Beiträge von Saccard

    Alles Humbug m.E.


    Die meisten Goldbullen (auch ich) lagen vom Timing her total falsch.


    Wenn man mal genau überlegt.. Warum sollte Gold überhaupt auf $2000/3000 bis ca. 2010712 steigen? Und danach wieder fallen? Das Rentenproblem tritt doch gerade erst weit nach 2010, so 2015 bis 2020 so richtig zutage. Solange wir noch 5 mio Arbeitslose und damit Druck auf die Löhne haben kann man wohl kuam von einer Krise sprechen, im Gegenteil, vielmehr wird sich die Lage eher stabilisieren, da ja in Zukunft mehr Rentner aber weniger Arbeitslose zu versorgen sein werden. Rumdümpeln auf niedrigem Niveau. Wenn dann die 5 mio "verbraucht" sind (analog für USA), war's das mit Lohnzurückhaltung. Die Lektionen, die die Leute seit ca. 1995 gelernt haben werden dann schnell auf die Unternehmen zurückschlagen und eine Inflation wird folgen. Und in so einem Szenario soll Gold fallen?


    Wenn jetzt nach 6 Jahren Phase 1 beendet ist könnte nach 1 bis 3 Jahren Welle 3 folgen und vielleicht 10 Jahre dauern, nach dann wieder 2 bis 3 Jahren Pause Phase 3 mit vielleicht nochmal 5 Jahren. Also Schluß dann so 2025.


    Das wäre dann nämlich die echte Überraschung, nicht nur preislich sondern auch zeitlich würde der Goldbulle alle Erwartungen weit übertreffen. Wer weiß, 2025 könnte ja wieder so etwas wie der Goldstandard folgen, wir sind noch lange nicht reif dafür.


    Vor allem darf man nie vergessen, daß PPT und FED das ganze zeitlich aufhalten und somit die Länge des Bärenmarktes z.B. bei den Aktien strecken.


    Der US-Anleihemarkt ist z.B. von 1800 bis 1946 unter Schwankungen praktisch nur gestiegen um dann von 1946 bis 1980 zu fallen. Danach erfolgte ja der bekannte Bullenmarkt, der m.E. noch nicht vorbei ist. Mit Zyklen, EW oder sonstigem hätte man so eine Entwicklung nicht vorhersagen können.


    Die "immediate-gratification" Mentalität, die sich im Goldsektor ausgebreitet hat, macht mir jedenfalls Sorgen.


    Gruß
    S.

    Wenn das Szenario so eintreten sollte, rechne ich mit folgendem:


    -Silber etwas schwächer als Gold
    -Kupfer/Basismetalle fallen stark
    -Enteignungen in politisch instabilen Regionen


    Politisch instabil sind z.B. Rußland, Zentralasien, Papua Neuguinea, vielleicht auch Afrika und Südamerika. Indonesien.
    Einige Beispiele: Newmont wird in Usbekistan teilweise enteignet, willkürliche Verhaftungen von Newmont Angestellten in Indonesien, Überfälle in Papua, unberechtigte und überzogene willkürliche Steuerforderungen in Brasilien gegenüber Troy Resources (Gerichtsverfahren läuft).


    Was mir gefällt sind Kanada, Australien, USA. Vor allem kleinere Werte, weshalb man auch nichts empfehlen kann (bei 7-20 mio market cap). Minefinders und Gammon in Mexiko wären dann auch nicht schlecht, obwohl nicht mehr ganz so stabil.


    Schau halt selber mal herum. Vor allem im Explorerbereich würde ich nochmal schauen. Von Explorern halte ich eigentlich gar nichts, aber ab und zu gibt es einen Explorer, der Einkommen aus ungewöhnlicher Quelle hat (wie z.B. Battle Mountain Gold Exploration vor einiger Zeit, inzwischen mehr als verdoppelt).


    Gruß
    S.

    Was wäre eigentlich wenn der US$ jetzt wirklich dreht? Dann wäre über die Tiefs 1989 und 2000 und über die niedrigeren Hochs 1995/2005 ein langfristiger Abwärtstrend eingeläutet.


    1.14 cent würde es dann pro Jahr runter gehen mit einem "Hub" von 53 cent. Wenn sich 2005 als das Hoch herauskristallisiert bei 1.35, dann würde sich als Ziel bis 2010 76 US-cent pro Euro ergeben.


    Würde das Sinn machen? Ich meine ja.
    Zunächst einmal erwartet Bill Gross den letzten Bond-Bullenmarkt. Die Renditen sind ebenfalls an einer wichtigen charttechnischen Linie angelangt. Sie dürften auf 3-1% heruntergehen, so wie in Japan (Deflationsszenario).


    Bisher hat jede Boom zu einem Krach geführt und jeder internationale Krach hat bisher dazu geführt, daß die internationale Reservewährung wertvoller geworden ist.


    Nicht vergessen, die Liste der US$-Schuldner:
    -US-Konsumenten und Häuslebauer
    -China (die Währungsreserven werden ganz schnell in den maroden bankbilanzen versickern)
    -EMs


    Wenn es nun zu einer Rezession/Depression kommt, dann wird die Hausblase platzen. Gleichzeitig können die Amerikaner keine China-Waren mehr kaufen. Durch die abzuschreibenden Hauskredite sinkt die Geldmenge und das Handelsbilanzdefizit sinkt wegen geringerer Importe. Gleichzeitig stehen in China die Bänder still und die Firmen lechzen nach US$ um die Schulden bedienen zu können.


    Zudem profotieren die Notenbanken ja von einem starken US$. Das sind nämlich keineswegs Gesellschaften, die der Allgemeinheit dienen sollen. Dort achtet man vor allem darauf, daß man im eigenen Land die Position derNotenbank stärkt - was eben mit steigenden US$ Positionen der Fall ist.


