Knallsilber: Es werden zur Zeit fast alle gängigen Bullion und auch mit Sammlerwert behafteten Münzen gefälscht, oft sehr plump, bei hochpreisigeren Stücken tendenziell aber profimäßig
Da hilft nur Erfahrung, erste eigenen Käufe bei Händlern (gold.de) usw....
Moparisti: wie kann ein leihe an der Kasse das ggf schnell und günstig überprüfen
Um Kenntnisse zu erwerben um damit ein Gewerbe zu eröffnen, ist es alleine sicherlich nicht ausreichend,
aber zur Überprüfung der Echtheit von Silber, Gold oder Platin-Materialien wäre ein Wasserverdrängungstest als Annäherung schon hilfreich. Dazu bedarf es nur einer digitalen Briefwaage, ein Wasserglas und die Kenntnisse über die spezifischen Materialgewichte. Das würde funktionieren bei Ketten, Münzen oder auch Nuggets ..
Grüße
Magor
Alles anzeigen
Nein, nein und nochmals NEIN!!!
So einfach ist die Welt nicht.
Der Wasserverdrängungstest ist für einen Händler zu aufwändig.
Schmuck, Zahn- und Altgold lasse ich mal außen vor. Schließlich soll das keine Doktorarbeit werden. Und ich bin auch kein Altgold-Aufkäufer. Nur so viel: einfach ist anders.
Für Feingold-Münzen braucht man, neben einer echten Referenzmünze je Typus, folgendes:
(1) Waage, Genauigkeit: 0,01 g
(2) Magnetwaage
(3) Ultraschall-Messgerät und Münzmäppchen aus Kunststoff
(4) Messschieber (Durchmesser, Dicke).
(3) immer (auch Referenzmessung) an Münze im selben Münzmäppchen messen zur Vermeidung von Kratzern.
(4) kann man manipulieren, in dem man auf den glatten Metallflächen Papier oder Weichplastik aufklebt und sich mit dem so manipulierten Gerät die Parameter an Originalen bestimmt, so verkratzt man Münzen beim messen nicht.
Stimmen alle vier Parameter, so ist es Gold.
Genau so kann man es auch mit Feinplatinmünzen (995er Platin) machen. Hier reichen bereits Dicke und Durchmesser in Verbindung mit der Magnetwaage oder dem Ultraschallgerät. Damit ist - wegen der damit schon indirekt geprüften, hohen Dichte des Platins - bereits alles bestimmt. Theoretisch kann man die Dichte des Platins fälschen. Daher die Absicherung mit einem der beiden Geräte. Ob dies so praktisch oder wirtschaftlich umsetzbar ist - keine Ahnung.
Auch mit kleineren Platin- und Goldbarren ist das (theoretisch) möglich. Nur braucht man eben Referenzwerte dergleichen Stückelung (Abmessung, Hersteller). Dennoch kann es hier passieren, dass man gewisse "Guss"-Barren (mit Wirbelstrom aus Granulat aufgeschmolzen und daher mit kleinen Blasen im Metall) nicht als Gold erkennt.
Den "Wolf" entdeckt man mit der Magnetwaage. Leichtere Metalle durch Nachwiegen in Verbindung mit der Prüfung von Dicke und Durchmesser. Legierungen oder Wolfram entdeckt man ggf. auch mit Ultraschalltest.
Es müssen stets alle 4 Ergebnisse in einem für Gold bzw. drei der beschriebenen für Platin plausiblen Bereich liegen, sonst passt was nicht.
Ultraschallgerät und Magnetwaage - das sind schon Investitionen. Ich habe nur einen Neodymmagneten (Kraft größer 30 kg). Dieser stößt Feingold ab. Bei legiertem Gold kann das schon ganz anders sein. Beispielsweise besaß ich mal eine alte, vierfache spanische Duplone in fast prägefrischer Qualität. Diese war bei einem derart starken Magneten leicht magnetisch. Eine weitere des selben Jahrgangs aus einer anderen Prägeanstalt war antimagnetisch. Eine hatte eine Goldpatina und einen tiefgelben Farbton, die andere schimmerte, gleich ungetauchter Krügerränder in einem kupferrotem Farbton. Hier helfen dann die Klangprobe und das Prägebild sowie typische Merkmale der Prägungen wie Schrötlingsfehler, nachgeschnittene / aufgearbeitete Stempel usw., also alles das, was "normale" Fälscher nicht wissen. Sind es dann noch "billige" Jahrgänge, verringert das die Fälschungswahrscheinlichkeit weiter.
Was sich daraus für Privatanleger ergibt, ist klar: Kauf nur aus vertrauenswürdiger Quelle.