Beiträge von auratico


    Nun auch schon in der Systempresse zu lesen: Die Zahlen über die Immobilienbestände in USA stimmen hinten und vorne nicht. Die Unmengen der bereits von den Banken gehaltenen und/oder im Prozess der Zwangsversteigerung sich befindlichen Bestände werden nicht ausgewiesen. Doch wie es scheint, läßt sich diese Binsenweisheit nicht ewig verstecken:


    "In diesen Statistiken taucht aber eine große Zahl von Häusern nicht auf, die in absehbarer Zeit auf den Markt kommen dürften.
    Dazu gehören etwa Immobilien, die nach Zwangsvollstreckungen Banken gehören ebenso wie solche, die bereits in dem Prozess stecken, der letztlich zur Zwangsvollstreckung führt. Die Creditsights-Analysten taxieren diesen Schattenbestand auf über 5 Millionen. Kommen diese Immobilien auf den ohnehin übersättigten Markt, dürften die Preise weiter sinken - was dazu führen würde, dass mehr Eigenheimbesitzer höhere Hypothekenschulden haben, als ihre Häuser wert sind.


    Laut Creditsights fließen bereits kleine Teile des Schattenbestands auf den Markt. Saisonal unbereinigt seien im November 472.000 Kaufverträge abgeschlossen worden. Der Bestand sei aber nur um 47.000 Häuser zurückgegangen - die Zuflüsse neuer Immobilien seien also deutlich größer gewesen als die Verkäufe. "


    http://www.ftd.de/finanzen/imm…arkt/50054704.html?page=2


    Grüße
    auratico

    Schon seit dem offiziellen Ausbruch der Subprime-Krise vor gut zwei Jahren ist weithin bekannt, dass vor allem Goldman Sachs (aber auch Deutsche Bank u.a.) noch bis zuletzt eifrig Hypothekenverbriefungen zum raschen Weiterverkauf geschnürt hatte, nur um gleichzeitig auch in gewaltigem Ausmaß mit Kreditausfallderivaten auf den Niedergang dieser von ihnen selbst zusammengezimmerten Vehikel zu spekulieren.


    Dies alles, obwohl sie die betreffenden Hypotheken nicht mehr oder nur in geringem Ausmaß noch selbst hielten. Man spekulierte also auf den Ausfall von Finanzprodukten, die man soeben selbst brühwarm verkauft hatte. Die Rechnung dafür bekamen dann bekanntlich die Steuerzahler in Form des inzwischen 180 Milliarden schweren Bailouts des Skandalversicherungskonzerns AIG zu spüren.


    Gaaaanz langsam erst kommt in diese Sache nun juristisch Bewegung, was natürlich ein wichtiges Signal ist. Allerdings muss man leider befürchten, dass nicht viel dabei herauskommen wird, wenn z.B. die SEC sich dieser Angelegenheit annehmen sollte. Es dürfte nicht so leicht sein, jemandem juristisch beizukommen, der bekanntlich "Gottes Werk auf Erden" verrichtet. Goldman wird bestimmt den Standpunkt vertreten, dass es sich dabei nur um ein marktübliches Vorgehen gehandelt habe. Dennoch:


    Goldman Sachs and Others Investigated for Betting Against Securities They Created


    “The simultaneous selling of securities to customers and shorting them because they believed they were going to default is the most cynical use of credit information that I have ever seen,” Sylvain Raynes, an expert in structured finance at R & R Consulting in New York, told The New York Times.


    The schemes are now being investigated by Congress, the Securities and Exchange Commission and Wall Street’s Financial Industry Regulatory Authority.


    http://www.allgov.com/ViewNews…rities_They_Created_91227


    Grüße
    auratico

    Mitunter überkommt mich ein etwas schlechtes Gewissen wegen der vielen Hinweise und Verlinkungen in englischer Sprache, was manche Forumsmitglieder beklagen.
    Hier also ein kompakter Krisen-Crashkurs auf aktuellem Niveau in deutscher Sprache in Form eines zweiteiligen Interviews mit Werner Rügemer. Besser informiert ins Neue Jahr, das es in sich haben wird: "Geheimnisverrat ist Bürgerpflicht, etwa für Mitarbeiter von Pleitebanken."


