Beiträge von auratico

    Hier nochmals eine gute Erinnerung an die Bedeutung, die die kommenden Auktionen von Freddie- und Fannie-Kreditderivaten haben.
    Wenn sie es hier in den kommenden Tagen schaffen sollten, einigermassen unbeschadet herauszukommen, wäre wieder etwas Spielraum gewonnen. Vielleicht ist das schon die erste grosse Bewährungsprobe für Hank Paulsons nun prall gefüllte Bail-Out-Tasche:


    Postscript 4 October - Given that the Congress has now passed the 'Economic Stabilization Act' and Hank and Ben have a fresh roll of walking around money, we'd like to think that a crisis can be averted on Monday. Obviously they have seen this coming and have not only a plan, the willing cooperation of the holders of the swaps, but also now sufficient taxpayer money to persuade certain institutions to accept settlements that are 'reasonable.'


    http://jessescrossroadscafe.bl…ben-and-hank-time-to.html


    grüsse
    auratico

    Zitat

    'PMChris


    Zusammenbruch der OTC Derivate eher nicht. Aber den ein und anderen Investor im CDS Markt wird es ausradieren. Und was unsere Landesbanken, Hypo Real und Konsorten incl. Grinsemann da noch ausgraben. Ich bin gespannt. Bis zum 15. Oktober haben die Verlierer dann Zeit, das Geld aufzutreiben.


    Ich denke schon, dass der kommenden CDS-Auktion von Fannie und Freddie-Derivaten eine symbolische, den gesamtem Sektor betreffende Bedeutung zukommen wird. Wenn dabei vielleicht einige kleinere Hedge Fonds mit ihren Positionen Baden gehen müssten, würde das angesichts der tumultuarischen gegenwärtigen Stimmung niemanden weiter bekümmern. Interessant vielmehr wird sein, ob die staatliche Garantie für die Schulden von Fannie und Freddie inzwischen nicht vielleicht gar die höchste nur denkbare Sicherheit bedeutet und deswegen die Derivate zu Nominalwert gehandelt werden, und es dadurch zu gar keinen signifikanten Verwerfungen kommen würde.


    Oder ob Paulson hier sogar schon ein erstes aktuelles Betätigungsfeld für seine Milliarden hätte, falls die Sache in die andere Richtung laufen sollte und die CDS weit unter par gehandelt werden sollten?
    Inzwischen kommen einem die US-Banken im Vergleich zu den deutschen Landesbanken ja fast schon wie ehrliche Häute vor. Immer deutlicher zeigt sich, dass die in den letzten Jahren praktisch ausschliesslich mit Schrott gehandelt haben. Bis heute weiss man nicht mehr über deren Gebaren, als was schon seit dem vergangenen Sommer bekannt war. Es sieht aber mehr und mehr danach aus, als hätten sie noch weitere Unmengen an Buchstabensuppen-Derivaten gebunkert, die so langsam aber sicher in die Fälligkeits- bzw. Grillzone geraten.


    grüsse
    auratico

    Könnte sich als Hinweis auf die Oktober-Events deuten lassen!


    Umgekehrt liesse sich auch schliessen, dass im Falle einer ausbleibenden Auktionskatastrophe bei den Kreditausfallderivaten von Fannie und Freddie dies als Signal gesehen würde, dass es zu keinem Zusammenbruch der OTC-Derivate kommen wird. Fannie und Freddie sind auch in dieser Hinsicht wieder Vorreiter - bei ihnen spielt sich das gesamte Drama immer um einiges früher ab als bei den anderen. Die Schulden von Fannie und Freddie sind - anders als deren Aktien - ja nun weitgehend in der Obhut der Regierung, sodass eine derartige CDS-Auktion eigentlich zu einer Vertrauensabstimmung über die Bonität der Regierung wird.


    grüsse
    auratico

    So sieht der ideale Recycling-Zyklus für Schrottpapiere in den Zeiten der Rettungspläne aus - Da werden sich die US-Steuerzahler bestimmt freuen, wenn der schweinchenschlaue Coup von Joe Ackermann aufgeht und die Teutonenbank ihre billigst erworbenen Subprime-Hypotheken nun bei Onkel Hank in USA mit sattem Aufschlag auf Kosten der Allgemeinheit abladen kann.


