Beiträge von auratico

    Was meiner Meinung nach an dem Szenario welches Auratico schildert nicht ganz stimmig ist, ist zum Einen die Bilanzsumme der FED . Das Balance-Sheet der FED stagniert seit einiger Zeit, müsste aber bei massiven (unlimitierten) Anleihekäufen doch eigentlich massiv ausweiten. Irgendwo habe ich neulich gelesen, die FED könne Operation TWIST nicht weiter führen, mangels (verkaufbarer) kurz laufender Treasuries in ihren Büchern. Holt man sich so 'Nachfeuer-Masse' um am langen Ende durch Käufe weiter die Zinsen niedrig halten zu können/''twisten'' zu können ?


    In dem von mir verlinkten Bloomberg-Artikel heißt es, dass die Fed im kommenden Jahr 90% aller neu emittierten staatlichen Fixed Income-Papiere übernehmen wird. Das bedeutet alle Laufzeiten.


    Die Fed hält inzwischen 27% der US-Schulden quer durch alle Laufzeiten. Wenn sie bei den 10jährigen so weitermacht, wären das in drei Jahren 60% des gesamten Treasury-Marktes.
    Wenn sie derzeit aktuell nur noch wenige extreme Kurzläufer mehr haben (wg. Operation Twist, die aber in diesem Dezember auslaufen soll), kaufen sie wieder welche. Ja, das sollte sich im Balance Sheet, falls unsterlisiert, bald zeigen, wir werden sehen.


    Damit wird zum einen der Bondmarkt „künstlich“ knapp gehalten – hohe Kurse, niedrige Renditen, wie gewünscht, und die nicht zum Zuge gekommenen Anleger werden auf andere „risikoreichere“ Assets umgelenkt, namentlich natürlich den Aktienmarkt sowie Unternehmensanleihen bzw. die Banken sollen mehr Kredite vergeben. Freilich aber verkauft die Fed aber auch fleißig bereits ältere Bonds, um u.a. damit Hypothekenpapiere zu kaufen.


    Bei QE1 und QE2 hat es bekanntlich nicht geklappt, dass die Banken das zur Verfügung gestellte Geld als Kredit an die sogeannten Realwirtschaft und Konsumenten weitergereicht haben. Vielmehr haben sie es als gewaltige Überschussreserven bei der Fed geparkt und manches davon in höher rentierende Anleihen in Übersee (Brasilien etc.) gesteckt.


    Und außerdem gibt es bereits erste Anzeichen, dass das Balance Sheet der Fed wieder expandiert.
    Mit Bezug auf folgende Informationen:


    http://viewfromthewilds.blogsp…ng-in-on-qe-infinity.html


    Seit Bekanntgabe von QE 3 soll die Bilanzsumme der Fed – durch die Ankäufe von MBS-Hypothekenpapieren - um 39 Milliarden USD angestiegen sein, während sie ihren Bestand an älteren zehnjährigen Treasuries seit diesem Zeitpunkt aber um ca. 11 Milliarden verringert hat. Da auch die Überschussreserven um 20 Milliarden gefallen sind, kann das eigentlich nur heißen: Sie erhöht die umlaufende Geldmenge, in diesem Fall um 27 Milliarden.


    “Instead, currency in circulation rose almost US$27b, providing much of the funding for the increase in the balance sheet. The balance was provided by the amount of deposits the Fed holds on behalf of the US Treasury and other governmental entities (…)


    What will speed this process up further? A sudden decline in excess reserves will lead to a sharp increase in currency in circulation, in order to maintain the size of the Federal Reserve balance sheet. One of the ways this can happen is when people start converting their cash savings into hard currency.”(Timothy Dan)


    Das Smart Money hat das, während das Finanzkartell bereits laut nach QE 4 noch in diesem Jahr ruft, begriffen und kann schön bei den gewünschten ca. $ 1700/Oz zugreifen – die Gold-Eagle-Verkäufe der US-Mint sind zuletzt förmlich explodiert, der Goldpreis nicht:


    http://4.bp.blogspot.com/-NVfo…-lpoQTx4dI/s1600/mint.png


    Die Fed hält inzwischen, mit weiter steigender Tendenz, Assets im Nominalwert von fast 25% des US-Bip in ihren Büchern:


    http://www.zerohedge.com/sites…balance%20Sheet%20GDP.jpg


    Und zu guter Letzt die Meinung von Jim Sinclair: “The fact that the Fed is the primary buyer of US Treasuries is the common denominator of all the reasons why gold is going to $3500 and above. This common denominator is simply not going to change for years.”


