Beiträge von Saccard

    Gutso, der Wert ist JETZT interessant, nicht irgendwann später.


    Es sah doch vor dem ganzen Schlamassel so aus:
    5300 Yen cash/Buchwert, wenig Schulden
    Bei ca. 20% Eigenkapital vom verliehenen (kurzfristig!) kapital hätte man 4000 Yen auszahlen können.


    Letztes normales Jahr 2005 mit 488 Yen Gewinn.


    Wird Kapital ausgezahlt, so muß man natürlich für Fremdkapital Zinsen zahlen. Sagen wir 2% Zinsen und 1% Zinsen hatte man vorher für das Kapital bekommen, also 3% Differenz. 4000 * 3% = 120 Yen


    Also Wert der Aktie
    4000 Yen +
    DCF:
    488-120 = 368 Yen Gewinn
    368 / 1300 = 28% Kapitalrendite
    Wachstum nächste 5 Jahre: 0
    Wachstum dauerhaft Inflation = 2.5%


    Macht 6600 Yen nach DCF bei 7% Diskontrate (für Japan verwende ich eien geringere Rate wegen niedrigerer Inflation). + 4000 cashauszahlung = 10600.


    Aktuell:
    Das ganze bei ca. 22% Zinsen und 7% Kreditausfall, 40% Steuern.
    11000 Yen pro Aktie verliehen
    * 15% (22-7%) = 1650
    -155 Yen jetzige Zinszahlungen (2.8% Zinsen)
    -675 Fixkosten
    = 820
    -40% Steuern = ca. 490 (davon gehen noch 120 Yen ab wenn 4000 Yen ausgezahlt werden)


    Neu:
    Gesamte Consumer Credit Branche in Japan geht pleite bis auf Ausnahmen wie Takefuji und Promise -> Wachstum des Marktanteils oder Cherry-Picking sind möglich.
    4000 Yen werden nicht an Aktionäre sondern an die Konsumenten ausgezahlt. Das bessere Szenario ist nicht die Steigerung des Marktanteils sondern Cherry-Picking -> Ausfallrate sinkt auf 4%. Die Zinsen sind von 30 auf 20 begrenzt, d.h. die durchschnittlichen Zinsen sinken von 22% auf schätzungsweise 15%. Für die 4000 Yen neuer Kredit fallen zusätzlich 120 Yen Zinsen an.
    11000 Yen pro Aktie verliehen
    *11% (15%-4%) = 1210 Yen
    -275 Yen Zinszahlungen
    -675 Yen Fixkosten
    = 260
    - 0% Steuern (4000 Yen Sonderverlust , d.h. bei 0-Wachstum 15 Jahre keine Steuern).


    Die Kapitalrendite würde auf ca. 20% fallen, die 4000 Yen sind futsch.


    Damit neuer Wert nach DCF
    260 Yen Gewinn
    20% Kapitalrendite
    0% Wachstum 5 Jahre
    2.5% Inflation + Produktivitätssteigerung
    7% Diskontrate
    = 4500 Yen


    Dis Frage ist was nun passiert. Ca. 4100 war der Schlußkurs. Die neuen Rückstellungen sind über 1100 Yen. D.h. rein theoretisch könnte der Kurs schon sehr bald auf 3000 fallen, evtl. noch tiefer da man ja davon ausgegangen war, daß schon die alten Rückstellungen zu hoch waren, was sich nun als Fehler herausgestellt hat.


    Bei 3000 Yen hätte man dann aber wieder min 1/3 margin of safety und 7.7% Dividendenrendite. Die Duration wäre auch nur noch 14 Jahre (normalerweise ca. 23.5 Jahre, bei 10 jährigen Anleihen knapp 8 Jahre, daher auch "equity premium puzzle": Anleihen bringen 2% und Aktien 6%, da Sonderereignisse und crashs ja auch den 3-fachen Zeitraum zum Zuschlagen haben). Man wird also die 7% Diskontrate + ca. 2% wegen der kürzeren Duration und die Aufwertung auf 4500 Yen als Rendite haben.


    Wenn sie in den nächsten 5 Jahren 10% Wachstum generieren könnten, wären sie wiederum 7000-8000 Yen wert, m.E. ist aber eine vorherige Übernahme wahrscheinlicher, da Banken ins consumer credit Geschäft wollen.


    Langfristig ist Takefuji Gold wert, wenn sie nicht übernommen werden, alleine wegen der Kundendatenbanken. Wenn sie es geschickt anstellen, können sie den Markt zusammen mit Promise beherrschen.


    Ich würde derzeit jedenfalls über 3500 Yen keinesfalls kaufen.