    Ein völliger Irrsinn diese Sache. Wenn man schon bei Tieftspreisen zugreift und ganz bewusst bereits notleidende Papiere aufkauft in der Überzeugung, ein Schnäppchen für die Zukunft gemacht zu haben, besteht keinerlei Notwendigkeit, dass einem dieses Risiko sofort wieder abgenommen wird:


    "Einzig bei den Anleihen, die auf den Häuserkrediten für schlechte Schuldner in den USA basieren, hofft die Deutsche Bank auf ein großes Geschäft. Während die meisten anderen Kreditinstitute diese Papiere verkaufen mussten, stieg die Deutsche Bank massiv ein. Sie kaufte zusammen mit Partnern Kreditpakete für zehn Milliarden Dollar auf, die vor zwei Jahren teilweise bis zum Zehnfachen wert waren.


    Nun setzt das Kreditinstitut darauf, diese Anleihen der amerikanischen Regierung für mindestens das Zwei- oder Dreifache ihres Einstiegspreises verkaufen zu können.


    Sie hätte ihren Einsatz innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelt."


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,582216,00.html


    grüsse


    auratico

    Zitat

    'Edel Man'
    Das sind mE sehr spekulative Prognosen hinsichtlich des €, auratico.
    Beide, sowohl der $ als auch der €, sind Schwächlinge.
    Diese Tender sollte man nicht überbewerten.


    Edel, wir müssen uns aber sehr genau mit € und USD beschäftigen, wenn wir von Gold sprechen wollen. Wenn Gold auf Tagesbasis für €-Investoren einmal gut dasteht, weil sowohl der Goldpreis als auch der USD gestiegen ist, kann bzw. zumindest konnte man zuletzt Haus und Hof darauf verwetten, dass sich dies sofort wieder ändern wird. Für Daytrader ein Paradies bisher.


    Die Tender sollte man nicht überbewerten? Wir sprechen hier von unvorstellbaren Volumen, allein letzte Woche gut eine Billion (amerik. trillion) bei der Fed. Und der Dollar steigt daraufhin wie verrückt? Währungsdiskussionen machen m.E. keinen Sinn, wenn man einfach von vornherein automatisch davon ausgegeht, dass der USD noch weiter den Bach runter gehen muss. Gegen was denn? - €, Pfund? Im Moment sieht es schlicht und ergreifend anders aus. Sollte man auch einmal zu Kenntnis nehmen. Auf längere Sicht mag sich vieles ändern, aber auch dann sollte man eine Haltung zum € haben (Quo vadis,€?), sonst hat es wenig Sinn.


    Viel interessanter ist doch zu erkennen, dass beim USD schon unglaublich viel Schrecken eingepreist war, und er jetzt, mitten im Herzen des Sturms, seinen Reservewährungsstatus ausspielt, so paradox das zuerst einmal scheinen mag. Ob einem das persönlich, politisch, emotional, fundamental etc. gegen den Strich gehen mag, ist eine völlig andere Geschichte. Ich verfolge diese Entwicklungen sehr genau und bin selten darüber verwundert, während hier alle Welt immer nur von Manipulation etc. spricht. Jedes Bäuerlein auf dieser weiten Welt ausserhalb von Europa legt seine Groschen in extremen Krisenzeiten in Dollar an, wenn auch nur vorübergehend. Auf unzähligen Reisen fand ich diese einfache Tatsache bestätigt.


    Kurzum, lass uns trotz der zunehmend idiotischer werdenden Vorgänge hier in diesem Forum versuchen, offen zu bleiben für das, was wirklich geschieht mit Währungen und Gold und die Sinne schärfen auch für kürzerfristige Entwicklungen.


    Alamo: Wer immer du sein magst, bitte halte dich als Rookie aus diesen unseligen Debatten über die jüngsten Vorgänge zwischen Urgesteinen hier in diesem Forum raus. Es ist schon ohne die neunmalklugen Kommentare der Neulinge, die sich hier aus unerfindlichen Gründen aufgerufen fühlen, unappetitlich genug. Und: Dass der Goldpreis auf $ 850 oder sonstwohin fallen kann, ist doch beileibe keine exklusive Weisheit.


    P.S. Aha, die meisten vermeintlichen Rookies sind also nur alter Wein in neuen Schläuchen. Irgendwann reicht´s dann aber auch mit all den Kindereien.


    grüsse
    auratico

    [

    Zitat

    quote='n@utilus',


    bei dem artikel stellt sich jetzt die frage wer die dollars im moment kauft !??