    Erst nach einer extrem schweren wirtschaftlichen Krise wird Hyperinflation pol. durchzusetzen sein und wird m.E. nicht von den Notenbanken ausgehen. Das Problem ist nämlich, daß durch Hyperinflation die Machtbasis der Notenbanken zerstört wird. Die werden sich mit allen Mitteln dagegen verteidigen - zunächst jedenfalls.


    Der Aktienmarkt deutet ebenfalls auf ein Deflationsszenario hin. Die gewinne sind gemessen am GDP derzeit etwa doppelt so hoch wie gewöhnlich, also kann man guten Gewissens vorhersagen, daß sich die Unternehmensgewinne in den nächsten 5 Jahren halbieren werden. Dann werden aus jetzigen KGVs von 18 eben KGVs von 36 im Schnitt. Eine Halbierung bis Drittelung der Aktienmärkte wäre die Folge.


    Wenn ich mir die Rohstoffmärkte so ansehe, dann denke ich, daß wir das Hoch auf viele Jahre, min. bis 2010 gesehen haben. Gold als wahres Geld wird natürlich weiter steigen nach einer kurzen Pause.


    Das Szenario würde bedeuten, daß z.B. eine 2016er KfW Anleihe in US$ mit 5.5% Rendite bis 2010 in US$ um 18.7% steigen wird wenn dann daraus eine 5-jährige Anleihe mit 2% Rendite geworden sein wird. Das sind pro Jahr 3.5% zusätzlich zu den 5.5% Rendite, also ca. 9% in US$. Wenn der wiederum auf 76 steigt, wäre das ein Plus von 69% oder 11% pro Jahr, in Euro gerechnet käme so ein Gewinn von gut 20% pro Jahr zusammen, also eine ziemlich gute Möglichkeit, auf das Deflationsszenario zu setzen.


    man sollte auch nicht vergessen, daß Geldmengenerweiterung ja immer durch Schulden entsteht. Werden nun diese Schulden z.B. genutzt, um Immobilien zu errichten, können sie natürlich nicht zurückgezahlt werden sondern müssen durch die Einnahmen langsam zurückgeführt werden. In der Summe müssen die Schulden langfristig natürlich immer steigen, da ja der Zins irgendwoher kommen muß.
    Wurden aber die Kredite an den Finanzmärkten investiert, z.B. in Rohstoffen oder EM-Aktien, so können Papiere verkauft und Kredite einfach zurückgezahlt werden, was zu einer Verringerung der Geldmenge führen würde.


    Das sicherste sind natürlich ausgesuchte unterbewertete Goldminen.


    Gruß
    S.

    Das Problem das ich bei Novagold sehe, ist die scheinbar hohe Bewertung der Goldreserven.


    Bei knapp 20 mio ozs Goldressourcen (inklusive Silber, M+I, was anderes kann niemals zu Reserven werden) kann man davon ausgehen, daß ca. die Hälfte, also 10 mio ozs zu Reserven werden.


    Dann aber wäre Novagold mit $180/oz bereits recht hoch bewertet, vor allem in Anbetracht der Tatsache, daß viele Projekte von eher niedriger Qualität sind mit niedrigen grades und daß noch gar keine Minen errichtet sind. Setzt man für das Errichten einer Mine im Durchschnitt $100 pro oz an, so kommt man auf $280/reserve oz Bewertung - nicht gerade billig.


    Die Fragen die nun wichtig sind:
    - Wieviele Reserven liegen noch auf Novagolds Gebieten? (eher unwichtig auf kurze Sicht, weil ein Afkäufer immer stolz vermelden will: wir haben für xx$/oz sehr günstig gekauft usw.)
    -Wie hoch sind die Produktionskosten?
    -Was sind die 6.8 Mrd. lbs Kupfer wert? Selbst bei $1.40 für Kupfer (also nach einem evtl. Crash) und $650 Goldpreis wäre das Kupfer bei 60% recovery 8-9 mio ozs Gold wert. Die meisten Gold/Kupferminen sind ja für Gold oder für kupfer alleine gerechnet unrentabel, so daß man nicht einfach Kupfer in Gold umrechnen darf. Bei Novagold dürften die Kosten aber deutlich im dreistelligen negativen Bereich liegen, so daß man das sehr wohl machen kann.


    Damit wäre die Bewertung dann schon bei $95 pro oz.


    Gruß
    S.

    Hm, wird hier nicht die falsche Frage gestellt?


    Novagold ist sicher nicht schlechter als die Durchschnittsmine..


    Was passiert nun, wenn der Goldmarkt einfach nach oben davon zieht? Das cash-Gebot spielt keine Rolle mehr und Nova steigt auf den Kurs, der auch ohne Angebot erreicht worden wäre.


    Was passiert nun, wenn es am Goldmarkt kracht? ganz einfach, Novagold fällt auf die $14.50 vom Angebot (cash!!!) zurück. Das sind minus 15%.


    Chance: Wie bei jeder anderen Mine
    Risiko: -15% (bei womöglich -50% bei einzelnen anderen Minen)


    Chance/Risiko Verhältnis ist also zu unseren gunsten verschoben.


    Gruß
    S.

    "Die Entwicklung der Menschheit ist in den letzten 30.000 Jahren
    für ca. 29.700 Jahre auch ganz gut ohne fossile Brennstoffe ausgekommen."
    Bei niedrigerer Bevölkerung.. die heutige Landwirtschaft hängt sehr stark vom Öl ab, Dünger, Landmaschinen usw. Zum Glück ist die Bevölkerung nur ein Resultat des Nahrungsmittelangebotes und wenn die Nahrungsmittel langsam zurückgehen wird das die Bevölkerung auch tun - ohne Hungertote (jedenfalls zusätzliche). Deswegen sind ja "Hilfslieferungen" auch Unsinn. Das führt nur zu einer Vermehrung der Bevölerung und somit zu dauerhafter Hilfsbedürftigkeit.
    Nahrungsmittelengpässe aufgrund von temporären Engpässen sind natürlich etwas ganz anderes.
    Da die Produktivität in der Landwirtschaft in den letzten 300 Jahren um 50000% gestiegen ist, werden in Zukunft wohl einfach mehr Leute wieder landwirtschaftlich tätig sein. Krise ja, Untergang nein.


