Zum Thema Dedollarisierung und Ölhandel in Yuan zwei Gedanken, zu finden dieser Tage auf den Goldseiten.
1. Matt Piepenburg: Die Goldene Frage? Ist der Petrodollar als Nächstes dran?
https://www.goldseiten.de/arti…r-als-Naechstes-dran.html
Alles anzeigen[...] Die Ölstaaten sind nicht blöd
Die OPEC-Leute wissen, dass Uncle Sams Schuldscheine nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Anders als Volcker ist Powell aber nicht mehr in der Lage, die 10-jährige US-Staatsanleihe auf einen realen (also inflationsbereinigten) Zins von 8% zu bringen. Selbst sein angeblich "strenger" Nominalzins von 5% hat die Kreditmärkte, Staatsanleihen und fast alles andere, das im Weg stand, niedergewalzt.
Und selbst wenn Powell im Traum daran dachte, die Leitzinsen à la Volcker auf 15 % hochzuschrauben, um die OPEC zu verführen, so würde er damit buchstäblich die gesamte US-Wirtschaft wegpusten, weil eine zweistellige Leitzinserhöhung auf einen 31 Billionen $ großen öffentlichen Schuldenberg träfe.
Kurz: Volckers Optionen in den 70ern und Powells heutige Schuldenrealität lassen sich einfach nicht vergleichen.
Das heißt auch: Die Fed kann heute nicht die notwendigen Schritte gehen, um die OPEC von der Suche nach einem primären Asset für die Abwicklung der eigenen Energietransaktionen abzuhalten, das jenseits von USD oder UST liegt und folglich in den Goldmärkten gefunden werden kann.
Die Tage des mächtigen Petrodollars gehen, und davor hatte ich (in zwei Sprachen) vor über einem Jahr hier [https://www.goldseiten.de/arti…-Weltreservewaehrung.html], hier [https://www.youtube.com/watch?v=mOe5JTt_rvA&t=664s] und hier [https://www.youtube.com/watch?v=h_BeNncGQb4&t=375s] gewarnt, langsam aber stetig vorbei. [...]
2. Jan Nieuwenhuijs: Verkauft Saudi-Arabien Öl an China für Gold?
https://www.goldseiten.de/arti…l-an-China-fuer-Gold.html
Alles anzeigenEs macht das Gerücht die Runde, dass Saudi-Arabien Öl gegen Yuan verkauft, das es an der Shanghai International Gold Exchange (SGEI) in Gold umtauscht. Eine solche Entwicklung wäre sinnvoll, da große Teile der Welt den Dollar abschaffen wollen, aber der Renminbi ist nicht als Reservewährung geeignet. China hat ein geschlossenes Kapitalkonto und eine schwache Rechtsstaatlichkeit.
Der Verzicht auf den Dollar könnte durch die Verwendung des Renminbi als Handelswährung und die Umwandlung von Yuan-Einnahmen in Gold auf der SGEI erfolgen. Wenn das Gerücht stimmt, kauft Saudi-Arabien 1-Kilo-Barren, da 12,5-Kilo-Barren an der SGEI praktisch nicht gehandelt werden. Der Vorteil von 1-Kilo-Barren besteht darin, dass sie sich besser für den Handel mit vollständig zugeteilten Mengen eignen. [...]
[...] Diese Aussagen zeigen, dass beide Länder gewillt sind, den Dollar abzuschaffen. Der Verkauf von Öl gegen Yuan und die anschließende Umwandlung in Gold wäre angesichts der Unzulänglichkeiten des Renminbi als Reservewährung ein logischer Schritt. Ich würde jedoch gerne mehr Beweise sehen, bevor ich diesen Trend bestätige. Vor einigen Monaten erzählte mir eine Person, die mit der Angelegenheit vertraut ist, aber lieber anonym bleiben möchte, dass Saudi-Arabien heimlich Gold kauft, obwohl er nicht sagen wollte, wo es gekauft wurde. Vielleicht arbeiten die Saudis langsam an einem Übergang; die Entdollarisierung erfolgt nicht über Nacht.
Kritiker der These, Ölverkauf in anderer Währung als Dollar sei sinnvoll, also Verfechter der Theorie der persistierenden Dollardominanz, bringen oft als Argument die Kosten der doppelten Währungskonversion. Also wenn bspw. die Saudis irgendwas mit ihren Yuan einkaufen wollen, müßten diese Yuan doch wieder in wieder eine andere Währung konvertiert werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Das stimmt natürlich insoweit, als es viele verschiedene Dinge in anderen Währungen zu kaufen gibt. Und da steht nun mal (noch) der Dollar als meistakzeptiertes Vehikel im Raum.
Aber: Wenn das Hauptasset, daß die Saudis vielleicht einkaufen wollen, ausgerechnet in Yuan bezahlt werden kann? Dann entfällt die doppelte Währungskonversion für den Einkauf von irgendetwas anderem. Ist das gewisse Etwas zudem auch noch Gold, das auch in Yuan bezahlt werden kann, ist das eine Win-Win-Situation sowohl für die Saudis (werden Öl los, bekommen Gold) als auch die Chinesen (werden Gold los, bekommen Öl).
Da greift das von Jan Nieuwenhuijs aufgegriffene Gerücht und bietet das fehlende Puzzleteil, warum ein solcher Deal für die Saudis abseits von Tagespolitik sehr wohl interessant sein kann. Letztlich Gold für Öl, ist genau das, was vor der Schließung des Goldfensters doch irgendwie selbstverständlich war.
Ob das Gold nun also aus London (Dollar) oder China (Yuan) kommt, ist vorerst noch sekundär, bietet aber somit eindeutig eine tatsächlich westabgewandte Alternative.![]()