    Es sind europäische Banken, die jetzt am Quartalsende Dollar bis zum Abwinken brauchen. Alle Institutionen, die keinen Zutritt zu dem Diskontfenster haben und sich nicht direkt bei der EZB in Dollar finanzieren können, brauchen nun eine Menge Dollars. Dazu muss man sich in € verschulden und dann den Dollar Swap machen.


    Hinzukommt, dass sich die Bankenszene der Eurozone zunehmend als eine einzige Lügenbude erweist, der man nur länger Glauben schenkte als ihren schon seit Monaten im Fokus stehenden US-Kollegen. Hier wird noch eine Unmenge fauler Eier - in Dollar notiert - fällig werden. Jetzt gehen viele Währungshändler davon aus, dass es in Europa noch viel doller kommer wird, während man in den USA schon in einem anderen, wenn auch umkämpften Stadium der Krisenbearbeitung ist. Die EZB kann laut Statut kein einzelnes Unternehmen heraushauen (was gut ist) - anders als die Fed. Sie ist kein "Lender of last resort".


    Und es zeigt sich wieder und wieder und wieder und wieder, dass alle Welt sofort in die kurzlaufenden US-Schatzanweisungen flüchtet, wenn die Hosen erstmal vollgeschissen sind.
    Es ist dies der mit Abstand grösste liquide Markt der Welt. Gold kann unmöglich solche Mengen aufnehmen (zu Mondpreisen dann) ausser in einer Situation der vollkommenen Panik - und die haben wir nicht, wir haben vielmehr eine langanhaltende Krise, die sich ihren Weg durch die globalen Bilanzen sucht. Der € jedenfalls dürfte sein Pulver auf absehbare Zeit verschossen haben. Der erste Nutzniesser dieser Situation ist immer der US$, wie faul auch immer die Fundamente dieser beiden Fiat-Währungen sein mögen.
    Der heutige Monster-Anstieg des Dollar gegen den € jedenfalls ist absolut vehement und im Übrigen auch ohne Verschwörungstheorie und PPT erklärlich.


    grüsse


    auratico

    FAZ:"Der Vatikan hat durch verstärkte Investitionen in Rohstoffe, vor allem Gold, die Einbußen infolge der Finanzkrise offenbar in Grenzen halten können. Wie das britische Wochenmagazin "The Tablet" berichtet, hat der Vatikan vorausschauend rund eine Tonne Gold gekauft und gleichzeitig seine Investitionen am Aktienmarkt etwas reduziert".


    Der Heilige Vater ist mit seiner pekuniären Weitsicht offensichtlich nicht mehr allein in Europa. Da sollten in Zukunft schon noch einige rote Masschuhe drinnen sein.
    Wenn man sich die veröffentlichten Zahlen der Goldverkäufe durch die Zentralbanken ansieht, sprechen die eine andere Sprache als die immer wieder eifrigst angeheizten Gerüchte der letzten Zeit. Tatsächlich haben die Zentralbanken so wenig Gold verkauft wie schon seit zehn Jahren nicht mehr und zumindest 100 t weniger als im Vorjahr. Die Zentralbanken sind Netto-Käufer. Der Papst ohnehin, denn bekanntlich pecunia non olet.



    September 28 2008 18:30


    European central banks have cut their sales of gold to the lowest level in almost a decade, reversing the practice of recent years when hefty sales helped depress prices.


    Institutions bound by the Central Bank Gold Agreement – the banks of the eurozone plus Sweden and Switzerland – sold about 343 tonnes of gold in the year that expired on Friday, the lowest amount since the first CBGA was signed in 1999.


    This compares with 475.8 tonnes in the year to the end of September 2007. Under the agreement, the banks are allowed to sell up to 500 tonnes of gold each year. con't



    http://www.ft.com/cms/s/0/38c8…e2340.html?nclick_check=1


    grüsse
    auratico



    zum thema: rettungsplan UND mögliche zinssenkung dürfte morgen zu einem kleinen kursfeuerwerk führen. aber die börsen kann man ja schon seit einiger zeit nur noch belächeln.


