Und genau diese Leute sind das Problem. Nicht die Hart-IV-ler die aus Faulheit zuhause sitzen. Die Leute, die für 300 Euro ein Praktikum machen und nebenbei ihre Ersparnisse aufbrauchen.
Realistisch gerechnet braucht heute ein Akademiker alleine 1000 Euro netto mehr als ein normaler Arbeitnehmer, um seine Investition, das Studium, wieder hereinzuholen. Er hat in diesen Jahren nichts verdient. Die Investitionen des Staats mal nicht mitgerechnet (die holt der Staat über prozentual höhere Steuern auf das Lebensarbeitseinkommen des Akademikers wieder rein).
Wenn jemand mit Studienabschluß für 300 Euro ein Praktikum macht, dann ist das nichts anderes als wenn ein normaler Arbeitnehmer für -700 Euro arbeiten gehen würde. Ein Unternehmen darf so nicht handeln, da das dumping ist. beim Arbeitnehmer wird genau das gefordert.
Am besten wäre wohl ein kapitalistisches Gesellschaftsmodell mit zwei kleinen Änderungen: Grundsicherung FÜR JEDEN, damit auch keine "Wettbewerbsverzerrung" wie durch Hartz-IV wo bestimmte Personen unterstützt werden (kein Vermögen, nie gearbeitet) und bestimmte eben nicht (55 Jahre arbeitslos mit Haus und kleinen Erpsarnissen). Dazu Begrenzung der Einkommen auf meinetwegen das 500-fache des Durchschnitts und des Vermögens auf 200 mio.
Den Vorwurf des Sozialismus muß sich so ein Modell nicht gefallen lassen, wir wollen nämlich nicht vergessen, daß sich im Kapitalismus Vermögen konzentriert. Am Ende steht immer ein Scheitern des Systems, wo dann durch Katastrophen das konzentrierte Kapital wieder verteilt wird. Daher auch boom-bust Zyklen im Kapitalismus. Ohne boom-bust kein Kapitalismus. Begrenzt man nun die Konzentration, so kann man diese boom-bust Katastrophen kontinuierlich verteilen und somit z.T. verhindern.
Kleines Problem: Begrenzung der Vermögen führt ja leider nicht dazu, daß das zuviel erworbene Kapital einzelner wieder an die vielen kleinen Geldgeber zurückgezahlt wird, das schnappt sich der Staat und so wächst eben der Staat im Vergleich mit der Privatwirtschaft, so daß hier wieder eine Konzentration nicht mehr zwischen den Akteuren des Kapitalismus sondern zwischen Privatwirtschaft und Staat.
Fazit: So ein modell ist nur möglich, wenn
-der Staat keine wirtschaftlichen Aufgaben wahrnimmt (kein öffentlicher Dienst, keine öffentliche Müllabfuhr usw.)
-die Verwaltungskosten in Bezug auf das BIP fixiert werden, kein wachsender Staat abgesehen von Sozialleistungen
-Begrenzung von Vermögen und Einkommen immer nur relativ zu Durchschnitten. Niemals dürfen solche Limits herabgesetzt werden, eine Verankerung quasi als unveränderbarer Teil in einer Verfassung
Derzeit krankt unser Staat genau wegen den o.g. Punkten. Konzentration der Vermögen in der Hand weniger Milliardäre. Wachstum von Staat gegenüber Privatwirtschaft. Statt Umverteilung von Reich zu Arm wie es wünschenswert wäre Umverteilung von produktiv zu unproduktiv und von jung zu alt über Renten oder Löhne (niedrige Löhne für die jungen und tariflich abgesicherte höhere Löhne für die alten).
Den Unterschied zwischen Hartz-IV und Grundsicherung sieht man im übrigen sehr gut in ländlichen Gebieten. 300 Euro je ha..
Gruß
S.