    Grüße


    auratico

    heute in USA auch T-Notes und Bondszeit - im Vorfeld wurde Gold immer gedrückt damit die ihre Anleihen wenigstens zum Teil losbekommen und die FED nicht alles in die eigenen Bücher nehmen braucht seit Monaten/Jahren gab es in USA keine
    Versteigerung seitens der FED wo alle wegging,geschweige denn es Überzeichnungen gab - die Reste hat immer die FED genommen


    Das nun ist derart falsch interpretiert, dass es hier unbedingt korrigiert werden muss. Gerade weil die Fed inzwischen so gut wie alle Kurzläufer und mittlere Laufzeiten im Zuge ihrer Niedrigzinspolitik und der erhofften Stimuluspolitik selbst aufkauft, herrscht eine totale Knappheit an T-Bills und Notes bei den Emissionen.


    Die Versteigerungen der jüngsten Vergangenheit waren ALLE total überzeichnet, eben weil die Fed den Markt bewusst leerfegt und bei diesem Tempo in einigen Jahren dann enorme Mengen der US-Gesamtschulden monetisiert haben wird. Es geht nicht darum, "dass die FED nicht alles in die eigenen Bücher nehmen braucht"(Zitat dukezero), sondern ganz im Gegenteil darum, dass die Fed eben genau diese aggressiven und massiven Ankäufe zu ihrer Hauptpolitik gemacht hat, hinzukommen noch monatliche Käufe von Hypothekenpapieren im Bereich von 40 Milliarden.


    Die letzte der Zweijahresauktionen war sogar rekordmäßig vierfach überzeichnet, wie hier leicht ersichtlich wird:


    http://www.bloomberg.com/quote/USB2YBC:IND


    Investors bid for more than four times the amount of two- year notes the Treasury auctioned last week, matching a record high, data compiled by Bloomberg show.


    Treasury Scarcity to Grow as Fed Buys 90% of New Bonds


    http://www.bloomberg.com/news/…buys-90-of-new-bonds.html


    http://www.zerohedge.com/news/…-sworn-testimony-congress


    Grüße


    auratico

    Berühmt für ihre Treffsicherheit hinsichtlich der Goldpreisentwicklung waren die Analysten von Goldman Sachs in der Vergangenheit nun wahrlich nicht. Dennoch werden ihre Analysen und Prognosen bekanntlich weltweit zur Kenntnis genommen. So wahrscheinlich auch diesmal die Voraussage - angesichts der derzeitigen Flaute beim Gold kein schlechtes Timing -, dass es mit dem Goldpreis 2013 und 2014 deutlich nach unten gehen werde.


    Das Hauptargument dabei stützt sich auf die Voraussage, dass die US-Wirtschaft aus dem Gröbsten raus sei, der private Konsum und die Investitionen zunehmen werden und VOR ALLEM, dass die Zinsen steigen werden. Letzteres steht zwar in ziemlichem Widerspruch zur gegenwärtigen offiziellen Richtung der Fed, aber in gewisser Weise ist die Fed ja auch Teil von Goldman Sachs und den anderen US-Großbanken. Ähnlich wie damals in den 80er, so argumentiert Goldman Sachs nun, wird mit den steigenden Zinsen der Goldpreis herunterkommen. Dass der damalige Fed-Chef Volcker die Zinsen in den zweistelligen Bereich trieb, um dies zu erreichen, erwähnt Goldman freilich nicht. Etwas ähnlich Drastisches wäre heute unmöglich, das gesamte Finanzsystem wäre angesichts der aberwitzigen Verschuldung auf der Stelle zerstört.


    Mir scheint das Timing dieser Prognose das Interessanteste zu sein, denn es ist mE sehr wohl möglich, dass der Goldpreis noch länger nicht vorankommt, aber nicht um dann endgültig abzudrehen, sondern um nach ca. zwei Jahren Weiterwursteln gegen 2014 erst richtig abheben könnte, wenn die Erfolglosigkeit der ganzen QE-Maßnahmen in Bezug auf Arbeitsplatzschaffung und Konjunktur offensichtlich sein werden. Goldman aber behauptet das Gegenteil, nämlich dass die Geldmengenausweitungen für den Finanzsektor ausgeglichen werden durch stärkeren Konsum und einen erholten Immobiliensektor.


