Immer noch gehen viele Analysten bei ihren Betrachtungen davon aus, daß die Geldmenge annährend KEINEN Einfluss auf alle Kurse / Vermögenswerte hat, weil der Geldwert in deren Unterbewusstsein mit Reflektion auf die offiziellen Verbraucherpreisindices noch als stabil herumgeistert.
Unter dieser Prämisse existieren sehr wohl zeitweise negative Korelationen zwischen Aktien und Anleihen einerseits, d.h. wenn die Aktienkurse ihr Maximum erreichen, dann muß man in Anleihen wechseln, die im Kurs steigen, nachdem die Wirtschaftstätigkeit durch zu hohe Anleihenrenditen (Zinsen) abgewürgt wurde und weniger Geld geliehen, abe rauch weniger Aktien gekauft werden als auch positive Korelationen zwischen Anleihenrenditen und Goldpreis, d.h. steigende Goldpreise infolge von Unsicherheiten bewirken steigende Anleihenrenditen andererseits....
Soweit die Theorie.
Herr Eichelberg schreibt von Nichtlinearitäten in Krisenszenarien. Aufgrund der hohen, vagabundierenden Geldmengen, die heute hier und morgen dort abgezogen oder investiert werden können, kommt es im Krisenfall zu extremen, lokalen, regionalen und kontinentalen Schwankungen (Kontraktionen) der Geldmengen und Bewertungen einzelner Währungen. D.h.: Inflation und Deflation finden zeitlich parallel zueinander statt und können regional sehr schnell und mit sehr extremen Auswirkungen wechseln. Und die Menschen werden dem staunend zusehen, unfähig zu erkennen, was eigentlich abgeht.....
Viele, die glauben gut gerüstet zu sein werden sich noch als Jäger und Beutemacher fühlen, wenn sie sich schon längst als Opfer in Netz aus Inflation, Deflation und völlig irrationelen Preis- und Bewertungsschwankungen verstrickt haben. Und bis zu ihrer wirtschaftlichen Vernichtung ihre eigene Lage in völliger Fehleinschätzung ihrer tatsächlichen Situation verkennen.....
Eine Diversifikation in liquiden, mobilen und immobilen Geld-, und Sachwerten ist meiner persönlichen Überzeugung zufolge aus diesem Grunde zwingend erforderlich, wenn man eine solche Krise auch nur ansatzweise wirtschaftlich überleben will.
Und sie muß unbedingt aufrechterhalten werden.
Grundvoraussetzung dafür ist vielleicht auch die Freiheit von Schulden und auf Geld lautende Zahlungsverpflichtungen.
Zu einem gut ausgestatteten Vermögen gehören im Krisenfall:
(1) eine ständig verfügbare Liquidität mit uneingeschränkter Zugriffsmöglichkeit von über drei vollen Netto-Monatseinkünften, die auch ganz oder teilweise in Hartgeld (kursgültige Silber-Gedenkmünzen) gehalten werden kann. Ist Geld knapp, dann wird alles Geld akzeptiert werden.
(2) jederzeit und kurzfristig fällige Bankguthaben in Höhe von weiteren 3 bis 9 Netto-Monatsgehältern, das bei ersten Anzeichen einer konkreten Gefahr unverzüglich in Banknoten zu liquidieren ist.
(3) zusätzlich zu (1) und (2) 5 bis 15 v.H., gemessen an Vorkrisenbewertungen in Edelmetallen, 5 v.H., ist o.k. sofern bezahltes Wohneigentum vorhanden ist, 15 v.H. sollte man schon haben, sofern man laufend Miete zahlen muss. Diese Reserve dient nur der Eigenversorgung im Notfall und nicht zu Beutezügen. Wer fette Beute machen will, der muss weitere, taktische Reserven anlegen.
(4) eine eigene Vorratskammer mit Nahrungsmittelvorräten für zwei Monate und Wasservorräten (Mineralwasser) für einen Monat. Kerzen und Zündhölzer und ein paar leere, saubere Kanister für Trinkwasser nicht vergessen!.
(5) eine eigene, bezahlte Immobilie zum selbst drinn wohnen
(1) und (4) sehe ich als unabdingbar an. Höchste Prioritätsstufe.
(2) und (3) sind auch sehr wichtig und sollten parallel aufgebaut werden
(5) ist gut, wenn man es besitzt, aber keine Grundvoraussetzung für die Chance, eine Krise wirtschaftlich zu überstehen.
(2) kann man auch als Barreserve in Banknoten oder kursgültigen Silbermünzen halten, wenn sichergestellt ist, daß das Entwendungsrisiko praktisch nicht gegeben ist.
(3) sollte man ebenfalls ständig verfügbar lagern. Dabei ist Kreativität gefragt, ebenso wie bei (1). Bei größeren Gold- und Bargeldmengen empfiehlt es sich vielleicht einen Teil davon in einem Schließfach in der Schweiz zu lagern.
Wer hohe Edelmetallquoten anstrebt, der sollte mindestrens das Geld als Barreserve halten, das er in Edelmetalle investiert hat. Wer bei einem großen Vermögen nicht 50 Prozent Cash halten will, dem bleibt bei Null Schulden die Option der DIVERSIFIKATION, beispielsweise: 30 Prozent Gold, 30 Prozent Immobilien, 20 Prozent Cash und 20 Prozent Aktien (blos keine Fonds oder Zertifikate) nur solche von ertragreichen Unternehmen mit intakter Substanz und erstklasiger Bonität. Aktienurkunden (sofern nicht alles zentral verbrieft ist) kann man sich aushändigen lassen und ins Schließfach legen. Ein paar Aktien im Depot stehen lassen, damit man weis, wann man Ertragsscheine einlösen und Mäntel und Bögen wechseln muss. So kann man Untreue- Betrugs- und Unterschlagungsrisiken noch weiter eindämmen. Denn eines ist gewiss: niemand weis, ob im Krisenfall - ggf. auch noch Länderübergreifend - eine Rechtsordnung wirksam aufrechterhalten kann, die Übergriffe derjenigen, die dazu in der Lage sind auf ihnen anvertraute Vermögenswerte verhindert. Ich wage dies sehr zu bezweifeln.