    "Die Ursachen der Finanzkrise - oder warum wir die Staatsschulden nicht zurückzahlen sollten"


    http://www.gulli.com/news/inte…er-finanzkrise-2009-12-18


    http://www.gulli.com/news/inte…-finanzkrise-2-2009-12-21


    Grüße
    auratico

    Nicht eben weihnachtlichen Frieden verbreitet John Williams, der legendäre Alternativ-Statistiker von ShadowStats.com in diesem Interview. Er bleibt bei seiner Meinung, dass vor allem die USA in den kommenden Jahren in einen hyperinflationären Taumel geraten werden. Die immensen Finanzierungsverpflichtungen der öffentlichen Hand seien um etliche Billionen Dollar (amerik. "Trillions") zu gering ausgewiesen.


    Where are we right now?


    In terms of the GDP, we are about halfway to depression level. If you look at retail sales, industrial production, we are already well into depressionary. If you look at things such as the housing industry, the new orders for durable goods we are in Great Depression territory.


    If we have hyperinflation, which I see coming not too far down the road, that would be so disruptive to our system that it would result in the cessation of many levels of normal economic commerce, and that would throw us into a great depression, and one worse than was seen in the 1930s.


    What kind of hyperinflation are we talking about?


    I am talking something like you saw with the Weimar Republic of the 1930s. There the currency became worthless enough that people used it actually as toilet paper or wallpaper. You could go to a fine restaurant and have an expensive dinner and order an expensive bottle of wine. The next morning that empty bottle of wine is worth more as scrap glass than it had been the night before filled with expensive wine.


    http://www.fairfieldweekly.com/article.cfm?aid=16014


    Grüße
    auratico

    Vorweg: Ich selbst verwende keine ETFs als Anlagevehikel für Edelmetalle. Gleiches gilt für etliche andere Mitglieder dieses Forums. Andere hingegen wählen sehr wohl solche börsengehandelten Edelmetallfonds, über deren Modalitäten seit ihrer Einführung verschiedendste Unklarheiten bestehen bzgl. ihrer vollen physischen Deckung, ihres Verhältnisses zu den Bullion-Banken und der Verlässlichkeit ihrer Inventarlisten. Vieles ist auch in diesem Forum zu dem Thema schon geschrieben worden.


    Neulich nun hat sich unser Forums-Mitglied "bullionbulls" aus Kanada mit einem Artikel zu Wort gemeldet, der seinerseits als Antwort auf einen umfänglichen Bericht von Adam Hamilton gedacht war, worin Hamilton es unternimmt, die Zweifel an den ETFs als legitimen Investmentvehikeln auszuräumen.


    Hier der Artikel von bullionbulls mit dem Titel: "Even Gold Experts Fooled by Bullion-ETF's "


    http://www.bullionbullscanada.…old-commentary&Itemid=131


    Und hier der Original-Artikel von Hamilton: "GLD Conspiracy Theories"


    http://www.gold-eagle.com/gold_digest_08/hamilton121109.html


    Ich habe mir daraufhin erlaubt, den Artikel von "bullionbulls" an jemanden mit der Bitte um Stellungnahme weiterzuleiten, von dem ich weiß, dass er, wie Hamilton, von der Rechtmäßigkeit der börsengehandelten ETFs überzeugt ist. Es ist dies Tom Szabo von "silveraxis.com", einigen vielleicht durch seine frühere Zusammenarbeit mit Professor Fekete und diversen Arbeiten zur Goldbasis bekannt.


    Tom hat nun den Ball aufgenommen und behauptet seinerseits, dass unser Mitglied "bullionbulls" (aka Jeff Nielson) die Funktionsweise und das Geschäftsmodell der ETFs nicht recht begriffen habe. Am Ende seines Textes heißt es denn auch siegessicher: "In conclusion, the question of GLD gold holdings has now been answered once and for all. Time to move on to the next conspiracy theory."


    Man darf gespannt sein, ob und wie sich "bullionbulls" dazu verhält und was er uns dazu zu sagen hat. Hoffentlich demnächst auch in diesem Theater.


    Die Stellungnahme von Tom Szabo:


    http://silveraxis.com/todayins…posed-gld-audit/#more-957


    Grüße
    auratico

    Wer vor englischsprachigen Texten nicht zurückschreckt, dem sei über die Weihnachtsfeiertage die Lektüre des unten verlinkten Interviews mit dem Publizisten und Finanzrechercheur J. S. Kim empfohlen.
    Es behandelt in klarer Sprache im Grunde fast alle entscheidenden Punkte, mit denen wir uns hier im Forum seit Jahren beschäftigen.