    Wäre interessant, wenn jemand hier im Forum dazu Stellung nehmen könnte ...


    http://www.businessinsider.com…ket-2012-12#ixzz2ECZDtYfB


    Grüße


    auraticoe n

    Berühmt für ihre Treffsicherheit hinsichtlich der Goldpreisentwicklung waren die Analysten von Goldman Sachs in der Vergangenheit nun wahrlich nicht. Dennoch werden ihre Analysen und Prognosen bekanntlich weltweit zur Kenntnis genommen. So wahrscheinlich auch diesmal die Voraussage - angesichts der derzeitigen Flaute beim Gold kein schlechtes Timing -, dass es mit dem Goldpreis 2013 und 2014 deutlich nach unten gehen werde.


    Das Hauptargument dabei stützt sich auf die Voraussage, dass die US-Wirtschaft aus dem Gröbsten raus sei, der private Konsum und die Investitionen zunehmen werden und VOR ALLEM, dass die Zinsen steigen werden. Letzteres steht zwar in ziemlichem Widerspruch zur gegenwärtigen offiziellen Richtung der Fed, aber in gewisser Weise ist die Fed ja auch Teil von Goldman Sachs und den anderen US-Großbanken. Ähnlich wie damals in den 80er, so argumentiert Goldman Sachs nun, wird mit den steigenden Zinsen der Goldpreis herunterkommen. Dass der damalige Fed-Chef Volcker die Zinsen in den zweistelligen Bereich trieb, um dies zu erreichen, erwähnt Goldman freilich nicht. Etwas ähnlich Drastisches wäre heute unmöglich, das gesamte Finanzsystem wäre angesichts der aberwitzigen Verschuldung auf der Stelle zerstört.


    Mir scheint das Timing dieser Prognose das Interessanteste zu sein, denn es ist mE sehr wohl möglich, dass der Goldpreis noch länger nicht vorankommt, aber nicht um dann endgültig abzudrehen, sondern um nach ca. zwei Jahren Weiterwursteln gegen 2014 erst richtig abheben könnte, wenn die Erfolglosigkeit der ganzen QE-Maßnahmen in Bezug auf Arbeitsplatzschaffung und Konjunktur offensichtlich sein werden. Goldman aber behauptet das Gegenteil, nämlich dass die Geldmengenausweitungen für den Finanzsektor ausgeglichen werden durch stärkeren Konsum und einen erholten Immobiliensektor.


    Wäre interessant, wenn jemand hier im Forum dazu Stellung nehmen könnte ...


    http://www.businessinsider.com…ket-2012-12#ixzz2ECZDtYfB


    Grüße


    auraticoe n

    Zitat

    quote='Tomster',
    Da es sich bei Barclay um ein Mitglied der Gold Kabale handelt, finde ich den Rückzug bemerkenswert. Insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die LME erst vor einiger Zeit von den Chinesen gekauft wurde.


    Erstaunlich ist der Rückzug so vieler Banken von der LME in kurzer Zeit schon. Mit Gold hat das allerdings wenig zu tun, da dort ja nur Basismetalle u.ä. gehandelt werden. Beim Goldfixing in London ist Barclay´s jedoch immer noch dabei bzw. dieses läuft ja sogar jeden Tag bei ihnen zusammen.


    Grüße


    auratico

    Zitat

    quote='meggy',


    Ob man den offiziellen Angaben glauben soll?


    Nachdem die Bundesbank auch gerade am heutigen Tag wiederum behauptet (siehe unten), dass man mit den Goldleihegeschäften aufgehört habe, würde ich das schon ernst nehmen. Viel interessanter jedoch wäre eine diesbezügliche verläßliche Information über die Praktiken der Fed - ob man also ausschließen kann, dass sie die bei ihnen offiziell verwahrten Goldreserven internationaler Zentralbanken verleasen oder anderweitig zur Verfügung stellen. Schließlich liegt der überwiegende Teil des Goldes dort, wenn auch ohne ordentliche Überprüfung.


    Auffallend ferner, dass die Österreicher in der Vergangenheit hingegen bis zu 80% ihres Goldes verliehen hatten und damit im vergangenen Jahrzehnt 300 Millionen verdient haben. Umgerechnet auf deutsche Verhältnisse wären das dann ca. 3 Milliarden.