    Gruß
    S.

    Vorsicht vor Puts, das ist alles noch viel zu ungewiss um zu puten. Jedenfalls nicht nach meinem persönlichen Geschmack.


    Heute muß ich vor Takefuji warnen. Bewertung ist nicht mehr so das Problem, ich habe sie zuletzt als eine vom Gewinn her ca. 5000-6000 Yen Aktie eingeschätzt, die überkapitalisiert ist, wodurch zusötzliche ca. 4000 Yen hätten ausgezahlt werden können (Wert also 9000-10000 Yen).


    Das ist aber alles vor dem Kreditdebakel. Die Zinsen wurden ja bekanntermaßen von 30 auf 20% begrenzt (30% ist nicht viel, wenn 10% gar nicht zurückzahlen..). Der Haken: vergangene zuviel gezahlte Zinsen müssen ebenfalls zurückgezahlt werden! Dafür wurden gigantische Rückstellungen getroffen, die m.E. viel zu hoch waren.


    Nachdem Takefuji heute aber die Rückstellungen um ca. 50% aufgestockt hat, vor allem aufgrund der Forderungen nach Zinsrückzahlungen, fällt mein Szenario komplett zusammen. 4000 Yen Rückstellungen pro Aktie haben sie und das brauchen sie auch.


    D.h. sämtliches cash das hätte ausgezahlt werden können ist nun weg. Der Wert von Takefuji beruht damit nur noch auf dem Gewinnpotential, das durch die Begrenzung von 30 auf 20% natürlich auch geringer ist (ca. 375 Yen pro Aktie). Ich werde das mal mit den neuen Zahlen genauer bewerten, KGV von ca. 11 ist aber keineswegs teuer..


    Wer in Deutschland Aktien hat, kann sie immer noch günstig verkaufen, da in Japan derzeit Goldene Woche ist, also nicht gehandelt wird (Meldung kam heute nach Börsenschluß Japan, war letzter Handelstag diese Woche).


    Nachdem die neuen Rückstellungen alleine über 1000 Yen pro Aktie ausmachen, könnten wir evtl. auch noch die 3500-3000 Yen sehen, was natürlich dann wieder eine neue Kaufchance wäre, wenn der Abschlag zum Fair Value groß genug ist.


    Gruß
    S.

    Zitat

    Hier wird eine neue Weltreservewährung - kurzfristig - versucht aufzubauen und zu etablieren. Geschafft wurde dies bereits. Jetzt muss der Euro noch weiter gestärkt werden! Die Belastung auf die europäische Wirtschaft, respektive den Export, korreliert mit überdurschschnittlich guten Meldungen zur Lage in Europa (Mainstreampresse).


    Für Europa sieht es bitter aus, in der Summe hat die Eurozone ein Defizit. Deutschlands gewaltiger Überschuß verpufft also in Südeuropa. Und der deutsche Überschuß bei den "Exporten" entsteht hauptsächlich durch Faktorisierung.
    Jüngstes Beispiel Porsche. Das Fahrzeug wird bei VW in Bratislava produziert, also außerhalb der Eurozone. Dann wird das ganze in einem Alibiwerk in Leipzig schnell zusammengesteckt und schwupps ist das fertige Fahrzeug vorhanden. Die nach Deutschland importierten Teile (i.e.das fertige Fahrzeug) sind natürlich viel viel billiger als das fertige Fahrzeug. Nun wird das Ding in die USA verkauft und schon hat Deutschland Handelsbilanzüberschüsse. Produziert wurde hier aber gar nichts.


    Auf diesem Niveau kommen für mich Euro denominierte Anlagen nicht mehr in Frage. Euro als Weltreservewährung ist dann der reinste Witz, wie soll das denn gehen? Die Warenschmiede der Welt - Asien - ist de facto an den Dollar gekoppelt. M.E. kann Europa froh sein wenn es den Euro in 10 Jahren überhaupt noch gibt.


    Gruß
    S.

    Handelsgewichtet 30 Jahrestief für den Dollar.


    Super Politik der EZB, statt gegen Euroanstieg zu intervenieren verkaufen die Gold, was natürlich sogar Interventionen zugunsten des Euros sind (Euro steigt gegen Gold, Gold bleibt zu US$ stabil, also steigt Euro vs. Dollar).


    Die EZB ist die inkompetenteste Zentralbank, die es jemals gegeben hat.


    Gruß
    S.

    Den Eurobullen zufolge ja.


