Beiträge von Katzenpirat

    Ausgangspunkt der Diskussion war übrigens dieser Post:


    Hier ein wenig Charttechnik ohne Berücksichtigung von einscheidenden, unerwarteten Ereignissen im Bereich Geo- oder Finanzpolitik:


    Die Korrektur bei Silber fiel in den letzten Tagen mit - 9 % kräftig aus. Wir sind exakt bis aufs 38.2 Fibonacci Retracment gelaufen und haben uns auf dem 50 MA, im Bereich der starken Unterstütungzone von Ende 2022/Anfang 2023, stabilisiert. Ich denke, wenn Gold sich hält, wars das mit der Korrektur. Wenn aber Gold durchfällt, Richtung 1'900 $ und tiefer, sehen wir bei Silber sicher nochmals 22 $.


    Wie stehen die Chancen? Schwierig. Ich sage, 55:45 müssen wir noch weiter runter.


    Mittelfristig bin ich optimistisch. Wenn Gold nachhaltig über 2'080 geht, mit Ziel 2'200 $, sehen wir bei Silber zügig 30 $ plus. Das wird 2023 geschehen.


    Goldkinder, hier noch meine Kurzantwort auf deine Frage:


    Der Aufwärtstrend bei Gold im grossen Zeitfenster ist seit 2015 intakt. Deshalb ist es für technische Analysten natürlich einfach "long term bullish" zu sein und zu bleiben. Um eine "short term" Prognose zu machen, brauchen wir technischen Analysten ein Signal (z. B. einen Durchbruch durch eine Untersützung oder einen Widerstand). Im Seitwärtsmarkt, in dem wir uns seit 2020 befinden, sind diese Signale selten. Also bleiben technische Analysten wohl eher vorsichtig, d.h. tendenziell bärisch. So gesehen, hast du wohl recht mit deiner These.


    Ich habe mich mit 52:48 für ein weiteres Fallen bei Silber entschieden, weil Gold vom 3-Fach-Top noch kaum korrigiert hat. Fiele Gold aufs 38.2 Fibo Retracment, käme es auf 1'900 $. Das scheint mir sehr gut möglich. Dass zöge dann auch Silber weiter runter. Diese Prognose basiert aber auf Erfahrungswerten bzw. Intuition, nicht auf dem Chart. Ich eröffne deshalb auch keinen Shorttrade mit Warrants oder CFD, das ist mir zu vage.

    Wenn man eine technische Analyse macht, kommen in der Regel von vielen Foristen kritische Fragen, eigentlich ja zurecht. So fragte mich z. B. der User "Goldkinder" im Ariva-Forum, nachdem ich einen Silberchart gepostet hatte:


    @Katze, spitze, aber ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass die Prognosen der Chartisten schon seit Jahren so gut wie immer short term bearish und long term bullish sind (wie auch gerade jetzt bei Blaschzok, Brady, Katze usw.). Also an short term bullish kann ich mich wirklich nicht dran erinnern. Ist das vielleicht ne Masche, um weniger angreifbar zu sein, denn kurzfristige Fehlprognosen sind ja besonders heikel, während man langfristige Fehlprognosen ja immer auf irgendwelche (nicht kalkulierbaren) externe Faktoren verweisen kann.

    Und UBS 55:

    @Goldkinder, sehr gut, dann muss ich es nicht wieder schreiben. Niemand weiss überhaupt was, es gibt nur Wahrscheinlichkeiten, die sich aber nach der nächsten Meldung wieder ändern können. Ich hab auch nicht wirklich Lust, mich mit dutzenden von " ganz tollen Bohrergebnissen " rumzuschlagen. In 99% der Fälle lese ich dann ein Jahr später, wie die Depotleichen heissen.


    Meine Antwort für mein Archiv:


    1. Technische Analyse ist kein Hokuspokus oder Esotherik, es gibt Day- oder Swingtrader und Scalper, die verdienen damit gutes Geld. Dies aus dem Grund, dass an entscheidenden Marken die Wahrscheinlichkeit (das Chance-Risiko-Verhältnis) in die eine oder andere Richtung tendiert. Sei es auch nur 48:52. Dies kommt daher, dass an Widerstand- oder Unterstützungslinien besonders viele Sell oder Buy Orders liegen, die beim Durchbruch ausgelöst werden. Wir können auch von einer selbsterfüllenden Prophezeiung sprechen.


    Ich habe mit auschschliesslich chartbasiertem Daytrading auch schon Geld verdient, es ist aber kein Zuckerschlecken. Es braucht Disziplin, Geduld und viel zeitliche Präsenz. Da bin ich nicht der Typ dafür. Ich kümmere mich lieber um die von UBS verschmähten Explorer und Bohrlöcher.


