@hui-buh
Mit zwei Worten kann ich dir deine Frage nicht erklären...
Als ich vor über 25 Jahren in die Selbständigkeit gestartet bin, war die Situation/Zukunftsaussicht noch ganz anders als heute. Ich war damals auch noch jünger, leistungsfähiger, etc. und mir machte eine 60 Stunden-Woche nicht viel aus...
Ich hatte Erfolg, habe mehr erreicht als ich mir vorgestellt hatte, aber über die Jahre habe ich etwas wichtiges gelernt: Dass Glück, das so ziemlich Einzige ist was man für den Erfolg braucht. (Zumindest wenn man mal die Fertigkeiten und Disziplin voraussetzt...). Das Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, die richtigen Menschen kennenzulernen, usw. Das war es, was meinen Erfolg ermöglichte!
Doch mit dem Alter lässt die Leistungsfähigkeit nach und mal fragt sich auch immer öfter, wie lange noch?
Was wird später mal sein wird?
Nach der Euro-Einführung und diversen anderen Krisen/Problemen, bin ich heute, inflationsbereinigt ungefähr dort wo ich damals war. Ich will die Zeit keineswegs schlecht reden oder würde heute anders entscheiden, denn mit einer klassischen Anstellung hätte ich sicherlich erhebliche Verluste erlitten.
Vor 5 Jahren habe ich mein Unternehmen aufgelöst und führe heute nur noch einen kleinen Teil, der mir rund 1-2 Stunden Arbeit am Tag macht und meinen Status quo hält, weiter.
Im derzeitigen Umfeld ist es äußerst schwierig sich als kleines Unternehmen über Wasser zu halten - "Reich" werden kann man damit ohnehin nicht, selbst wenn man sich krumm und buckelig arbeitet!
Ein weiterer Aspekt ist die Wertentwicklung - Es geht hierbei nicht um die Anlage, sondern schlicht die zur Verfügung stehenden Mittel. Wenn man betrachtet, dass der heutige Mindestlohn (9,19€) vor 20 Jahren ein recht ordentliches Gehalt (ca. 18 DM) war, hat heute ein Mindestlohnempfänger in etwa die gleichen Möglichkeiten wie damals jemand mit 2800 DM Gehalt. Nur dass bei 2800 DM am Monatsende mehr übrig war als bei 1470 €....
...und was ist in 10 Jahren?
Für mich war die Selbständigkeit sehr erfolgreich, denn mein Werterhalt entspricht rein monetär aufgedrückt ja dem Drei- bis Vierfachen von damals...
Ich hoffe, dass ich den "selbständigen Weg" die nächsten Jahre noch so weiterführen kann, andernfalls wird es wohl nur ein 400€-Job. Alles Andere ist für mich nicht interessant, da es keinerlei rechtliche Sicherheit vor Wertverfall oder Enteignung mehr gibt. Wieviel ein Rentenbezieher in 10-20 Jahren noch von seiner Rente bekommt wäre die andere Sache, aber ebenso unklar?
Ich hoffe ich konnte dir mit meiner (finanziellen) Situation bisschen weiter helfen. Es ist für jeden von uns anders! - Jeder hat andere Bedürfnisse, Möglichkeiten, Chancen etc.
Du weist auch nie, wann das Schicksal zuschlägt, denn neben deinem Schicksal gibt es auch noch das der dir nahe stehenden Menschen. Dann geraten finanzielle Dinge sehr schnell in den Hintergrund...
Gruss agamura