Beiträge von Baerenbulle

    Das heisst, Du rätst vom Goldkauf ab?

    Keineswegs, ich habe >10% Minen und >10% physisches Gold im Portfolio (was für mich viel ist). Aber eben auch US Small Cap Value Aktien in ähnlicher Größenordnung, welches seit die Zentralbank des Hegemon´s so freundlich war auf Simbabwe umzuschalten, erfreulicherweise ballistisch gehen und hoffentlich auch schön brav weiter marschieren.


    Ich weiß auch, dass ich mich hier nicht beliebt mache, aber ein bisschen zuviel Filterblase ist das hier schon. :boese: Na ja, ohne Herzblut wär es natürlich auch kein Goldforum. :love:


    Ich hab mich vor allem hier angemeldet, um die mittlerweile auch nervende Filterblasenmetalität des Wertpapierforums etwas zu hedgen :thumbup: Nur Passivisten können gleichzeitig so langweilig sein und trotzdem allen anderen auf den Sack gehen. :sleeping:
    ... und der erfrischende Humor aus dem Bondboard wird von einer Forumsschliessung zur nächsten immer weiter dezimiert und Anleihen sind zur Zeit eh ... "na ja Schwamm drüber". Apropos: es wird übrigens gemunkelt, dass hinter der Serie an Forumsschliessungen auch der tiefe Staat steckt, um den Willen der verbleibenden Bond-Intelligenzia zu brechen. :thumbsup:


    Wie ungeheuer die Wirtschaft gerade in USA und der Arbeitsmarkt kollabierte, zeigt, auf welch tönernen Füßchen diese Nation real steht. Wonderand feiert Standardwerte mit deren miesesten PE Werten seit Jahrzehnten.

    Das die Wirtschaft kollabierte liegt an Corona und tönerne Füße kann ich da nicht erkennen. Der Arbeitsmarkt ist schlicht mega-flexibel. Das ist es auch was die Arbeitsmarktzahlen zeigen.


    PS: Ich möchte niemanden beleidigen, aber mir fallen hier teilweise schon sehr konspirationstheoretische und polemisierende Sichtweisen auf. Fürs Investieren ist das mMn Gift, weil es die wahren Realitäten verkennt.

    Jetzt erzähle nicht das hier nicht manipuliert wird !!!


    Und wer sagt ,das nicht an jeder Statistik gefeilt wird....gerade die ehrlichen Amerikaner?

    Das Arbeitslosenstatistiken durch Methodikänderungen geschönt werden wenn z.B. Wiederwahlen anstehen, dass sollte klar sein. Aber diese Methodik-Änderungen sind weitgehend transparent und die Interessen sind idR. auch logisch nachvollziehbar (wenn auch verwerflich).


    Der Artikel unterstellt aber das jemand die Zahlen genau dieses Reports auf drastische Art und Weise gefälscht hat. Das ist was ganz anderes und in meinen Augen schlicht Konspirationstheorie, zumal das Motiv gar nicht logisch ist.

    https://thedailygold.com/healt…orrection-in-gold-stocks/


    "...Bislang sehen wir jedoch einige Ähnlichkeiten mit dem Aufschwung 2008-2009.

    Wenn ich Charts zu lange anschaue, dann sehe ich auch jedesmal irgendwelche Ähnlickeiten. :thumbsup:


    Ich bin aber nicht so sicher ob 2008ff und jetzt vergleichbar sind. Der Goldpreis hängt stark von Vertrauen ins Bankensystem ab. Das war seinerzeit noch recht lange erschüttert, weil man nicht wußte welche toxischen Zeitbomben noch in den Bankenbilanzen zum Vorschein kommen würden. Das war auch noch 2009 und 2010 so.
    Jetzt haben wir bankenseitig (noch) gar kein Problem. Die Probleme sind ausschliesslich auf die Realwirtschaft beschränkt. Daher hatten wir im Lockdown auch schnell und schmerzhaft den Aktieneinbruch und dann kurz danach auch den Goldanstieg (unmittelbar nach der Lösung der anfänglichen Illiquiditätsprobleme).
    Im Augenblick gibt es wenig Anzeichen für ein Bankensterben (der TED Spread / Interbankenmarkt ist superliquide) oder kollabierende Staaten. Auch die CDS der Euroländer sind stabil. Die Eurokrise hatte seinerzeit bis in 2011 hinein ja dann auch für die verlängerten Kurssteigerungen bei Gold geführt. Sobald die Eurokrise gelöst schien, war es das für den POG. Daher denke ich, dass die jetzige Situation nicht wirklich vergleichbar ist. Für gut möglich halte ich, nach sinkenden Kursen, dass wir nochmal eine kurzen Inflationsschub sehen werden, bei dem auch Realrenditen sinken und Gold im Vergleich zum jetzigen Niveau nochmal positiv entwickeln wird. Aber die BOA Kursziele sehe ich eigentlich nicht. Ich bin bei Gold aber auch eher pessimistisch als bei Goldminen, weil die Minen in deflationärerem Umfeld relativ zu Gold höhere Renditen gebracht haben als bei Inflation. Ich denke Einbrüche auf kurze Sicht, leichte Steigerung im nächsten Jahr bei Gold und etwas stärkere bei Minen und danach Tschüssikovski. Aber wer weiß das schon.