    Schon jetzt kündigen die grossen Adressen an, dass sie jeden möglichen Kursanstieg sofort zum Verkauf nützen werden. Das wird ein schönes Auf und Ab auf Tagesbasis, eine Art tägliches Lottospiel bzw. eine Wochenperspektive wird schon als Langfriststrategie angesehen werden:


    „Sollte das TARP-Programm verabschiedet werden und sollte der Effekt auf die Aktienmärkte positiv sein, werden wir unsere Gewinne am Markt sehr schnell realisieren“, warnt JP Morgan. Es wird daher lange dauern, bis sich die Angst am Markt gelegt hat.


    http://www.faz.net/s/RubF3F7C1…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    grüsse
    auratico

    Belgien sucht sicheren Hafen für Fortis:
    http://derstandard.at/?url=/?id=1220459324090
    Gruß Henry


    Spätestens damit (ganz Belgien hat dort sein Sparbüchlein) ist die Finanzkrise in der allerdeutlichsten Form in der Mitte der Eurozone angekommen, jenseits von blossen Abschreibungen auf US-Schuldpapiere mal hier und mal dort. Das wird den € unter Druck bringen und den Dollar trotz aller weiterer Hiobsbotschaften von der Wall Street einigermassen stabilisieren. Es entsteht wohl nun so etwas wie ein transatlantisches finanzpolitisches Gleichgewicht des Schreckens analog zum Kalten Krieg: wer hat wo welche und wieviele finanznukleare Bomben? Das wird an den Währungsmärkten eher für eine Schreckensstarre sorgen denn für wilde Spekulationen zwischen € und USD.


    Gold wäre natürlich der logische Gewinner, aber eben auch ultimativer Ausdruck von Panik. Das wird man zu verhindern suchen, und das Gold wird sich am Ölpreis orientieren - immer vorausgesetzt, dass die deflationären Ängste die hyperinflationären überwiegen. Da viel zu wenige Menschen Edelmetalle in ihrem Besitz haben, würde in der gegenwärtigen Situation, wo jeder ordnungspolitische Rahmen an den Finanzmärkten von einem auf den anderen Tag per Notverordnung geändert werden kann, jede Gold-Schweinerei der Zentralbanken einfach achselzuckend hingenommen: "Jetzt gibt es Wichtigeres zu tun als sich um den Wert von Goldketten an den Hälsen wohlhabender Damen zu kümmern." Wetten, dass das verfängt in der globalen Panik, in der die Umdrehungszahl der monetären Gehirnwäsche auf dem Weg zum vollendeten Vasallenstaat einfach noch um einige Stufen erhöht wird?


    grüsse
    auratico

    Jetzt haben es Butler und Hommel durch ihr Insisitieren immerhin geschafft, dass sich die Regulierungsbehörde für Rohwarentermingeschäfte (Commodity Futures Trading Commission) der wiederholt vorgebrachten Anschuldigungen, der letzte Kursrutsch des Silbers sei durch illegale Aktionen massiv verschärft worden, annehmen will.


    Zur Erinnerung: 2 Banken sollen, Butler und Hommel zufolge, zwischen Juli und August ihre Silber-Shorts um 450% erhöht haben und sich damit 25% des gesamten Open Interest unter den Nagel gerissen haben. Zwar hat es eine ähnliche "Untersuchung" , damals auch auf Butlers Veranlassung hin, schon einmal gegeben, die damals mit einer matten Antwort der CFTC auslief, man habe nichts Verdächtiges feststellen können. Doch diesmal liegt zum Glück wesentlich mehr Zunder in der Sache. Bin trotz aller Vorbehalte gegen die Fähigkeiten der Behörde, hier etwas Substantielles herauszufinden, dennoch sehr gespannt, wie die Antwort denn ausfallen werde. Eine langjährige Schwäche in Butlers Argumentation scheint mir seine totale Fixierung auf die Comex zu sein. Andere, wie z.B. Tom Szabo, haben schon seit Langem darauf hingewiesen, dass der OTC-Handel mit Silber viel grösser sein könnte, als es Leute wie Butler wahrhaben wollen.



    SEPTEMBER 25, 2008 CFTC Relents and Probes Silver Market


    Persistent Complaints of Foul Play Draw the Still-Skeptical Agency to Investigate


    With silver prices falling this past summer, silver bugs world-wide set out to prove that their metal was in short supply and market manipulation was at work. They bombarded federal regulators with hundreds of emails crying foul play and demanded answers.


