Beiträge von Saccard

    Nachdem Kim Jong Uns Auftritte als bizarrer Bösewicht eines möglichen James Bond Dr. No Prequels aus den 50ern Nordkorea zum zweitmeißtgehassten Land in Ostasien gemacht haben, eine kleine Reflexion über QE in Japan.


    Japan wird ja nun in den nächsten 2 Jahren weitere 1.5-2 Billionen US$ an Zentralbankassets anhäufen. Ich bin ein überzeugter Anhänger der Deflationshypothese, ich denke jedem sollte klar sein, daß ohne QE die Deflation schon längst Fakt wäre. Hat nun QE die Deflation aufgrund wirtschaftlicher oder aufgrund psychologischer Effekte verhindert? M.E. besteht die reale Gefahr daß QE scheitert und eben keine Inflation erzeugt wird. In der Vergangenheit war das IMMER der Fall. Japan hat in den 30ern z.B. eine Glanzleistung abgeliefert und QE hat dort funktioniert. Ebenso in den USA bis auf den Fehler der verfrühten Zurücknahme, die zum Crash 1937 geführt hat. Deutschland hat diesen Fehler nicht gemacht und hat in den 30ern eine brilliante Wirtschaftspolitik hingelegt (zumindest waren die Amerikaner daran sehr interessiert, die Wirtschaftspolitik ging vorwiegend bzw. auch auf Kräfte außerhalb des damaligen Regimes zurück, also bitte keine Diskussionen über den ideologischen Müll von Vorgestern).


    Wo es nun aber interessant wird, ist der Wechsel von der - wie wir gesehen haben erfolgreichen - "inflationären" Krisenwirtschaftspolitik zurück zur normalen Wirtschaftspolitik. Nochmal der Unterschied:
    1. Krisenwirtschaft: keine Geldnachfrage, private Bilanzen kaputt, überschuldet, Privatsektor zahlt Schulden ab, monetäre Politik erfolglos, hohe Haushaltsdefizite notwendig
    2. Normale Wirtschaft: alles lehrbuchmäßig nach unserem guten Milton, Zentralbanken steuern durch monetäre Politik
    Wir haben nur EINEN erfolgreichen Wechsel einer Politik von 1 nach 2 gesehen, nämlich die USA. Nun waren die USA Kriegsgewinner und somit lag eine Ausnahmesituation vor. In Deutschland ist alles in der Hyperinflation vernichtet worden. In Japan wurden Zentralbankgrößen ermordet, als man den Wechsel von 1. nach 2. durchführen wollte, danach kam auch noch gleich eine Hyperinflation.


    Es ist also sehr besorgend, wenn man liest daß die Schulden der Staaten bei den Zentralbanken getrichen werden sollten. Die Anleihen benötigt man noch, um den Wechsel hin zu einer normalen Politik durchführen zu können, ohne in die Inflation abzugleiten. Und genau das macht Japan so gefährlich, der Privatsektor hat durchaus wieder Potential sich zu verschulden.


    Auf Zerohedge ist ein interessanter Artikel erschienen, wo dargestellt wird wie Gold 1:1 mit den Zentralbankbilanzen gestiegen ist (derzeit ca. 9 Billionen weltweit). Gold ist naiv fundamental betrachtet 100% zu teuer, also vielleicht $800 wert wenn nicht noch weniger. Nun könnte man denken, daß der Goldpreis fallen sollte. Ich denke die Besonderheit im Goldpreis, einmalig in über 150 Jahren, möchte uns etwas sagen. Nämlich, daß die Notenbanken Gold kaufen sollten (auch das würde QE bedeuten) und eben keine Staatsanleihen. Gold generiert keine Einnahmen. Staatsanleihen schon. Staatsanleihen werden fällig. Gold nicht. U.U. bedeutet das, daß uns die Notenbanken die besten Anlageformen in der Deflation wegkaufen, die Banken gehen vermehrt aus den Staatanleihen und an die Aktienmärkte, was Crashgefahren heraufbeschwört oder eben bei - ohne Pleite des Finanzsystems - nicht mehr möglichen Börsenabschwüngen zu notwendigen überhöhten Aktienkursen führt, in einer Phase wo viele Menschen für ihr Alter sparen müssen und zwangsläufig überhöhte Aktienpreise bezahlen müssen. Goldankäufe würden all diese Probleme elegant lösen.


    Was ist also zu erwarten? Wenn Japan 2 Billionen ausgibt, die USA ebenfalls und die EZB gezwungen ist, die $370 Mrd. die die Bilanzen geschrumpft sind, umzukehren und ebenfalls moderates QE zu betreiben, dann kommen wir sehr schnell in Bereiche von $4-5 Billionen in den nächsten 2 Jahren - OHNE AKTIENCRASH - , das sind 50% höhere Zentralbankbilanzen und damit 50% höhere Goldpreise ($2400/oz). Kommt nun ein Aktiencrash hinzu, werden die Bilanzen noch stärker ausgeweitet.


    Kann es also wirklich sein, daß wir trotz QE in wenigen Jahren eine waschechte Deflation erleben und die Goldpreise in Richtung $3000 steigen? In der Vergangenheit lag die Gold-Performance in einer Deflation immer im Mittelfeld zwischen Aktien und Anleihen, auch das spricht dafür.


    Von einer Blase beim Gold zu sprechen fällt mir schwer. In den letzten 10 Jahren hatten wir eine Kosteninflation (Löhne im Bergbau, Stahl, Energie, Zement) von 16% pro Jahr. Beim Öl lag die Marge zwischen Preis und Kosten z.T. bei weit über 50%, bei $1300 realen Kosten der Minen wären also selbst $2400-$3000 eigentlich ganz normal.