    "Wenn ich jetzt mal behaupte, wir sind bei den Transportkosten
    versus Arbeitskosten auf einem Extrempunkt angelangt, in den
    nächsten Jahren/Jahrzehnten werden sich die Transportkosten
    im Vergleich zu den Arbeitskosten - energiebedingt - überproportional
    entwickeln, dann sind folgende Schlussfolgerungen legitim:"
    Nicht nur Transportkosten. Durch steigende Zinsen auch Kapitalkosten und somit kommt das Ende der Automatisierung.


    "- ein Ende der Verstädterung"
    Hat es nie wirklich gegeben, die Pognosen zum Städtewachstum sind alle nicht eingetroffen. Die heutigen Metropolen sind vor allem in der Fläche gewachsen. Große Strukturen sind wider die menschliche Natur (Desmon Morris - The Naked Ape).


    Investitionen in Landwirtschaft sind also nur zu empfehlen - außer in Europa wo die Preise durch subventionen hoch gehalten werden und somit auch Land überteuert ist.


    Desweiteren lohnt sich ein Blick nach Kuba: Landwirtschaft ganz ohen Öl. Ochsen und Pferde.


    Das ganze Wohlstands-/Armutsgeschwafel ist sowieso Humbug. hauptsache man ist glücklich.


    Gruß
    S.

    Die USA stehen beim Export sehr sehr gut da. Deren Problem ist nur, daß einfach zu viel China-Billigplunder und Elektronik von den Konsumenten importiert wird.


    Wenn ich mir so ansehe was ich alles aus den USA zu hause rumstehen habe: Marlin lever-action in .444, Lee reloading equipment, diverse Pülverchen (Alliant), Leupold, Winchester (Olin), Hornady, Sierra, S&W. IHC, Spectroline UV Eraser und und und. Mit keinem der Produkte habe ich bisher irgendwelche Schwierigkeiten gehabt. Daneben ist die USA ja vor allem bei Agrarrohstoffen sehr stark am Weltmarkt vertreten. Und selbst bei den Autos ist General Motors inzwischen qualitativ besser als Toyota (das öffentliche Image hinkt immer Jahre hinterher, weshalb das gar nicht maßgeblich ist, z.B. liegt VW ja in den USA von 30 Marken auf Platz 27).


    Was wird wohl stärker fallen während der nächsten Rezession? US-Pleitekonsumenten Nachfrage nach Konsumelektronik oder Weltnachfrage nach Agrarrohstoffen und den typisch amerikanischen nicht-konsum Produkten?


    Gruß
    S.

    So schlimm sieht's für den US$ nicht aus. Langsam wird es knapp für den Euro, vor allem wenn man sich so von den Fundamentaldaten abkoppelt. Big Mac Index z.B. sagt Wechselkurs von 1.05 gegenüber dem US$ statt 1.29 voraus und gegenüber dem Yen sogar nur 85 statt 147.


    Gruß
    S.

    "Die Rohstoff, die China verbraucht .. gehen zu ca. 60% auf die Kappe der Amis .. und wir sind auch noch von der Partie ... ... Also sachte ... "


    Stimmt, nur was dabei wieder vergessen wird: wenn doch die USA nichts mehr produzieren, sondern alle Produktion ins Ausland verlagert haben, wen wird dann die beim Crash der housing bubble entstehende "Zurückhaltung" der US-Konsumenten treffen? In den USA wird ja nur noch das produziert, was nicht ausgelagert werden konnte und was absolut notwendig ist. Also ist es nur logisch, daß die Krise vor allem China und weit weniger die US-Wirtschaft treffen wird (der US-Konsument wird natürlich extrem hart getroffen).


    Das gleiche bei Ikea: kauft man keine Möbel drehen die bei Ikea einfach Däumchen und in Polen werden die Leute entlassen.


    M3:
    "The annual rate of growth of M3 increased to 8.0% in February 2006, from 7.6% in January 2006."


    "GRAPH: While M3 growth in the USA is scary the even stronger monetary expansion in the Eurozone looks horrifying given the comparatively sluggish GDP growth rates there. M3 grew 23.1% in the USA but 28.7% in the Eurozone since the inception of the common currency in January 2002."


    Macht also seit Januar 2002 bis Oktober 05 5.6% jährliches Wachstum in den USA und 6.8% Wachstum in Europa. Zuletzt lagen die Zahlen bei ca. 6% für die USA und 8% für Euroland.


    Gruß
    S.

    "Das schnelle Eintreten von China,Indien und Brasilien in die Weltweltschaft hat den Rohstoffsektor mächtig verschoben."
    Hab ich was verpasst? Indien hat immer noch die Kaste der Unberührbaren, alles immer noch sehr sehr arm dort. Brasilien ist schon seit Jahrzehnten stark (Embrear usw.). China wiederum ist ein Sondereffekt. Es kann einfach nicht sein, daß China mehr Rohstoffe als die USA auf Dauer verbraucht bei weniger Einwohnern! Die USA haben knapp 300 mio, China 120 mio in der entwickelten Küstenregion, wenn man es etwas breiter fasst vielleicht auch 200 mio. Der Rest ist sowieso die unterprivilegierte Landbevölkerung, das war schon seit Jahrtausenden so und wird sich auch nicht so schnell ändern. Es wird ja immer so getan, als ob 1.3 Mrd menschen plötzlich so wie in Deutschland oder den USA leben würden und könnten. Das ist alleine aus ökologischen Gründen unmöglich. Am Ende wird die Spaltung Chinas stehen mit Regionen, die mit D/USA vergleichbar sind und Regionen die vielleicht so wie Rumänien dastehen werden. Der Aufbau der Infrastruktur aber ist ein Einmaleffekt, danach geht die Nachfrage nach z.B. Kupfer stark zurück und ab da wird ja auch wieder recycled (Kupfer wird wie Gold praktisch gar nicht verbraucht, es steckt einfach still in der Infrastruktur). Diese booms gab es schon immer. USA in den 50ern mit Autobahnen, Japan, Korea usw.