    Hier ein Vorstandsmitglied der Bundesbank von heute mit einer eindeutigen Aussage, auch dass die Goldleihe nichts mehr gebracht habe:


    Das goldene Erbe im Schutz vor politischer Willkür


    von Carl Ludwig Thiele


    Nach dem Goldschatz der Bundesbank greifen Politiker immer wieder. Doch an die Barren kommt niemand ran. Sogar die früher übliche Praxis, das Gold zu verleihen, haben die Banker eingestellt.


    (...) Der verliehene Anteil an den Goldreserven schwankte abhängig von den Marktbedingungen und bewegte sich im einstelligen Prozentbereich. Die Geschäfte wurden dabei auf einen ausgewählten Kreis von erfahrenen Geschäftspartnern einwandfreier Bonität beschränkt. Der Erlös, den die Bundesbank erzielte, überstieg die zu entrichtenden Gebühren. Nach dem Goldabkommen 1999 wurde das unter den unterzeichnenden Notenbanken vereinbarte Leihvolumen eingefroren. Aufgrund sinkender Leihsätze wurde das Goldleihgeschäft für die Bundesbank im Laufe der Zeit zunehmend unattraktiver.


    http://www.welt.de/wirtschaft/…politischer-Willkuer.html


    Grüße


    auratico

    Das ist eine interessante Meldung aus Österreich - angesichts der dortigen jüngsten Diskussion um den Verbleib und die Art der nationalen Goldreserven wurden erstmals Zahlen genannt. Demnach sei bis vor einigen Jahren bis zu 80% (!) der Goldreserven verliehen gewesen, nunmehr seien es nur noch 16 %.


    Jetzt muss endlich auch die Bundesbank die Hosen runterlassen und sich in dieser Sache erklären. Hat man die ungleich größeren Goldreserven Deutschlands im vergangenen Jahrzehnt auch in diesen horrenden Bereichen wie Österreich verliehen, verleast etc. ? Und wie sieht es heute aus ? Eine Sprecherin der Bundesbank sagte einmal etwas von ca. 5 %.
    Dies könnte durchaus sein, wenn damit nur der geringe in Deutschland lagernde Teil gemeint ist. Erfährt die Bundesbank davon, wenn die Fed das bei ihr lagernde bzw. allozierte Gold verleihen würde ?


    Staatsgold zu 16 Prozent verleast


    22. November 2012, 17:07


    Laut dem Zeitungsbericht waren Anfang des letzten Jahrzehnts noch bis zu 80 Prozent an die Gold-Banken verleast


    Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ein Tabu gebrochen und am Donnerstag erklärt, dass aktuell lediglich 16 Prozent der von ihr verwalteten Goldbestände verleast sind.


    http://derstandard.at/13532070…ld-zu-16-Prozent-verleast


    Grüße


    auratico

    Die aktuelle Ausgabe von Max Keisers TV-Programm widmet sich ausführlich und ausschließlich der jüngsten Debatte um den Verbleib bzw. die Existenz der im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven.


    Sind diese Reserven - z.B. über den Umweg der City of London - gar mehrfach verbucht, hat also, wie bei so vielen anderen windigen Finanztransaktionen der Londonder City, eine "Mehrfachhypothekisierung" eines nur einmal real exisitierenden Guts stattgefunden ? Sind die deutschen Goldreserven in USA längst weg und es besteht nur eine - im Fall der Fälle freilich wertlose - Zettelgarantie (hypothetisches Zugriffsrecht) auf in Wirklichkeit im Besitz der USA befindliche Goldbestände, die diese Barren im Falle eines Audits auch für sich selbst noch einmal auf die Inventurliste setzen würden ? Ist die angekündigte jährliche Minirückführung von 50 Tonnen nur eine Nebelkerze, weil dieses die teutonischen Gemüter beruhigende Gold ohnehin neu auf dem Markt beschafft werden muss und aus keinem Fed-Tresor kommen würde ?


    Schlüssige Antworten auf diese Fragen lassen sich nicht finden, weil die dazu nötigen Informationen nicht beschafft werden können. Dennoch interessant, diese Problematik einmal aus der Perspektive von Nicht-Deutschen ausführlich erörtert zu sehen - hier also der Link:


    http://rt.com/programs/keiser-report/episode-358-max-keiser/

    Es wird wohl wieder so ablaufen wie seinerzeit, als Hjalmar Schacht, damals Finanzminister der Weimarer Republik, vom Chef der New Yorker Fed, Benjamin Strong, Mitte der 20er Jahre durch die schon damals legendären Tresorräume in New York geführt wurde.