    Ich denke daß der seit 150 Jahren höchste reale Goldpreis ganz anders aufgelöst als man sich das denken kann. Die Goldbugs sollten das Deflationsszenario durchaus einmal durchdenken.


    Gruß
    S.

    Japan funktioniert immer noch wegen der HAUSHALTSDEFIZITE, QE verpufft dort bislang genauso wie in den USA, wo QE dazu geführt hat, daß die Banken nun >2 Billionen direkt an den Aktienmärkten halten und beim kleinsten Windhauch ihr Eigenkapital verlieren.


    Japan ist wirklich spannend. Demnach müßte der Yen ja jetzt endlich steigen. Wie wir alle wissen heißt Inflation höhere Zinsen und eine steigende Währung (so wurden wir von den "Doofen" über 10 Jahre lang an den Märkten regiert, ich habe nur die Befürchtung daß sich dieses "Konzept" inzwischen überlebt hat).


    So oder so, in 2 Jahren ist Japan entweder in einer Inflation > 10% oder QE wird als Mumpitz enttarnt sein wonach wir dann keine Chance mehr haben die Deflation aufzuhalten.


    Hyperinflation oder Deflation - egal. Real gesehen sinken die Preise in beiden.


    Gruß
    S.

    Danke, ich hatte mich schon gewundert warum man in der Richtung nichts mehr hört. Lizenzprobleme also. 43 mio ozs inferred sind es bereits in Far South East.


    Tagesereignis war heute QE Japan. Der Plan ist inzwischen so groß (Faktor 5 im Verhältnis zum BIP im Vergleich zu den USA), daß bis 2015 alles klar sein wird. Entweder wir werden bis dahin Anfänge einer Hyperinflation erleben oder aber - wenn die Inflation ausbleibt - wird 2015 klar sein, daß QE nichts bringt, womit dann die psychologischen Effekte des QE weg sind und wir weltweit in die Deflation abgleiten.


    Man muß in Japan nun darauf achten, ob Unternehmen die Ausschüttungsquoten erhöhen und ob die Steuereinnahmen steigen. Man wird sich strikt an den Plan aus den 30ern halten, wo QE und hohe Haushaltsdefizite funktioniert haben und nach 2 Jahren die Haushaltsdefizite durch steigende Steuereinnahmen ausgeglichen waren.


    Charttechnisch hat der Yen 2003 den Abwärtstrendkanal verlassen, ist dann auf 165 gestiegen und ab 2008 bis 2012 auf gut 90 zum Euro zuzrückgegangen und hat damit den Abwärtstrendkanal von oben angetestet. Im Inflationsszenario wird 2012 das Tief gewesen sein und der Yenkurs steigt Richtung 180-200. Im Deflationsszenario wird der Yenkurs zunächst unter 90 fallen und dann wieder im alten, jahrzehntelangen Abwärtstrendkanal sein. Derzeit obere Begrenzung 90, unten 45 (!!), d.h. unter 90 hat der Yenkurs dann nochmal Halbierungspotential.


    Ich denke, daß nun die Entscheidung zum Inflationsszenario gefallen ist, womit man alle jap. net-nets vergessen kann: Cashbestand wird langfristig entwertet, operatives Geschäft ist bei all diesen Werten kippelig bis nicht vorhanden.


    Gold wird im Inflationsszenario gut laufen, 3000-5000, vielleicht auch höher. Im Deflationsszenario wird Gold eher schwach sein, hat aber monetäres Neubewertungspotential mit 5000-20000 bei Goldverbot und Neueinstufung durch die Notenbanken.
    Die Minen sollten in beiden Szenarien gut laufen. XAU:Gold Ratio auf Multi-Dekadentief, in der Deflation wird sich Gold aufgrund der monetären Eigenschaften besser halten als Stahl, Öl, Löhne, Zementpreise, die Marge der Minen steigt. Inflations wird den Minen ebenfalls nutzen, Gold selber dürfte dann aber längerfristig die besseren Chancen haben.


    Die Japan-Strategie der net-nets sehe ich damit als gescheitert an. Empfehlenswert noch 2131 Accordia Golf mit vielen Schulden und 125 Golfplätzen á 30ha.


    Gold Fields ist in der tat bei gleicher Bewertung der nicht-SA Reserven genauso teuer wie Newmont oder Barrick. South Deep mit 40 mio ozs Reserven und Far South East mit 43 mio ozs inferred Ressourcen (=vielleicht 15 mio ozs Reserven wovon Gold Fields 60% gehören werden, eine Mine muß auch noch errichtet werden) gibt es bewertungstechnisch in der Tat kostenlos. D.h. die Chancen eines Übernahmeangebotes waren noch nie so hoch wie heute. Aufgrund des Umfelds rechne ich aber nicht mit einer Übernahme, das Management der Majors mußte ja schon genug Prügel einstecken.


    Gruß
    S.

    Tagesbilanz Performance gegen US$


    1. Sibanye -1.25%
    2. Yen long -0.2%
    3. Gold Fields -5.1%
    4. Barrick -2.5%
    5. Lonmin -1.4% (gegen GBP, Schlusskurs von London, geht noch weiter runter)
    6. Newmont -3.77%
    7. Hecla -3.6%


    Bislang offenbart die Performance eine ganz gute Depotgewichtung.


    Doch was ist mit Gold Fields los?
    24 mio ozs Reserven welt weit, genauso hoch bewertet wie Newmont, zurecht da gut und ex Südafrika
    dazu kostenlos 40 mio ozs in South Deep
    dazu kostenlos 60% Beteiligung an Far South East (Gold-Kupfer Projekt mit mehreren dutzend Millionen Unzen Potential).


