ZitatAlles anzeigenOriginal von MAL2
Muss gestehen, dass ich Eure Begeisterung für die deutschen Silber10er weder verstehe noch teilen kann. Diese Münzen bestehen aus 18gr Sterling-Silber (925). Für den Preis (10Eur) bekommt man aber anderswo eine vollwertige Unze Silber.
Ich vermute mal, dass wieder das Argument kommt, dass man die aber jederzeit auch als Bargeld benutzen kann. Ok- das ist aber furchtbar inkonsequent. Entweder man investiert aus irgendwelchen Gründen in Silber- oder nicht!
Traut man der Sache nicht so sehr- kaufe ich mir halt nur halb so viele "Reinunzen" und mit der restlichen Kohle spekuliere ich an der Börse oder lege sie auf Sparbuch. Das bringt wenigstens noch Rendite.
Bin ich mir aber sicher, dass Silber im Wert steigt oder meine "Krisenüberlegungen" dominieren, dann investiere ich doch lieber in "reines" und günstigeres Silber.
Alles andere ist für mich verschenktes Geld. Den einzigen Grund, den ich noch verstehen könnte wer den, dass man die Dinger aus "Sammlergründen" gerne hätte. Aber dann auch eine pro Stück... und gut ist.
Recht verständnislose Grüße aus Münster...
MAL2:
Sicherheit, die gibt´s niemals zum Nulltarif. Und demzufolge gibt es auch nichts zu verschenken, jedoch ohne strukturiertes Sicherheitsmanagement viel zu verlieren, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Daß das Silber in Silberbarren derzeit noch billiger ist, als offizielles Münzsilber, das weis jeder, der rechnen kann. Jedoch:
In einem deflationären Crash mit Bankenschließungen und anderen Nettigkeiten (Devisenkontrollen usw.) können Gold und Silber so weit fallen und so illiquide werden, daß es auch Edelmetallbugs ohne physische Barreserven ausrottet, bevor es dann zum finalen Showdown der Inflationierung kommt:
Silberbarren haben immer ein Kursrisiko. Und sie sind weder gesetzliches, noch allgemein anerkanntes oder allgemein geläufiges Tauschmittel. Münzen, zum Nominalwert erworben haben außerhalb einer Kriese immer Kaufkraft. Und das dem Geld innenwohnende Inflationsrisiko ist durch den Metallwert der Silbermünzen nicht so groß daß, vie z.B. bei Banknoten im Kriesenfall auch eine völlige Entwertung durch Inflation möglich ist.
Zu jeder Vermögensdiversifikation gehört Liquidität. Und innerhalb der Liquiditätsposition (Festgelder, Sichteinlagen, Sparbuch usw.) existiert eine Bargeldkomponente für den Kriesenfall. Das kann man als Analogie zur Nahrungsmittelreserve sehen, die von einem ständig halbvollen Kühlschrank bis hin zu Nahrungsmittelvorräten für zwei bis drei Wochen gehen kann, wobei die Anlage solcher Reserven keine Spinnerei ist, sindern sogar seitens der deutschen Regierung den Bürgern noch 2005 mehrmals nahe gelegt wurde.
Die Argentinienkriese zeigt uns, daß es nicht falsch sein kann, ca 1 bis zwei Monats-Nettogehälter im Bargeld zu halten. Bargeld, das gut versteckt ist (wegen des Risikos von Wohnungseinbrüchen). Die wenigsten Haushalte haben solche Reserven. Und wenn ich mir schon Lappengeld (Banknoten) bunker, so kann ich doch einen Teil davon, 25 bis 50 Prozent in Hartgeld halten. Und da bieten sich deutsche 10-EUR-Münzen mit etwa 16,5 g Feinsilbergehalt an. 750 EUR, das sind dann ungefähr 1,2 kg Silber. Will sagen: ab einem Silberpreis von ca. 625 EUR / Kilo partizipiert man ggf. an einer steigenden Silberpreisentwicklung mit, vorausgesetzt man verkauft oder die Währung verliert extrem an Kaufkraft, weswegen die Münzen dann bewertungsmäßig zu bloßem Silber werden.
Und ich gehe davon aus, daß sollte Bargeld temporär wirklich einmal knapp werden, auch solche Münzen sehr gerne angenommen werden. Zumal Geschäftsleute sich strafbar machen würden, wenn sie die Annahme verweigern, nachdem sie darauf hingewiesen wurden, daß die Münze aufgrund des Bundesadlers, der Wertbezeichnung und des Ländernamens hier kursgültiges Zahlungsmittel ist. Ich selbst habe schon mehrfach mit solchen Münzen bezahlt. Wenn man den Leuten sachlich erklärt, warum es Zahlungsmittel sind, werden die Münzen in der Regel auch ohne Murren angenommen.
Mit Gold- oder Silberbarren kann man während eines Deflationscrashes, der auch ein paar Monate dauern kann, ganz bestimmt kaum etwas "verdienen", geschweige denn Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Mit kursgültigen Münzen hingegen schon.
Selbst alte Silber-5-DM-Münzen wären dann besser als Barren und zwar solange die Umtauschgarantie der Dt. Bundesbank noch besteht.