    Aus der 1955 erschienenen Autobiographie "76 Jahre meines Lebens" von Hjalmar Schacht:


    "Ein anderes heiteres Erlebnis ergab sich aus der Tatsache, daß die Reichsbank ein nicht unbeträchtliches Golddepot bei der Federal Reserve Bank in New York unterhielt. Strong war stolz darauf, uns im tiefsten Keller des Gebäudes die Tresore zeigen zu können, und erwähnte dabei:


    „Dr. Schacht, jetzt sollen Sie auch mal sehen, wo das Gold der Reichsbank aufbewahrt wird.“


    Wir durchschritten die Tresore, während die Beamten den Aufbewahrungsplatz des Reichsbank-Goldes suchten. Wir warteten viele Minuten lang, bis schließlich die Auskunft kam:


    „Mr. Strong, wir können das Gold der Reichsbank nicht finden.“


    Strong war bestürzt, aber ich tröstete ihn:


    „Lassen Sie’s gut sein, ich glaube Ihnen, daß das Gold da ist. Selbst wenn es nicht da sein sollte, sind Sie mir gut für den Ersatz."


    Grüße


    auratico

    Zitat


    Zitat:Gold today is valued primarily as an inflation hedge. That is so because when inflation took hold in the 1970s, gold exploded upwards, rising from $35 per ounce in 1972 to $850 per ounce in 1980, an increase of 2,428% in just eight years.


    Eine immer wieder repetierte Behauptung – Gold als Absicherung gegen Inflation. Aber stimmt sie wirklich - auch heute noch ? Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts konnten Amerikaner gar kein Gold frei kaufen, da war also ein gewaltiger, aufgestauter Nachholbedarf bei einer ganzen Generation, für die Geld immer noch gleichbedeutend mit Gold war. Und überdies war der Goldpreis zuvor vollkommen willkürlich jahrzehntelang künstlich bei $ 35/Oz einfach per Erlass eingefroren worden. Die USA bewerten ihre Goldreserven ja bis heute offiziell zu diesem absurden Preis.


    War es nicht vielmehr so, dass die Angst umging, ob das neue, von Nixon etablierte Geldregime, in dem für viele überraschend erstmals auch die letzte – in diesem Falle internationale - Bindung an Gold aufgegeben wurde, schief gehen könnte bzw. die Araber den Ölpreis einfach in absurde Höhen katapultieren würden und damit die gesamte Wirtschaft abwürgen könnten ? In den Jahren - oder besser: Jahrzehnten - darauf gab es immer noch hohe Inflation – im Sinne zumal der österreichischen Schule -, d.h. als expansive Geldpolitik. Der Goldpreis aber fiel ins Niemandsland, die Bondrenditen stiegen, später dann die Bond- Kurse, aber auch die Aktienmärkte und die Immobilienmärkte gingen hoch. Die Inflation, verstanden als Geldmengenausweitung, drückte sich demgemäß vor allem in steigenden Anlagewerten aus.


    Wird Gold also von den Käufern und Haltern nicht eher gesehen als Versicherung gegen ein mögliches Totalversagen des Glaubens an den Weiterbestand des jeweiligen monetären Regimes ?


    Zitat

    Zitat: What is equally as important, however, is what happened to gold during the Great Depression, the period when deflation stopped the US and world economy dead in its tracks…If, in 1928, $100,000 had been invested in the Dow, in 1938 the investment would have been worth only $10,000. If, however, that $100,000 had been invested in gold mining stocks, the investment would have increased to $1,000,000 by 1938...


    Das nun, so glaube zumal ich, wird nicht mehr geschehen, nämlich dass vor allem das US-Zentralbankensystem es zulassen wird, dass die Aktienmärkte derart nachhaltig deflationieren wie zur Zeit der großen Depression, die hierzulande als Weltwirtschaftskrise in den Geschichtsbüchern bezeichnet wird. Es ist umgekehrt wohl eher so, dass die heutige Fed möglicherweise kaum ein wichtigeres Ziel hat, als eben dies, von kürzeren Einbrüchen abgesehen, zu verhindern, wenn sie schon andererseits unfähig ist, ihrem weiteren Mandat einer erfolgreichen Beschäftigungspolitik zu entsprechen. Die Reflationierung der Aktienmärkte ist unter dem Einsatz gewaltiger Bilanzausweitung seit 2008 sehr wohl gelungen, was immer man davon halten mag. Will nur heißen: Vorsicht mit diesen mantramäßig wiederholten historischen Verweisen. Um es mit Mark Twain zu sagen, Geschichte wiederholt sich nicht einfach, sie reimt sich.