    Though such pleas proved futile in the past, this time the rousing chorus grabbed regulators' attention. On Wednesday, the Commodity Futures Trading Commission confirmed that there's an investigation into the silver market.


    We take the threat of manipulation in the futures and options markets very seriously and employ a number of measures to prevent, identify and prosecute it," said Stephen Obie, acting director of the agency's division of enforcement.


    Silver investors have argued that a handful of U.S. banks have been controlling a large portion of silver's short positions -- or bets that prices will decline -- on Comex division of the New York Mercantile Exchange. Official data from the CFTC showed that two U.S. banks had increased short positions in the silver futures market between July and August by 450% and controlled 25% of the total open interest.


    "The proof that this selloff was criminal lies in public data," wrote Theodore Butler of Cape Elizabeth, Maine, in August in a silver newsletter. "The concentrated sale of such quantities in such a short time" caused silver's fall, wrote Mr. Butler, who for many years has been vocal about purported silver-market manipulation. In September he reiterated to readers that they should email the CFTC.


    The CFTC had argued in May that the large banks that people assailed for manipulating the market were instead acting appropriately as market makers, who take on futures positions to offset their exposure in over-the-counter markets. Therefore, these traders aren't "naked shorts" and won't benefit from long-term depressed silver prices. Many analysts agree with the agency's conclusion.


    http://online.wsj.com/article/SB122231175151874367.html


    grüsse
    auratico

    Kaum sind Morgan Stanley und Goldman Sachs zu "normalen" Geschäftsbanken mutiert, die damit Zugang zum Bettelfenster der Fed erhalten, explodieren die Ausleihungen am Diskontfenster - allein $ 262 Milliarden nur am Mittwoch noch vor der WAMU-Pleite. Man möchte nur zu gerne wissen, welchen Schrott die dort untergestellt haben. Wann merken die Amerikaner endlich, was Paulson da macht für seinen vormaligen Arbeitgeber, der ihn innerhalb einiger Jahre für seine Dienste mit immerhin ca. 500 Millionen entlohnt hatte, bevor er sich zum Finanzminister krönen liess?



    Discount Window Borrowing Jumps to $262 Billion
    American Banker | Friday, September 26, 2008
    By Steven Sloan


    WASHINGTON During another turbulent week on Wall Street, lending through the Federal Reserve Board's discount window skyrocketed to $262.3 billion on Wednesday, thanks to new lending programs unveiled during the week.


    It was the second record in as many weeks and more than double from the previous high water mark.


    The heaviest lending was centered on the primary dealer credit facility, which was established in March to give investment banks access to the discount window. The Fed eased terms on the facility on Sunday when it approved requests from Goldman Sachs and Morgan Stanley to convert to bank holding companies.


    The Fed said Goldman and Morgan, the last of the major investment banks, could borrow on the same terms as commercial banks and with the same collateral. In response, lending through the PDCF totalled $105.662 billion on Wednesday, from $59.8 billion a week earlier.


    grüsse
    auratico

    Bei den 700 Billionen USD handelt es sich aber um ein nominales Volumen und somit keinen absoluten Wert, dem man Sachwerte gegenüberstellen könnte. Bei einem totalen OTC-Rewinding würden sich ca. 96-98% der Papiere schlicht in Luft auflösen durch gegenseitige Aufhebung. Es ist schlicht unseriös und irreführend, immer wieder diese Horrorzahlen zu lancieren ohne diese im rechten Licht zu betrachten.


    Ohne Zweifel ist im Moment fast nur Verwirrung angesagt, wenn nun zum ersten Mal die Kreditausfallderivate als Thema in der Mainstreampresse auftauchen. So falsch es wäre, den Nominalwert von $ 700 Billionen einfach unkommentiert hinzuschreiben und die Aufhebungsquote bzw. überhaupt das Funktionsprinzip der Derivate unerwähnt zu lassen, so beliebig ist die von dir unterstellte Quote von 96-98% Annihilierung. Woher um Himmels Willen wilst du das wissen? Da die US-Schlaumeier erst jetzt, da der Fuchs längst im Hühnerstall ist, mit Stirnrunzeln feststellen, dass dies ein VOLLKOMMEN unregulierter Markt aussserhalb jeglicher Aufsicht ist, kann niemand , absolut niemand wissen, wie hoch die Ausfallquoten der CDS tatsächlich sein werden. Historische Ausfallquoten sind spätestens dann hinfällig, wenn ein höherer Anteil der Counterparties zahlungsunfähig ist als dem Rechenmodell zugrunde liegt. Und dann setzt eben der berüchtigte Dominoeffekt ein.