    Er erzählt darin auch, dass er sich von seinem auf den US-Unis erworbenen "Wirtschaftswissen" radikal trennen musste, um zu begreifen, wie der Hase wirklich läuft. Leider gibt es hierzulande zu wenige junge Leute, die sich einen solchen Scharfblick erarbeitet haben.


    Am Ende des Gesprächs, nach seiner Einschätzung von aussichtsreichen Investmentmöglichkeiten befragt, äußert er sich in einer Weise, die meine volle Zustimmung findet - sowohl hinsichtlich der Chancen und Risiken, die sich mit Junior-Goldminenwerten verbinden, als auch mit dem Rat, sich beim Erwerb von physischem Gold von Edelmetall-ETF´s fernzuhalten sowie der Warnung, auf jeden Ratschlag von frischgebackenen "Goldexperten" zu verzichten:


    I think junior gold and silver stocks are going to make a lot of people rich in the coming years, but probably nine out of 10 junior resource stocks are junk. If you don’t know what you are doing, you will destroy, rather than create, capital.


    The single best thing people can do at this point to preserve their wealth against future shocks is to buy physical gold and silver and to stay away from the gold and silver ETFs. You might be surprised in a couple of years how difficult it will be to get ANY physical gold and silver. Own it outside the United States and the UK, if at all possible. And finally, when looking for guidance of how and when to buy physical gold and silver, find someone that has a track record of specializing in gold and silver for at least five years. Don’t go with an advisor that has just jumped on the gold/silver bandwagon because it is hot. The gold/silver markets experience great volatility due to the price suppression schemes of the US Treasury and US Federal Reserve. Someone that just entered these markets within the last year cannot fully understand the complexities of price behavior in this area.


    http://www.zerohedge.com/article/guest-post-interview-jskim


    Ein Buch hat er auch verfasst:


    J.S. Kim : Confessions of a Wall Street Insider, A Zen approach to making a fortune from the coming global economic crisis


    http://www.amazon.com/Confessi…ne-economic/dp/143570827X


    Geschäftstüchtiger Asiate, der er nun einmal ist, läßt er sich für seine Dienste, die ein langjähriger Goldinvestor zum Glück nicht mehr benötigt, in Gold auszahlen - und das nicht eben bescheiden:


    http://www.smartknowledgeu.com/goldstandard.php


    Grüße
    auratico

    Pünktlich zu den Festtagen haben die quasiverstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ein großzügiges Weihnachtsgeschenk erhalten. Statt sich wie bisher ihre dreistelligen Milliardensubventionen immer aufs Neue bewilligen zu lassen, können sie nun in den kommenden Jahren Kredite in unbeschränkter Höhe aus dem Staatssäckel abrufen. Dazu passt, dass sich die Chefs dieser Milliardengräber auch gleich noch zum Jahresende mit Boni in Millionenhöhe für die erfolgreiche Schuldenausweitung belohnen. Wieder einmal interessant, dass man den solche aberwitzigen Meldungen über die Feiertage verbreitet, wenn alle mit noch vollen Mägen "Bambi" gucken und von der scheint´s ewigwährenden Finanzkrise nichts mehr wissen wollen:


    USA: Unbegrenzte Kreditrahmen für Fannie und Freddie


    Geldregen für die US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac: Die beiden unter staatlicher Kontrolle stehenden Institute dürfen in den nächsten drei Jahren unbegrenzt Kredite vom Staat aufnehmen.


    Die beiden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac können in den kommenden drei Jahren uneingeschränkt Kredite beim Staat aufnehmen. Die bisher gültigen Grenzen von jeweils 200 Milliarden Dollar (138,9 Mrd. Euro) seien aufgehoben worden, teilte das US-Finanzministerium am Donnerstag mit.


    http://diepresse.com/home/wirt…l_backlink=/home/index.do


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='pi13'habt ihr das schon gelesen?
    http://www.zeit.de/2009/52/F-Gold-Run


    die zeit beschäftigt nun auch schon keine redakteure mehr, man geht auf goldseiten-forum spazieren und verschwindet still wieder um sich dann zu ergehen.