    Grüße


    auratico

    Bahnt sich da endlich ein Umdenken an, ein historischer "turn" im Kopf all jener Schreiberlinge, die bislang immer nur vom hohen Goldpreis anstatt - korrekterweise - von der Verschlechterung der gesetzlichen Zahlungsmittel gesprochen haben ?


    Rekordtief: 100 Euro für nur 2,26 Gramm Gold


    30.09.2012 | 18:27 | NIKOLAUS JILCH (Die Presse)


    Gold ist nicht "zu teuer" - es entwickelt sich lediglich zunehmend zum Maßstab für alle anderen Werte und Währungen. Und der Euro fiel zuletzt auf ein neues Rekordtief. Eine Analyse.


    Wien. Eigentlich hätten die Zeitungen es von den Titelseiten brüllen müssen: „Euro fällt auf neues Allzeittief gegenüber Gold!“ Aber stattdessen fanden sich die entsprechenden Meldungen auf den Seiten für Finanz-Geeks wieder und vermeldeten bloß, dass der Preis für eine Unze Gold auf das Rekordhoch von 1380 Euro gestiegen ist. Dass der „Preis“ für 100 Euro gleichzeitig auf das Rekordtief von 2,26 Gramm Gold gefallen ist, verschwiegen die Meldungen. Warum bloß?


    http://diepresse.com/home/wirt…/home/wirtschaft/index.do


    Grüße


    auratico

    Wieder einmal eine dieser Verschwörungtheorien, die nicht damit klarkommt, dass wir uns seit langem erfolgreich von einer goldgedeckten Währung entfernt haben:


    „Obwohl Gold zu den Rohstoffen gezählt wird, ist es in Wahrheit ein Tauschmittel, und zwar eines, das öffentlich (wenn auch nicht offiziell) als solches angesehen wird. Wir sehen Gold vor allem aus einem Grund als eine in der Öffentlichkeit anerkannte Form des Geldes: Es wird von den allermeisten der großen Zentralbanken als Reserve gehalten.“ (Übersetzung v.m., auratico)


    Aber Hoppla, die Autoren dieser Zeilen arbeiten als Volkswirte für die Deutsche Bank – was ist da schiefgelaufen ?


    Und weiter im Text:


    „Wir würden weiterführend argumentieren, dass man Gold als „gutes Geld“ ansehen könnte im Vergleich zu einem „schlechten Geld“, als welches sich viele der heutigen Fiat-Währungen darstellen. Indem wir das Gold beschreiben, beziehen wir uns auf Greshams Gesetz: wenn eine Regierung eine Form des Geldes über- und eine andere Form des Geldes unterbewertet, wird das unterbewertete (gute) Geld das Land verlassen oder aus der Zirkulation herausgenommen und gehortet werden, während das überbewertete (schlechte) Geld zirkuliert."


    http://www.businessinsider.com…he-bank-gold-money-2012-9


    Interessant, was die beiden Jungspunde der Deutschen Bank, Daniel Brebner und Xiao
    Fu, sonst noch für allerlei Neuigkeiten herausgefunden haben:


    "Nach Geldschwemme: Schuldner werden ermuntert, noch mehr Schulden zu machen
    Das aktuelle Finanzsystem ermutigt nicht nur zu exzessiver Verschuldung, es drohen aktuell auch keine Konsequenzen für moralisch falsches Handeln. Darin sehen Analysten der Deutschen Bank die Hauptprobleme der aktuellen Finanzwirtschaft. "


    http://deutsche-wirtschafts-na…-mehr-schulden-zu-machen/


    Grüße


    auratico

    Die ersten Reaktionen auf das Fed-Treffen deuten - siehe vor allem Goldpreis und etwas weniger deutlich beim Dow - darauf hin, dass die Äußerungen von Bernanke sehr wohl als Teil eines QE-Programmes gewertet werden: Weiterer monatlicher Aufkauf von forderungsbesicherten Immobilienpapieren ohne Angabe von Zeitlimit, Nullzinspolitik bis mindestens 2015, Fortsetzung des TWIST-Programmes zwecks Anleihetausch. Voraussetztung für diese und andere Maßnahmen sei ein Anhalten der schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Was spricht für eine spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in der nächsten Zeit ? Nicht vieles. Für Gold und Silber bleibt die Lage damit bis auf Weiteres günstig.


    http://www.faz.net/aktuell/fin…hr-anleihen-11889246.html


    Grüße
    auratico

    Nach meiner Überzeugung hat China längst viel mehr Gold als angegeben. Die letzte Aufstockung der offiziellen Bestände geschah doch auch per Übernahme von einer staatlichen Entität, die nichts veröffentlicht.
    Wenn die Chinesen möglichst viel von ihrem Dollarüberfluss in Gold umtauschen wollen, werden sie das nicht an die große Glocke hängen. Sie sind nämlich nicht verrückt.


