Faber hat aber auch US-Anleihen für die nächsten Monate empfohlen, im Mai. Langfristig ist es klar, habe auch nicht vor die über 2007 hinaus zu halten.
Das mit den babyboomern hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mal nach Alterklassen eingeteilt 35-54, 55-64, 64-85, danach tot. Jahrgänge 46-64, Annahme das alle 19 Jahrgänge etwa gleich groß sind.
Jetzt kann man einen Investitionsindex damit erstellen. 35-54 +0.5 pro Jahrgang, 55-64 +1.5 pro Jahrgang und 64-85 -1 pro Jahrgang.
Unter 35-jährige konsumieren so viel, daß man da wohl ebenfalls -1 ansetzen kann, aber tendenziell etwas weniger, vielleicht 0.5, die Frage ist auch wo diese Altergruppe beginnen soll, sagen wir bei 15. Da 15-jährige nicht arbeiten und es damals viele Hippies gab, sagen wir mal -0.8.
Dann wäre der Investitionsindex seit Mitte der 60 Jahre von 0 auf -15 in 1980 gefallen. Sehr interessant, da es ja einen Bärenmarkt genau in dem Zeitraum gab. Wirtschaftich war die Zeit dagegen gut, da ja die Konsumenten da waren (typischerweise 15-34 jährig). Inflation ist auch klar, viel Nachfrage wenig Arbeiter.
Dann Anstieg von 1980 -15 auf 9.5 im Jahre 1999. 1992 war der Wechsel von - ins +. 2000 dann zum ersten mal eine Stagnation, wieder nur 9.5 (der Crash 2000 scheint nicht demographisch verursacht worden zu sein, jedenfalls nicht wenn man nur die US-Demographie anschaut). Ab 2001 dann wieder Anstieg, aber wesentlich stärker als 1980-2000. Dieser Anstieg scheint vor allem in die Immos geflossen zu sein.
Aktuell liegt der Index bei 15.5 (von 9.5 in 2000 kommend) und steigt bis 2010 auf 19.5 an. Die Frage ist jetzt wieviel von der Entwicklung bis 2010 schon im vorweggenommen wurde. Tatsache ist jedenfalls, daß die Nachfrage nach Investments zunimmt. Vielleicht könnten es auch nur Anleihen sein, da ältere Leute gerne Anleihen kaufen. Das letzte Tief von 1980 (-15) fiel ja mit einem Inflationshoch zusammen. 2010 als das Hoch der Babyboomer-Investmentbedarfs könnte also mit einem Inflationstief zusammenhängen. Jedenfalls wird 2010 ein Richtungswechsel werden, bis dahin würde ich sehr aufpassen. Gold, Aktien, Anleihen, Immos sowohl long als auch short werden sich wohl eher unabhängig von der Demographie nach kurzfristigen Gegebenheiten ändern.
2010-2020 kracht der Index von 19,5 auf -10 ab! Für Investments sehe ich da schwarz. Inflation wird steigen. Für Anleihen wird es bitter.
2020 bis 2030 dann sinkt der Index von -10 auf -19 ab mit einem Plateau 2029, 2030, 2031. Da wird wohl das Inflationshoch liegen.
Dann steigt es wieder von 2030 bis 2049, aber nur sehr langsam. Von -19 auf 0.
Fazit von dem ganzen: Bis 2010 Vorsicht. Aktienshorts sind von der Bewertung her drin, mittelfristig bis 2010 dürfte es aber eher seitwärts gehen, Kurseinbrüche dürften eher von kurzer Dauer sein.
Ich gehe davon aus, daß die Rezession 2007 die FED zu Zinssenkungen zwingen wird bis nahe 0 und daß Haus- und Aktienblase im wesentlichen seitwärts gehen werden. Anleihen dürften den höheren Investmentbedarf aufnehmen. Für Gold sieht es nicht so positiv aus, aber auch nicht negativ. Die Entwicklung dürfte eher deflationär sein, die Goldbugs sind aber irgendwo auch Babyboomer und werden sich wohl kaum von ihrem Gold trennen. Ich gehe aber nicht von $1000 oder höher bis 2010 aus. Am wahrscheinlichsten ist ein Test der alten Hochs von 850 - 900 in 2009.
2030 dann wird das entgültige Hoch nach der Inflation erreicht.
Sagen wir mal $850 in 1980. 3% Inflation bis 2010. Anstieg von 5 auf 15% Inflation 2010-2020, Anstieg von 15% Inflation 2020 bis 20%. Alles eher konservativ geschätzt. Durchschnittsinflation für die 10er Jahre 10% und für die 20er jahre 15%.
macht dann insgesamt eine Inflation von 950% 2010 bis 2030. $10000 bis $20000 werden wir dann also schon noch sehen.
Ja, auch Aktien sollten wegen der Inflation dann steigen. Man darf aber nicht vergessen, daß sich der Investitionsbedarf der Babyboomer in eine Liquidierungsnotwendigkeit von Investments verwandeln wird. Aktien dürften damit nach 2010 weit weniger stark steigen als die Inflation und inflationsbereinigt 70-80% ihres Wertes verlieren. Schließlich heißt höhere Inflation höhere Zinsen (damit höhere Steuerlast) und höhere Zinsen heißen niedrigere KGVs.
Das war dann also der Effekt, den die Babyboomer-Generation auf unsere Wirtschaft gehabt hat.
Gute Goldinvestments nicht verkaufen und langfristig investiert bleiben lautet da die Devise. Ausgewählte Aktien (Hörgeräte, Brillen, Hüftgelenke, Herzklappen, Schmerzmittel, Tier- und Fischfutter, Rollstühle, Zahnersatz, Rheumadecken) könnten sich langfristig auch gut entwickeln.
Gruß
S.