Beiträge von Baerenbulle

    Vor dem Crack-Up Boom hat die Musik längst aufgehört zu spielen, erkennbar auch daran, dass der letzte Stuhl bereits "weggepfändet" wurde. Das ist ungefähr so der Zeitpunkt wo meine Frau die Ascheberge an verbrannten BullionVault-Belegen wegputzt und ich mit bettelndem Blick vor der Tür von Malca-Amit in Zürich auf physische Auslieferung hoffe. <X Wenn`s klappt, dann isses aber zu dem Zeitpunkt ganz viel Wert. :thumbup:

    ... wir befinden uns im crackup Boom.

    Ein Crackup-Boom ist durch extrem hohe Inflationserwartung gekennzeichnet und findet in der Endphase von bereits "davon-gallopierenden" Preisen statt. Die Zentralbanken hätten zu diesem Zeitpunkt bereits die Kontrolle über die Bondrenditen verloren.


    Wir dagegenen haben eine Inflationserwartung des Marktes von weit unter 2% (abzulesen an der Break-Even-Rendite i.e. Renditedifferenz zwischen Inflationlinker und nominalen Bonds), stagnierende Ölpreise und lahmende Nachfrage mit Überkapazitäten in vielen Branchen. Auch an den ausnahmslos allerschmalsten Bondrenditen kann man ablesen, dass die Zentralbanken (noch) viel zu viel Kontrolle haben. Die haben die Märkte praktisch verstaatlicht und wir haben trotzdem Deflation. Ergo ist das Fabulieren über einen Crackup-Boom nur kindisches Wunschdenken. [Blockierte Grafik: https://www.goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/boese.gif]


    Es mag ja mal irgendwann so kommen, aber zur Zeit gilt es den Realitäten ins Auge zu sehen. Und die führt zum letzten (vielleicht schmerzhaftesten) Argument: Fallende Goldpreise passen nämlich ebenfalls nicht zu einem Crack-up Boom. :D :whistling: :saint:

    Kredite an öffentliche Haushalte macht schon 27% aus

    FED und EZB werden in Zeiten von lauter werdenden MMT-Forderungen immer mehr dazu übergehen die Staatsanleihen direkt auf ihre Bücher zu nehmen. Die brauchen uns gar nicht mehr. :thumbup:


    Die Preisfrage wird aber sein, ob und wo es Inflation induzieren wird. Im Augenblick scheint lediglich der Sparwille der Anleger angesichts von ZIRP und NIRP zusätzlich angestachelt. Das Resultat zz. ist Deflation wohin man auch schaut. Ich denke, dass seit 2008 bis heute viel Deleveraging erfolgt ist und der Sparer noch immer eine hohe Sparquote anstrebt. Sollte sich das ändern kann das Ganze vermutlich schnell kippen.

    BullionVault (Vault ist engl. für Tresor) funktioniert wie eine Börse. Am anderen Ende der Transaktion kann daher auch ein anderer Kunde sein. BullionVault selber fungiert aber wohl recht häufig zusätzlich als Market Maker und sorgt für Liquidität. Dürfte zz. vermutlich nicht nötig sein. :whistling:


    Bei einem Kauf gibst Du idR. den Preis an zu dem Du kaufen willst. Ist er zu niedrig, wird der Auftrag nicht ausgeführt.

    Charts sind lächerlich, was gestern noch galt, gilt schon heute und morgen nicht mehr.

    Von Charttechnik halte ich auch nichts, aber mir geht es ja auch gar nicht darum. Ich nutze die Charts nur, um herauszufinden ob es einen Zusammenhang zwischen Rezessionen und der Performance von Gold gibt und wie der aussieht.
    Fazit ist, dass es einen gibt auch wenn er vielleicht nicht allzu eindeutig ist. Sollten wir in eine Rezession schlittern (was ich für wahrscheinlich halte), dann war Gold zu Beginn nicht unbedingt ein klarer Kauf, aber tendenziell doch leicht positiv und konnte so das Portfolio zumeist stabilisieren. In der späteren Rezession ist die Hoffnung dann doch sehr berechtigt, dass Gold sich positiv entwickelt. Eigentlich super, weil man eine spätere Rezession idR. schon sehen kann. Natürlich kann die Zukunft anders sein, aber generell steigen alle Assetklassen wegen der niedrigen Zinsen am Ende der Rezession. Gold ist da keine Ausnahme.