    Gruß! Fritz


    Natürlich ist das so. Dennoch ist selbst das, was über die Goldkäufe der Chinesen nach außen dringt, schon mehr als beeindruckend genug. Was die EZB offiziell als ihre eigene Gesamtgoldreserve ausweist - diese Menge importiert China mal locker in nur 7 Monaten:

    Name The New Reserve Currency: China Imports More Gold In 2012 Than All ECB Holdings


    " ... what is far more important is that in the first seven months of 2012 alone China has imported nearly as much gold as the total holdings of the hedge fund at the heart of the Eurozone, elsewhere known simply as the European Central Bank (...)it is now safe to say that in 2012 alone China has imported more gold than the ECB's entire official 502.1 tons of holdings."


    http://www.zerohedge.com/news/…old-2012-all-ecb-holdings


    Grüße


    auratico

    Schlechter als erwartet, obwohl ADP Report am Mittwoch was besseres andeutete.
    QE 3 kann also demnächst kommen.


    Bis zu den US-Wahlen wird sich nun also gewiss keine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt mehr einstellen. Nächste Woche, wenn wieder ein Zinsentscheid der Fed ansteht, könnte schon die Gelegenheit sein, bei der Bernanke QE 3, wie verklausuliert auch immer, ankündigt. Draghi hat sein Scherflein zur Monetisierung in Europa gestern schon beigetragen, nun kann auch die Fed ihre Bazooka wieder aus dem Schrank holen und wie ein Teufel auch langlaufende Treasuries aufkaufen.


    DAS ist es, was der Goldmarkt, zumindest heute, vorwegnimmt, auch wenn es bald wieder Gewinnmitnahmen geben dürfte, wie zumeist nach solchen Spikes.


    Grüße


    auratico

    Das nun ist für einmal wirklich interessant, weil es vielleicht nur die Blaupause ist für zukünftige ähnliche Transaktionen in weit größerem Ausmaß:


    Wie es scheint, reduziert die Türkei ihr ölbedingtes großes Handelsdefizit mit dem Iran z.T. über Goldexporte, fast wie unter einem Goldstandard. Die Konstruktionen scheinen recht abenteuerlich, über Mittelsmänner und Zwischenfinanzierungen in Euro abzulaufen - u.a. auch deshalb, weil sich die Türkei gegenüber den USA offiziell verpflichtet hat, weniger Öl aus dem Iran zu importieren. Die Goldexporte aus der Türkei in den Iran sind dabei im laufenden Jahr geradezu explosionsartig angestiegen. Ob das für die Türkei ein guter Deal ist, darf man getrost bezweifeln, andererseits sehen sie sich aber einer heftigen Inflation gegenüber mit extremer Abwertung der Lira seit geraumer Zeit. Was wohl die transatlantischen NATO-Freunde zu solchen Deals sagen ?


    Turkey boosts lira bonds by selling record $6.2b gold to Iran


    Sales of precious metals to Iran jumped to $6.2 billion this year through July from $21.9 million in the same period last year, accounting for 70 per cent of Turkey's increase in exports this year.


    Iranian business people are receiving subsidised rates on euros, then buying gold in Turkey and exporting it back to Iran, Milliyet newspaper reported on September 2. Wealthy Iranians in Turkey are collecting gold on behalf of the Iranian central bank and exporting it to Iran.


    Iranians in Dubai and India are also collecting gold and sending it to the central bank, Zaman said, citing a Turkish economy administration official it didn't name. Some gold is being imported into Turkey from Europe, refined or re-shaped and then sent to Iran, Zaman said.


    "We think the gold exports are actually concentrated on Iran as a method of payment," Gulay Girgin, an analyst at Istanbul-based broker Oyak Securities, said by e-mail on August 31.


    http://www.equities.com/news/h…-05&val=444771&cat=energy


    Grüße


    auratico


    Gold war heute schon über 1670!