    2. Um eine Prognose (long/short/seitwärts) zu erstellen braucht der technische Analyst ein Signal. Ich persönlich verstehe mich als Markttechniker nach Michael Voigt. Markttechnik ist auch eine Disziplin der technischen Analyse, grenzt sich aber von der Charttechnik deutlich ab. Wir interpretieren nicht irgendwelche Muster in einen Chart, sondern unsere Analysen basieren auf horizontalen Unterstützungs- und Widerstandlinien sowie Innen- und Aussenstäben. Wir handeln den Trend, den Ausbruch, die Bewegung oder die Korrektur, weil dort die Wahrscheinlichkeiten am greifbarsten sind. Aus diesem Grund halte ich nicht viel von Elliot Wellen. Der Interpretationsspielraum, wie weit eine Welle geht bzw. wo sie endet, ist viel zu gross, so dass nicht eine relvante Menge von Marktteilnehmern am selben Ort Orders platziert sein kann. Im Daytrading sind meiner Meinung nach Elliot Wellen nicht brauchbar. Für Markttechnik-Fundamentalisten spielen Indikatoren (besonders Oszillatoren) keine und Trendlinien kaum eine Rolle.


    Ich persönlich kombiniere die Marttechnik gerne mit Fibo-Retracements, Candle-Sticks und Moving Averages, da darauf viele Marktteilnehmer achten, weil sie einfach anzwenden und verständlich sind. Von den Oszillatoren verwende ich zurzeit nur den RSI (Relative Stärke Index). Letztlich muss jeder seinen Stil finden.


    3. Die technischen Analysten, die seit 2015 "long term bullish" für Gold sind (dazu zähle ich mich auch), hatten bisher ja auch recht. Zur Erinnerung, seit Sept. 2015 haben wir 1'000 $ zugelegt, d.h. verdoppelt. Und der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, auch wenn sich jetzt ein 3-Fach-Top ausgebildet hat. Der Trend würde erst gebrochen, wenn wir unter 1'615 $ fielen (tieferes Tief) und danach das nächste Top unter 2'075 $ läge (tieferes Hoch).


    4. Wie gesagt, für eine Prognose brauchen wir ein Signal, einen Durchbruch durch eine Unterstützung- oder Widerstandslinie oder einen Umkehrstab. Das gibt es auf Tages- oder Wochenbasis nicht so oft. (Charttechniker benötigen andere Signale, Trendlinien, Formationen oder was auch immer). Weil der übergeordnete Trend seit 2015 immer noch aufwärts ist, fallen logischerweise die Prognosen "long term bullish" aus.


    Seit 2020 befinden wir uns mit Gold in einem Seitwärtsmarkt, dass ist das schwierigste für einen technischen Analysten. Eine Short Term Prognose ist natürlich schwierig, wenn man kein eindeutiges Signal hat und da bleibt man eher vorsichtig. Aber ich verspreche, wenn wir die 2'080 $ nachhaltig hinter uns lassen (miteinem Wochen oder Monatsschlusskurs), wird meine Prognose auch "short term bullish" sein. (Der Ausbrauch über 1'365 in 2019 war so ein Schlüsselmoment und eine todsichere Sache.)

    Hier ein wenig Charttechnik ohne Berücksichtigung von einscheidenden, unerwarteten Ereignissen im Bereich Geo- oder Finanzpolitik:


    Die Korrektur bei Silber fiel in den letzten Tagen mit - 9 % kräftig aus. Wir sind exakt bis aufs 38.2 Fibonacci Retracment gelaufen und haben uns auf dem 50 MA, im Bereich der starken Unterstütungzone von Ende 2022/Anfang 2023, stabilisiert. Ich denke, wenn Gold sich hält, wars das mit der Korrektur. Wenn aber Gold durchfällt, Richtung 1'900 $ und tiefer, sehen wir bei Silber sicher nochmals 22 $.


    Wie stehen die Chancen? Schwierig. Ich sage, 55:45 müssen wir noch weiter runter.


    Mittelfristig bin ich optimistisch. Wenn Gold nachhaltig über 2'080 geht, mit Ziel 2'200 $, sehen wir bei Silber zügig 30 $ plus. Das wird 2023 geschehen.


    (Und logo: Keine Handlungsempfehlung! :whistling: )


    Scott Ritter:


    Da stellt sich schon die Frage, auf was die Russen denn eigentlich schiessen bzw. was sie dabei treffen...? Nach 15 Monaten Spezialoperation und 8 Monaten Häuserkampf in Bachmut sieht der Blick auf die Karte von Donezk mit Umland alles andere als überzeugend aus. Weiterhin sitzen die Ukrainer nur 10 km vor Donezk. Einem russischen Vormarsch nach Odessa oder Transnistrien gab ich nie grosse Chancen, mit dem jetzigen Personal an der Front wird es den Russen aber nicht einmal gelingen, den ganzen Oblast Donezk unter Kontrolle zu bringen. In Cherson ist man tendenziell sogar auf dem Rückmarsch.