    CDS sind nur "special performing contracts" zwischen zwei Parteien. Hinzukommt, dass es oft vollkommen unklar ist, wo nun die Endfälligkeit liegt durch die zahllosen Weiterreichungen. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit wird nunmal aus dem Nominalwert eine höchst realer Wert. Ausserdem kann keines der schon geschriebenen Derivate jetzt noch in eine zukünftige Clearingstelle eingebracht werden, das würde nur für neu emittierte Papiere gelten. Die derzeitigen Monsterspreads sprechen jedenfalls eine völlig andere Sprache als die von dir extrem optimistisch unterstellten 96-98%, die der Schönwetterprognose der Erfinder dieser abenteuerlichen Produkte entsprechen.


    grüsse
    auratico

    Die Argumente der Demokraten gegen Paulsons geplante Diktatorrolle sind vollkommen einleuchtend. Jetzt bleibt zu sehen, ob sie sich gegen die orchestrierte Panik durchsetzen können. Interessant auch an der Rede des Abgeordneten de Fazio ist die Stelle, wo er sagt, dass die CEOs der Pleitefirmen ihre Kohle womöglich in der Karibik in Sicherheit bringen wollen oder... in Gold anlegen würden. Damit könnte er recht haben.


    http://de.youtube.com/watch?v=ANGsBNMY1_c


    grüsse
    auratico

    Abzusehen ist, dass die diversen Arme der in völliger Panik zusammengezimmerten US-Rettungsaktion(en) verhängnsivolle Fehleinschätzungen beinhalten. Bei der ersten grossen Tranche, der Quasiverstaatlichung von Fannie und Freddie, zeigen sich schon nach wenigen Wochen die ersten Verwerfungen überdeutlich. Die dumme Entscheidung, die Dividenden der Vorzugsaktien auszusetzen, hat nicht nur dazu geführt, dass nun niemand mehr bereit sein wird, in ähnlichen Fällen Kapital einzusetzen, sondern es lag offensichtlich auch eine völlige Fehleinschätzung (Absicht?) der Besitzerstruktur bei den Aktien von Fannie und Freddie vor.


    Fed und Schatzamt schienen davon ausgegangen zu sein, dass kleinere Regionalbanken kaum wesentliche Teile ihres Kapitals in Aktien der beiden Anleihefinanzierer gesteckt hatten, sondern dass es sich bei den Aktionären in der Hauptsache um grosse Wall Street-Adressen handelt. Irrtum, wie sich jetzt zeigt. Bis zu 10% ihres Kapitals haben viele kleine Institute in Fannie und Freddie-Aktien gesteckt. Nun werden noch mehr kleinere und mittlere Banken in Schwierigkeiten kommen, und in der Provinz droht eine Verschärfung der Kreditklemme. Man darf schon gespannt darauf sein, ob sie nun nach dem Bail Out-Plan für die Wall Street-Banken nun auch noch ein Programm für die Main Street-Banken nachreichen müssen:


    Freddie and Fannie bank losses grow
    By Saskia Scholtes in New York


    Published: September 23 2008 00:08 |


    US regulators have underestimated potential bank losses on preferred stock issued by Fannie Mae and Freddie Mac, the American Bankers Association said on Monday.


    Nearly a third of US banks hold preferred stock issued by the two mortgage financiers that were taken into conservatorship this month, according to an industry survey conducted by the ABA. The average bank exposure to such securities relative to core equity capital was 11 per cent.
    “The negative impact on banks – particularly Main Street community banks – is far greater than regulators first thought,” wrote Edward Yingling, chief executive of the ABA in a letter to the Treasury, the Federal Reserve and other banking regulators.