    Ich glaube jedoch nicht, dass Bondrenditen in einem - wie Du treffend erwähnst - "verstaatlichten Markt" als Indikator für eine Inflationserwartung eignen.

    Ja die BEIR ist sicher theoretisch manipulierbar. Wobei sie in der Vergangenheit nicht oder wenig manipuliert scheint, da Sie doch ein recht guter Proxy für die tatsächliche Inflationsrate war. Die FED hat sich hier auch mit Käufen eher zurückgehalten. Es gibt noch das Michigan Survey, welches sogar einen etwas besseren Forcasting-Error bzgl. Inflation hatte. Dieser sieht aber meist ähnlich aus und ist zur Zeit auch deflationär. Das hier im Augenblick stark manipuliert wird glaube ich eher nicht. Aber selbst wenn, würde es zeigen das die FED noch die Kontrolle hat. Sie müßte diese ja erst verlieren. Und ich bin sicher dass Sie diese verlieren würde, wenn der Markt wirklich extrem andere Vorstellung des Spreads zwischen Linker und Nominalen Bonds hätte.

    In diesem Artikel wird der Arbeitsmarktbericht sogar als Betrug angesehen.



    Dave Kranzler: Today's employment report is a fraud

    Lachhaft. Der Autor hat den Zusammenhang und die Interessenslagen nicht mal verstanden. Hohe Arbeitslosenzahlen waren schon immer gut für den Aktienmarkt. Erstens weil die FED in Ihrem Mandat eine Reduzierung der Arbeitslosenzahlen stehen hat (anders als die EZB) und sich somit bei steigenden Arbeitslosenzahlen expansiver aufstellen muss, so dass die Aktienmärkte durch steigende Arbeitslosenstatistiken regelmässig befeuert werden. Zweitens weil die Unternehmengewinne aufgrund der Personalkostenreduktionen wieder steigen. Steigende Arbeitlosenzahlen mögen traurig sein, aber sie sind sind eher positiv korreliert mit Aktienmarktentwicklungen und die ist in der augenblicklichen Situation eher schlecht für Gold, da mehr Kapital in Aktien fliesst.
    Es gibt daher gar kein Interesse diese Zahlen positiv zu frisieren. Man müßte diese eher negativ frisieren um die FED-Aktienen zu rechtfertigen. Wenn man was manipulieren wollte, würde man ganz andere Konjunktur-Statistiken manipulieren.

    Vor dem Crack-Up Boom hat die Musik längst aufgehört zu spielen, erkennbar auch daran, dass der letzte Stuhl bereits "weggepfändet" wurde. Das ist ungefähr so der Zeitpunkt wo meine Frau die Ascheberge an verbrannten BullionVault-Belegen wegputzt und ich mit bettelndem Blick vor der Tür von Malca-Amit in Zürich auf physische Auslieferung hoffe. <X Wenn`s klappt, dann isses aber zu dem Zeitpunkt ganz viel Wert. :thumbup:

    ... wir befinden uns im crackup Boom.

    Ein Crackup-Boom ist durch extrem hohe Inflationserwartung gekennzeichnet und findet in der Endphase von bereits "davon-gallopierenden" Preisen statt. Die Zentralbanken hätten zu diesem Zeitpunkt bereits die Kontrolle über die Bondrenditen verloren.


    Wir dagegenen haben eine Inflationserwartung des Marktes von weit unter 2% (abzulesen an der Break-Even-Rendite i.e. Renditedifferenz zwischen Inflationlinker und nominalen Bonds), stagnierende Ölpreise und lahmende Nachfrage mit Überkapazitäten in vielen Branchen. Auch an den ausnahmslos allerschmalsten Bondrenditen kann man ablesen, dass die Zentralbanken (noch) viel zu viel Kontrolle haben. Die haben die Märkte praktisch verstaatlicht und wir haben trotzdem Deflation. Ergo ist das Fabulieren über einen Crackup-Boom nur kindisches Wunschdenken. [Blockierte Grafik: https://www.goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/boese.gif]


    Es mag ja mal irgendwann so kommen, aber zur Zeit gilt es den Realitäten ins Auge zu sehen. Und die führt zum letzten (vielleicht schmerzhaftesten) Argument: Fallende Goldpreise passen nämlich ebenfalls nicht zu einem Crack-up Boom. :D :whistling: :saint:

