Was meiner Meinung nach an dem Szenario welches Auratico schildert nicht ganz stimmig ist, ist zum Einen die Bilanzsumme der FED . Das Balance-Sheet der FED stagniert seit einiger Zeit, müsste aber bei massiven (unlimitierten) Anleihekäufen doch eigentlich massiv ausweiten. Irgendwo habe ich neulich gelesen, die FED könne Operation TWIST nicht weiter führen, mangels (verkaufbarer) kurz laufender Treasuries in ihren Büchern. Holt man sich so 'Nachfeuer-Masse' um am langen Ende durch Käufe weiter die Zinsen niedrig halten zu können/''twisten'' zu können ?
In dem von mir verlinkten Bloomberg-Artikel heißt es, dass die Fed im kommenden Jahr 90% aller neu emittierten staatlichen Fixed Income-Papiere übernehmen wird. Das bedeutet alle Laufzeiten.
Die Fed hält inzwischen 27% der US-Schulden quer durch alle Laufzeiten. Wenn sie bei den 10jährigen so weitermacht, wären das in drei Jahren 60% des gesamten Treasury-Marktes.
Wenn sie derzeit aktuell nur noch wenige extreme Kurzläufer mehr haben (wg. Operation Twist, die aber in diesem Dezember auslaufen soll), kaufen sie wieder welche. Ja, das sollte sich im Balance Sheet, falls unsterlisiert, bald zeigen, wir werden sehen.
Damit wird zum einen der Bondmarkt „künstlich“ knapp gehalten – hohe Kurse, niedrige Renditen, wie gewünscht, und die nicht zum Zuge gekommenen Anleger werden auf andere „risikoreichere“ Assets umgelenkt, namentlich natürlich den Aktienmarkt sowie Unternehmensanleihen bzw. die Banken sollen mehr Kredite vergeben. Freilich aber verkauft die Fed aber auch fleißig bereits ältere Bonds, um u.a. damit Hypothekenpapiere zu kaufen.
Bei QE1 und QE2 hat es bekanntlich nicht geklappt, dass die Banken das zur Verfügung gestellte Geld als Kredit an die sogeannten Realwirtschaft und Konsumenten weitergereicht haben. Vielmehr haben sie es als gewaltige Überschussreserven bei der Fed geparkt und manches davon in höher rentierende Anleihen in Übersee (Brasilien etc.) gesteckt.
Und außerdem gibt es bereits erste Anzeichen, dass das Balance Sheet der Fed wieder expandiert.
Mit Bezug auf folgende Informationen:
http://viewfromthewilds.blogsp…ng-in-on-qe-infinity.html
Seit Bekanntgabe von QE 3 soll die Bilanzsumme der Fed – durch die Ankäufe von MBS-Hypothekenpapieren - um 39 Milliarden USD angestiegen sein, während sie ihren Bestand an älteren zehnjährigen Treasuries seit diesem Zeitpunkt aber um ca. 11 Milliarden verringert hat. Da auch die Überschussreserven um 20 Milliarden gefallen sind, kann das eigentlich nur heißen: Sie erhöht die umlaufende Geldmenge, in diesem Fall um 27 Milliarden.
“Instead, currency in circulation rose almost US$27b, providing much of the funding for the increase in the balance sheet. The balance was provided by the amount of deposits the Fed holds on behalf of the US Treasury and other governmental entities (…)
What will speed this process up further? A sudden decline in excess reserves will lead to a sharp increase in currency in circulation, in order to maintain the size of the Federal Reserve balance sheet. One of the ways this can happen is when people start converting their cash savings into hard currency.”(Timothy Dan)
Das Smart Money hat das, während das Finanzkartell bereits laut nach QE 4 noch in diesem Jahr ruft, begriffen und kann schön bei den gewünschten ca. $ 1700/Oz zugreifen – die Gold-Eagle-Verkäufe der US-Mint sind zuletzt förmlich explodiert, der Goldpreis nicht:
http://4.bp.blogspot.com/-NVfo…-lpoQTx4dI/s1600/mint.png
Die Fed hält inzwischen, mit weiter steigender Tendenz, Assets im Nominalwert von fast 25% des US-Bip in ihren Büchern:
http://www.zerohedge.com/sites…balance%20Sheet%20GDP.jpg
Und zu guter Letzt die Meinung von Jim Sinclair: “The fact that the Fed is the primary buyer of US Treasuries is the common denominator of all the reasons why gold is going to $3500 and above. This common denominator is simply not going to change for years.”
Grüße
auratico