Kenneth Gerbino, Kenneth J. Gerbino & Company, mit
--- Gründe für Liquidationen von Goldaktien
--- Gründe für die Dollarstärke
--- Das U.S. Dilemma: Bullish für Gold...
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Festzuhalten bleibt, dass Leute wie Gerbino mit ihrer seit Jahr und Tag dauerbullishen Haltung gegenüber Goldminen und Juniors zumindest bis zum heutigen Zeitpunkt vollkommen falsch gelegen haben. Juniorminen mit satten Reserven gibt es schon seit Längerem wie Sand am Meer zu Ausverkaufspreisen. Wenn er selbst in dem Sektor noch aus früheren Tagen investiert sein sollte und nicht (not)verkauft hat, müsste er, wie so mancher andere, heute zumindest auf gewaltigen Buchverlusten sitzen. Hatte er und geistesverwandte "Experten", die sich ihren Lebensunterhalt u.a. mit Aussagen zu Goldinvestments verdienen, dies korrekt vorausgesehen? Wohl eher nicht.
Dies ist insofern von Bedeutung, als es sehr schwierig ist, mit Vorhersagen richtig zu liegen, während eine nachfolgende Analyse des bereits Geschehenen wesentlich leichter fällt, aber eben die analytische Kompetenz jener, die sich ständig öffentlich zu Goldfragen äussern, in Frage stellt. Ein grossprecherischer Silberapostel wie Jason Hommel z.B. ("Silber wird bald unbezahlbar etc. etc.") ist inzwischen zusammen mit seiner Mutti zum simplen Silberhänder mit Online-Shop mutiert und streicht, wie jeder andere ordinäre Silberdealer auch, derzeit einfach fette Spreads ein beim Verkauf an Silber-Kleinanleger, die zwar hohe Aufschläge beim Kauf bezahlen müssen, bei einem etwaigen Verkauf jedoch durch die Spread-Röhre blicken.
Immer noch deutlicher als je zuvor erweist sich, dass die alles entscheidende Frage in Zusammenhang mit Gold nur jene nach dem zukünftigen Schicksal des Dollars ist. Zur Zeit jedenfalls ist die Nachfrage nach Dollars enorm. Einige der hinlänglich bekannten Gründe hierfür führt Gerbino an (Repatriierung von US-Hedge Fonds-Geldern aus ausländischen Anlagen, Margin Calls in US$ etc.). Ob er aber mit der üblichen Ami-Perspektive auch weiss, wie ungeheuer gross die auf US$ lautenden Privatschulden weltweit sind? In Osteuropa dreht sich, wie schon in den turbulenten 90ern, inzwischen schon alles wieder um den Dollar. Jeder will nun russische Rubel, ukrainische Grewina usw. loswerden und wieder in den Dollar gehen wie vor der grossen Rohstofffhausse. Angestellte wollen dort wieder in Dollar bezahlt werden, um die enormen Kaufkraftverluste ihrer notleidenden Regionalwährungen abzufedern.
Nun ist die grosse Gretchenfrage, ob all dies nur eine kurze Phase vor einem nachfolgenden brutalen Inflationsschub (aufgrund des riesigen Finanzbedarfs der US-Regierung) sein wird, oder ob der US$ im grossen globalen Abwertungswettkampf trotz allem noch die begehrteste aller Fiat-Währungen bleiben wird. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen, dass das Gold immer noch fast ausschliesslich die täglichen Bewegungen des US$ in umgekehrter Richtung wiedergibt. Was aber, wenn der US$ auf dem bestehenden Niveau doch im Grossen und Ganzen einen Boden gefunden hätte (bis 89 im USDX scheint nun nur noch eine Frage von Tagen - und wird es das dann gewesen sein?)?
Oder kommt es doch eher so à la Gerbino?
These three reasons and the fact the dollar needed some sort of rest from the continuing multi-year down trend were why the dollar has been so strong while the Feds have been debasing it beyond belief in the last few months. As the dollar became in demand for the above reasons, gold which is denominated in dollars came down.
The reasons above have most likely played out. This means the dollar should resume it weakness because when the trillions of new dollars that are being created start circulating in the economy, inflation will return to the U.S. with a vengeance.
Wer in den letzten paar Jahren ein guter, beweglicher und vor allem unvoreingenommer Investor mit der richtigen Nase gewesen wäre, hätte:
1) die Rohstoffhausse einige Jahre beherzt mitgemacht und dann mit satten Gewinnen raus - ja, erstmal in Fiat, wohin denn sonst?
2) Öl bei den letzten Mondpreisen ebenso beherzt geshortet.
3) nach all dem jahrelangen Lamentieren über die ausufernde Monsterverschuldung via Carry Trades in Yen diesen spätestens im vergangenen Sommer gekauft, als sonnenklar wurde, dass es zu massivsten Liquidierungen und nachfolgendem Bedarf nach den entsprechenden Schuldwährungen (ja, auch US$!) bei den strukturierten Finanzvehikeln kommen wird.
Mit den Gewinnen aus einem solchen rationalen Vorgehen hätte man sich bei Lust und Laune eine Menge zusätzliches Gold kaufen können.
Hätte, könnte, wäre....Fakt bleibt, dass nur wenige wirklich in der Lage waren/sind, den Verlauf der Ereignisse korrekt vorherzusehen. Geld z.B. in Goldminen zu investieren mit den scheinbar überzeugenden Argumenten eines "Experten" wie Gerbino war bis dato definitv eine falsche Entscheidung. Dass es in Zukunft einmal anders sein könnte, versteht sich von selbst, aber meinen Respekt als langjähriger Leser im Goldsektor hat nur noch, wer neben einer einleuchtenden makroönomischen Sicht auch kürzerfristige Entwicklungen (z.B. die gegenwärtige Liquidierungswelle) korrekt einzubeziehen bzw. vorherzusehen versteht. Das allein wäre die hohe Schule, und die gelehrige Analyse post festum bleibt intellektuell interessant, aber aus Investorensicht recht unerheblich.
grüsse
auratico