Zitat
quote='Edel Man',
Sicher aber auch, dass die temporäre Stärke des Dollar fundamental nicht begründet ist und Nahrung aus Nebenschauplätzen bezieht ...
Ist die - zur Zeit wieder bröselnde - relative Stärke des Euro "fundamental" begründet? Ist die Situation in Europa ein "Nebenschauplatz"? Für etliche US-Kommentatoren seit jeher schon; für uns, die wir hier leben, ganz bestimmt nicht.
Das Multimilliardendesaster z.B. der deutschen Landesbanken im heiteren Nettozahlerland ist alles andere als ein Nebenschauplatz, auch wenn es wider besseres Wissen in den vergangenen Monaten erfolgreich mit Blick auf den US-Finanzsektor unter den Teppich gekehrt werden konnte. Doch nun rückt das unselige Treiben der EZB, das sich von jenem der Fed in der Krise kaum unterscheidet, in den Fokus.
Ein entscheidender Trick dabei war und ist, dass die Öffentlichkeit hierzulande ebenso wie zunächst bei der Fed in USA (heute hingegen weiss jeder: Fannie und Freddie ist Fed) im Unklaren darüber gelassen wurde, welchen Schrott sich die EZB in die Bücher gestellt hat. Immer deutlicher zeigt sich: Sie wissen es selbst nicht und müssen nun erst bei den auf Kosten der Steuerzahler geretteten Bankrotteuren in aller Höflichkeit nachfragen, ob es vielleicht möglich sein könnte, dass sich unter den zum Nominalwert eingesammelten Ramschpapieren auch solche befinden, die eventuell von den Schuldnern nie und nimmer bedient werden können?
Angesichts einer derart umfassenden Trottelei von Athen bis Rostock dürfte es einen nicht verwundern, wenn der USD eine Phase der Stärke gegen den Euro (und mit Einschränkungen auch gegen Gold) erleben könnte - ob nun "fundamental begründet" oder nicht:
ECB Said to Start Consulting Banks, Investors on Collateral
Dec. 17 (Bloomberg) -- European Central Bank officials are moving closer to forcing banks to provide more information about the collateral they give the ECB in return for loans.
The ECB is trying to better monitor the quality of the assets it’s holding in return for the funds it’s pumped into the European banking system during the crisis. European banks have created about 1.1 trillion euros ($1.6 trillion) of asset-backed securities since June 2007, which they can use as collateral for ECB loans.
Under the terms of the collateral consultation, officials want banks to provide information about individual loans such as the value of the property backing a mortgage, details on cash flow and whether the borrower is in arrears, the people said.
http://www.bloomberg.com/apps/…20601085&sid=aCBYRPTsvC9k
Auf längere Sicht dürfte all dies nach wie vor für steigende Goldnotierungen sprechen, da das globale Finanzsystem schlechterdings auf Implosionskurs ist. Doch man sollte sich nicht wundern, wenn dazwischen Phasen liegen, die mit den sogenannten Fundamentaldaten recht wenig zu tun haben werden. Noch gelingt es z.B. den Ratingagenturen nach wie vor, die Kapitalströme zumindest kurzfristig so zu steuern, dass die Spekulantenhorden genau wissen, was sie zu tun haben, um relativ sicher Gewinne einzufahren - Goldman Sachs führt diese Riege unangefochten an.
Grüße
auratico