Also wenn Aktien zu Beginn eines Crashes fallen passiert folgendes: Investoren verkaufen GOLD um Kredite abzulösen oder aber weitere Aktien zu erwerben. Sie schichten ihr Vermögen einfach um. Und zwar in billigere Aktien (Ertragswerte) in der Hoffnung, die Aktien entweder behalten zu können (bei Schulden) oder vom späteren Verkaufserlös der Aktien mehr Gold zu erhalten, als man für die Aktien hergab.
Auch bei den Anleihen ist das ähnlich und noch viel ausgeprägter.
Weswegen am Anfang einer Aktienkursimplosion (fast) alle Assets im Gleichschritt marschieren. Bei Immobilien ist das beispielsweise wenige rausgeprägt, da "Eigentümer" kreditfinanzierter Immobilien meist keine anderen Assets haben.
Kommt es dann zum CRASH, also zum Kurssturz bei Aktien und Anleihen, so gerät der Markt in Panik. Viele Geldbesitzer erhöhen dann ihren Goldanteil, aus Angst, das Geld selber könnte an Wert verlieren und aus Angst, Anleihenschuldner könnten Probleme bei der Bedienung von Anleihen bekommen.
Weswegen am Ende einer solchen Entwicklung Gold meist viel weniger verloren, oder gar im Wert - relativ zu Aktien und Anleihen - leicht angestiegen ist.
Nun zu den behaupteten Gold-Rückkaufplänen:
Ursächlich für den Goldpreisanstieg bis etwa Ende 2005 war wohl primär die Schmucknachfrage. Die etwa 400 bis 500 Tonnen ETF-Gold und vielleicht nochmals 2.000 oder 3.000 Tonnen preissensitives Münz- und "Investorengold" (wenn es hoch kommt), können nicht die mindestens 10.000 bis vielleicht 20.000 Tonnnen verkauftes und ausgeliehenes Zentralbankgold kompensieren. Schmuckgold ist eigen, daß keine Schulden daran kleben und es entweder Schmuck oder langfristige Geldanlage zum Schutz vor Inflation ist. Eine Chinesin oder Inderin trennt sich nicht aufgrund eines nominal hohen Goldpreises von ihrem Schmuck. Und bei nominal und real stark gefalenen Goldpreisen würden die Damen ehr noch zukaufen.
Wenn hier physisches GOLD generiert werden soll, so geht das nur über Goldabgaben infolge steigender Kurse. Papiergold (Futures) hingegen kann ich über fallende Kurse regenerieren, d.h. die Käufer, die nicht weiter nachschiessen möchten, verkaufen ihre Verträge oder gehen selber short und stellen somit glatt, d.h.: sie verzichten auf ihre Goldlieferung und die Chance ihre momentan spürbaren Verluste später wieder ausgleichen zu können.
Dies bedeutet, das Voraussetzung für dauerhafte oder länger andauernde Preismanipulationen die Existenz von Schulden bei den Besitzern des Basiswertes ist. Aktien und Anleihen kann man in nullkommanix beleihen. Bei Immobilien geht das auch sehr gut. Aber wer beleiht / verpfändet sein physisches Gold, schaut man mal über Pfandhäuser hinweg?
Das sind doch viel weniger Investoren als bei den anderen Assets. Zumal viele ihr Gold verbergen. Und der Vorteil der Goldanlage die Diskretion und die Freiheit von einem Schuldner ist. Ja, Gold kann zwar Renditen abwerfen, aber keine Zinsen. Auch das steht einer Kreditfinanzierung im Wege. Zinsen und Dividenden und Mieten sind besser prognostizierbar, als die Entwicklung des POG.
Also dürfte die Tehorie, Gold über Niedrigstpreiuse aufzukaufen wohl auf Derivate und KO-Produkte beschränkt sein. Produkte, bei denen Anleger ausgestoppt oder unvorsichtige Anleger zur Glattstellung gezwungen werden. Bei bereits voll bezahlter, schuldenfreier Ware ist das so unmöglich. Hier zieht nur das Panikargument. Aber der, der Gold kauft, hat den Kaufpreis ohnehin bereits abgeschrieben. Er legt es weg und wird es vergessen. Für Jahre, teilweise wohl auch für Jahrzehnte.