Ich habe beruflich mit Gasversorgern zu tun. Der Gaseinkauf erfolgt scheibenweise im voraus; z.B. 12 Monatsscheiben, jeweils ein Jahr im voraus; oder z.B. 1/4 ein Jahr im voraus, 1/4 ein halbes Jahr im voraus und 1/2 ein Monat im voraus, je nach ausgehandeltem Bezugsvertrag mit dem Vorlieferanten. Je höher der Bezugsanteil mit kurzfristiger Preisanpassung ist, desto stärker ist die Marge bei steigenden Preisen zusammengeschrumpft bzw. sogar negativ. Auf der Verkaufsseite muß dann sofort der gestiegene Einkaufspreis weitergegeben werden, soweit das möglich ist (bei Festpreisverträgen z.B. geht das nicht). Hier werden garantiert einige Versorger in Schieflage geraten. Der Gasversorger mit dem hohen Anteil des teueren Gaseinkaufs braucht keine Angst zu haben, dass seine Kunden bei Preiserhöhungen zur Konkurrenz wechseln. Denn die Konkurrenz möchte keine neuen Kunden, für die sie zusätzliche Gasmengen zum jetzigen (hohen) Preis einkaufen müßte; für jeden Kunden, den man hat, hat man bereits die Gasmenge beschafft, aber keine Mengen darüber hinaus.