    "Und die irrwitzige Dollarflut bei extremer Hochbewertung kann nicht ewig ohne Folgen bleiben, mit Auswirkungen auf den Gold- und Silberkurs."
    Wieso Dollarflut? Die geldmenge in Euroland steigt seit Jahren stärker als in den USA (M3). Aber bei uns ist das natürlich keine Flut. Die Amis machen eben immer ihre kleine Inflation (4-5%) - und werden von den Europäern beschimpft, deren Währungen meistens stabil sind. Wenn dann aber inflationiert wird, dann richtig. US$ hat seit 1000 um 1:20 abgewertet, der Franc über 1:100, die Mark über 1:10000000000.


    "Wäre ich den Schwarzmalern dieser Metalle--seit Ende 2005-- gefolgt,hätte ich die spektakulärsten Kursgewinne vieler Gold- und Silberminen verpaßt."
    Die Schwarzmaler haben doch gerade gekauft. Dezember 2005: Oh nein, nicht kaufen, die Korrektur kommt (bei 500). Dann Juni 2006: die Korrektur ist da, wir hatten wieder mal recht (bei 550 bis 600).


    "2040 kann ich aber in der Tat nicht beurteilen. Bis DAHIN hat $1000+/Barrel wohl tatsächlich einige Alternativen zu Öl wirtschaftlich gemacht."
    Bis 2040 werden sich die Preise bei 4.5% Inflation vervier- bis verfünffachen, wenn also $200 jetzt tragfähig sind, dann auch $1000 2040. Und das ist vorsichtig gerechnet, ich erwarte zwar die nächsten Jahre niedrigere Inflationsraten, längerfristig, vor allem ab 2020, dürfte es aber richtig abgehen. Dann nämlich wenn Arbeitskräfte knapp werden.


    Gruß
    S.

    "Die Fundamentaldaten bei Öl schließen ein Absacken unter 50$, wahrsch. sogar unter $60 pro Barrel aus."


    Jaja, so ist das mit den Märkten. Was heißt denn Peak-Oil? Doch wohl auch, daß soviel Öl wie nie zuvor gefördert wird. Und daß wir erst die Hälfte der gefundenen Reserven (also weit weniger als die Hälfte aller Ölreserven) verbraucht haben.


    Märkte werden durch Angebot und *Nachfrage* gemacht. Und durch spekulative Nachfrage und spekulatives Angebot. Wenn es zu einer Rezession kommt und die Nachfrage vor allem in Indien und China wegbricht und wenn gleichzeitig die spekulative Nachfrage sich in Angebot umkehrt.. krachen die Preise. Egal was irgendwelche langfristigen Fundamentaldaten besagen, denn die haben eben nur langfristig Bedeutung. Peak Oil heißt Produktionstop ca. 2000 bis 2010. Anhand von so etwas kann man nicht den Preis im nächsten Jahr vorherbestimmen. Vor allem ist $35 und $75 kein wirklicher Unterschied. $10 oder $100 ist ein Unterschied, eine Spanne vom 2 bis 3 fachen ist dagegen die normale Schwankungsbreite an Märkten. Z.b. 1987 bei Aktien, 1974-76 bei Gold usw.


    1986 ist Öl z.B. von über $30 auf $10 gefallen.


    Ich weiß auch nicht was an solchen Preisentwicklungen bizarr sein soll? Genauso bizarr wie der Nasdaq Fall von 5000 auf unter 2000? So bizarr wie ein Goldpreisanstieg von $35 auf $850 (ich glaube $2 waren vorausgesagt worden)? Tatsache ist, daß sich Menschen irrational verhalten und immer wenn etwas steigt, gibt es genug Spekulanten, die auf Kredit und mit Hebel "investieren". Wenn es dann mal in die andere Richtung geht, dann eben viel tiefer als es irgendwelche Fundamentaldaten rechtfertigen könnten. Ist z.B. ein jetziger Kupferpreis bizarr, wo die Nachfrage in einigen Bereichen um mehr als 2/3 wegbricht und Oberleitungen der Bahn gekappt werden?


    Sehen wir es mal so: 2040/50 wird die Ölnachfrage wahrscheinlich bei nahe 0 liegen. Es kann ja nur so sein wenn es kein Angebot gibt. Wie der Preis sich bis dahin entwickelt wird davon abhängen ob Angebot oder Nachfrage schneller fallen. Es gibt ja auch einige technische Entwicklungen, die die Nachfrage bremsen. In den USA könnte man z.B. 1/3 der Nachfrage ganz einfach einsparen. In Deutschland ist die Ölnachfrage seit 1970 praktisch unverändert geblieben.


    Am besten natürlich wir finden uns mit bizarren Märkten gar nicht erst ab und lassen den Ölpreis vom Staatsratsvorsitzenden im nächsten 5-Jahresplan auf ein sinnvolles Niveau setzen.


    Gruß
    S.

    Patrone,


    "Alle Quarterlies bis dato waren Bullshit.....lauter verdeckte Gewinnwarnungen."


    Fundamental sind die Minen ein Trauerspiel. Avocet z.B. im zweiten Jahr NIEDRIGERE Gewinne. Bei Avocet ist der CEO gegangen und in Indonesien hat man so ca. 350 Tage im Jahr Regen, die Verhaftung der Newmont Manager ist ja auch ganz interessant.
    In Tadschikistan - Kosten über $600 - noch. Aber da liegen auch die Hauptreserven. Und Newmont ist ja in Usbekistan gerade de facto ein kleines bischen enteignet worden.