    Weniger klar als man vielleicht denkt. Timing ist wirklich schwierig, selbst wenn man Rezessionsstart und Endedatum genau gekannt hätte. Verhalten von Gold …





    Fazit: Nicht mal die Gesamtperformance von Gold über eine Rezession hinweg ist einheitlich, aber doch eher positiv. Allein die späte Rezession ist vglw. eindeutig positiv für Gold.
    Ein V-Form kommt überraschend häufig vor, aber auch durchgehend fallendes Gold kommt vor. Anfangs weniger steigend/uneinheitlich und später mehr steigend ist dann insgesamt auch ein erkennbares Muster.


    Erklärungsversuch:
    Vor der Rezession: unklares Bild (Gold uneinheitlich aber eher unattraktiv); Ursache vor allem steigende Zinsen und positiver Realzins.
    Frühe Rezession: In der frühen Phase der Rezession ist oft noch unklar, ob es sich um eine Rezession handelt (Teilnehmer schauen zurück / Wirtschaft brummt; 3 Monate Reportingverzug). Gold uneinheitlich.
    Späte Rezession: In der späten Rezession ist alles eindeutiger, dass es sich um eine Rezession handelt, Panik. Sinkende Zinsen Gold steigt.
    Nach der Rezession: sehr uneinheitliches polarisierendes Bild. Teils sehr starke Gewinne oder deutlich Verluste. Dazwischen fast nichts. Anscheinend ist die Konkurrenz zu Aktien (hausieren i.d.R.) oft zu stark (Anleger trenn sich wieder von Gold und schichten um). Zinsen sind niedrig. Die FED inflationiert teilweise extrem stark oder weniger (Gold explodiert oder fällt da Marktteilnehmen klar wird das die Rezession vorbei geht). Müsste man mal gesondert prüfen ob sich hier ein Muster aus Drittfaktoren ergibt.


    Wenn du denkst, die EU und der Euro können nicht zusammenbrechen, weil wir viel schlauer sind als die Sowjetunion. Die können zusammenbrechen! Und wie! Ich wäre sogar nicht verwundert, wenn die Lebenszeit der EU kürzer ist und der Zusammenbruch noch brutaler sein wird. Trotz der betriebswirtschaftlichen Überlegenheit.

    Falls ich mit dem "Du" gemeint sein sollte: Das die Eurozone auseinanderbrechen kann ist im Rahmen einer vermutlich nicht mehr allzuweit entfernt liegenden Krise auch für mich absolut denkbar. Habe ich übrigens oben auch geschrieben.


    Aber Deutschland hat - im Gegensatz zur alten Sowjwetunion - eine leistungsfähige Industrie (nicht nur Dienstleistungen). Eine einigermassen tüchtige Bevölkerung mit excellent global vernetzten Unternehmen, eine sehr hohe Sparquote etc.. Sowohl Großkonzerne als auch Mittelstand sind international wettbewerbsfähig und gigantischen Exportüberschuss. Was war nochmal der Exportschlager der Sowjetunion? Ich glaub der hieß Wolga (der große Bruder vom Trabi) und landwirtschaftliche Erzeugnisse mit gruselig schlechter Produtivität. :whistling: Das die Währungen der Sowjetunion abwerteten ist also dass, was man nach einem Auseinanderfallen auch logisch erwarten muss.

    Man kann nie wissen, aber der Vergleich mit der Sowjetunion hinkt. Die war total abgewirtschaftet, es gab keine wettbewerbsfähigen Unternehmen und die Menschen ware wirtschaftlich nicht vernetzt und betriebswirtschaftlich ungebildet. Also genau das Gegenteil von Deutschland, vermutlich ist sogar Griechenland besser aufgestellt als die Sowjetunion damals.


