zum thema über oder unterbwertet
gold hatte in den letzten 800 jahren im mittel eine kaufkraft von heute umgerechnet 750 $. d.h. aktuell sind wir wieder drunter.
nimmt man nur die zeit von 1800 bis heute dann sind wir aktuell ungefähr bei der durchschnittskaufkraft. was also über und unterbewertet ist ist eine frage des betrachteten zeitraums für den man die 'mittlere' kaufkraft ausrechnet. dass sie bis ende des mittelalters höher war könnte daran liegen dass es damals noch nicht so viel gold gab (wurde danach erst aus südamerika geraubt und mit gebracht) und dass man heute gold nicht unbedingt horten/halten MUSS um damit zu zahlen.
der goldpreis gerechnet in $ hängt zum einen von der goldmenge im verhältbis zur dollarmenge ab und zum andern aber von der nachfrage je zeiteinheit, d.h. es kommt auch drauf an wie groß das bestreben ist eines von beiden im verhältbis zum andern zu halten/zu horten. die nachfrage nach gold wird immer dann steigen wenn die zinsen fallen/tief sind oder man dem papier nicht mehr traut, das papier wird tendenziell dann steigen wenn man wieder mehr zinsen bekommt. was den ausschlag gibt hängt davon ab was grade als wichtiger angesehen wird.
wenn man davon ausgeht dass sich angst und zinsen regelmäßig abwecheln und es also immer abwechseln zu einer flucht in gold und dann wieder einer anlage in hohen zinsen kommt und sich dies immer wieder ausgleicht, sollte das dazu führen, dass der goldpreis langfristig um den (theoretischen) wert oszilliert der sich aufgrund der gestiegenen papiergeldmenge ergibt. er ist halt wie gesagt mal drüber und mal drunter je nachdem wie die stimmung ist.
wenn man annimmt dass die goldmenge jedes jahr 1-2% steigt und die papiermenge 5-6% dann käme es zu einer aufwertung dieses 'theoretischen' preises von 4% p.a. eine solche spitze/blase wie 1980 wäre damit erst bei preisen um die 2300-2400 $ erreicht. aktuell beträgt der preis ca. 1/4 hiervon. d.h. als stände er bei 200 im jahr 1980.
im jahr 1973 war der goldpreis bei ca. 65$. auf heutige kaufkraft umgerechnet wäre das ca. 250 $. d.h. wenn man einfach mal die entwicklung von 1973 bis 1980 auf heute überträgt und die 65 als unteren begrenzung und die 850 als obere begrenung des 'korridors' ansieht innerhalb dessen der preis um den theoretischen herum oszillieren kann, dann würde der anstieg von 65 auf 850 heute einem anstieg von 250 (jahr 2001) auf 2400 entsprechen. hier sind wir mit 560 denke ich eher noch im unteren als im oberen drittel.
ein anstieg von 65 bis 850 bzw. von 250 auf 2400 entspricht zumindst ungefähr einer verzehnfachung. wenn man sich die entwicklung der vergangenheit ansieht dann sieht man dass sich die realen preise auch über jahrzehnte und sogar jahrhunderte in einem solchen korridor bewegt haben d.h. eine verzehnfachung von unten bis oben. da wir 2001 bei 250 $ ganz unten waren und 1980 bei 850 ganz oben kann man schon damit rechnen dass wir uns ncohmal in richtung der oberen begrenzung bewegen. der anstieg von 250 auf 750 war gerade mal die halbe wegstrecke.
sollte sich das papiergeldmengenwachstum drastisch ausweiten dann würde natürlich auch der 'theoretische' preis schneller steigen d.h. eine bewegung der realen preise um eine bestimmte strecke richtung obere begrenzung würde einer höheren nominellen aufwertung entsprechen.
sinkt die menge des neu geförderten goldes dann hat dies natürlich den gleichen effekt da dann aus den 4% auch schnell 5 oder 6% werden können.