicht machen wird. Also müssen auch wir Geld drucken ohne Ende um unsere Fremdwährungsschulden in Yen ablösen zu können. Es sind Billionen.


    Und das Hendelsbilanzdefizit Japans wird wohl auch weiter steigen. Japan stellt nur noch Produkte her, die entweder katastrophal schlecht und am Weltmarkt nicht zu gebrauchen sind, oder die keinen Konkurrenten (und wenn ja dann auch aus Japan) haben. Wenn ich meine Waren billiger verkaufe und mehr Geld für meine Einkäufe ausgebe, steigt mein Defizit.


    Ehrlich gesagt habe ich aber keine Lust rumzuraten, Japan hat sich als Anlageland wohl komplett disqualifiziert, Dezember noch hatte ich nur Japan assets, durch den Kauf von Goldminen sind nun nur noch 20% in Yen Cash, was sich immer noch in einem Flash Crash gut halten dürfte. Aber auch das wird wohl über kurz oder lang in den Goldsektor verschoben.


    In Euro gerechnet sind Japan Aktien jedenfalls keinen Cent gestiegen. Und damit meine ich den Schrott und die Zombie-Firmen. Alles solide hat eher underperformed und man hat dank der Währung sogar Verluste.


    Gruß
    S.

    Hallo Edel,


    deutet das denn nicht darauf hin, daß die deflationären Tendenzen eben doch stärker sind als gedacht und QE eben doch weniger inflationär als gedacht?


    Ich möchte deine Daten noch ergänzen:
    Yen in Euro Kurs binnen zwei Tagen von 119.2 auf 127.2, also -6.7%!
    Da der Yen eine der wichtigsten Finanzierungswährungen wist und in negativer Korrelation zu Aktienkursen steht und der Dax gleichzeitig sogar gefallen ist ein sehr deutliches Warnsignal.


    Platin:Gold und Gold:Silber ratios verhalten sich durchaus so wie man es in der Deflation erwarten würde. Der Goldpreis selber, nun ja dürfte von weiterem QE mittelfristig profitieren.


    Wenn die Weltwirtschaft wirklich in die Deflation kippt und der Goldpreis durch QE gestützt bleibt, werden die Minen stark outperformen, da die Kosten sinken. Wir haben ja ein Kostenproblem bei den Minen, der Goldpreis ist nicht das Problem. Relativ zum Goldpreis können die Minen historisch gesehen 100 bis 200% zulegen.


    Unter diesen Gesichtspunkten sehe ich die Royalty Firmen sehr sehr kritisch. Durch die Bank teuer (KGV), keine Hebelwirkung mehr (unter $1000 hatten wir ja die sliding scales, fällt jetzt nicht mehr ins Gewicht), kein Anteil an Gewinnen durch Kostensenkungen.


    Royalties sind und bleiben eine Wette auf gute Minen und gutes Management. Franco Nevada hatte nur top assets in Nevada und ein sehr sehr gutes Management. Vor allem auch praktisch keine Konkurrenz. Ich denke das ist so nicht mehr gegeben. Lassonde ist alt und müde geworden.


    Gruß
    S.