    Wenn ergo genügend Südländer aus dem EURO ausscheren, dann wird dieser mit einem verbleibenden Deutschland zur Hartwährung, allein schon weil Deutschland das Hauptgewicht hätte. All das spricht für eine heftige Aufwertung. Übrigens auch gegenüber Gold, welches man als Deutscher über lange Zeit viel zu teuer bezahlt hätte, weil der EUR die Kaufkraft unseres Vermögens über Jahre ausgehölt hat. Dies würde dann aber plötzlich zu Tage treten. Ein solcher Wechselkursschock ist aus meiner Sicht eine wirklich große Gefahr für alle Deutschen. Auch für mein Portfolio, weil ich viele Assets im Ausland habe. Aber der Eurozonenzerfall passiert auch nicht von heut auf morgen. Ich hoffe es zumindest und würde dann meine Vermögenswerte deutlich stärker repatriieren, was aber auch als konzentrierte Wette auf Deutschland nicht ohne Risiko ist.


    Vor allem kann man nicht wissen wie sich die Targetsaldenthematik und andere Faktoren genau auswirken etc.. Es gibt also viele Unbekannte, so dass die Aufwertung vielleicht auch nicht zu stark ist. Aber mit der Sowjetunion wird das Szenario jedenfalls nicht allzuviel zu tun haben.

    Da ist Cash King - aber alles außer Euro.

    Ja, der Zerfall der Eurozone ist dann eine reale Gefahr. Aber ob Fremdwährung ala Krall da so der Knaller sind ist keineswegs ausgemacht. Denn Fremdwährungskonten unterliegen in dem Fall einem asymetrischen Fremdwährungsrisiko. Beim Ausscheren von Deutschland aus dem Euro (Eurokolaps) würden nationale Konten zu einem Stichtag auf lokale Währungen umgestellt. Denn wäre die D-Mark in einer Nacht und Nebelaktion wieder eingeführt. Die D-Mark würde sofort gnadenlos zur Kaufkraftparität aufwerten (sagen wir realistisch +25%) genauso wie die Südländerwährungen gnadenlos abwerten (sagen wir -25%).
    Wenn das passiert, kommt man am neutralsten aus der Sache raus mit Deutschen Tagesgeldkonten und Schatzbriefen. Man hätte dann statt 50% Verlust (auf Tagesgeld Italien) und 25% Verlust (auf z.B. Australische Staatsanleihe oder Kanadische Dollar) schlicht als Deutscher keinen Verlust.


    Aber Diversifikation ist sicher Trumpf. Am wichtigsten für so ein Szenario ist aber die Diversifikation in deutsches Tagesgeld und deutsche Staatsanleihen, denn auch die haben sehr unterschiedliche Eigenschaften im Falle Bankepleite, Staatspleiten etc.. Was da sicherer ist, darüber läßt sich hervorragend streiten und es gibt viele Pro's und Con's. Ggf. ist die Aufwertung der D-Mark gegenüber Fremdwährungen auch wegen der Krisenstimmung abgemildert, aber darauf würde ich nicht wetten, denn wir erinnern uns wie stark gesucht Deutsche Staatsanleihen in der zurückliegenden Eurokrise waren. Ich denke eine Aufwertung von 25% Prozent im Vergleich zu stabilen Fremdwährungen ist keineswegs unrealistisch und eine Wette die die Märkte eingehen würden.

    Kollesche,
    Hier jibbet seit langem keine Zinsen mehr auf :boese: cash

    Das ist unbestritten. Aber dies ist deswegen nachteilig für Cash, weil der Realzins negativ ist. Das war aber lange Jahre nicht so.


    Du hast aber mal so was von keinerlei Ahnung vom Geldsystem!


    Die Kaufkraftverluste werden durch den Zins mehr als kompensiert?
    ...

    Ja der Kaufkraftverlust wird in der Tat kompensiert. Die Kurven über den Zeitraum in Deinem Chart (z.B. USA) sehen dann konkret so aus:




    Nebelparder: Die korrekte und vergleichbare Kurve zu Deinem Chart (Anlage in US Cash) ist der grüne Kurvenverlauf im Bild rechts. T-Bills dienen hier als Proxy für Cash.


    Weil das System an allen Ecken und Enden Geld absaugt! Das ist systembedingt. In den Endpreisen steckt ein erheblicher Anteil versteckter Zinskosten. Ein paar schlaue Menschen haben das mal ausgerechnet und kamen im Schnitt auf 40 %!