    Kredite an öffentliche Haushalte macht schon 27% aus

    FED und EZB werden in Zeiten von lauter werdenden MMT-Forderungen immer mehr dazu übergehen die Staatsanleihen direkt auf ihre Bücher zu nehmen. Die brauchen uns gar nicht mehr. :thumbup:


    Die Preisfrage wird aber sein, ob und wo es Inflation induzieren wird. Im Augenblick scheint lediglich der Sparwille der Anleger angesichts von ZIRP und NIRP zusätzlich angestachelt. Das Resultat zz. ist Deflation wohin man auch schaut. Ich denke, dass seit 2008 bis heute viel Deleveraging erfolgt ist und der Sparer noch immer eine hohe Sparquote anstrebt. Sollte sich das ändern kann das Ganze vermutlich schnell kippen.

    BullionVault (Vault ist engl. für Tresor) funktioniert wie eine Börse. Am anderen Ende der Transaktion kann daher auch ein anderer Kunde sein. BullionVault selber fungiert aber wohl recht häufig zusätzlich als Market Maker und sorgt für Liquidität. Dürfte zz. vermutlich nicht nötig sein. :whistling:


    Bei einem Kauf gibst Du idR. den Preis an zu dem Du kaufen willst. Ist er zu niedrig, wird der Auftrag nicht ausgeführt.

    Charts sind lächerlich, was gestern noch galt, gilt schon heute und morgen nicht mehr.

    Von Charttechnik halte ich auch nichts, aber mir geht es ja auch gar nicht darum. Ich nutze die Charts nur, um herauszufinden ob es einen Zusammenhang zwischen Rezessionen und der Performance von Gold gibt und wie der aussieht.
    Fazit ist, dass es einen gibt auch wenn er vielleicht nicht allzu eindeutig ist. Sollten wir in eine Rezession schlittern (was ich für wahrscheinlich halte), dann war Gold zu Beginn nicht unbedingt ein klarer Kauf, aber tendenziell doch leicht positiv und konnte so das Portfolio zumeist stabilisieren. In der späteren Rezession ist die Hoffnung dann doch sehr berechtigt, dass Gold sich positiv entwickelt. Eigentlich super, weil man eine spätere Rezession idR. schon sehen kann. Natürlich kann die Zukunft anders sein, aber generell steigen alle Assetklassen wegen der niedrigen Zinsen am Ende der Rezession. Gold ist da keine Ausnahme.

    Weniger klar als man vielleicht denkt. Timing ist wirklich schwierig, selbst wenn man Rezessionsstart und Endedatum genau gekannt hätte. Verhalten von Gold …





    Fazit: Nicht mal die Gesamtperformance von Gold über eine Rezession hinweg ist einheitlich, aber doch eher positiv. Allein die späte Rezession ist vglw. eindeutig positiv für Gold.
    Ein V-Form kommt überraschend häufig vor, aber auch durchgehend fallendes Gold kommt vor. Anfangs weniger steigend/uneinheitlich und später mehr steigend ist dann insgesamt auch ein erkennbares Muster.


    Erklärungsversuch:
    Vor der Rezession: unklares Bild (Gold uneinheitlich aber eher unattraktiv); Ursache vor allem steigende Zinsen und positiver Realzins.
    Frühe Rezession: In der frühen Phase der Rezession ist oft noch unklar, ob es sich um eine Rezession handelt (Teilnehmer schauen zurück / Wirtschaft brummt; 3 Monate Reportingverzug). Gold uneinheitlich.
    Späte Rezession: In der späten Rezession ist alles eindeutiger, dass es sich um eine Rezession handelt, Panik. Sinkende Zinsen Gold steigt.
    Nach der Rezession: sehr uneinheitliches polarisierendes Bild. Teils sehr starke Gewinne oder deutlich Verluste. Dazwischen fast nichts. Anscheinend ist die Konkurrenz zu Aktien (hausieren i.d.R.) oft zu stark (Anleger trenn sich wieder von Gold und schichten um). Zinsen sind niedrig. Die FED inflationiert teilweise extrem stark oder weniger (Gold explodiert oder fällt da Marktteilnehmen klar wird das die Rezession vorbei geht). Müsste man mal gesondert prüfen ob sich hier ein Muster aus Drittfaktoren ergibt.


    Wenn du denkst, die EU und der Euro können nicht zusammenbrechen, weil wir viel schlauer sind als die Sowjetunion. Die können zusammenbrechen! Und wie! Ich wäre sogar nicht verwundert, wenn die Lebenszeit der EU kürzer ist und der Zusammenbruch noch brutaler sein wird. Trotz der betriebswirtschaftlichen Überlegenheit.

