Volatiler Silbermarkt verunsichert Anleger
Was soll ich dazu sagen?
Es geht schon damit los, dass der Silberpreis derart schnell gestiegen ist, dass so viele Private ihre Bestände auf den Markt werfen. Ein Beispiel: Ebay-Artikelnummer 355654958672
Silberpreis bei Auktionsende: etwa 26,40 Euro/Unze.
Silberpreis für den Käufer (inklusive Versand):
147€/(4,6*(43/31,1035)Unzen) = 23,11 Euro je Unze = 87,6 % vom Spotpreis.
Schaut man sich die Münzen genauer an, dann stellt man fest, dass da jemand gesammelt, und sicher keinen Schrott zusammengetragen hat. Sowohl total abgenutzte, als auch stark beschädigte oder erkennbar geputzte Stücke konnte ich nicht feststellen. Und selbst wenn: Es ist bei dem Preis doch egal.
Die Stückelung, 4,6 Gramm Feinsilber je Münze ist zudem ideal für Währungskrisenszenarien und eine gute Ergänzung des Notgroschens aus Goldmünzen im Gewicht zwischen drei und acht Gramm.
Unzen sind da vielleicht viel zu groß. Selbst Silberzehner (vom Feingewicht identisch mit den Vereinsthalern des deutschen Münzvereins, stellten damals, als sie noch als Geld umliefen mehrere Tageslöhne eines "Normal- oder Durchschnittsbürgers" da.
Zurück zum Silbermarkt:
Investmentnachfrage ist nicht Verbrauch. Insofern wird eindeutig mehr produziert, als verbraucht. Investmentnachfrage ist Spekulation.
Zur Silberproduktion:
es gibt, anders als beim Gold, keine Untergrenze bei den Produktionskosten dort, wo Silber bei der Verhüttung von beispielsweise Kupfererz oder beim Recycling von Metallschrott aus Kaben und Elektrogeräten anfällt. Das Silber liegt bei der Elektrolyse hoch konzentriert im Anodenschlamm.
Zur industriellen Silbernachfrage:
ich kann keinerlei nachhaltige und freiwillige Nachfrage erkennen, die in gesunder Relation zu den geförderten Mengen steht. Das, was in grüne Technologien geht, das ist staatlich erzeugte und erzwungene Nachfrage. Für mich sind darauf basierende Prognosen Hirngespinste, die auf Dauer keinerlei Bestand haben werden, weil sie in der derzeit angewendeten Form auch hochgradig unwirtschaftlich sind und die Netzstabilität gefährden.
Zu China:
wenn der Staat den Bürgern dort rät, Silber statt Gold zu kaufen, dann reden wir vom selben Staat, der es zugelassen hat, dass Chinesen sich in Erwartung steigender Immobilienpreise Dollars geliehen haben, unter anderem um ganze Städte zu bauen, die völlig unbewohnt sind. Mit der Folge, dass die USA die Zinsen bewusst hochhalten, um China so zu grillen und zu rösten, bis es steinhart und schwarz ist, reißt und vom Spieß ins Feuer fällt. Das spricht nicht für die wirtschaftliche Expertise der chinesischen Regierung und ihres Apparates. Ganz im Gegenteil.
Unterschiede Gold/Silber
Die Sache mit dem Gold ist eine ganz andere Nummer, das wird kommen. Und davon gibt es so viel, dass man Silber als Handelssilber oder als Währungsanker nicht mehr benötigen wird. Anders wird das dann sein, nachdem neue, auf Gold basierende Währungen kommen und die Bürger nur das anerkennen, was sie in Händen halten werden. Dann braucht man Silber für die Scheidemünzenproduktion. Ob und wann das passiert, steht jedoch in den Sternen.
Anders, als es auch bei Silber lange Zeit der Fall war, ist Gold meiner Ansicht nach immer Geld gewesen und wird es nun in stärkerem Maße wieder.
Jedoch:
Silber gehört dazu (Divesifikation)
Denn:
erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Am Ende reicht es auch, wenn man es halbwegs "richtig" gemacht und nicht alles Ersparte verloren hat.
Und genau wie Gold und auch alle anderen unverderblichen Güter, bewahrt (ganz oder teils) oder mehrt (je nach Einstiegs- und Verkaufskurs) auch Silber das darin investierte Kapital.