    Sollte auf Basis dieser Bewertung Gold Fields nicht ein exzellenter Übernahmekandidat sein? Wer weiß mehr zu Far South East?


    Gruß
    S.

    Hallo Zwyss,


    ich weiß nicht was es da zu kritisieren gibt, man kann monetär keine Deflation beenden. "Holy Grail of Macroeconomics" noch mal als Buchempfehlung.


    HAUSHALTSDEFIZITE, ja damit kann man etwas erreichen. Monetär bringt nichts, da keine Kreditnachfrage. Der Privatsektor war 1990 überschuldet und mußte die Bilanzen reparieren.


    Und ja, Japan hat es geschafft, den Yen 25-30% abzuwerten ohne selber auch nur ein Händchen zu rühren. Nur mittels "geschickter" Aus- und Ansagen. Den Rest übernahmen die Spekulanten (und sind jetzt record short im Yen).


    Wie gesagt, ich bleibe weiterhin Yen long, wenn auch nur 23% der bisherigen Position. Die Verluste aus Ende 2012 habe ich mit einer gigantischen Nintendo Position als exit door in den Griff bekommen. Gefahren für den Yen sehe ich inzwischen in einem Krieg. Wenn Nord-/Südkorea losgehen sollte, sind auf den Senkaku Inseln ganz schnell andere Fähnchen aufgestellt. Die USA sind ja vielleicht zeitgleich mit Syrien beschäftigt.


    Nun aber zurück zu Südafrika. Betrachten wir doch mal die Minen aus anderer Sicht, aus Angestellten Sicht. Was meint ihr was so einen Minenarbeiter bei Lonmin verdient? R12500, nach Steuern R11000 pro Monat. Netto also $1180. Und das bei den dortigen Lebenshaltungskosten. Immer wieder interessant wie zynische Sprüche wie "bald geht es den Leuten in Soweto besser als in Ostdeutschland" so schnell von der Realität eingeholt werden.


    M.E. hat der Rand inzwischen gewaltiges Potential nach unten.


    Gruß
    S.

    Tanashian Artikel HUI vs Russel 2000


    Ein sehr guter Artikel von Tanashian auf Gold Eagle.


    Wie man sieht hat der HUI 2011 das gemacht, was die Aktien heute machen: ein Top bilden. Passt sehr gut zu meiner Vermutung, daß es bald (noch diese Jahr, wahrscheinlich noch vor September) mit Aktien runter geht, deutlich. >40%


    Das heißt, daß Gold-Aktien inzwischen die Führung übernommen haben.


    Sie werden den Crash nicht 1:1 mitmachen.


    Sie werden eine eigenständige Bewegung machen und uns Hinweise geben, was mit Aktien nach einem 40% Crash passiert.


    Wenn es mit Gold und Minen nochmal deutlich runter geht, wird es keinen 40-50% Bärenmarkt bei Aktien geben, sondern das Ende wird eingeläutet mit viel größeren Verlusten.


    Gruß
    S.

    Ach Zwyss erzähl mir was neues.


    Jetzt NACH dem 28% Crash den der Yen hingelegt hat? Und alles nur dank Spekulationen ohne daß auch nur etwas passiert ist. Die alte BOJ Führung war ja abgebrüht. "Einführung eines Mechanismus zum Kauf von Anleihen". Mechanismus, keine Anleihekäufe. Die Personen die jetzt das Ruder übernehmen sind Flaschen und müssen erstmal lernen, daß montetär in Japan nichts machbar ist. Genau wie in den USA, wo ja auch 2 Billionen über die Banken in die Märkte geflossen sein, der Privatsektor deflationiert seit 2008 schön weiter.


    In Japan ist die Lage für mich klar:
    1. Man hat Erfolg: Inflation 2%, Zinsen 3%, damit Zinsen >2% höher als in Euroland und trotz Inflation steigender Yen
    2. Man hat keinen Erfolg, weiterhin 1% Deflation und bei Ernüchterung am Markt Angstcrash von erstmal 20-30% (für eine Währung ist so eine Ansage so extrem wie 70 oder 80% Tagesverlust an einer Börse, vielleicht auch an einem Tag, 10% hatten wir beim Yen ja schonmal).


    Die Abwertung des Yen hat mich übrigens von November bis Februar einen hohen Betrag gekostet, den ich mir dann über Nintendo und diverse Pachinko stocks zurückholen mußte. Ich bleibe Euro short bis diese Währungsblase endlich platzt. 6 1/2 Jahre bin ich es ja schon.


    Gruß
    S.

    Der Platindeal ist nur langfristig. Kurzfristig keine Auswirkungen.


    Platin hat traditionell etwas mehr gekostet als Gold, war dann eine Zeit lang deutlich teurer und kostet jetzt eben etwas weniger als Gold.


    In einer Deflation wird Platin wohl immer weniger kosten als Gold.


    M.E. ist Gold zu teuer, langfristig bleibt Gold stabil, der Dow steigt um das Produktivitätswachstum an. Ein Dow/Gold Ratio von ca. 8 muß man ca. als fair einplanen.


    Aber:
    -Gold ist nicht um Größenordnungen zu teuer
    -die mögliche Überbewertung kann auf verschiedene Arten abgebaut werden
    -von einer freien Wirtschaft kann man kaum noch sprechen, evtl. geht das langfristige Wachstum von Aktien zu Ende
    -eine wirkliche Übertreibung haben wir noch nicht gesehen, am Ende werden immer die fetten Gewinne gemacht (KGV>100 etc.)


    Letztendlich könnte man mit einem kaufkraftbereinigten Verlust von 50% (gegenüber dem Preis in 20 oder 30 Jahren) ganz gut schlagen. Auf diese lange Sicht ist keine Währung durchschaubar. Wichtig: Mit Gold setzt man auch nicht auf eine bestimmte Wirtschaftsregion in der Welt, man bleibt flexibel.