    Das fesche bayerische Mädel von der "Zeit", das übrigens selbst seit Jahren in Gold investiert ist, wartet in dem Bericht mit den branchenüblichen Übertreibungen auf: "Das wichtigste Thema auf den Goldseiten in diesem Dezember ist der Quasistaatsbankrott von Dubai."


    Und: "Wenn alle über eine Inflation reden, dann wollen bald alle Gold kaufen, und dann tritt ein Boom in seine letzte, rauschhafte Phase. Hat der Goldpreis diese Phase schon erreicht, wenn auf Partys über den Staatsbankrott geplaudert wird und keiner sich wundert? "


    Werte Frau Faller: Wenn bei Ihren Parties im Prenzlauer Berg die ersten Gäste verstohlen zugeben, dass man statt des vom Papi gesponserten, kohlendioxidneutralen Designer-Kinderwagens für 800 Euro heimlich ein billigeres gebrauchtes Modell angeschafft und die Differenz zum Goldankauf verwendet habe, ist eine erste Ahnung eines möglichen breiten Goldbooms bis in die postpubertären Rekrutierungsstuben der onkelhaften Systempresse à la "Zeit" gedrungen. Und auch diese Phase wird erst ein laues Goldlüfterl sein und beileibe noch kein goldener Föhnsturm.


    Ferner: Beim Timing für Goldmineninvestments besser nicht mehr auf Ihren alten Kumpel Uwe Bergold hören bzw. dessen Qualitäten als zeitlichen Kontraindikator schätzen lernen.


    Grüße
    auratico

    "Derivate sind eine Win-Win-Konstruktion für die Finanzindustrie. Ihrem vermeintlichen Nutzen, die Realwirtschaft gegen Preisrisiken vor allem bei Währungsschwankungen abzusichern, gehen die durch eben die Finanzindustrie spekulativ verursachten Volatilitäten voraus. Die Derivateindustrie produziert die von ihr scheinbar versicherten Risiken in erheblichem Maße selbst und nimmt dafür auch noch Prämien."


    Dies kommt zur Weihnachtszeit aus dem Munde der Nonne Catherine Cowley, die in ihrem Buch "The Value of Money" (kostet allerdings, da vergriffen, den unchristlichen Preis von $ 80) die Finanzkrise sehr deutlich hat kommen sehen. Die fromme Dame war zuvor in ihrem bürgerlichen Leben im "Wealth Management" einer großen Bank tätig.


    Heute morgen gehört auf BBC, wo man, angeregt sowohl durch die Weihnachtszeit als auch durch Herrn Blankfein von Goldman Sachs und seiner Wahnvorstellung, er und seinesgleichen verrichteten "Gottes Werk" auf Erden, eine Sendung mit dem Titel "Do Banks Do God's Work?" gesendet hat:


    http://www.bbc.co.uk/programmes/p005fbr7


    Grüße
    auratico


    auratico, bin seit Jahren Kunde der Saxo und habe sie als hervorragenden Kontraindikator kennengelernt.


    @ Hawn


    Aber an Unterhaltungswert sind die Prognosen der ja immer noch hochbezahlten Banker aus dem Norden kaum je zu toppen.
    Unsereins wühlt sich aus reinem Idealismus, aus purer, edler, hehrer Menschlichkeit, aus ehrlicher Sorge um die Zukunft dieser unserer Welt durch die Untiefen der Ökonomie, während die Saxo-Jungs für den Stuss ihrer Faschingsprognosen ihre überzogenen Boni kassieren. Natürlich ist das auch bei denen Wahnsinn mit Methode, und einiges davon ist deshalb durchaus vorstellbar.


    Letztes Jahr hatten wir hier im Forum schon einmal deren Prognosen für 2009 veröffentlicht. Man resümiere:



    Grüße
    auratico

    Jetzt ist natürlich wieder Prognosenzeit, da wollen wir einmal anfangen, die ersten Stimmen zu sammeln.


    Die Saxo-Bank, die die Rückkehr zu einem Goldstandard anscheinend für angezeigt hält, kommt mit einer eigenwilligen Prognose-Melange daher, die sich sehen lassen kann, weil sie sich für 2010 weit aus dem Fenster lehnen: Gold zurück auf $ 870 vor späterem Anstieg über Jahre auf $1.500; das US-Pensionssystem steuert auf die Zahlungsunfähigkeit zu; China droht 2010 ein böses Erwachen; Flucht in "Sicherheit" wird deutschen Bundesanleihen Kursgewinne bescheren.
    Wie es scheint, will die dänische Bank mit solchen Aussagen etwas von dem Aufmerksamkeitskuchen abhaben, der sich derzeit mit allem verbindet, was in Kopenhagen sitzt:


    Gold will spiral down to $870 an ounce from its all-time high above $1,200 last month. “There is a lot of speculative hot money in the gold price right now that needs to be shaken out. In the long-run we're bullish on gold, and think it could reach $1,500 over the next five years,” he said.