    Es schießt ja auch schon wieder zurück hoch, ein ziemlich irres Szenario heute. Ein Monatsschlusskurs deutlich über 1670/Oz, das wäre interessant. Noch sind "die Märkte" unschlüssig, was Bernanke ihnen heute mitteilen will. Zum einen sagte er, dass man mit QE vorsichtig sein müsse wg. Inflationserwartungen etc, zum anderen sagte er wieder einmal, dass die Fed bereitstehe, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dieses Hin und Her hat sich heute direkt im Goldpreisverlauf niedergeschlagen bzw. wird noch anhalten.


    Grüße
    auratico

    Bernanke hat soeben in Jackson Hole den Spekulationen über ein unmittelbar bevorstehendes, neues Programm der "quantitativen Lockerung" eine Absage erteilt. Er sprach sogar davon, dass ein solcher Schritt Ängsten Auftrieb geben könnte, dass die USA keinen geordneten Ausgang aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten finden würden und damit die "Inflationserwartungen" ansteigen könnten. So hat er in der Vergangenheit sich kaum je geäußert, also in Richtung "Inflationserwartung".


    Natürlich plumpst der Goldpreis in der Folge solcher Aussagen erstmal - gut für die Halter kurzfristiger Puts. Die Frage ist jetzt aber, wie weit. Denn wer hätte ernsthaft erwartet, dass Bernanke zum jetzigen Zeitpunkt an prominenter Stelle vom Podest herab offiziell eine weitere Runde des Quantitative Easing verkünden würde ? Dieses wird kommen, und zwar mächtig, aber nicht bei einer solchen Show wie dem Notenbanktreffen. Der Ausbruchsversuch des Goldpreises über die 1670/Oz hinaus ist damit jedenfalls für August gescheitert.


    Grüße
    auratico

    Angenehm unaufgeregter, dafür umso aufgeräumter formulierender Artikel aus Australien, der sich auch an eine längerfristige, kommentierte Goldpreisprognose wagt. Ein Grundtenor dabei ist die auch hier im Forum schon häufig besprochene Konstellation, dass Gold auf absehbare Zeit ein solide Anlageentscheidung sein sollte, solange die Realzinsen negativ bleiben - und das ist nun wirklich für die kommende Zeit der diversen europäischen und transatlantischen staatlichen Geldausweitungsprogramme zu erwarten, auch wenn diese nicht genau dann kommen werden, wenn es alle fordern und diese dann viele verschiedene Namen tragen werden. Volatilität natürlich inklusive.


    Ein Auszug:


    The gold price for the next 16 years


    Forecast to 2028


    We can calculate how long the upcoming inflation will last and how high gold will go, based on a few reasonable assumptions. The usual caveats about forecasting apply, and if the central banks lose control of the situation we are likely to veer off either into hyperinflation (more likely) or depression (less likely). But let’s be optimistic and assume they successfully chart the most politically feasible course.


    Debt levels are currently around 375% of GDP, but need to revert to their normal level of 150%. This requires a 60% reduction in the real value of debt.


    Let’s suppose we get inflation cranked up by 2014, that we run a 1970s high but tolerable inflation of around 12% (which the modern CPI is likely to register as only around 5 – 8%), and that interest rates are around 6%. Then the real interest rate is -6% - so it takes 14 years to reduce the value of debt by 60%.


    To end the inflation, governments must make a credible commitment to halting the rapid growth in the stock of money: they must raise interest rates sharply, to maybe 15 – 20%. The gold price will continue trending up until that happens, so until then gold investors can relax (ok, the ride might be volatile). But when real interest rates go strongly positive, it’s time to get out of gold.


    http://www.321gold.com/editorials/evans/evans081612.html


    Grüße


    auratico

    Hallo auratico,


    21,8 Mio GLD zu 155,60 $ sind knapp 3,4 Mrd. $, rund 16 % von 21 Mrd. $. Wie kommst Du auf 45 %? Hat Paulson noch anderes Gold?


    Gruß! Fritz


    Meines Wissens hat er ja auch erhebliche Teile seiner Goldinvestments vor einiger Zeit in physische Ware umgetauscht, zudem hält er große Teile an Novagold und anderen Minen.


    Zu der von mir zitierten Zahl siehe:


    "It was the first time Paulson & Co had increased its position in the SPDR Gold Trust since the first quarter of 2009, when the investment firm initially acquired 31.5 million shares. It means that Paulson's $21 billion hedge fund now has more than 44% of the company's assets allocated to gold."


    http://www.zerohedge.com/news/…peaks-louder-bubble-words


    Grüße


    auratico