    Depotwerte nach Gewichtung
    1. Sibanye
    2. Yen long gegen Euro (es bleibt bei 1% Deflation trotz Abenomics)
    3. Gold Fields
    4. Barrick
    5. Lonmin
    6. Newmont
    7. Hecla


    Gruß
    S.

    Die Reserven besagen nicht viel. Die sind von 22 auf 13 mio ozs zusammengestrichen worden. Letzten Endes ist Potential bis 74 mio Reserven, alles eine Kostenfrage. Bis in 5000m ist Platz, aber die Technologien um da mal etwas zu fördern müssen noch entwickelt werden. Ich denke wenn es gut läuft hat man noch 30 Jahre mit im Durchschnitt 1 mio oz Produktion. Für den Rest müßten neue Schächte her, das ist unwahrscheinlich.


    Realistisch sind wirklich die 13 mio ozs die jetzt als Reserven angegeben sind. Dazu 3 mio ozs plus Uran im Abraum. EV inkl. Schulden 1.4 Mrd sind aber damit auch schon >$100/oz


    Auch der hohe Hebel auf den Goldpreis stimmt so nicht wie ein Vergleich mit Newmont zeigt:
    Sibanye net earnings $364 mio bei 1.22 mio ozs Produktion und angenommenen $1650 Goldpreis bedeutet Produktionskosten inkl. Steuern von $1350/oz
    Newmont net earnings $1809 mio bei 5 mio ozs Produktion und angenommenen $1650 Goldpreis bedeutet ebenfalls Produktionskosten unterm Strich von $1288/oz


    Es gibt an den Südafrikanern schlicht nichts marodes, teure Kosten oder schlechte Infrastruktur. Im Gegenteil ist alles besser, redundanter ausgelegt. Die Minen sind keine 24/7 Operationen. Man baut nicht jede Unze ab, entschieden wie genau abgebaut wird, wird vor Ort erledigt. Abhängig von Öl ist man praktisch gar nicht. Wo andere Jahrzehnte Exploration betreiben müssen, haben alleine Kloof und Driefontein zusammen mehr gefördert als Barrick an Reserven hat.


    Das Problem sind einfach nur die Löhne. Und die Lohnsteigerungen sind deswegen ein Problem, weil der Rand nicht entsprechend mit der Inflationsrate gesunken ist.


    Nur als Beispiel, das KGV von SIbanye lag im Jahr 2012 bei unter 3. Für 2013 wird es bei derzeitigem Kurs bei gut 2 liegen, wenn der Goldpreis so bleibt, die Produktion auf 1.45 mio oz steigt (Streik im letzten Jahr) und die Kosten nur um 6% steigen.


    Sollte es einen Randcrash geben, sagen wir auf 17.5 zum US$, wird Sibanye mehr verdienen als sie jetzt an der Börse kosten.


    Wenn sich die Entwicklung der letzten 5 Jahre fortsetzt ohne daß der Rand fällt, wird der Gewinn binnen 2-3 Jahren verschwunden sein und man kann alles schließen (dann könnte man aber auch den kompletten Platinsektor dichtmachen).


    Ich sehe es so: Man hat hier die Möglichkeit durch einen Spinoff (=unbekannt, keine fundamentals, psychologisch kein Einstandskurs und damit Verkäufe zu jedem Preis) sehr billig etwas zu erwerben, das dazu noch komplett anders funktioniert als die üblichen open-pit Minen und nur dadurch ernstzunehmende Diversifikation im Goldsektor bietet.


    Gruß
    S.

    Die Reserven besagen nicht viel. Die sind von 22 auf 13 mio ozs zusammengestrichen worden. Letzten Endes ist Potential bis 74 mio Reserven, alles eine Kostenfrage. Bis in 5000m ist Platz, aber die Technologien um da mal etwas zu fördern müssen noch entwickelt werden. Ich denke wenn es gut läuft hat man noch 30 Jahre mit im Durchschnitt 1 mio oz Produktion. Für den Rest müßten neue Schächte her, das ist unwahrscheinlich.


    Realistisch sind wirklich die 13 mio ozs die jetzt als Reserven angegeben sind. Dazu 3 mio ozs plus Uran im Abraum. EV inkl. Schulden 1.4 Mrd sind aber damit auch schon >$100/oz


    Auch der hohe Hebel auf den Goldpreis stimmt so nicht wie ein Vergleich mit Newmont zeigt:
    Sibanye net earnings $364 mio bei 1.22 mio ozs Produktion und angenommenen $1650 Goldpreis bedeutet Produktionskosten inkl. Steuern von $1350/oz
    Newmont net earnings $1809 mio bei 5 mio ozs Produktion und angenommenen $1650 Goldpreis bedeutet ebenfalls Produktionskosten unterm Strich von $1288/oz


    Es gibt an den Südafrikanern schlicht nichts marodes, teure Kosten oder schlechte Infrastruktur. Im Gegenteil ist alles besser, redundanter ausgelegt. Die Minen sind keine 24/7 Operationen. Man baut nicht jede Unze ab, entschieden wie genau abgebaut wird, wird vor Ort erledigt. Abhängig von Öl ist man praktisch gar nicht. Wo andere Jahrzehnte Exploration betreiben müssen, haben alleine Kloof und Driefontein zusammen mehr gefördert als Barrick an Reserven hat.


    Das Problem sind einfach nur die Löhne. Und die Lohnsteigerungen sind deswegen ein Problem, weil der Rand nicht entsprechend mit der Inflationsrate gesunken ist.