    Viele Minen notieren so, als stünde Gold schon bei $800-$1000, ob man da einsteigen muß?


    Solange die Leute aus den falschen Gründen Gold kaufen (Inflation) gehe ich da nicht rein. Basismetalle wie Kupfer haben noch nicht nennenswert korrigiert, das kommt noch.


    Zudem: Seit 1999 ist das Gold/Ölratio abgestürzt. In der Vergangenheit haben solche Perioden maximal 6 bis 8 Jahre gedauert bevor das Gold/Ölratio dann wieder auf über 20 gegangen ist.
    Also Öl $32 oder Gold $1500.


    Ich denke mal, daß das übertriebene Inflationsgespenst schon bald wieder im Keller verschwindet und Rezession mit Deflationsgespenst als neue Gefahr erkannt wird. Diverse Inflationsinvestoren werden dann das Gold verkaufen und intelligente Investoren, die wissen, daß Gold vor allem auch bei Deflation steigt, werden kaufen. Je nachdem wie sich diese Transitionsphase darstellt können wir viel niedrigere Kurse sehen. Sagen wir mal $450 und dann wieder $600-$700 bis Mitte 2007. Dann dürfte der Ölpreis Mitte 2007 unter $35 notieren. Was das für die Minen heißt ist doch klar: niedrigere Kosten. Weniger Kosten für Stahl, Öl, Strom usw.


    Allerdings betrachte ich EM-Minen sehr kritisch. Kanada, USA, Australien, evtl. noch Mexiko.


    Also max. ein paar Monate noch und dann kaufe ich wieder in großem Stil ein. Ob das dann wirklich bei $450 oder $700 ist - wen kümmert's? Einstiegs- und Ausstiegskurse vergesse ich ganz schnell.


    Gruß
    S.

    Ich habe mir gestern noch Gedanken zu den mobile devices gemacht. Über kurz oder lang dürfte es nur ein einziges mobiles device geben, man kann ja nicht unbegrenzt mitnehmen.


    Zur Zeit gibt es aber 2 bis 3 solcher "devices".
    - das Handy
    - iPod
    - PDA


    iPod und PDA kann man ohne Probleme vereinen. Handy und iPod? Nein, noch nicht. Der Unterschied ist, daß das Handy ein paar MB Flash-Speicher besitzt, der iPod aber eine große Festplatte (dank Hoyas Glasscheiben übrigens). Nun kann man sich einen mp3 Player, der die komplette Musiksammlung + ein paar kleinere Vides beinhaltet schwer vorstellen ohne Festplatte. Ein kleines Handy mit Festplatte ist dann auch wieder schwer vorstellbar.


    Worum es genau geht, sind konkurrierende Speichertechnologien:
    - NOR Flash
    - NAND Flash
    - kleine mobile Festplatten


    Trotz aller Unkenrufe, NOR Flash ist nach wie vor für's Handy wichtig. NOR Flash kann nämlich zur Ausführung von Code benutzt werden. Man kann einzelne Adressen auslesen (NAND nur Blöcke), also vom Flash-ROM booten. Code kann ohne duplizierung in Ram ausgeführt werden, die höhere Qualität bedeutet, daß kein Controller zur Fehlerkontrolle wie bei NAND notwendig ist. Es wird außerdem schneller gelesen. NAND hat die Vorteile, daß schneller geschrieben werden kann und beim Schreiben etwas weniger Strom verbraucht wird, zudem sind größere Speicherdichten möglich.


    M.E. hat Spansion mit dem derzeitigen Flash Angebot einen Riesenvorteil: mit ORNAND hat man einen Bereich von NOR für Code und einen Bereich von NAND für Daten. Man braucht weniger Chips und keinen Controller für NAND. Haken dabei ist, daß Samsungs reine NAND Technologien wesentlich kleiner sind. Spansion ist Technologieführer bei der Dichte von NOR Speichern (einziger nennenswerter Konkurrent ist Intel).


    Kann es also sein, daß die Zukunft gar nicht dem NAND-Flash gehört, sondern daß glech bei hohem Bedarf auf Festplatten ausgewichen wird? Und daß beim Handy Spezialflash wie Spansions ORNAND zum Einsatz kommt? NAND-Flash würde sich dann "lediglich" auf die Speicherkarten beschränken (warum also riesige Mengen NAND einbauen, wenn man einfach einen mini-SD-Karten Slot einbauen kann - so spart der Hersteller die Kosten für den Flash-Speicher).


    Das ganze Beispiel ist typisch für die Tech-Branche. M.E. wäre es grundlegend falsch z.B. Sandisk zu kaufen. Statt dessen ist Spansion mit market cap / revenue < 1 wesentlich interessanter. Technologie heißt Veränderung. D.h. daß gute Situationen sich eher verschlechtern und schlechte Situationen sich eher verbessern. Spekulieren statt Investieren ist im Tech-Bereich also angesagt (normalerweise würde ich immer die teureren Werte mit besseren Aussichten kaufen, z.B. UPS vs. Caterpillar).


    Gruß
    S.

    Dann kann man das also so stehen lassen. Microsoft als extrem gut gemanagte Gesellschaft mit bröckelndem PC Monopol und in Zukunft Wachstum in den Bereichen wo Technologie eingesetzt wird und nicht mehr dort wo sie entsteht.


    In meinem "Labor" habe ich zur Zeit Berkshire-Hathaway, Kraft, Johnson & Johnson, Freescale, Spansion, UPS, Sega-Sammy, Square-Enix und Hoya. Und Ford.