    The government takeover of Fannie and Freddie all but wiped out the value of $36bn of their preferred shares. This would force exposed banks to take writedowns at the end of the third quarter that could impede future lending, the ABA warned.


    http://www.ft.com/cms/s/0/bf4d…fd18c.html?nclick_check=1


    grüsse
    auratico

    Inside Wall Street

    Der 700-Mrd-Dollar-Skandal
    Das Finanzministerium möchte mit dem Geld der Steuerzahler den Banken nicht nur die ursprünglich angepeilten „schlechten Hypotheken“ abkaufen, sondern plötzlich alle „schlechten Anlagen“.


    Das ist ein guter Artikel, der wesentliche Punkte anspricht, die in dem ganzen Schlamassel ansonsten untergehen. Es ist sonnenklar, dass Paulsons etwaige Vollmacht eine einzige Katastrophe wäre, denn ohne jede Überprüfung wäre es höchst wahrscheinlich, dass er ganz eigenmächtig erklärt, was "schlechte Anlagen" sind . Zu seiner Zeit als Goldman-Boss war er wohl ebenso rigoros, denn damals waren es einfach alles "gute Anlagen", solange sie einem die Millionen in die Tasche gespült haben.


    Das schon zum jetzigen Zeitpunkt deutlichste Beispiel sind die oben in einem anderen Posting erwähnten langlaufenden Unternehmensanleihen über viele Milliarden, welche die Banken in ihren Büchern haben. Diese sind keinesfalls querbeet einfach schlechte Anlagen kurz vor dem Totalausfall, die man eilig retten müsste, nur weil sie der eigenen Banker-Klasse (und wohl auch ihm selbst) gehören, sondern die müssen - das gehört nun einmal zum Risiko einer solchen Anlage - nun als Teil der Kapitaldecke bei der Neustrukturierung herangezogen werden. Warum sollte man langlaufende Anleihen/Unternehmenskredite, deren Schicksal sich erst in etlichen Jahren entscheiden würde, eilends auf Kosten der Steuerzahler jetzt aus dem Risiko nehmen?


    grüsse
    auratico

    "WASHINGTON (Reuters) - The Bush administration has accepted changes to its $700 billion Wall Street bailout plan that would give the government a stake in institutions unloading assets under the plan, the chairman of the House of Representatives Financial Services Committee said on Monday."


    http://www.reuters.com/article/ousiv/idUSWBT00977520080922


    Da ändern sich die Meldungen im Minutentakt. Nun also plötzlich doch wieder nicht:


    "Aus dem Finanzministerium verlautete zudem, dass die Regierung entgegen dem Vorschlag der Demokraten keine Anteile der Unternehmen übernehmen wolle. "


    http://www.ftd.de/politik/inte…ress-zur-Eile/417104.html


    Die Demokraten sollten viel vehementer darauf drängen, dass die Regierung die Vermögenswerte der Banken rasch verkaufen kann und nach der Neukapitalisierung unbedingt Anteile erhält. Die Anleihen sollte man nicht heraushauen. Hoffentlich lassen sie sich von Paulsons Brachialpan mit diktatorischen Vollmachten zum Vermögensschutz seines Wall Street-Clans nicht überfahren. Wenn sie sich jetzt in die Hosen scheissen und blindlings der Rettungsplan-Panik hingeben, werden sie das später bitter bereuen. Das würde dann zu einer finanzpolitischen Entsprechung zu den Gesetzen nach 9/11 wie Patriot´s Act führen. Die Republikaner machen alle ihre grundlegenden Gesetze auf der Basis von Notstandsverordnungen - from freedom to facism.


    grüsse
    auratico


    Mensch, seid ihr alle jung hier - bis dahin müsste ich mein Material ja schon im Rollator zum Verkauf bringen. Eine vorherige Stippvisite bei Patrones Blauem Kakadu sollte sich aber auf dem Weg dahin dennoch ausgehen.
    Nicht zuuuu langfrisig denken (siehe deine auf geologischen Fundamentaldaten basierende Einschätzung von Sterling). Tempora mutantur.


    grüsse
    auratico

    Momentan scheinen mir die Spots ein besseres Spiel ... die Minen - auch aufgrund geringen Marktvolumens - leider eher Randbereich, der Teils schnell wieder unter die Räder kommen könnte.