    Ich habe mein kleines Intermezzo bei Anleihen im letzten Jahr mal genutzt (was für ein timing!). Bei Stockcharts z.b. $tnx:$tyx (10-jährige Rendite durch 30 jährige). Unter 1 heißt invertiert = Rezessionsindikator. Anfang 2006 gab es dort schon das low, seitdem nur noch gestiegen. D.h. die jetzige Schwächephase der Wirtschaft ist durch den Indikator vor einem guten Jahr angekündigt worden. Aber es ist nur eine Delle und es geht wieder rauf. D.h. keine Rezession. In 2007 sind aber keine Wachstumswunder zu erwarten.


    Wie es aussieht steigen die Renditen jetzt noch weiter, nach höherem Tief und höherem Hoch. Das aber hieße, daß evtl. der ultralange Abwärtstrend bei den Renditen gebrochen ist womit sämtliche (auch von mir vertretene) Deflationsszenarien zusammenfallen würden und das Tor zu künftigen Inflationsorgien offen wäre.


    Gruß
    S.

    Wieso Kursrutsch abwarten?


    Kursentwicklung seit Mai 2006:


    Gold -11.5% (von 560 Euro auf 495 Euro)
    Dollar -6%
    Yen -13.5%


    Gold hat also noch schlechter als der Dollar performt.


    Aus Contrarian Sicht sehr bedenklich, daß alles so euphorisch für Gold ist und für den Dollar den Weltuntergang erwartet.


    Ich bin kein Contrarian sondern Fundamentalist. Glaubt ihr nicht, daß Gold immerhin nicht schlechter als der Dollar hätte performen sollen? Meint ihr nicht, daß eine Währung mit 1% Geldmengenwachstum (Yen) hätte besser performen sollen als eine mit 12% Wachstum?


    Es wird böse enden, die Blase wird platzen wie immer nur ist sie dieses mal dort wo sie keiner vermutet. Eurozone, Osteuropa, Emerging Markets, Rohstoffe.


    Gruß
    S.

    Mit dem US-EInbruch komme ich gar nicht klar.


    USA 2.3% Wachstum = Rezession = Weltuntergang
    Deutschland 2.4% Wachstum = Wirtschaftswunder = Euro stabil
    Japan 2.5% Wachstum = Hyperinflation, dank Deflation aber 0% Zinsen = Yen noch schwächer als Dollar


    Viel Spaß mit solchen unlogischen Ansichten. Wir haben in den USA höhere Zinsen, höhere Realzinsen in den USA und Japan, weit niedrigere Preisniveaus in Japan und den USA sowie geringeres Geldmengenwachstum in Japan, USA immerhin noch auf Euro-Niveau und bald wahrscheinlich drunter.


    Also was spricht für den Euro?? Daß die Zinsen noch steigen? Warum nicht gleich in Zimbabwe anlegen, die haben doch noch höhere Zinsen?


    Damals bei 83 wurde zugunsten des Euros interveniert. Nun wo das Pendel in die andere Richtung umgeschlagen ist vertraut man auf die Märkte. Viel Spaß.


    Wenn nicht bald etwas passiert, wird die Euro-Blase die Weltwirtschaft in den Abgrund ziehen.


    Gruß
    S.

    Aktuell ist der Goldpreis in Euro dabei, seinen Aufwärtstrend seit Juni 2006 zu brechen. Eine Serie immer tieferer Hochpunkte wurde ja schon hingelegt. Unter 495 wird es kritisch, erst unter 485 würde ich von einem Trendbruch ausgehen. Das ganze erinnert sehr an ein Dreieck, Kurse unter 400 sind definitiv möglich evtl. auch bis in den mittleren 300er Bereich.


    M.E. ist man nun vor die Wahl gestellt. Euro oder Gold. Klar ist, daß bei weiterer Euro-Stärke neue ATHs folgen und somit Gold als Alternative zum Euro erstmal uninteressant ist, d.h. "Crash" vs. Euro.


    Andererseits würde ein Absinken des Euros zu einem Doppeltop 2004/07 führen, d.h. es würde sehr lange und sehr tief bergab gehen, so daß Gold in Euro auch nach oben ausbrechen könnte.


    10% M3 Wachstum, ihr kennt meine Meinung, Euroblase..


    Gruß
    S.

    "I can only imagine how low the dollar would already be were it not for the massive foreign aid provided by the Chinese."


    Der Dolalr steht ja uach nicht tief, nicht gegenüber dem Yuan. Der gesamte Block Asien + USA/Kanada sinkt zur Zeit gegenüber Euro.