    “In fact, we would like to see the restoration of a gold standard to prevent the sort of excesses we have seen. The world has been in a bubble since the mid-1990s. They are still blowing news bubbles to keep it all going, but each bubble is shorter and shorter. It is frightening, and is all going to end in tears,” he said.


    http://www.telegraph.co.uk/fin…s-soar-predicts-Saxo.html


    Grüße
    auratico

    In den vergangenen Wochen war oft die Rede davon, dass sowohl die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven aufstocke, als auch, dass die Bevölkerung angehalten werde, in Gold zu investieren. Gleichzeitig ließ die chinesische Regierung einige Funktionäre mit markigen Sprüchen auftreten, die vor einem weiteren Verfall des Dollar warnten und dass sich China, das sich in den letzten Jahren mit US-Schatzanleihen vollgesogen hat, nicht willens sei, dieser Situation weiterhin tatenlos zuzusehen.


    Man muss gar nicht, wie ich in den letzten Jahren, mehrfach im Lande gewesen sein, um zu wissen, dass die chinesischen Privatanleger und eben auch die Firmenbosse extrem spekulationsorientiert sind. Die Realzinsen sind deutlich negativ, die Gewinnmargen oft mickrig, so dass den Leuten eigentlich gar nichts anderes übrigbleibt, als sich nach Anlageformen außerhalb von Sparbüchern bzw. außerhalb ihres Kerngeschäftes umzusehen.


    Inzwischen aber ist es schon so weit, dass Hinz und Kunz bzw. Wang und Li, anders noch als beim Rohstoffboom vor Ausbruch der Finanzkrise, im ganzen Lande private Rohstofflager anlegen in der Hoffnung auf weiterhin steigende Rohstoffpreise - vor allem Kupfer, aber auch alle Arten von Schrott. Verkauft wird nichts aus den argwöhnisch bewachten Hinterhoflagern, denn "natürlich steigen die Preise weiter."


    Haben die chinesischen Schweinezüchter diesmal Recht oder zeigen sie damit wieder einmal eine Bubble an wie schon 2008, als sie alle gleichzeitig an den Aktienmärkten engagiert waren? Anlegen heißt in China "wan-r gu-piao", wörtlich: "mit Aktien spielen":


    He Jinbi from Maike (metal trading company). He told CCTV they saw many farmers in Guangdong province stocking more than 100 tonnes of aluminium at home. These people used to raise geese for living.


    Because the interest rate is too low in China. Many farmers could make hundreds of RMB profits per tonne, with dozens of Rmb per tonne cost of interests. They use their existing inventories to borrow more from banks. Banks are very 'happy' to lend to them.


    http://www.kitco.com/ind/Cook/nov112009.html


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='Edel Man',
    Sicher aber auch, dass die temporäre Stärke des Dollar fundamental nicht begründet ist und Nahrung aus Nebenschauplätzen bezieht ...


    Ist die - zur Zeit wieder bröselnde - relative Stärke des Euro "fundamental" begründet? Ist die Situation in Europa ein "Nebenschauplatz"? Für etliche US-Kommentatoren seit jeher schon; für uns, die wir hier leben, ganz bestimmt nicht.


    Das Multimilliardendesaster z.B. der deutschen Landesbanken im heiteren Nettozahlerland ist alles andere als ein Nebenschauplatz, auch wenn es wider besseres Wissen in den vergangenen Monaten erfolgreich mit Blick auf den US-Finanzsektor unter den Teppich gekehrt werden konnte. Doch nun rückt das unselige Treiben der EZB, das sich von jenem der Fed in der Krise kaum unterscheidet, in den Fokus.