    Unter gleichbleibenden Voraussetzungen wird auf beiden Seiten nicht mehr viel gehen. Wenn die Luftabwehr der Russen nicht wasserdicht ist, können die Ukrainer mit den britischen Marschflugkörper "Storm Shadow" nun die Krim inkl. Krimbrücke anknabbern. Wenn Russland für diesen Fall nicht eine brachiale Antwort bereit hält, könnte diese "Spezialoperation" unschön enden. Da sollte man doch mal deutlich sagen.


    Insgesamt haben alle den völkischen, fanatischen Nationalismus der Ukrainer und deren grosse Kampf- und Todesbereitschaft unterschätzt. Hand aufs Herz, wer hat am 24.2.22 gedacht, dass die Russen so rasch fesstecken und sich dermassen die Zähne ausbeissen? Es macht auch keinen Anschein, als bröckele die ukrainische Heimatfront. Dazu hat auch der unerträgliche Selenski beigetragen. Er formiert den fanatischen Nationalismus durch seine pathetischen Auftritte täglich neu und hat es geschafft mit seinen hohlen Phrasen bereits über 150 Milliarden $ von westlichen Staaten aufzutreiben, die dafür in den Ruin gehen.


    Schönfärberei ist seitens der Russen m. E. nicht angesagt. Ich komme immer mehr zum Schluss, dass Prigoschin ernst meint, was er sagt, weil er den Ernst der Lage kennt.


    "Die Vasallisierung Europas"

    Europäische
    Denkfabrik konstatiert, die EU-Politik werde seit Beginn des Ukraine-Kriegs exklusiv von den USA dominiert, und warnt mit Blick auf künftige US-Prioritäten vor einer „Vasallisierung Europas“.


    Eine europäische Denkfabrik mit Hauptsitz in Berlin warnt mit Blick auf die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen vor einer „Vasallisierung Europas“. Wie es in einer kürzlich publizierten Analyse aus dem European Council on Foreign Relations (ECFR) heißt, habe der Ukraine-Krieg das Scheitern der vielgepriesenen EU-Bemühungen um „strategische Autonomie“ offen zutage treten lassen. Seit Kriegsbeginn dominierten die USA die Politik in Europa nicht nur mit der Menge ihrer Rüstungslieferungen an Kiew, sondern auch, indem sie die gemeinsame Kriegsstrategie diktierten. Europa operiere in der zweiten Reihe – wie im Kalten Krieg. Im Unterschied zu damals aber sei es für Washington heute nicht wichtig, die Länder Europas zu ökonomisch starken Frontstaaten zu formen. Vielmehr habe es für die USA heute Vorrang, ihre eigene Wirtschaft maximal gegen China zu stärken – dies auch auf Kosten von Europas Industrie, die für Washington allenfalls noch Hilfsfunktion besitze. Während Frankreichs Präsident Macron warnt, die EU dürfe nicht zum US-„Vasallen“ werden, sieht Bundeskanzler Scholz ihren Platz weiterhin eng an der Seite der USA.


    Mehr davon, guckste:
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9237



    Zentralbanken haben am Goldmarkt die Seiten gewechselt. Lange Zeit stießen sie Jahr für Jahr Gold ab, doch seit einiger Zeit stocken sie ihre Bestände wieder kräftig auf.
    2022 kam es dabei zum vorläufigen Höhepunkt: Rund um die Welt kauften Zentralbanken im vergangenen Jahr mehr als 1100 Tonnen Gold. Das war mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor, wobei die Aktivitäten durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine offenbar noch einmal angekurbelt wurden. Zum Vergleich: Die Gesamtnachfrage nach Gold betrug im vergangenen Jahr weltweit nach Angaben der Branchenvereinigung World Gold Council (WGC) etwa 4700 Tonnen.


    https://www.manager-magazin.de…b0-45b9-a6e9-87629d5e6d6b


    Da haben sich die konservativen Wähler in Italien ganz schön angeschxxxxx...

    Mich erstaunt völlig, dass die Koalitionspartner Silvio Berlusconi (Forza Italia) und Salvini (Lega) den Kurs der Melone schlucken. Das sind ja alte Putin und Russen Freunde... :hae:


    Die Ukrainefrage spaltet offenbar sowohl das linke als auch das rechte Lager.

    Kadyrow findet es jedenfalls nicht so lustig, er hat kritisiert, dass Prigoschin seine toten Kämpfer zeigt. "Das mache man nicht, das sei entwürdigend", meinte er. Das bin ich ausnahmsweise mal mit ihm einig.