Der Goldpreis ist gerade dabei den AUfwärtstrend seit Ende 2005 in Euro zu beenden wenn es jetzt nicht schnell ein Stückchen aufwärts geht. Sei es durch Goldstärke oder durch Euroschwäche.
In der Tat, langfristig kann man mit Gold nichts gewinnen, es steigt nur mit der allgemeinen Inflation. Also nichts zum Vermögen vermehren sondern zum Vermögen schützen.
Tatsache ist, daß Inflation für den Aktienmarkt das gefährlichste Szenario überhaupt ist. In den letzten 50 Jahren lag die Kapitalrendite im Dow bei 14.9%, wenn nun die Inflation DAUERHAFT auf 14.9% und höher steigt sind Aktien wertlos. Beispiel: Türkei. Schaut mal wer dort so im ISE ist.. Exporter vor allem und in den Absatzmärkten ist die Inflation ja kein Problem gewesen. Natürlich haben Aktien dann noch eine Art Optionswert bei hoehr Inflation.
Auch von den immer wieder genannten Renditen darf man sich nicht blenden lassen. Langfristig hat ALLES Rendite 0, weil immer irgendwelche Sonderereignisse kommen. In Rußland meinetwegen die Revolution, die USA hat eben per Zufall (oder wegen geographischer Lage?) überlebt, daher gab es auch die 6% Realrendite von Aktien.
Anleihen: Realrendite 2%, Duration 7.9 Jahre
Aktien: Realrendite 6%, Duration 23.5 Jahre
6/2 = 3, 23.5/7.9 = 2.97, das ist kein Zufall.
3-fache Zeit, 3fache Angriffsfläche für die "Sonderereignisse". Ob ihr Aktien kauft oder Goldmünzen am Leibe tragt, es ist langfristig egal.
ABER, kaufe ich eine Aktie 50% unter Wert und steigt sie innerhalb von 10 Jahren auf den fairen wert, so habe ich 7.2% verdient. Inklusive aller Sonderereignisse. Die Duration ist nur noch die Hälfte, also wird man im Durchschnitt von den 6% auch nach den Sonderereignissen 3% mitnehmen. Macht dann ca. 10%, die man wirklich verdient. Value Investing heißt das ganze und es ist egal ob man es mit Aktien, Gold, Minen oder sonstwas macht. Ich bin derzeit kein großer Fan von Gold, ich sehe Gold bei $500 bei fair value. Man kann nun aber beim besten Willen nicht abstreiten, daß Gold in Euro nicht überteuert ist und das 11% M3 Wachstum eigentlich schon den Weg zu 9% Inflation geebnet hat (womit faire Aktienkgvs so im Bereich von 7 liegen würden!), vor allem MÜSSEN Unternehmensgewinne jetzt mit 10% wachsen, sonst gibt es nur die Möglichkeiten, daß die Kapitalrenditen drastisch gesunken sind oder daß das Geld in schwarzen Löchern verschwindet. Dann wäre die Duration bei Aktien bei über 40 Jahren und somit mit Sicherheit dem Inflationsrisiko gerade wegen der Rentenkrise ausgesetzt.
Meine Strategie ist derzeit physisches Gold, Blue Chips in den USA (Johnson & Johnson, Pfizer, aber auch Home Depot, MMM, evtl. WMT), dann einige Perlen in Japan. Japan ist der beste Markt z.Z., geringstes Inflationsrisiko und Aktien werden nicht zur Altersabsicherugn gehalten.
Deutsche Aktien sind dagegen Schrott. Entweder geringe Kapitalrenditen (Siemens, Daimler, VW) und/oder hohe Verschuldung (Daimler, VW). Finanzwerte und Versicehrungen sind ohnehin Müll (Deutsche Bank, Allianz, MüRü und wie sie alle heißen). Nassim Taleb beschreibt in seinem neuen Buch "Black Swan" wie die amerikanischen Banken 1982 durch Ausfälle in Südamerika mehr verloren haben als sie in einem kompletten Jahrhundert verdient hatten.
Aber auch vor Inflation in den Entwicklungsländern sollte man nicht die Augen verschließen, noch viel wahrwscheinlicher als Infaltion bei uns. D.h. all die tollen Absatzmärkte brechen dann bei 15% Inflation für unsere Firmen weg. Der alte Fuchs Warren Buffett scheint ähnlich zu denken, hohe Kapitalrendite und niedriges, stabiles Wachstum lautet die Zauberformel für den besten Inflationsschutz. Coca Cola ist genau so eine Firma, wahrscheinlich die beste weltweit. Derzeit leicht überteuert, aber Coca Cola liegt selten überhaupt am fair value. Würde Coca Cola beim halben Preis liegen, könnte man beherzt alles in diesen Wert investieren.
Auch Anleihen sind derzeit nicht so schlecht. Anleihen haben eine Duration von 8 Jahren bei 10 Jahren Laufzeit. D.h. unabhängig vom Markt habe ich mein Geld nach 8 Jahren zurück. Würde jetzt die Inflation sprungartig auf 10% steigen, so würde man pro jahr real 5.5% verlieren. Nach 8 Jahren hätte man immerhin noch 64% und könnte davon z.B. Gold kaufen (was ja real nicht teurer wäre als heute). Bei Aktien dagegen.. maximal KGV 6.5 an wert und somit min. 64% Verlust. [edit] Anleihen zahlen das Kapital zurück, Aktien nicht! Einzelinvestoren können verkaufen, niemals aber können alle ihre Aktien verkaufen. Somit bleibt als Kapitalstrom nur die Dividende und die ist lachhaft niedrig z.Z.[edit ende]
Tja, Anleihen sind eben nicht unsicherer als Aktien bei einer Inflation.
Gruß
S.