    Ein entscheidender Trick dabei war und ist, dass die Öffentlichkeit hierzulande ebenso wie zunächst bei der Fed in USA (heute hingegen weiss jeder: Fannie und Freddie ist Fed) im Unklaren darüber gelassen wurde, welchen Schrott sich die EZB in die Bücher gestellt hat. Immer deutlicher zeigt sich: Sie wissen es selbst nicht und müssen nun erst bei den auf Kosten der Steuerzahler geretteten Bankrotteuren in aller Höflichkeit nachfragen, ob es vielleicht möglich sein könnte, dass sich unter den zum Nominalwert eingesammelten Ramschpapieren auch solche befinden, die eventuell von den Schuldnern nie und nimmer bedient werden können?


    Angesichts einer derart umfassenden Trottelei von Athen bis Rostock dürfte es einen nicht verwundern, wenn der USD eine Phase der Stärke gegen den Euro (und mit Einschränkungen auch gegen Gold) erleben könnte - ob nun "fundamental begründet" oder nicht:


    ECB Said to Start Consulting Banks, Investors on Collateral


    Dec. 17 (Bloomberg) -- European Central Bank officials are moving closer to forcing banks to provide more information about the collateral they give the ECB in return for loans.


    The ECB is trying to better monitor the quality of the assets it’s holding in return for the funds it’s pumped into the European banking system during the crisis. European banks have created about 1.1 trillion euros ($1.6 trillion) of asset-backed securities since June 2007, which they can use as collateral for ECB loans.


    Under the terms of the collateral consultation, officials want banks to provide information about individual loans such as the value of the property backing a mortgage, details on cash flow and whether the borrower is in arrears, the people said.


    http://www.bloomberg.com/apps/…20601085&sid=aCBYRPTsvC9k


    Auf längere Sicht dürfte all dies nach wie vor für steigende Goldnotierungen sprechen, da das globale Finanzsystem schlechterdings auf Implosionskurs ist. Doch man sollte sich nicht wundern, wenn dazwischen Phasen liegen, die mit den sogenannten Fundamentaldaten recht wenig zu tun haben werden. Noch gelingt es z.B. den Ratingagenturen nach wie vor, die Kapitalströme zumindest kurzfristig so zu steuern, dass die Spekulantenhorden genau wissen, was sie zu tun haben, um relativ sicher Gewinne einzufahren - Goldman Sachs führt diese Riege unangefochten an.


    Grüße
    auratico

    Wieder einmal interessant: die neuesten Überlegungen aus dem Knast von Martin Armstrong.
    Er wiederholt und verdeutlicht darin seine Überzeugung, dass wir es mit einer fundamentalen Änderung der Kapitalströme und Kapitalkonzentration zu tun haben. Das führt ihn zu der zunächst höchst eigenwillig erscheinenden These, dass trotz einer durchaus als Depression zu bezeichnenden Situation die Aktienmärkte weiter steigen werden (zusammen mit Gold), während die Immobilienmärkte auf absehbare Zeit tot bleiben.


    http://www.martinarmstrong.org…e-Theory-Myth-12-6-09.pdf


    Grüße
    auratico

    Deutlicher Anstieg der Erzeugerpreise in USA und UK im November. Mehr als doppelt so hoch als von den lieben "Analysts" vorhergesagt. Kaum ist die Meldung draußen, zieht der Goldpreis wieder an.


    Energy Costs Drive Up U.S. Producer Prices


    Published: December 15, 2009
    WASHINGTON (AP) — Inflation at the wholesale level rose sharply in November, reflecting price jumps in energy and other products.


    The bigger-than-expected increase is certain to raise the attention of Federal Reserve policymakers beginning a two-day meeting on interest rates.


    The Fed has been able to keep interest rates at record-low levels to bolster the shaky recovery, but if inflation pressures begin to mount, the central bank could be forced to start raising rates sooner than expected.


    Wholesale prices jumped 1.8 percent in November, the Labor Department said Tuesday. That’s more than double the 0.8 percent gain analysts expected. Core inflation, which excludes energy and food, rose 0.5 percent, the biggest increase in more than a year.


    http://www.nytimes.com/2009/12…on.html?_r=1&ref=business


    England:
    http://www.telegraph.co.uk/fin…-month-high-of-1.9pc.html


    Grüße
    auratico

    . Im Allgemeinen konkurriert Gold immer mit Fiat-Währungen und alles, was Dollar-bullish ist (wie der globale Reflex der Risikoaversion), ist gleichzeitig bearish für Gold.[/list]


    Von Roubini mag man halten, was man will. Er ist ganz bestimmt, nicht zuletzt auch durch seine Verbindungen mit Larry Summers, eine durchaus zwielichtige Figur. Doch freilich ist zumindest der oben zitierte Zusammenhang richtig.


    Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass der USD wieder in eine Interims-Phase relativer Stärke eintritt. Natürlich nicht aus interner, nachhaltiger Erholung heraus, sondern nur im Vergleich zur Konkurrenz, deren Probleme stärker in den Fokus rücken. Das ist zur Zeit natürlich die Eurozone und deren Banken, die vor allem in Deutschland und Österreich noch mit etlichen Schreckensmeldungen aufwarten werden, die nur unter massivem Aufklärungsdruck zugegeben werden.


    Wenn die sogenannten Nettozahler der EU, von denen man annimmt, dass sie die verschwenderischen Nachbarn im Süden im Fall der Fälle heraushauen, selbst in immer stärkere Turbulenzen geraten, ist ein Abschmieren des Euro gegenüber dem Dollar die logische Folge. Und das Gold tritt in eine vorläufige Schwächephase ein. Die allermeisten US-Kommentatoren, die sich durchaus kenntnisreich zur ökonomischen Situation der USA und dem USD sowie Gold äußern, sind weitgehend ahnungslos über die verzahnten Zustände in dem größeren Wirtschaftsraum Europas.


    Es ist vollkommen klar, dass das Gold derzeit seine Schmuckmetallfunktion nur noch nebenbei innehat und stattdessen einfach als Barometer der FIAT-Währungen gilt. Wenn in den Kernländern der Eurozone die Banken weiterhin ihre Leichen im Keller nur unter äußerstem Druck zugeben, während die US-Banken übermütig ihre staatlichen Garantiekredite zurückgeben, kann man sich ausrechnen, wie die Horde der Devisenhändler zumindest kurzfristig reagieren wird. Diesen Schwankungen kann man selbst nur in gleicher Münze (durch aktiven, kurzfristig orientierten Optionshandel) begegnen oder, für die meisten wohl eher praktikabel, durch beherzte Nachkäufe auf gedrücktem Niveau.


    Grüße
    auratico

    Am vergangenen Freitag hat Standard & Poor´s bekanntgegeben, welche Unternehmen sie ab 21. 12. neu in ihren umfassenden kanadischen Composite Index (wichtig für institutionelle Käufer wie Fonds) aufnehmen, u.a. auch Rubicon, die zuvor schon in den kleineren Indexen gelistet waren.
    Heute am ersten Handelstag nach dieser Bekanntgabe haben alle diese Neuaufnahmen ordentliche Kurssprünge hingelegt.
    Die anderen Kandidaten sind derzeit auch trendy: Lake Shore, Taseko, Celtic Exploration


    http://www.investcom.com/page/tsenew.htm


    Grüße
    auratico


    Ähnlich sieht es in anderen Ländern aus, und weil die Konsumenten das wissen oder auch nur ahnen, gehen sie jetzt, wie z.B in England, nochmals auf weihnachtliche Shoppingtour, die von den üblichen Verdächtigen gleich wieder als Hoffnung auf eine langfristige Trendwende verkauft wird.


    In England haben die Haushalte ungefähr 10 Pfund mehr pro Woche zur Verfügung als im Herbst 2008. Doch das Weihnachtsgeschäft zog im Vergleich zum letzten Krisenjahr gleich um 10% an. Was davon an Gewinn übrigbleibt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Jedenfalls wissen die Briten, dass sie im kommenden Jahr mit kräftigen Steuererhöhungen und wohl auch mit Preiserhöhungen für Bahnverkehr u.ä. rechnen müssen. Natürlich geht man in einer solchen Situation und bei niedrigen Zinsen noch einmal einkaufen. Selbstverständlich wieder auf Pump:


    Shoppers will put £23bn on debit cards this Christmas


    Shoppers will spend a record £23bn on debit cards this Christmas, up 4pc on last year, as they make the most of low interest rates and increased household budgets, according to Barclays.


    The apparently benign trading conditions reflect higher disposable income in UK households caused by low interest rates reducing the squeeze on household expenditure. Supermarket Asda estimates that the average UK family is £10 a week better off than it was last year.


