Es ist ungemein typisch für die fachlich vollkommen überforderte und politisch gleichgeschaltete Finanzberichterstattung hierzulande, dass im Zusammenhang mit den Abermilliarden an "notleidenden Vermögenswerten" (so die rituelle Standardbezeichnung) in den feuchten Händen der hiesigen Landesbanken so gut wie nie genauer beschrieben wird, um welche Verbriefungen es sich wirklich handelt.
Die mit Unmengen an Steuergeldern abgesicherte Royal Bank of Scotland hat nun einen verschämten Hinweis auf ihrer Webseite gegeben, wofür die Steuerzahler denn eigentlich ihre Zukunft zwangsverpfändet haben. Es wäre nur selbstverständlich, dass eine solche Information anderthalb Jahre nach dem Fiasko der ersten deutschen Landesbanken auch hier bekanntgegeben würde.
Denn wie sich am Beispiel der RBS zeigt, gelten die Haftungen zuvörderst für ausländische, oft auf karibischen Steueroasen (= Kredite an Hedge Fonds) angesiedelte Adressen. In Deutschland, dem sprichwörtlichen Paradies für "dumb money", dürfte die Situation wahrscheinlich noch krasser sein - von stillgelegten Tankerflotten und Garantiehaftungen für die Überziehungskredite auf privaten Girokonten in Ohio bis hin zu Ausbildungskrediten für angehende US-"Finanzexperten" an den sogenannten Eliteuniversitäten...
UK backs £167bn of overseas bad debt
Treasury reveals taxpayer is insuring more of RBS’s foreign toxic loans than British ones.
British taxpayers stand behind more than £167bn of toxic assets in the US, Ireland, the Middle East and beyond, it has emerged as the Treasury disclosed details of what Royal Bank of Scotland has dumped in the state insurance scheme for bad debts.
Most of the £281.9bn of assets RBS has placed under taxpayer protection are based outside the UK, with loans secured against everything from negative equity properties in Dublin to hedge fund assets in Caribbean tax havens and container ships docked in ports around the world.
http://www.telegraph.co.uk/fin…of-overseas-bad-debt.html
Grüße
auratico