    Und beim Gold läuft's doch auch katastrophal wenn wir mal ehrlich sind. 730/1.29*1.36 = 770. Ich bin jedenfalls unzufrieden, in Euro nur Verluste und das bei 10% M3 Wachstum.


    Aber mal sehen wohin uns das führt.. der Euro steht gegenüber Yen jetzt da wo er 1998 schon stand, danach hat sich der Yen immerhin fast verdoppelt in nur zwei Jahren. Berechnet man die verschiedenen Geldmengenwachstumsraten und Bewertungen ein, so würde ein vergleichbarer Move heute einer Bewegung von 162 auf 57 entsprechen, innerhalb von nur 2 Jahren.


    Während man also bei Aktienbewertungen um einige Prozent streitet, liegt es im Bereich des Möglichen, daß sich die Währung eines Industriestaates verdreifacht. Viel Spaß Weltwirtschaft.


    Gruß
    S.

    Nö, was soll an 3 Euro Löhnen schlecht sein???


    Ich bin für folgenden Vorschlag:
    -sofortige EInführung chinesischer Löhne
    -Preissenkung des allgm. Preisniveaus um 90%
    -kostenloses Wohnen/keine Miete
    -"Wegezollrecht" für Grundstücksbesitzer (d.h. wenn ich eine Uni als Nachbarn habe muß die mir Miete bezahlen oder ich knipse denen die Stromleitungen durch)
    -Abschaffung von 90% der Steuern


    Gruß
    S.

    Intervenieren können sie nicht. Konzertierte Aktion EZB + Fed jedenfalls nicht.


    USA? Können keine Dollars kaufen. Außer sie trennen sich von ihren Goldreserven (wenn der Verfall zu lange anhält ist das sogar eine Möglichkeit, 8000t.. die dann nach Asien verschwinden).


    EZB? Die Tresore sind leer. Dollar kaufen und Yen kaufen. Im Alleingang wäre es möglich. Aber die Banken sind zerstritten und haben Angst, daß Yen und Dollar zu wenig abwerfen..


    Japan ist besonders arm dran. Die können gar nichts machen. Die können nur US$ verkaufen, das würde aber das Signal aussenden, daß es mit dem Dolalr zuende geht und zu einem Dollarcrash führen, über die crossrates würde dann der Yen mitcrashen. EUR/JPY kann die BOJ nicht angreifen.


    So liegt unser aller Schicksal in den Händen von blödsinnigen Bürokraten-Clown, deren Ahnung bezüglich Zentralbanken noch aus den 60ern zu stammen scheint.


    Umso wahrscheinlicher wird das Einschreiten der USA bzw. ihrer Satelliteninstitutionen und größeren Abverkäufen von Gold.


    Eines steht fest: bevor dieser Bullenmarkt mit Zwischencrashs zuende ist, wird jedes Krümelchen Gold aus den Tresoren gefegt sein.


    Gruß
    S.

    gutso,


    warum nicht? bestes Beispiel heute wieder. Handelsbilanzdefizit viel niedriger als erwartet, der Yen dreht wieder ab.. der Euro bleibt so hoch. Resultat über die crossrates natürlich auch höheer EUR/JPY.


    In Frankreich inzwischen nur noch 1.2% Inflation, wer weiß wohin die noch sinkt, der Export ist erst mit Euro-Kursen 1.25-1.29 drin. Der Markt preist einen Euro-Zinssatz von 4.25% ein. Mit weiterer Abschwächung liegt bald die Inflation in Frankreich unter 1%, dann haben wir Realzinsen von über 3% in einem Land, das bereits im letzten Herbst drohte in die Rezession abzugleiten.


    Dazu noch Wahlen.


    Gruß
    S.

    Aus diesem Grund erwarte ich beim Gold den Zockercrash, danach geht es weiter bergauf.


    In Euro gerechnet ist Gold maximal fair bewertet und nach der Dollarschwäche kommt eben die Euroschwäche als Grund für Goldpreissteigerungen.


    Italien bald 2.3% Zinsen real, es ist nun genau umgekehrt wie die letzten Jahre als D immer die zu hohen Realzinsen hatte. Doch in Südeuropa wird sich eher Widerstand regen..


    Gruß
    S.

    Gold übrigens schon wieder im Minus in Euro "gerechnet". Ist ja viel wichtiger für uns hier, wer physisches Gold hat, für den spielt der US$ keine Rolle.


    Bei 10% M3 Wachstum fallende Goldpreise, wer hätte das gedacht. Und unter 490 Euro wird sogar der Aufwärtstrend seit Juni 2006 gebrochen. Eine Serie niedrigerer Highs hat Gold in Euro schon hingelegt.


    Gruß
    S.