Prepping ist in erster Linie ein Geschäft mit der Angst und viel Marketing, aber mehr auch nicht!
Ich denke dessen muss man sich klar sein, ebenso wie dass viele Gadgets und Bücher nutzlos sind.
Falls es zu einer Notsituation kommt ist es immer besser so lange es geht, am gewohnten Ort zu bleiben. Wenn man Haus oder Wohnung verlassen muss, sollte dies auch nicht zu weit sein und möglichst in der Nähe bleiben.
Eine weiterer Weggang und verlassen der gewohnten Umgebung (Flucht) ist immer das letzte Mittel und nur empfehlenswert, wenn es am Wohnort wirklich nicht mehr geht und eine Flucht die bessere Alternative bietet. Wohl gemerkt die Flucht und nicht das eventuelle Ankommen anderswo!
Das "am Ort bleiben" und eine "Flucht" sind zwei völlig unterschiedliche Szenarien und deshalb gelten hierfür auch vollkommen unterschiedliche Anforderungen.
Überlegt euch was ihr in eurer Umgebung habt:
Egal wo der Wohnort ist, habt ihr eine gute Ortskenntnis, Familie/Freunde/Bekannte. Ihr kennt euch dort aus, sprecht die Sprache/Kultur und seit unauffällig. Zudem bieten Haus/Wohnung eine große Fläche für alles was das Leben erleichtert - vor allen ein Dach über dem Kopf.
Ihr wisst, wo ihr in der Nähe Essen und Trinken finden könnt, wo etwas angebaut wird und auch wo Gefahren lauern. Vielleicht habt ihr selbst einen Garten oder eines Schrebergarten etwas abseits, aus dem ihr einen Teil der Versorgung erhalten könnt?
Das alles geht euch im Fall einer Flucht verloren und euer Leben wird auf einen 25 Liter/10kg Rucksack begrenzt. Ob angelegte Depots oder die Unterkunft am Zeil noch existieren ist auch nicht sicher.
Ihr bewegt euch dann aber in jedem fall durch unbekanntes Terrain, wo ihr euch nicht auskennt und den "Elementen" ungeschützt ausgesetzt seid. Dies wird mit Kindern oder Alten nicht lange gut gehen..
Und für alle die es immer noch nicht verstehen, schaut euch einfach mal die Bilder von Flüchtigen an.
Schon mal einen mit Fluchtrucksack oder HighTech-Ausrüstung auf den Aufnahmen gesehen?
Die Kinder und Alten halten sich auch sehr in Grenzen und idR sind es erstmal junge leistungsfähige/robuste Menschen die zu Fuß an die Grenze kommen.
Keiner weiß was auf uns zukommt, aber an einen langen, großen Krieg glaube ich nicht.
Bei einem Ereignis wie im Ahrtal wäre eine Hütte auf den nahem Hügeln jedoch die bessere Lösung als eine Notunterkunft oder Flucht gewesen.
Generelle Empfehlungen kann keiner geben, denn jede Lebenssituation/Gesundheit und jeder Kenntnis-/Fähigkeitenstand ist anders. Ich kann nur empfehlen: Richtet euch zuhause und/oder in der Nähe ein, versucht möglichst autark zu werden und schließt die Lücken mit begrenzten Vorräten. Bildet und pflegt Kontakte, ihr könnt nicht alles wissen, aber in einer Gruppe kommt schon sehr viel zusammen. Dies kostet nicht viel und ihr könnt es auch ohne Krise als Bereicherung des Lebens nutzen.
Ein kleiner Fluchtrucksack hilft in einer Krise primär bei der Bewegung draußen und auf dem Weg zwischen einzelnen nahen Standorten.
Eine richtige Flucht ist aber alles andere als ein Abenteuer und keine Gruppe wird ein Ziel so erreichen wie sie losgegangen ist.