    Nur als Beispiel, das KGV von SIbanye lag im Jahr 2012 bei unter 3. Für 2013 wird es bei derzeitigem Kurs bei gut 2 liegen, wenn der Goldpreis so bleibt, die Produktion auf 1.45 mio oz steigt (Streik im letzten Jahr) und die Kosten nur um 6% steigen.


    Sollte es einen Randcrash geben, sagen wir auf 17.5 zum US$, wird Sibanye mehr verdienen als sie jetzt an der Börse kosten.


    Wenn sich die Entwicklung der letzten 5 Jahre fortsetzt ohne daß der Rand fällt, wird der Gewinn binnen 2-3 Jahren verschwunden sein und man kann alles schließen (dann könnte man aber auch den kompletten Platinsektor dichtmachen).


    Ich sehe es so: Man hat hier die Möglichkeit durch einen Spinoff (=unbekannt, keine fundamentals, psychologisch kein Einstandskurs und damit Verkäufe zu jedem Preis) sehr billig etwas zu erwerben, das dazu noch komplett anders funktioniert als die üblichen open-pit Minen und nur dadurch ernstzunehmende Diversifikation im Goldsektor bietet.


    Gruß
    S.

    Hallo Zwyss,


    1 ADR = 4 Aktien erklärt es wohl


    Ich widerspreche dir hier entschieden. Operativ läßt sich wenig verbessern, die Südafrikaner arbeiten alle hocheffizient. Wenn man hinter die Kulissen schaut ist man fast immer positiv überrascht (so werden die Reserven z.B. durch die Leute vor Ort erfasst und nicht in irgendwelchen FIrmenzentralen durch reine Berechnungen).


    Das Problem ist schlicht, daß hier eine manuelle Arbeit stattfindet wie es sie woanders nicht gibt. Man kann diese Minen nicht 1:1 mit Open Pit Minen vergleichen. In verschiedenen Szenarien der Goldpreis / Währungsentwicklung werden sie ganz anders performen. 2/3 der Kosten sind Strom und Löhne. Wenn der Rand irrational überteuert ist, sogar 50% stärker als 2001 und die Inflationsrate bei den Minenkosten bei >15% liegt, hauptsächlich Lohnerhöhungen, was willst du dann dagegen unternehmen? Die Minen arbeiten nach wie vor hochprofitabel, nur daß jemand anders die Gewinne kassiert.


    Außerdem zahlen die Südafrikaner die weltweit höchste Steuerrate auf Gewinne. Vielleicht liegt die Steuer sogar bei über 100%. Der Grund ist simpel: So eine Mine wie Driefontein oder Kloof hat schon vor 20 Jahren 4 Mrd. US$ gekostet. Diese Kosten werden langfristig abgeschrieben. Da nun aber durch die hohe Inflation die heute fälligen Kosten für das Errichten einer solchen Mine ein Mehrfaches betragen, sind die Abschreibungen viel zu gering, decken nur 1/3 oder 1/4 der wirklichen Kapitalkosten ab. Allein der normale Steuersatz liegt schon bei 40%, effektiv entsprechend mehr. Genaues auszurechnen dürfte schwer sein. Das ist einer der Gründe warum sich so etwas wie Kloof heute nie wieder lohnen würde. Und auch der Grund warum kapitalintensive Unternehmen in einem Inflationsszenario sehr sehr schlecht abschneiden.


    Kannst du mir sagen wer heute noch - ehrlich gerechnet - unter $1000/oz produziert? Da gibt es sehr wenige... und die Platinminen in Südafrika schreiben durch die Bank Verluste wo der Platinpreis bei 1:1 zum Goldpreis liegt.


    Klar ist, daß die Goldminen Südafrikas binnen weniger Jahre weg sind, wenn sich die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzt.


    Gruß
    S.

    Hallo Zwyss,


    1 ADR = 4 Aktien erklärt es wohl


    Ich widerspreche dir hier entschieden. Operativ läßt sich wenig verbessern, die Südafrikaner arbeiten alle hocheffizient. Wenn man hinter die Kulissen schaut ist man fast immer positiv überrascht (so werden die Reserven z.B. durch die Leute vor Ort erfasst und nicht in irgendwelchen FIrmenzentralen durch reine Berechnungen).


    Das Problem ist schlicht, daß hier eine manuelle Arbeit stattfindet wie es sie woanders nicht gibt. Man kann diese Minen nicht 1:1 mit Open Pit Minen vergleichen. In verschiedenen Szenarien der Goldpreis / Währungsentwicklung werden sie ganz anders performen. 2/3 der Kosten sind Strom und Löhne. Wenn der Rand irrational überteuert ist, sogar 50% stärker als 2001 und die Inflationsrate bei den Minenkosten bei >15% liegt, hauptsächlich Lohnerhöhungen, was willst du dann dagegen unternehmen? Die Minen arbeiten nach wie vor hochprofitabel, nur daß jemand anders die Gewinne kassiert.


    Außerdem zahlen die Südafrikaner die weltweit höchste Steuerrate auf Gewinne. Vielleicht liegt die Steuer sogar bei über 100%. Der Grund ist simpel: So eine Mine wie Driefontein oder Kloof hat schon vor 20 Jahren 4 Mrd. US$ gekostet. Diese Kosten werden langfristig abgeschrieben. Da nun aber durch die hohe Inflation die heute fälligen Kosten für das Errichten einer solchen Mine ein Mehrfaches betragen, sind die Abschreibungen viel zu gering, decken nur 1/3 oder 1/4 der wirklichen Kapitalkosten ab. Allein der normale Steuersatz liegt schon bei 40%, effektiv entsprechend mehr. Genaues auszurechnen dürfte schwer sein. Das ist einer der Gründe warum sich so etwas wie Kloof heute nie wieder lohnen würde. Und auch der Grund warum kapitalintensive Unternehmen in einem Inflationsszenario sehr sehr schlecht abschneiden.