    Gruß,
    gutso


    Hallo gutso,


    die Frage ist eben, ob ein solcher Wahnsinn wie z.B. der heutige Tag, wo alle gemeinsam in den inflationshedgenden Sektor Rohstoffe wie eine räudige Meute einfallen, nur ein Ausnahmemoment bzw. Kurzfristparkplatz darstellt. Die bestehende "Unsicherheit der Anleger" über die Folgen des US-Rettungsplans, so ist weithin zu lesen, sei der Grund für diese abrupte Flucht. Was aber, wenn diese Unsicherheit systemisch wäre und heute nur eine deutliche Richtungsmarkierung gegeben wurde?


    Dann wären die Minen natürlich längerfristig die Profiteure, und viel weiteres Geld (neben den vielen Milliarden allein während der letzten Tage im Rohstoffsegment) müsste für längere Zeit in den Sektor fliessen. Zukunftsmodell für die Minen bleibt ohnehin, dass sie, wie es nun offensichtlich First Majestic plant, ihr Gold/Silber DIREKT verkaufen wie die Eier vom Ökohof. Auf diese Weise würde die Macht der Papiermärkte schwinden und der physische Markt gestärkt. In einer Panik, die noch nicht zu sehen ist, würden dann freilich auch die Explorer wieder sich erholen, weil dann eben jeder Hinz und Kunz irgendwie in den Sektor, der in anderen Bereichen (Bullion, XAU/HUI) bis dahin dann schon stark angestiegen wäre, hinein müsste. Auch Silber müsste dann seine oft belächelte Rolle als "Gold des kleines Mannes" für die Zuspätgekommenen spielen können.


    grüsse
    auratico

    [


    Die Hedge Fonds geben sich eben nicht so leicht geschlagen, wie es Paulson gerne hätte, denn ob da nun einige Pleite gehen sollten, ist ihm in diesem Riesenfiasko zu Recht egal. Nur wurde wohl in der Eile kaum mitbedacht, dass die Hedge Fonds nun eben etwas anderes gegen ihre Longpositionen shorten müssen. Sie gehen jetzt wie irre wieder long in Öl und Gold/Edelmetalle und shorten eben die Standardwerte an der Stelle der Finanzaktien. Diese brechen aber, oh Wunder, offensichtlich trotz strengstem Shortverbot ein.


    Die Minenwerte halten sich aber prima (bei +24 Punkten im HUI kann man doch nicht von einer Seitwärtsbewegung sprechen, wie kommst du darauf?).
    Die Volatilität wird aber anhalten bzw. sich noch verstärken, wenn die Fonds wieder einmal alle gleichzeitig zum Ausgang drängen und glattstellen müsssen.
    Man kann da schon ein wenig mitzocken im Bereich von POG $1000 durch Papierverkäufe, wenn man den physischen Bestand etwas hedgen möchte. Wer schon vor einigen Jahren eingestiegen ist, den werden wahrscheinlich auch die kommenden wilden Sprünge kalt lassen.


    grüsse
    auratico


    Interessant, was die Demokraten da vorschlagen. Hoffentlich kann der Kongress noch vor der anstehenden Pause verhindern, dass Paulson zum ultimativen Diktator in diesem Schlamassel wird, obwohl es leider derzeit so aussieht. Schon wird er auf den Titelblättern einiger US-Medien als Held der Krise gefeiert, was ja nun an Absurdität kaum mehr zu überbieten ist, aber eben einer an Hollywood-Dramaturgie orientierten Mediengesellschaft entspricht.


    Natürlich muss die Regierung in diesem Bailout mit Anteilen an den Firmen entschädigt werden, und sie sollte die existierenden Vermögenswerte/Beteiligungen und Verbindlichkeiten mit Ausnahme der Anleihen (es gibt keinen Grund, die Anleihehalter der Banken auf Kosten der Steuerzahler herauszuhauen) rasch an Interessenten verkaufen. Die bestehenden Aktionäre müssen die Arschkarte bekommen, alles andere wäre verrückt.Die Anleihehalter sollen das Risiko mittragen, schliesslich war es ihre eigene Investmententscheidung, den verblichenen Bankenstars so viel Geld zu leihen. In einigen Jahren werden sie ihr Geld schon wieder sehen, aber nicht jetzt. Genau das aber will das Wall Street-Kartell verhindern, denn endlich hätten die Asiaten (siehe heutige Beteiligung der Japaner an Morgan Stanley) eine realistische Chance, für ihre angehäuften Dollars sich zu günstigen Preisen in USA einzukaufen.


    grüsse


    auratico