    Vor allem UPS und Hoya gefallen mir, sind aber auch am teuersten. Kraft ist so naja, öde und langweilig, sollte aber stabile Gewinne aufweisen. Johnson & Johnson hat niedriges KGV und gutes Wachstum, ist aber wiederum schwerer zu durchschauen. Berkshire wird wohl erst was wenn Warren Buffett verstorben ist. Der Trick an Birkshire ist, daß man sich Familienunternehmen zusammenkauft und dann einfach weiter von den alten Managern führen läßt. So nämlich behält die Familie die Kontrolle, Berkshire kassiert und die Familienerben können das Unternehmen aufsplitten und so einzelne Mitglieder auszahlen. Kerngeschäft also sehr gesund. Bei Ford habe ich nur einige Anleihen, 11% Rendite sind so schlecht nicht. Ford ist ca. 100 Mrd. wert, kostet an der Börse aber nur 13 Mrd. + 200 Mrd. Nettoverbindlichkeiten (25 mrd. cash haben sie z.B.). Bei einer Pleite würden also ca. 50% des Kapitals übrig bleiben und wenn die Anleihen bei 70% notieren gar nicht soviel Verlust.


    Wenn man jetzt mal das Portfolio in Tech-Werte und normale Werte aufteilt und bedenkt, was in 20 Jahren sein wird:
    Berkshire, Kraft, J&J, UPS sind auch dann noch wichtige Werte. Ich gehe von min. 5% Gewinnsteigerung pro Jahr aus außer bei Kraft. Wohlgemerkt, über 20 Jahre, da sind 5% viel.


    Sega-Sammy, Square-Enix und Hoya sind an der Grenze zu Tech-Werten angesiedelt. Da wird's schon schwieriger. Sega-Sammy hat als Markführer mit 500000 Pachislot Geräten pro Jahr einen gewaltigen Kostenvorteil, sollte also Marktführer bleiben können. So technologielastig ist das ganze auch gar nicht. Square hat mit Final Fantasy und Dragon Quest sehr gute Spieleserien mit einer langjährigen Fan-Basis. Vom geschäft her so wie diverse Hollywood-Studios, langfristiges zyklisches Wachstum. Hoya wiederum ist DER Marktführer im Bereich des Lichts. Brillengläser, Linsen für Kameras, Masken für LCD- oder Chip-Produktion, überall sehr gut positioniert mit Marktanteilen von fast 80%. Wer gegen Schott und Zeiss bestehen kann (besseres Glas, bessere Vergütung) kann so schlecht nicht sein! Aber die Zukunft kann man so richtig nicht vorhersagen. Sagen wir es mal so: Eine gewisse Stabilität im Kerngeschäft scheint bei den dreien sicher während die Überraschungen beim Wachstum kommen werden. Egal wie die Technik sich entwickelt, Glasbearbeitung, digitale Inhalte mit starkem Markencharakter und Glücksspiel werden bestehen bleiben.


    Bei Freescale und Spansion als reinen Tech-Werten sieht es dann ganz düster aus was Vorhersehbarkeit betrifft. Mag sein, daß MRam Flash ganz obsolet macht.
    Freescale hat immerhin den Vorteil, daß man mit dem PowerPC im automotive Bereich sehr stark ist. Motoren haben meist längere Lebenszyklen als die einzelnen Modelle und wenn die Steuerung erstmal mit PowerPC erfolgt (mehrere hunderttausend Zeilen code) wird man so schnell nicht umsteigen.


    Und wenn man keine Prognosen über die Zukunft machen kann, kann man auch keinen Wert für eine Gesellschaft ansetzen und somit nicht unter Wert kaufen. Genau darum geht es ja eigentlich. M.E. ist das der grund, warum man bei den Minen soviel Geld machen kann. Man kann immer sehr genau den zukünftigen cash flow berechnen.


    Beispiel Minefinders:
    $250 cash costs, $650 Goldpreis. Macht 38% Kosten. Mit Gold-/Silberratio 65 haben die 2.8 mio ozs Gold, nach Kosten und Steuern 1.12 mio, das entspricht einem Wert pro Aktie von 0,02 ozs Gold. Wenn man jetzt Minefinders zum 0,01-fachen einer Unze Gold kauft, sollte man also garantiert Gewinn machen. Auf Sicht von 15 Jahren knapp 5% pro Jahr gerechnet in Gold und ohne Berücksichtigung von Exploration.


    Ich habe jedenfalls meinen Exkurs in die Aktienwelt abgeschlossen und warte jetzt nur noch auf niedrigere Preise. In großem Stil wird bei den Minen gekauft.


    Gruß
    S.

    Wenn du dich da mal nicht täuschst, Eldo.


    "IMA ist immer noch 54 cents wert was sie in der Kasse an Cash haben,"
    15.5 mio cash in C$, 51 mio Aktien ausstehend, macht 0.30 C$ Restwert.


    MINERAL PROPERTIES AND DEFERRED COSTS kann man in die Tonne hauen.


    Fully diluted wäre es mehr cash weil über die options und warrants noch wa rein käme. Die löst aber eh keiner mehr ein. Also 51 mio Aktien fully diluted.


    Von dem Geld muß man jetzt noch die Kosten des Vampirmanagements, das sich laufend bedienen wird, und evtl. spätere Aktionärsklagen abziehen. Wenn IMA weiter klagt, wird eben noch was für Gerichtskosten draufgehen.


    80% Verlust, den man schwer vorhersehen konnte (jaja, jetzt kommen wieder x Leute die behaupten man hätte ja wissen müssen, daß AQI gewinnen wird usw.) sind besser als 50% Verlust mit fast garantierter Sicherheit sollte kein Wunder mehr passieren.


    Gruß
    S.

    Und soeben habe ich meine paar Microsoft Aktien verkauft, aus mentalen Gründen.