    Kannst du mir sagen wer heute noch - ehrlich gerechnet - unter $1000/oz produziert? Da gibt es sehr wenige... und die Platinminen in Südafrika schreiben durch die Bank Verluste wo der Platinpreis bei 1:1 zum Goldpreis liegt.


    Klar ist, daß die Goldminen Südafrikas binnen weniger Jahre weg sind, wenn sich die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzt.


    Gruß
    S.

    Nach fast 7 Jahren auf ein neues:


    Heute sind die letzten Aktien rausgeflogen. Zum ersten mal wieder ein reines Golddepot.


    1. Sibanye Gold
    2. Gold Fields
    3. Barrick
    4. Newmont
    5. Lonmin


    Als ernsthafte Kandidaten standen noch Iamgold und Anglogold zur Verfügung. Ich habe mich nur wegen vieler Empfehlungen und einem gut gelaufenen Kurs gegen Iamgold entschieden.
    Anglogold gefällt mir nicht. Sie sind billig ($160/reserve oz verglichen mit $250-300 in Nordamerika), aber nicht billig genug. Gold Fields kostet inzwischen weniger als $110/reserve oz. Und die haben bis auf South Deep nicht mehr eine einzige Mine in Südafrika. Gold Fields kostet $300/reserve oz ohne South Deep, das Ding gibt es dann als kostenlose Dreingabe. D.h. je nach Verkaufspreis von South Deep (z.B. an Anglogold zu verscherbeln) könnte Gold Fields von heute auf morgen übernommen werden. Kann bei Anglogold nicht passieren. Außerdem zahlen sie keine vernünftige Dividende.


    Auch interessant: Nachdem die Bewertungen von Sibanye lachhaft niedrig sind selbst bei 13 mio ozs Reserven (reicht ca. 10 Jahre) möchte Anglogold Mponeng (direkte Nachbarschaft und schon tiefer) weitere 30 Jahre bearbeiten. Wenn mal wieder vernünftige Rahmenbedingungen herrschen, wird man in Driefontein und Kloof ebenfalls noch Jahrzehnte arbeiten können und die 74 mio ozs Ressourcen abbauen.


    Auch so ein Problem in Südafrika: die Geologie ist so gut daß es wie ein Fluch ist, man kommt einfach nicht davon los. Egal wieviele Unzen durch Exploration gefunden werden, nach 5-15 Jahren sind sie abgebaut und die südafrikanischen Giga-Reserven haben eben 10 von 30 oder 10 von 50 Jahren verloren.


    Weiter aufstocken werde ich bei Gold Fields und Barrick.


    Übrigens bin ich gerade eben über eine Umfrage gestolpert, wo 62% der Mineninvestierten davon ausgehen, Gold würde im nächsten Crash auch mit crashen. 2011 war es etwas anders und die Divergenz seit Ende 2012 zu AKtien spricht auch für sich. Überhaupt ist alles was ab November 2012 gestiegen ist für den nächsten Crash sehr suspekt.


    ASA (http://www.asaltd.com, geschlossener Goldfonds traditionell in Südafrika investiert und dort 1958 auch gegründet) ist nur noch zu 10% in die Südafrikaner investiert!!


    Einziger Haken an der ganzen Geschichte ist, daß Gold m.E. immer noch zu hoch steht. Wenn der Stand 2x so hoch ist wie historisch gerechtfertigt dann hat das eine gewisse Aussage. Im Gegenzug ist das Gold/XAU ratio bei 12, 2002 war es im Tief der Minen bei 6. D.h. fundamental können sich die Minen locker vermehrfachen ohne steigenden Goldpreis (Barrick KGV unter 7 z.B.). So etwas wie Sibanye kann sogar unter günstigen Umständen ein tenbagger werden bei stagnierendem Goldpreis.


    Gruß
    S.

    Hallo,


    die Klimaerwärmung ist nicht per se Quatsch. Gut, es wird seit 25 Jahren kälter (Wintertemperaturen durchschnittlich 2 Grad kälter als vor 25 Jahren). Global seit 15 Jahren eine Stagnation. trotzdem ist CO2 sparen sinnvoll, keiner kann die Folgen abschätzen.


    Widerlich ist nur die Geschäftemacherei damit.


    Zu dem Rest kann ich nichts sagen, ich konzentriere mich nur auf wenige Sektoren. Verbund hatte ich mir mal angesehen, aber die vielen Schulden... wohl noch der beste Versorger dank der Pumpspeicherwerke.


    Ich habe heute mal etwas Lonmin eingesammelt. Zu früh anscheinend. Trotzdem eine nette Diversifikation zu SIbanye auf ähnlichem Bewertungsniveau allerdings ohne die Profitabilität.


    Kloof und Driefontein haben zusammen so um die 150 mio ozs gefördert, also das 1.5x von dem was Newmont überhaupt hat. Man ist von 1500 auf 3700m runtergegangen, also 2200m. Die Reefs laufen noch bis 5000m Tiefe also weitere 1300m, da ist noch Potential über die 13/20 mio ozs Reserven hinaus. Uran haben sie alleine 40 mio Pfund in den fertigen Abraumhalden etc.


    Südafrika würde ich inzwischen sogar am ehesten mit den USA 1985-1990 vergleichen. In der South Bronx sah es ja auch nicht gerade schön aus (Dresden '45 war teilweise besser erhalten). Wenn man sich mal mit Google Street View so umschaut sieht es in den Townships vielfach ganz gut aus. Wenn man so sieht was die für Autos da stehen haben. Unter 4000kwh Stromverbrauch gilt dort der Sozialtarif: Strompreiserhöhungen nur mit unter 8%. Man vergleiche nur mit den deutschen Knauserverbräuchen. Im Lebensstandard sinken wir bald unter Südafrika wenn es so weiter geht. Die Mordrate ist seit 20 Jahren rückläufig.