    Falls ich mit dem "Du" gemeint sein sollte: Das die Eurozone auseinanderbrechen kann ist im Rahmen einer vermutlich nicht mehr allzuweit entfernt liegenden Krise auch für mich absolut denkbar. Habe ich übrigens oben auch geschrieben.


    Aber Deutschland hat - im Gegensatz zur alten Sowjwetunion - eine leistungsfähige Industrie (nicht nur Dienstleistungen). Eine einigermassen tüchtige Bevölkerung mit excellent global vernetzten Unternehmen, eine sehr hohe Sparquote etc.. Sowohl Großkonzerne als auch Mittelstand sind international wettbewerbsfähig und gigantischen Exportüberschuss. Was war nochmal der Exportschlager der Sowjetunion? Ich glaub der hieß Wolga (der große Bruder vom Trabi) und landwirtschaftliche Erzeugnisse mit gruselig schlechter Produtivität. :whistling: Das die Währungen der Sowjetunion abwerteten ist also dass, was man nach einem Auseinanderfallen auch logisch erwarten muss.

    Man kann nie wissen, aber der Vergleich mit der Sowjetunion hinkt. Die war total abgewirtschaftet, es gab keine wettbewerbsfähigen Unternehmen und die Menschen ware wirtschaftlich nicht vernetzt und betriebswirtschaftlich ungebildet. Also genau das Gegenteil von Deutschland, vermutlich ist sogar Griechenland besser aufgestellt als die Sowjetunion damals.


    Wenn ergo genügend Südländer aus dem EURO ausscheren, dann wird dieser mit einem verbleibenden Deutschland zur Hartwährung, allein schon weil Deutschland das Hauptgewicht hätte. All das spricht für eine heftige Aufwertung. Übrigens auch gegenüber Gold, welches man als Deutscher über lange Zeit viel zu teuer bezahlt hätte, weil der EUR die Kaufkraft unseres Vermögens über Jahre ausgehölt hat. Dies würde dann aber plötzlich zu Tage treten. Ein solcher Wechselkursschock ist aus meiner Sicht eine wirklich große Gefahr für alle Deutschen. Auch für mein Portfolio, weil ich viele Assets im Ausland habe. Aber der Eurozonenzerfall passiert auch nicht von heut auf morgen. Ich hoffe es zumindest und würde dann meine Vermögenswerte deutlich stärker repatriieren, was aber auch als konzentrierte Wette auf Deutschland nicht ohne Risiko ist.


    Vor allem kann man nicht wissen wie sich die Targetsaldenthematik und andere Faktoren genau auswirken etc.. Es gibt also viele Unbekannte, so dass die Aufwertung vielleicht auch nicht zu stark ist. Aber mit der Sowjetunion wird das Szenario jedenfalls nicht allzuviel zu tun haben.

    Da ist Cash King - aber alles außer Euro.

    Ja, der Zerfall der Eurozone ist dann eine reale Gefahr. Aber ob Fremdwährung ala Krall da so der Knaller sind ist keineswegs ausgemacht. Denn Fremdwährungskonten unterliegen in dem Fall einem asymetrischen Fremdwährungsrisiko. Beim Ausscheren von Deutschland aus dem Euro (Eurokolaps) würden nationale Konten zu einem Stichtag auf lokale Währungen umgestellt. Denn wäre die D-Mark in einer Nacht und Nebelaktion wieder eingeführt. Die D-Mark würde sofort gnadenlos zur Kaufkraftparität aufwerten (sagen wir realistisch +25%) genauso wie die Südländerwährungen gnadenlos abwerten (sagen wir -25%).
    Wenn das passiert, kommt man am neutralsten aus der Sache raus mit Deutschen Tagesgeldkonten und Schatzbriefen. Man hätte dann statt 50% Verlust (auf Tagesgeld Italien) und 25% Verlust (auf z.B. Australische Staatsanleihe oder Kanadische Dollar) schlicht als Deutscher keinen Verlust.


    Aber Diversifikation ist sicher Trumpf. Am wichtigsten für so ein Szenario ist aber die Diversifikation in deutsches Tagesgeld und deutsche Staatsanleihen, denn auch die haben sehr unterschiedliche Eigenschaften im Falle Bankepleite, Staatspleiten etc.. Was da sicherer ist, darüber läßt sich hervorragend streiten und es gibt viele Pro's und Con's. Ggf. ist die Aufwertung der D-Mark gegenüber Fremdwährungen auch wegen der Krisenstimmung abgemildert, aber darauf würde ich nicht wetten, denn wir erinnern uns wie stark gesucht Deutsche Staatsanleihen in der zurückliegenden Eurokrise waren. Ich denke eine Aufwertung von 25% Prozent im Vergleich zu stabilen Fremdwährungen ist keineswegs unrealistisch und eine Wette die die Märkte eingehen würden.