Die Milliampere müssen auch erstmal fließen und es kommt auch auf die Dauer an. Die 30mA bei den FIs kommen nicht von ungefähr. "Normal" eine gewischt ist weit von den 30mA weg. Zumindest wenn man sich an die Regel hält: immer eine Hand in der Hosentasche.
Ich will da nichts bagatellisieren, aber ein wenig Realismus sollte auch sein
@DarkMatter: wenn man was spürt, müßte der Widerstand unter 500kΩ liegen, ggf. auch kapazitiv. Würde mich wirklich interessieren, was sich da messen läßt.
Davon abgesehen es gibt immer wieder Sachen, die man nicht unbedingt erwartet. Ich habe z.B. sone Bohrmaschine mit Getriebegehäuse aus Metall aber zweipoliger Anschlußleitung. Da liegen bei hochohmiger Messung je nach Tagesform zwischen 20 und 70V an. Frequenz kann man auch messen. Duspol einpolig piepst, zweipolig gegen Erde bleibt er still. Widerstand ist außerhalb (meines) Meßbereichs, d.h. >2000MΩ. Spüren tut man nix, aber staunt, wenn der Duspol piepst. Wird wohl irgendwas induktives von der Drehzahlelektronik sein.
Mein Inverter hat diverse LED´s um Unbehagen anzuzeigen... darunter auch Overload... wenn er nen Kurzschluss hat, oder zu viel Leistung angefordert wird, geht er in Overload und schaltet den Ausgang ab...das ist dann sozusagen die Sicherung.
Bei meinem ist tatsächlich ein 16A-Automat verbaut, obwohl er nur knapp 9A Dauerleistung schafft. Da bin ich gespannt. Theoretisch könnte es durchaus sein, daß die Elektronik kurzzeitig so überlastbar ist, daß er per Schwungmasse für einige Millisekunden die 16A topt. Dann werde ich mich vor ihm verbeugen und den Hut ziehen, aber ich will es erstmal sehen.
Im Grunde müßte man die Dinger eh auseinanderbauen und schauen was drin ist. Aber man will ja die Garantie...
Noch ein Nachtrag (eigentlich wollte ich ja keinen Roman schreiben).
Ich Habe nachgemessen, die Kondensatoren am Inverterausgang sind 20nF. Das erklärt natürlich einiges. Mit 1/2πfC kommt man bei 50Hz auf einen Blindwiderstand von 160kΩ. Was bei halber Spannung m.E. nur für ein sanftes Kitzeln reicht. Aber wenn man es nicht erwartet und Angst hat, für einen Schreck reicht es allemal. Zum Vergleich: diese altmodischen Phasenprüfer (Schraubenzieher mit Glimmlämpchen) haben i.d.R. 820kΩ, da merkt man eigentlich nix, außer vielleicht man ist überempfindlich.
Es gibt da ein hübsches Diagramm, was die Gefahrenabschätzung erleichtert (für Wechselstrom, Gleichstrom wird besser vertragen):
[Blockierte Grafik: https://external-content.duckduckgo.com/iu/?u=https%3A%2F%2Ftse1.mm.bing.net%2Fth%3Fid%3DOIP.pqp996-Ay7xFrq81GnHz1gHaEe%26pid%3DApi&f=1&ipt=61218106ba6048b7aa09f960bb4bc7547296de50428935c5977b47c1844bee57&ipo=images]
Vielleicht noch was zu der weiter oben erwähnten besonderen Gefahr durch 50Hz. Daß höhere Frequenzen unkritisch sind, dürfte mit dem Skineffekt zusammenhängen, der den Strom in einem Leiter nach außen drückt, also auch von der Herzgegend fernhält. Die 16⅔Hz vom Bahnstromnetz sind vermutlich noch kritischer. (?)
So das wars jetzt aber auch.
Ich fand den obigen Austausch sehr hilfreich, hat mich meinem gelben Champion näher gebracht.