    Als Contrarian sage ich kurzfristig Aktien runter, Gold rauf, Yen rauf, Euro runter. Dann werde ich weitersehen ob es beim Gold bleibt oder mittelfristig wieder mehr in japanische Aktien.


    Gruß
    S.

    Ach der Yen, die ewige Frage wo er hin geht.


    Also m.E. ist eines klar: Wenn Land A 3% Inflation hat und Land B 6%, dann wird die Währung von Land A langfristig 3% gegenüber der von Land B aufwerten.


    In den letzten 10 Jahren hatten wir als "Devisenhändler" bei den Banken leider nur "dumme Bauern". Geil, Land B bietet 8% Zinsen und Land A nur 5%. Nach dem Schema lief es doch, und wenn es alle so machen ist der Spekulationsfaktor so groß, daß die Realwirtschaft kurzfristig (mehrere Jahre) nicht zu sagen hat.


    Fakt ist, daß in Japan vieles sehr sehr billig ist. Man kann von umgerechnet 700-800 Euro pro Monat gut leben, wenn man sich eine Miniwohnung irgendwo im Tokio-Umland in der Kanto Region nimmt. Der durchschnittliche Arbeitnehmer gibt z.B. zwischen 2 und 3 Euro für sein Mittagessen aus.


    Was wäre denn in einer Marktwirtschaft? In Japan müßten die Preise eigentlich doppelt oder dreimal so teuer sein, um von einem fairen Wechselkurs sprechen zu können. Warum? weil die Binnenwirtschaft 3. Welt Charakter hat. Es existieren Handelsgesellschaften, die genau einen Lieferanten und einen Abnehmer haben. Wenn die Waren dann durch 2 oder 3 solcher Gesellschaften fließen und am Ende der Ladenpreis im Tante Emma Laden (der Veto Recht gegenüber allen Supermarkteröffnungen im Umkreis hat) immer noch billiger als hier ist...


    2001 ware der Yen bei 90 zum Euro. Inflationsbereinigt sind das heute 65!


    Natürlich ist der Yen ein politischer Spielball geworden. Nur hatten wir gerade einen Crash, von 95 auf 125 ist ja schon ein Wort. Nur warum? Nicht weil Japan abgewertet hat, sie haben gar nichts gemacht. Weil Spekulanten durch Yen Shorts und Carry Trades das erzielt haben.
    Eine Deflation kann man nicht mit "Geld drucken" beenden. Siehe "The Holy Grail of Macroeconomics". "Gedrucktes" Geld sind immer neue Schulden. Da die Japaner überschuldet waren, haben sie Schulden zurückgezahlt. Es besteht schlicht keine Nachfrage nach Geld. Deflation kann man nur durch Haushaltspolitik beeinflusen. Das habe ndie Japaner richtig gemacht (nebenbei, ich denke wir übersehen diese Lektion, ohne die Haushaltspolitik der letzten 20 Jahre hätte sich das BIP gedrittelt!). Nun haben sie aber netto (Währungsreserven, Cash Bestände im Pensionssystem, was kein reines Umlagesystem wie bei uns ist) 120-140% Verschuldung vom BIP. Also alles Bullshit.


    Ich gehe trotzdem davon aus, daß Japan aus der Deflation kommt. Die Schulden sind größtenteils zurückgezahlt, die Firmenbilanzen repariert. Japan hat die jüngsten Konsumenten, nirgendwo sonst ist der Anteil der 35-45 jährigen so groß wie dort (der so genannte Echoboom). Zwischen 45 und 50 wird am meisten Geld ausgegeben. D.h. die Binnenwirtschaft ist für die nächsten 10 Jahre auf Wachstum vorbereitet.


    Ich denke wir müssen beim Yen von allem ausgehen: Es könnte z.B. einen übernacht Crash auf unter 100 geben (Chance von vielleicht weniger als 3 oder 1%, aber die wegen des hohen Payoffs trotzdem ein interessanter Gedanke), es könnte eine Hyperinflation entstehen. Oder man könnte "Erfolg" haben, die Steuereinnahmen sprudeln wieder, die Zinsen steigen, der Staat kann durch die Steuereinnahmen die höheren Zinsen zahlen. Was würde denn dann passieren, wenn wir plötzlich im Yen Zinsen von 3% hätten? Und bei uns 1%? Trotz geringerer Inflation ist der Yen in den letzten 10 Jahren letztendlich gefallen. Warum soll er nicht bei moderater Inflation 10 Jahre lang steigen?


    Was mir Angst macht ist daß man die strukturellen Probleme nicht angeht. Aber was erwartet man bei einem Land, wo als Hauptverhütungsmittel die Abtreibung verwendet wird?


    Mittelfristig spricht vieles für Japan, was fundamental billig ist wird so oder so Erfolg bringen. Man sollte nur genau hinschauen, warum ein Wert billig ist und in welchem Szenario er gut laufen wird. Daher meine Auflistung mit den net-cash Beständen. Exporteure kaufe ich selber gar nicht, aber auch da gibt es Potential: Preisanhebungen. In vielen Bereichen sind die Japaner die einzigen Anbieter, nur eben in der Art daß zwei oder drei Firmen 70-80% des Weltmarktes bedienen. Wenn es da Konsolidierungen gibt, können die an den Preisen ohne Ende drehen. Man könnte auch auf so etwas wie Kawasaki Heavy spekulieren, wenn mehr für Rüstung ausgegeben wird. Aber wie gesagt, kurzfristig alles sehr stark gelaufen und bei einem Aktiencrash würden die alle mitfallen.