    Figures released yesterday showed that sales volumes on London's Bond Street, Oxford Street and Regent Street rose by 10.6pc year-on-year in November.


    http://www.telegraph.co.uk/fin…cards-this-Christmas.html


    Grüße
    auratico

    Das musste ja so kommen: Nun soll das Gold auch noch grün werden und das Weltklima retten. George Soros plädiert in Kopenhagen dafür, das "nutzlos herumliegende Gold des IMF" für die Entwicklungsländer flüssig zu machen. So langsam beginne ich auch noch auf meine alten Tage, an dieses ganze Illuminaten- und Bilderbergergerede zu glauben..."Loans backed by International Monetary Fund gold reserves". Genial: Kredite auf der Basis von Goldreserven, die wohl zum größten Teil ohnehin ihrerseits nur wieder als elektronische Einträge existieren.


    Use IMF gold for $100 billion in green loans to poor nations - Soros


    George Soros has suggested the IMF unlock $100 billion of its gold reserves to provide loans to poor nations to help ward off climate change.


    Posted: Friday , 11 Dec 2009


    COPENHAGEN (Reuters) -


    Billionaire financier George Soros outlined a way to unlock $100 billion to help slow global warming on Thursday as talks on a new U.N. climate deal slowed over tough demands by the Pacific island state of Tuvalu.


    "I've found a way for someone else to pay ... to mobilize reserves that are lying idle," Soros told Reuters on the sidelines of the December 7-18 conference that will end with a summit of 110 world leaders meant to agree a new climate pact.


    Hungarian-born Soros said green loans to poor nations backed by International Monetary Fund gold reserves could total $100 billion.


    "This $100-billion fund I think could just turn this conference from failure to success," he said, admitting there were several legal and practical hurdles to unlocking the cash.


    http://www.mineweb.com/mineweb…72068?oid=94407&sn=Detail


    Grüße
    auratico

    Neben dem "Großen Bild", danke, woernie, gibt es das Tagesgeschehen-- sonst gingen uns bald Gesprächsthemen aus...


    Das Tagesgeschehen ist, anders als so mancher Goldanleger mit dem "Großen Bild " im Kopf denkt, nach wie vor nicht vom Bewußtsein eines umfassenden Vertrauensverlustes in das FIAT-Geldsystem als solches bestimmt, sondern von der Frage nach dem jeweils hässlichsten Entlein im FIAT-Pool. Oder, wie hier schon mehrfach erwähnt, die Sache gleicht eher einem Schönheitswettbewerb in einer Leprakolonie.


    Ungemein viel Händlerpsychologie steckt in diesen rasanten Wechseln an den Währungsmärkten. Wenn nun der US-Dollar wieder hochgezockt wird, so hat dies ohne auch nur den geringsten Zweifel mit der zwar schon länger bekannten, aber eben erst jetzt in großem Stile massenmedial verbreiteten Schieflage etlicher Staaten aus dem Euro-Währungsverbund zu tun. Es ist doch kein Wunder, dass sich der Dollar erholt, wenn plötzlich von allen Seiten von einem möglichen Staatsbankrott in Griechenland die Rede ist, gleichzeitig Spaniens Bonität herabgestuft wird etc, und die deutschen Landesbanken in einem Ausmaß pleite sind, das sich die breite Masse noch nicht einmal im Ansatz ausmalen kann.


    Die Währungsmärkte sind die mit Abstand größten und liquidesten der Welt. Wer hier mit seinen Milliardensummen weitgehend richtig liegt, ist der Chef. In den vergangenen Wochen war man mit Euro long/ Dollar short und Gold long auf der richtigen Seite, seit einigen Tagen in genau der umgekehrten Richtung. Ein gutes Bauchgefühl für Stimmungen kann sehr behilflich sein, um diese Vorgänge mitzuvollziehen. Die gewaltige Meute der Währungshändler braucht jeweils nur einen größeren, durchaus auch kurzfristigen Trend, um sich zu positionieren, um dann auf das nächste Schlachtfeld umzuziehen. Und natürlich will absolut jeder nun am Jahresende seine Schäfchen im Trockenen wissen. Die Gewinne mit Aktien, Rohstoffen und freilich auch Gold- und Silberkontrakten waren, übers Jahr gerechnet, erheblich. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird in der verbleibenden Zeit bis Neujahr dem Dollar kein weiteres Ungemach drohen. So in etwa lauten die Überlegungen von Leuten, die täglich mit Milliarden jonglieren und in Ruhe ihren Weihnachtsbaum schmücken möchten.


    Grüße
    auratico