    Microsoft ist ein wirkliches Biest, da sehr schwer zu analysieren. Überall haben die ihr Händchen drin. Mag sein, daß Office und Windows 2 Monopole sind. Wirkliches Wachstum sehe ich im PC-Bereich aber nicht mehr. Wäre dann eher eine Coca-Cola bei den Tech-Aktien. Nur das restliche Brimborium muß man mitkaufen. Und Microsoft macht in vielen Bereichen Verluste. Ich habe so das Gefühl, die steigen nur in Märkte wie Spielkonsolen oder jetzt bald auch Mediaplayer (Konkurrenz zum iPod) ein, um den Konkurrenten das Geschäft zu vermiesen. Und ich habe keine Lust mich mit unvorhersagbaren Werten mit x Teilbereichen auseinanderzusetzen wenn es so einfache Firmen gibt. Wie wird Microsoft in 20 Jahren dastehen? Keiner weiß es.. zum gleichen Kurs/Umsatzverhältnis, zum gleichen KGV kann ich mir auch Hoya kaufen. Mit den besten Glassorten, den besten Schleiftechniken, der besten Vergütung in ihrem Bereich. Hoya wird in 20 Jahren weiterhin sehr sehr gut dastehen, für neue Chips braucht man immer neue Masken, Brillengläser werden auch weiterhin verkauft werden und die Anwendungen der "Lichtbranche" sind bei weitem nicht ausgereizt. Jedesmal wenn eine Digitalkamera wegen besserer CCD Chips o.ä. erneuert wird, kommt praktisch eine unveränderte Linse von Hoya hinein. Das beste aus beiden Welten: einfache Fertigung mit langen Produktlebenszyklen während das Endprodukt schnell obsolet wird und durch ein besseres erstzt werden muß.


    Gruß
    S.

    "Er vergleicht Dow und Goldpreis über einen Zeitraum von 70 Jahren und übersieht das Wesentliche. Nämlich, daß der Dollar damals goldgedeckt war und heute nur noch Papier ist.


    Seine Berechnungen sind somit ohne Relevanz. Wie ich schon schrieb: „Diese Zahlen sind falsch, die sich daraus ergebenden Berechnungen sind ebenfalls falsch.“


    Daß diesen Fehler jemand macht, der sich seit Jahren mit Gold und Goldminen beschäftigt, ist erschütternd. Es zeigt, wie mächtig die Papierdroge ist. Wie stark muß sie erst den Verstand der „Normalbürger“ vernebeln?"


    Rabbi, ich habe bei meinen Zahlen 4.5% Inflation langfristig angesetzt, von 1900 bis 2000. Goldstandard ist Unsinn, den gibt es seit 1913 nicht mehr seitdem die FED kredit kreiert.


    Historisch interessierten kann ich nur John Kenneth Galbraith empfehlen, hat u.a. eine interessante Geschichte des Geldes (Titel weiß ich nicht mehr, Geld wo kommt es her wo geht es hin oder ähnlich) verfaßt. Fazit: Im 19. Jhd. gab es in den USA nur monetären Betrug, statt Golddeckung reisten immer die gleichen Kisten Gold den Inspektoren voraus.. Goldstandard in Europa, das war stabil. In den USA kann man nur die Jahre 1895 bis 1913 als richtigen Goldstandard zählen.


    Interessant finde ich auch die hier eingeworfene Idee mit dem Bevölkerungswachstum. hab ich mir auch schon Ewigkeiten den Kopf drüber zerbrochen. Andererseits ist die Bevölkerung nur Ausdruck gestiegener Produktivität der Landwirtschaft. D.h. die Bevölkerung steigt langfristig genauso schnell wie Produktivität und somit Goldproduktion, was wieder für Wertstabilität des Goldes (ex kurzfristiger Spekulation) sorgt.


    Gruß
    S.

    Edel Man,


    ich bin zu sehr Realist um Wunschdenken anheimzufallen. M.E. ist Gold in der Korrektur nach Phase 1 genau wie Richard Russell es sieht. Diese Korrektur wird m.E. nicht über den Preis sondern über Zeit entschieden, d.h. bis Ende 2006 und mit vielleicht unbstimmter Verlängerung in 2007. Alles was wir bis dahin an neuen Tiefs sehen ist ein unverhofftes Geschenk. Was wäre denn bei $450? Natürlich sollte man dann kaufen. Wetten viele der jetzigen Bullen werden dann genau das Gegenteil machen?


    Was mich derzeit vom Kauf von Minen abhält sind die schlechten Fundamentaldaten.


    Eine Standardaktie sollte ein KGV von 15 haben. Minen eher weniger, aufgrund der begrenzten Lebenszeit der Reserven. Oder man rechnet einfach $100/oz an Explorations- und Entwicklungskosten drauf (eigentlich kostet eine oz Gold somit $300 cash + $100 exploration + $100 capex = $500).


    Newmont hat derzeit ein KGV von 35 bei einem durchschnittlichen Goldpreis von vielleicht $650 im letzten Quartal, bei $300 cash costs. Der Gewinn sollte 2.5 mal so hoch sein, damit Newmont normal bewertet ist im Vergleich mit anderen Unternehmen. Das wäre bei einem dauerhaften Goldpreis von $1175 der Fall.


    M.E. ist der immer wieder herumgereichte Chart vom Gold-/Dowratio sehr irreführend. Höhere Hochs und 2 Tiefs mit ca. 1, das ist statistisch zuwenig. 1980 war Gold viel teurer als 1932. M.E. sollte man für 1932 einen Dow von 80 ansetzen (bedenken, daß damals 90% margin möglich war!) und einen Schwarzmarktpreis beim Gold von ca. 27, macht also ein Gold-/Dow-ratio von 3. Seitdem sind 74 Jahre vergangen in denen Aktien gegenüber Gold pro Jahr real 2% an innerem Wert zugelegt haben (Inflation + Produktivitätswachstum vs. Goldproduktion als Goldinflation). Macht also ein Ratio von 13. Bei vorsichtiger Rechnung ist der Dow vielleicht 7000 wert, das wäre dann ein Goldpreis von 540. Fundamental gesehen ist Gold also eben nicht mehr billig und die Minen preisen etwas ganz anderes ein als historisch gerechtfertigt wäre.


    Natürlich wird der Goldpreis weiter steigen, zu teuer ist er noch nicht und alles was zu billig war wird zu teuer werden. Auch sehe ich, daß der innere Wert von Aktien jetzt langfristig gegen Gold fallen wird! Ja, Produktivitätswachstum usw. sprechen weiterhin für Aktien. In der Vergangenheit haben Aktien vielleicht 4 oder 5% real gebracht, mehr mit Sicherheit nicht. Nur gab es in der Vergangenheit keine exzessiven Managergehälter, keine 2% pro Jahr Verwässerung aufgrund von Optionen. Wer gar in Fonds mit 1-2% Gebühren pro Jahr anlegt.. da ist das Sparbuch besser.


    Auch sollte man beim Gold-/Dowratio aufpassen. 1932 Dow-/Gold 1, 1980 Dow-/Gold 1 also immer ein Tief von 1? Unsinn. Real gesehen kann man 1980 nicht mit 1932 vergleichen und der jetzige Goldbullenmarkt ist wieder ganz anders. Ich denke real gesehen wird Gold wahrscheinlich nochmal viel teurer als 1980. Nur bewegen wir uns dann eben auf historisch unerprobtem Terrain.


    Man sollte sich auch Gedanken darüber machen, ob man den Rest des Goldbullen nicht mehr nur per Gold mitmacht und die Minen ganz sausen läßt. Beim Gold kassiert kein Manager 20 mio. und es fallen keine zig Prozente für stock options und Gebühren weg.


    Man sollte sich die Minen vielmehr in Warren Buffett manier zunutze machen: Man geht von einem konstanten Goldpreis (dem aktuellen) aus und kann wunderbar ungefähre zukünftige Gewinne vorhersagen. Was dann zu billig ist (unter DCF-Wert) wird gekauft. Sowas wie Newmont nur als proxy für Gold braucht kein Mensch mehr seit den ETFs.


    Gruß
    S.

    Newmont hat heute ja vor allem wegen des hohen Ölpreises stark enttäuscht. Die zeiten ändern sich!


    Schon bald wird nicht mehr Inflation sondern Deflation das Schreckgespenst sein. Klar daß Gold und Minen in dieser Transitionsphase nicht gut laufen dürften, $450 wäre sehr sehr nett.


    Wenn der Goldpreis dann 2007/2008 wieder bei über $720 ist und der Ölpreis dann unter $40 steht, dann werden die Minen so richtig nette Überraschungen präsentieren!


    Gruß
    S.

    "Ich muss mir unbedingt mal langsam meinen Saugroboter bestellen ..."


    Gerade kam was im Fernsehen: Pflegeroboter "Emily", hatte so den Charme eines Roboters wie bei Futurama (großer rechteckiger Kasten auf Rädern mit Bildschirm als Kopf). Aber warum nicht.


    Jedenfalls sind die Trends im Tech-Bereich schonmal klar. Das perverse ist ja, daß die mobile Welt und der Heim-Markt (so nenne ich's mal) über kurz oder lang die Rollen tauschen werden. Heute mp3-Player, PDA, Handy und und und in der mobilen Welt. zuhause gibt es nur den PC. In Zukunft wird zuhause alles nur so wimmeln vor Geräten. HiFi-Anlage mit mp3, LCD-Flachbildschirm, diverse Receiver, DVD-player und und und, alles per UWB kabellos verbunden. Dann noch intelligente Geräte, automatisch schließende Fenster, miteinander kommunizierende Rauchmelder (wenn einer Alarm schlägt gehen alle los).
    In der mobilen Welt: man kann leider nur wenig tragen und das Handy wird auf lange Sicht wohl iPod und PDA beinhalten, woraus dann auf lange Sicht der mobile PC entsteht.


    Nur wie davon profitieren? Der am wenigsten schwankende Markt in der digitalen Welt ist da gerade der Analog-Markt, also Analog Devices, Texas Instruments, Maxim, Linear. Analog Devices gefällt mir ganz gut, hat aber Probleme mit stock-options. TI ist dann wieder sehr groß und von der Handysparte zu sehr abhängig (zu viel Wettbewerb). Flash ist genau so ein Mist. Was nutzen einem 30% Marktwachstum wenn man keinen Gewinn macht?


    Ich setze jedenfalls bei den Technologiefirmen eher auf das Prinzip Hoffnung. Wenn Veränderung wahrscheinlich ist, dann ist es auch wahrscheinlich, daß aus guten Firmen schlechte werden und aus schlechten gute. Was nutzt einem eine ach so tolle Analog Devices mit der Integration von DSP und analogen Chips, wenn die Integration dann weitergeht und auch noch embedded cpus dazu kommen und eine Softwareplattform gefragt ist. Freescale ist da sehr günstig aufgestellt. Das gleiche im Flash-Bereich: Spansion (=ex-AMD) ist nur ein kleiner Flash-Hersteller bei NAND-Flash, dafür aber Marktführer beim (aussterbenden) NOR-Flash. NOR-Flash hat weniger Fehler und kann direkt für Code genutzt werden während bei NAND erst ein Controller vorgeschaltet werden muß. Wenn jetzt Spansion NOR für Code und NAND für Daten auf einem Chip kombiniert und dazu ein paar Sicherheitsfeatures anbietet, außerdem noch die höchsten Geschwindigkeiten und Speicherdichten dank Mirrorbit anbieten kann..


    Trotzdem, auf Sicht von 20 Jahren weiß man eigentlich gar nichts. Nur, daß man dann bei 32nm oder meinetwegen auch ein paar Stufen kleiner stehen geblieben sein wird. Und daß dann die alten Anlagen eifnach weiter benutzt werden und nicht nach ein paar Jahren schon wieder verschrottet werden müssen. Also fallende Produktpreise, fallender capex und mehr Konkurrenz. Da wird's dann aber mit Sicherheit auch ein paar nette zukünftige old economy Firmchen drunter geben.


    Gruß
    S.