    Mit Iamgold solltest du richtig liegen, die hatte ich als einzige andere Mine im Depot, unter 6.50 gekauft und kürzlich wieder abgestoßen. Fundamental sind sie wirklich günstig wenn man mit Newmont und co. vergleicht.


    Die Idee mit den Platinwerten ist auch interessant, da werde ich mich einlesen. Allerdings ist Platin Industriemetall, günstiger als Gold derzeit.


    Also beim Gold preferiere ich inzwischen zwei Szenarien (üblicher Anstieg auf 2000 kann natürlich auch sein, aber das wäre nur Schema F und jeder hat es auf dem Plan):
    1. Rücksetzer in den Bereich 800
    Dann dürfte der Euro bei Parität stehen, der Rand halbiert sich und der Yen steigt deutlich, mit Sibanye und Euro-Shorts überlebt man das Szenario
    2. Goldverbot, Einsammeln staatlicherseits und Neubewertung auf 10-20000 Euro. Sinn des verbots ist, daß die Gewinne die die Neubewertung bringt nur dem Staat zugute kommen. M.E. zurecht. das wäre ultima ratio wenn wir von einer Deflationskrise erfasst werden. Dann wäre physisches Gold sinnlos, die Minen aber hätten für Jahrzehnte ausgesorgt.


    In den 70ern lief Gold übrigens besser als die Minen. In den 30ern war es genau umgekehrt.


    Wie gesagt, ich mache keine Vorhersagen, ich versuche nur gedanklich möglichst viele Szenarien zu erfassen und mit den Werten dafür passend gerüstet zu sein. 99% falsch liegen und 1% richtig liegen kann ja lohnend sein, wenn das 1% einen riesigen Payoff hat.


    Der Mix Japan Aktien plus Gold gefällt mir zuletzt immer besser.


    Gruß
    S.

    Überhaupt, warum keine Minen?


    Ich schichte gerade in Sibanye Gold um. Kurs pro Adr $5.34, Gewinn 2012 pro ADR $1.99


    Vielleicht macht der Rand ja eine Wiederholung von 2001/2002? Damals waren wir bei 14 zum Dollar. Geht man von 3% mehr Inflation in SA aus wären das heute 19.5 zum Dollar. Das wären $7.50 Nettogewinn. Ich denke bei fallendem Goldpreis und crashendem Rand ist Sibanye gut abgesichert. Wenn alles so weiter läuft werden sie natürlich langsam durch die Kosten erstickt.


    1/3 Promille habe ich schon.


    Gruß
    S.


    Name und Kürzel geändert

    8.7.2025 Edel

    Überhaupt, warum keine Minen?


    Ich schichte gerade in Sibanye Gold um. Kurs pro Adr $5.34, Gewinn 2012 pro ADR $1.99


    Vielleicht macht der Rand ja eine Wiederholung von 2001/2002? Damals waren wir bei 14 zum Dollar. Geht man von 3% mehr Inflation in SA aus wären das heute 19.5 zum Dollar. Das wären $7.50 Nettogewinn. Ich denke bei fallendem Goldpreis und crashendem Rand ist Sibanye gut abgesichert. Wenn alles so weiter läuft werden sie natürlich langsam durch die Kosten erstickt.


    1/3 Promille habe ich schon.


    Gruß
    S.

    Hallo Neo,


    also ich habe Erfahrung mit


    2131 Accordia Golf -100%
    2466 Pacific Golf -100%
    2767 Fields 65%
    6257 Fuji Shoji 133%
    6412 Heiwa 50% (Anteile (80%) an 2466 mit Marktwert bewertet, konsolidiert -50% wegen Schulden in Bilanz von 2466)
    6417 Sankyo 85%
    6460 Sega Sammy 25%
    7733 Olympus -xx%
    7832 Namco Bandai 45%
    7974 Nintendo 85%


    Links der Stock Code, rechts der ungefähre Netto-Cashbestand. Es kommt darauf an was du erreichen möchtest.
    Z.B. hat Accordia Golf sehr viele Schulden (100% der Marktkapitalisierung), dafür aber sehr viel Land. Hyperinflationssicher. Der Quadratmeter wird mit 40-100 Euro bezahlt. Derzeit am Markt sind Preise von über 1000 oder 1500 Euro zu erzielen, zumindest in der Kanto-Region.


    Sowas wie Sankyo ist natürlich deflationssicher. Sie verdienen aber kein Geld mehr. Überhaupt ist der Pachinko Sektor total undurchsichtig geworden.


    Ich selber habe noch Fuji Shoji und Nintendo. Fuji ist fundamental extrem billig, hat aber einen Mehrheitseigner mit 75% der machen kann was er will.


    Das Problem generell: Die Japaner verdienen kein Geld. Alles nur als net-nets interessant. Ich habe mir z.B. Nintendo um die 9000 herum gekauft. Jetzt sind die knapp 20% im Plus und die Bewertung ist durch die fehlenden Gewinne zu hoch. Daher reduziere ich wieder (2/3 schon weg). Net-nets sind nur etwas, um Geld zu behalten, nichts um Geld zu verdienen.


    Es ist auch absehbar, daß der Yen noch viel viel stärker werden könnte. Ich stelle mir immer die Frage was bei einem Yen Stand zum Euro von 60 passieren würde... viel wäre nicht mehr mit Export. Wenn eine Wohnung pro Quadratmeter in Tokio 3300 Euro kostet und in Paris 10000 dann mache ich mir so meine Gedanken.


    Binnentätige Unternehmen (alle außer Nintendo) dürften natürlich ihre möglichen Kursverluste durch Yen-Aufwertung abfedern.


    Gruß
    S.