Beiträge von Schwundgeldfluechter

    Wie wichtig Gold in kriselnden Märkten ist, kann man am Beispiel der Türkei gut nachvollziehen.

    Die Türken haben uns einiges voraus (ich beneide sie aber nicht für den ersten Punkt):

    • Jahrzehntelange Erfahrung mit hoher Inflation, über mehrere Generationen hinweg.
    • Daher auch Erfahrung mit der Anlage in Gold.
    • Seit Jahrzehnten werden in der Türkei einige wenige Motive gleichbleibend in verschiedenen Größen als Münzen geprägt (z.B. Atatürk), somit sind Normierung und Bekanntheit gleichermaßen garantiert.
    • Die Münzen sind aus 917er Gold, eignen sich -anders als unser moderner Bullion-Kram - auch als Handelsgold und sind gerade deshalb auch ideal zum Horten geeignet.

    Zum Vergleich: in Deutschland bietet uns Gold.de freudlicherweise einen Überblick über 30.000 EM-Produkte, es gibt also keine Normierung, nur wenige Produkte sind bekannt, und kaum eines davon würde sich als Handelsgold eignen.

    Vor etwa 5-6 Jahren begannen beispielsweise viele Menschen in meinen Umfeld ihr Geld aus anderen Anlagen abzuziehen und in Agrarflächen zu stecken. Die Preisentwicklung für landwirtschaftliche Flächen begannen dann von etwa 2-3 Jahren rasant zu steigen. Heute liegen die Preise für Ackerland und Wald beim 12-15fachen (flächenweise bis zum 20fachen).
    Warum man sich dennoch so verkrampft an Gold klammert erschließt sich mir nicht!Ich habe immer meine Überschüsse, die ich kurzfristig nicht anders unterbringen konnte in EM investiert, aber die Gewinne habe ich weder mit Gold noch mit Aktien gemacht! Und einer Verachtfachung von Gold in den letzten rund 10 Jahren stehen heute Flurgewinne von fast dem Doppelten gegenüber.


    ..und nun könnt ihr die Steine werfen

    Keine Sorge, wir werfen nicht mit Steinen. Als bekennender Nicht-EM-Bug bin ich ja auch in diesem Forum geduldet. :thumbup:


    Noch haben EM bei mir die Blechmedaille (Immo > Aktienfonds > Fiat > EM). Aber ein bisserl Fiat muss ich schon noch umrubeln in "Die-EZB-kann-mich-mal-EM".


    Alles hat halt seine Chancen und Risiken. Stell dir mal vor, deine Äcker würden gebraucht, um eine EU-Bestimmung umzusetzen, nach der Schutzgebiete für ein, hehe, Wildkatzen-Reservat aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen wären. Als Entschädigung gibt es für dich "Appel und Ei".


    Aber mal im Ernst: Äcker sind für den Ottonormalverbraucher deutlich weiter entfernt vom "investierbaren Umiversum" als EM, wobei letztlich beide eher marginale Gebiete der Kapitalanlage sind (im Vergleich zu Immos, Aktien, Fiat).

    Von den 56 Mio. Vrenelis, die zwischen 1897 und 1949 geprägt wurden, sind 20 Mio. Nachprägungen (nach dem Krieg) L1935. Die Schweizer waren so offen, sie mit L = Lingot = Barren (franz.) zu bezeichen, um sie von den Originalprägungen 1935 zu unterscheiden.


    Fälschen lohnt da nicht. Nach seinerzeitiger Rechtslage in der Schweiz war auch alles in Ordnung, was tatsächlich passiert ist, weiß man wohl nicht so genau. Das hat der Nachfrage aber noch keinen Abbruch getan.


    Bei altem Handelsgold fragt eigentlich niemand nach Herkunftsnachweisen. Eine Klangprobe würde ich schon machen, für mich wäre es das dann aber auch.

    Schreib halt den Händler deines Vertrauens vorher an, dass du von deinem Schweizer Gehaltskonto bei der xyz-Bank (Namen nennen) bezahlen willst, nenne den Betrag, an den du gedacht hast, und frage, ob das für ihn so o.k. ist.


    Jeder Jeck ist anders und jeder Händler auch. Unsere mehr oder weniger qualifizierten Vermutungen hier im Forum würden daran nichts ändern.

    aus dem Nachbarforum:


    Um den verbliebenen FIAT-Bestand macht mir momentan mehr Gedanken als um
    meine Edelmetalle. Selbst wenn die nochmal deutlich runtergehen
    sollten, sind sie momentan wohl alternativlos.


    Wieso sollte man auch die Brandversicherung kündigen, wenn der Rauch schon aus den Kellerfenstern kommt?


    lifesgood

    Hollo Goodlife, erstmal willkommen im Forum!


    Der neue Barren heute ist in 10 Jahren auch alt. Wenn du vor Ort kaufst, würde ich die gebrauchten auf jeden Fall mal ansehen.


    Bei Barren sind die Leute wohl weniger kritisch mit Berührungsspuren als bei Münz-Neuprägungen.


    Was die Größe angeht, würde ich nach dem Preis gehen. Mal sind 50g Barren billiger als 250g, mal die 100g am günstigsten (siehe Aufgeldtabelle in gold.de als Orientierung). Bei gleichem Preis immer die kleinere Einheit, wegen Verkaufsmöglichkeit in Teilmengen.


    Bei altem Handelsgold ist ein Kupferanteil dabei, die Kratzer sind schon inbegriffen, da könntest du auch nicht viel kaputt machen.


    Manche stehen auf Blister, manche hassen es - jeder Jeck ist anders.


    Viel Glück
    Schwundgeldfluechter

    In allen kommunistischen Ländern, die für Hartwährungen Kurse fest vorgeschrieben hatten, war der Schwarzmarktkurs weit höher als der offizielle. Also hab mal keine Angst um deine extra-harte EM-Währung, die bekommst du umso leichter mit Kusshand los, je restriktiver die Politik wird und je weicher die offizielle Fiat-Währung wird.


    Ganz besonders streichele ich mein Handelsgold aus dem 19. Jahrhundert, ich kann mich wegen fortschreitender Vergesslichkeit schon heute gar nicht mehr erinnern, wieviele Dekaden ich die schon bei mir habe 8o :D

    Naja, auf kurze Sicht sind viele Währungen doch ein praktikabler Wertspeicher (einige Monate bzw. wenige Jahre). Auf längere Sicht weniger, das ist mir schon klar- mein Nick ist Programm 8o

    Bin am überlegen, ob ich ein Teil meiner Euronen, neben physischen Gold, in eine andere "sichere" Währung (mit niedriger Verschuldung) tauschen sollte. Habe dabei an Schweizer Franken oder skandinavische Kronen (S, DK, N) gedacht - als Fremdwährungskonto oder Cash.


    Wie ist Eure Meinung dazu?!

    Kommt auf deine zeitliche Perspektive an. Jenseits von 5-10 Jahren taugen nur Sachwerte zum Kapitalerhalt, für kürzere Zeiträume tut es auch Fiat - wenn auch mit etwas jährlichem Schwund.


    Von Bitcoin etc. halte ich gar nichts, neue solche "Währungen" können jederzeit in beliebiger Anzahl programmiert werden, das ist ein China-getriebener Hype. Die Tulpen sind heute halt digital.