Meine Schätzungen vom G.O. dieses Finanzsystems und deren Währungen waren zeitlich zwar gut aber trotzdem falsch. Es wurden immer neue Pfeile aus dem Köcher gezaubert. Sogar ein Bankrun ist nicht mehr möglich.
Führen fehlende Investoren von Staatsanleihen "Ratz Fatz" zum G.O ?
Vertrauen: Ich denke ja auch immer an "der Tag an dem der Dollar starb" - beginnend mit dem Taxifahrer der den $ ablehnt: da waren es Stunden.
Deshalb Nachfrage ---> siehe Zitat unten.
Die Sichtweise " Käufer von Staatsanleihen sind Systemunterstützer " könnte ich ja noch etwas präzisieren:
Benutze erst gar nicht deren Geld ! ....und schon wird gejammert
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Die Frage, wie lange sich das westliche Finanzsystem durch Ankäufe von Staatsanleihen durch die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) am Leben halten kann, wenn andere Investoren komplett ausfallen, ist komplex und hängt von mehreren wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Faktoren ab.
Hier ist eine präzise Analyse, die auf den verfügbaren Informationen basiert:
1. Mechanismus der Fed-AnkäufeDie Fed kann durch quantitative Lockerung (QE) oder andere Anleihekaufprogramme US-Staatsanleihen (Treasuries) erwerben, indem sie neues Geld schafft. Dies ermöglicht es, die Nachfrage nach Anleihen zu stützen, die Zinsen niedrig zu halten und die Finanzierung der Staatsdefizite zu sichern, selbst wenn private oder ausländische Investoren ausbleiben. Solche Programme wurden in der Vergangenheit genutzt, etwa während der Finanzkrise 2008 oder der Corona-Pandemie, um die Märkte zu stabilisieren.
2. Theoretische Dauer der SelbstfinanzierungTheoretisch könnte die Fed unbegrenzt Staatsanleihen kaufen, da sie die Kontrolle über die Geldschöpfung hat und der US-Dollar eine Fiat-Währung ist. Es gibt jedoch mehrere Einschränkungen, die die Dauer begrenzen:
- Inflationsrisiko: Wenn die Fed massiv Geld druckt, um Anleihen zu kaufen, steigt die Geldmenge, was zu Inflation oder sogar Hyperinflation führen kann. Dies würde das Vertrauen in den US-Dollar untergraben, insbesondere wenn die Inflation die Renditen der Anleihen übersteigt, was deren Attraktivität weiter senken würde.
- Vertrauensverlust in den US-Dollar: Der US-Dollar ist die weltweite Leitwährung, und US-Staatsanleihen gelten als „sicherer Hafen“. Wenn jedoch andere Investoren ausbleiben und die Fed als alleiniger Käufer auftritt, könnte dies das Vertrauen in die Bonität der USA und die Stabilität des Dollars erschüttern, was zu Kapitalflucht oder einer Abwertung führen könnte.
- Bilanz der Fed: Die Fed hält bereits etwa 4,4 Billionen US-Dollar an Staatsanleihen (Stand August 2024). Eine weitere Ausweitung der Bilanz könnte technische und politische Herausforderungen mit sich bringen, da die Fed ihre Bilanz seit 2022 reduziert (Quantitative Tightening), um die Inflation zu bekämpfen. Ein erneuter massiver Anstieg der Bilanz könnte als Widerspruch zur Inflationsbekämpfung gesehen werden.
3. Praktische Grenzen
- Kurzfristig (1–3 Jahre): Die Fed könnte kurzfristig einen Rückgang der Nachfrage durch andere Investoren kompensieren, wie sie es während der Pandemie getan hat, als sie ihre Bilanz von etwa 4 Billionen auf über 8 Billionen US-Dollar ausweitete. Solange die Inflation kontrollierbar bleibt und das Vertrauen in den Dollar stabil ist, könnte das System einige Jahre durch Fed-Käufe gestützt werden.