    Keiner kann Dich daran hindern Dein "Cash" in Bundesschatzbriefen oder eben "T-Bills" zu halten (die kann man nämlich kaufen). Da zieht dann auch keiner 40% ab. Die Argumentation kann man wohl getrost unter "Verschwörungstheorie" verbuchen.


    Mit Tagesgelkonten und Tagesgeldhopping, kann man übrigens leicht höhere Zinsen als mit "Bundesschatzbriefen" einfahren. Aber das führe ich jetzt mal nicht weiter aus. Ähnliches sollte vermutlich für T-Bills gelten.


    In anderen Ländern ist das Bild übrigens nicht anders. Hier nochmal die USA (1900-2017: 0,8% Realrendite für Cash):



    Ähnlich in den EU Ländern (1900-2017: 0,8% Realrendite für Cash):


    World (auch 0,8%):




    UK (1900-2017: 1,0% Realrendite für Cash):



    China (0,5%):


    Das alles kann man sich übrigens in den sehr lesenswerten Studien von Elroy, Dim, Marsh, Staunton für nahezu alle Märkte im Detail anschauen. Praktisch alle Realrenditen für Cash sind über die 100 Jahre positiv. Ausnahme sind natürlich WW2 Länder wie Deutschland und Japan, aber wegen WW2 und nicht wegen irgendeiner Finanzkrise.


    Eine Streitfrage wird wohl bleiben, nämlich ob die Infaltionsstatistiken einzelner Länder nicht manipuliert sind. Diesbzgl. bin ich aber kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Nichts destro trotz denke ich das "leichte" Manipulationen durchaus möglich sind. Allerding dürften diese sich nach meiner Einschätzung unterhalb eines Effektes von 1% p.a. bewegen. Ansonsten wären die Ergebnisse zwischen den Ländern nicht so konsistent.

    ... Dann kann auch Cash eine sinnvolle Alternative sein, wenn das Vertrauen in die Währung noch vorhanden ist. Aber dieses Szenario sehe ich weder beim USD noch für den Euro.
    Glaube daher nicht dass Cash die optimale Absicherung für die Zukunft sein wird.

    Was Du sagst kann ich alles nachvollziehen. Ich sehe zwar ein Krisenszenario für die nächste Zeit(1-2 Jahre) als sehr wahrscheinlich an, dass der € und $ komplett kollabierenhingegen, ist aber auch im Krisefall nicht mein Basisszenario. Ein Mindestmaß anVertrauen wird uns mMn auch noch durch die nächste Krise tragen. Sicher richtigist natürlich das vermutlich weiteres Vertrauen verspielt wird und daher setzeich eben auch auf Gold und Goldminen. Aber eben auch auf Cash. Bis vor einemJahr hatte ich gar keine Cash-Position. Jetzt liegt Sie bei über 40%. Möglichstbreite Diversifikation ist mMn derzeit "Trumpf".




    Das Chart ist zwar vermutlich korrekt. Aber es ist auch sehr irreführend, weil hier über lange Zeiträume lediglich der Währungsverlust dargestellt ist. Das ist der alte Versicherungstrick, bei dem kleine Prozentsätze über eine lange Zeit eine sehr große (in dem Fall der Versicherung positive bzw. in Fall Deines Charts eine negative) Wirkung haben.


    Wenn Du aber als Anleger in "cash" bist, dann hätte sich Dein Bankguthabenin der jeweiligen Währung verzinst und diesen Effekt mehr als kompensiert. Deine Realrendite (am Beispiel US$) wäre dann leicht positiv. Im Bild wäre das ergo sogar eine steigende Kurve. Selbst wenn man Shadow-Stats Anhänger ist, wäre der Kaufkraftverlust nur sehr milde (von Hyperinflations-Unfälle wie in DE mal abgesehen).

    Zu dem Superfehltritt eines Foristen, daß Cash in Inflation mit des Beste sei, sage ich hier besser nichts, das würde anzüglich enden.... ^^

    Da bin ich wohl gemeint. Aber Nebelparder hat mir soeben das Mandat erteilt für Erleuchtung zu sorgen. Daher können wir das gerne hier ausdiskutieren: Ist Inflation schlecht für Cash und gut für Gold? ... und ohne Spoilern zu wollen. Die Antwort ist natürlich nein oder mindestens mal "it depends". :saint: