Zitat
Original von HIghtekki
wo gibts denn noch eine bindung? die wurde 1999 aufgehoben. zumindest 'juristisch'
Keine Währung der Welt ist heute noch an Gold oder andere Werte gebunden.
Weder Giralgeld noch Banknoten stellen einen konkreten Zahlungsanspruch auf irgendetwas dar.
Es handelt sich daher nicht mehr um Währungen (kommt vom Begriff: wahren, also etwas bewahren, nämlich den Wert der dafür erbrachten Leistungen).
Es sind lediglich noch "offizielle Zahlungsmittel". Dennoch werden diese solange akzeptiert, wie die meisten Menschen das tun und kein spürbarer Überfluss davon existiert.
Und hier genau liegen die Feinheiten:
Der Überfluss an Geld in Form von auf Geld lautenden Zahlungsansprüchen ist schon lange vorhanden. Er ist aber nicht im alltäglichen Leben bemerkbar, wohl aber in vielen teilen der Welt bei den Immobilienpreisen. Und schon seit langem bei den Aktienkursen und bei Kunstgegenständen. Seit kurzem merken auch Edelmetallkäufer aufgrund steigender Preise, dass wohl mehr Geld als Edelmetall verfügbar ist. Erst dann, wenn zwecks Nachfrage nach Waren des täglichen Bedarfs und des längerfristigen Konsums mehr Geldforderungen liquidiert werden, als Waren vorhanden sind, kommt es auch zu spürbaren Verknappungen bei Waren und damit zu spürbaren und schmerzhaften Preissteigerungen und damit zu einem Vertrauensschwund in die Geldwertstabilität.
Alle anderen Vermögensanlagen nehmen diesen Trend vorweg, teilweise lange Zeit bevor es kritisch wird. Kommt er dann bei den Ladenpreisen an, so ist der Ofen für alle Geldbesitzer erkennbar aus. Dann handeln alle nach dem Motto: Rette sich wer kann....
Man stelle sich folgendes vor:
zuerst wird weniger konsumiert, weil Privatschuldnern der Zins drückt.
Immobilien, Aktien und Geldwertanlagen fallen teilweise, weil sich leichter Verkaufdruck bemerkbar macht.
Die Zinsen steigen noch aufgrund von Teuerungen der Vergangenheit.
erste Schuldner, die noch glauben, schnell aus der Nummer herauszukommen, verkaufen und retten ihren Hals.
Durch den Verkaufsdruck fallen besonders Immobilien und Aktien, weswegen auch Nicht-Schuldner diese Werte nun verkaufen, um in Anleihen zu investieren.
Ab einem gewissen Punkt wird der Verkaufsdruck so hoch, daß immer mehr und immer schneller Aktien und Immobilien verkauft werden, teilweise auf Druck von Gläubigern verkauft werden müssen.
Die Deflationäre Phase erreicht ihren Höhepunkt. Zentralbanken monetarisieren Aktien (kaufen selber oder über Strohmänner auf oder senken den Zins soweit, daß von Banken aufgekauft wird).
Zusätzliches Geld kommt in Umlauf.
Bislang klappte dieses Spielchen immer, ohne daß die Verbraucherpreise anstiegen. Was aber, wenn große Schuldner ausfallen, deren Vermögenswerte nur noch zum Bruchteil veräußerbar sind oder diese bankrott gehen und deren Geld dann andere Nicht-Schuldner haben?
Was passiert, wenn es bei produzierenden Betrieben zu massiven Bankrotten und damit zu massiven Angebotsausfällen kommt?
Was passiert, wenn der Mittelstand platt ist, weil kaum einer mehr Aufträge vergibt?
Das Geld ist dann aber da - jedoch plötzlich viel weniger Möglichkeiten, es los zu werden.