- Mittelfristig (3–10 Jahre): Wenn andere Investoren dauerhaft ausbleiben, könnten die Risiken (Inflation, Vertrauensverlust) zunehmen. Länder wie Japan, wo die Zentralbank über 90 % der Staatsanleihen hält, zeigen, dass eine „Verstaatlichung“ der Schulden möglich ist, aber Japan hat eine andere wirtschaftliche Struktur (z. B. hohe inländische Nachfrage und geringe Abhängigkeit von ausländischen Investoren). In den USA halten ausländische Investoren etwa 24 % der Staatsanleihen, was eine größere Herausforderung darstellt, wenn diese ausfallen.
- Langfristig (über 10 Jahre): Eine dauerhafte Selbstfinanzierung durch die Fed wäre problematisch. Historisch gesehen führen exzessive Geldschöpfung und Monetarisierung von Schulden oft zu Währungskrisen, wie in Ländern mit schwächeren Währungen beobachtet. Der Status des US-Dollars als Weltleitwährung gibt den USA mehr Spielraum, aber ein völliger Verlust der externen Nachfrage könnte diesen Status gefährden.
4. Spezifische Szenarien und Schwellenwerte
- Laut einer Aussage des Vermögensverwalters Amundi könnte die Fed eingreifen, wenn die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen 5 % erreichen (aktuell etwa 4,41 %, Stand April 2025). Dies würde darauf hindeuten, dass die Fed aktiv werden würde, um steigende Finanzierungskosten zu begrenzen.
- Sollten große Gläubiger wie China ihre Bestände an US-Anleihen (ca. 8,5 Billionen US-Dollar ausländische Investments insgesamt) abstoßen, würde der Druck auf die Fed steigen, als Käufer einzuspringen. Dies könnte die Bilanz der Fed schnell auf 10–12 Billionen US-Dollar oder mehr ausdehnen.
- Das Congressional Budget Office (CBO) schätzt, dass ein Anstieg der Renditen um 0,1 Prozentpunkte pro Jahr das US-Defizit bis 2035 um 350 Milliarden US-Dollar erhöhen könnte. Eine solche Dynamik würde die Fähigkeit der Fed, allein durch Ankäufe zu stabilisieren, zunehmend einschränken.
5. Risiken und Alternativen
- Monetäre Staatsfinanzierung: Massive Anleihekäufe durch die Fed werden oft als „monetäre Staatsfinanzierung“ kritisiert, da sie die Trennlinie zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt. Dies könnte langfristig die Unabhängigkeit der Fed untergraben und politischen Druck erhöhen.
- Alternative Käufer: Vorschläge wie die Lockerung von Kapitalvorschriften für US-Banken, um diese zu Anleihekäufen zu bewegen, könnten die Abhängigkeit von der Fed verringern, sind aber ebenfalls begrenzt.
- Systemische Risiken: Ein Szenario, in dem andere Investoren komplett ausbleiben, könnte durch externe Schocks (z. B. geopolitische Krisen, Handelskriege) ausgelöst werden. Dies würde die Fed zwingen, schneller und in größerem Umfang einzugreifen, was die oben genannten Risiken beschleunigen könnte.
6. Fazit
Das westliche Finanzsystem, insbesondere in den USA, könnte sich durch Fed-Ankäufe von Staatsanleihen kurzfristig (1–3 Jahre) stabil halten, selbst wenn andere Investoren ausbleiben.
Mittelfristig (3–10 Jahre) hängt die Dauer von der Fähigkeit der Fed ab, Inflation und Vertrauensverlust zu managen. Langfristig ist ein solches Modell nicht nachhaltig, da es zu Währungskrisen, steigenden Zinsen oder einer Erosion des Dollar-Status führen könnte. Ein genauer Zeitrahmen lässt sich nicht festlegen, da dies stark von externen Faktoren wie Inflation, geopolitischer Stabilität und politischen Entscheidungen abhängt. Japan zeigt, dass eine hohe Zentralbankfinanzierung möglich ist, aber die USA sind aufgrund ihrer globalen Rolle und Abhängigkeit von ausländischen Investoren vulnerabler.
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Chaotische Systemabstürze lassen sich nicht kontrollieren.