Beiträge von auratico

    Gaaaaanz optimistisch wieder einmal der gute John Embry vom arg gebeutelten Sprott (der kleinlicherweise Pof. Fekete die Unterstützung für dessen Golden University entzogen hat). Embry muss natürlich schon berufshalber so argumentieren, aber freilich hat das nach wie vor Sinn, was er sagt.
    Er feiert wieder mal die jetzt spottbilligen Juniors. Aufstiege zu prophezeien ist eine Sache, interessant nur, dass die vielen Profis die Gefahr von herannahenden Wash Outs kaum je erkennen. Oder zumindest ihren Investoren gegenüber stets siegesgewiss so tun, als sei das letzte Pulver der Goldfeinde definitiv längst verschossen.


    Egal, warum auch sollte man sich nicht den Herbst ein wenig hoffnungsfroh gestalten mit Embrys Prognose für "four-digit gold by January 2009"?


    aus auraticos Gedichtzyklus "Rilke revisited":


    nach Rainer Maria Rilkes "Herbsttag"


    Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die goldenen Uhren,
    und auf den Fluren lass die Winde los.


    Befiehl den letzten Dollarfrüchten voll zu sein;
    gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin und jage
    die letzte Süße in ihren falschen Wein.


    Wer jetzt kein Gold hat, findet keines mehr.
    Wer jetzt noch ohne Silber ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


    John Embry, Chief Investment Strategist for Sprott Asset Management and renowned industry expert, has researched the sector for 30 years. He expresses disbelief as as he explains today's irrational pricing in this exclusive interview with The Gold Report. He attributes gold's alarming distress to "violent intervention by the paper players." But he's convinced they can only hold prices down for so long and forecasts four-digit gold by January 2009. Juniors present the best opportunity to leverage the coming gold price explosion.


    The Gold Report: In our last interview you said gold would unquestionably detach from the dollar. Ten months later, gold is still tethered.


    John Embry: The downturn in both gold and silver was literally preposterous in magnitude relative to the rise in the dollar. This was a violent intervention by the paper players. Three U.S. banks on COMEX shorted something like 8,000 contracts in a very short time. That’s more ounces than all the world's miners produce in a month.


    TGR: Can they keep doing that forever?


    JE: No, they can’t. This is similar to what happens when you compress a spring. You hold it down but when it comes up, it springs back hard. We'll see a violent reaction in the gold price soon.


    TGR: Will we have to wait six months or six weeks?


    JE: If gold hasn’t moved up by the end of this year, I would be very surprised. People don't realize how distressed the gold mining industry is. Even at $1,000, miners weren’t doing very well. At $800, the entire industry is in crisis. Costs have risen so much, nobody’s making any real money. In fact, some mines are starting to close.


    TGR: Could mines reopen when gold reaches $850 or $900?


    JE: Gold would have to be at least $1200 before mines reopen.


    TGR: Is now the time for the majors to start acquiring?


    JE: I don’t understand why the majors aren't acquiring because I've never seen anything like the discrepancy in value between the big cap stocks and the small stuff. Many interesting smaller companies are trading for a song; whereas, Agnico-Eagle and Goldcorp and Kinross are aggressively valued.


    http://news.goldseek.com/GoldSeek/1221251834.php


    grüsse


    auratico


    Ziemlicher Einfaltspinsel dieser Hommel...


    Er kommt aus dem Predigertonfall nicht mehr raus, seitdem der kostenpflichtige Blick in sein tiefrotes Portfolio niemanden mehr interessiert.
    Als er zufällig als junger Skilehrer genau zu rechten Zeit ab 2002 mit der Gunst der Stunde mit jedem x-beliebigen Silberexplorer traumhafte Profite einfahren konnte, war es ihm wohl ziemlich egal, dass die meisten Mitinvestoren waghalsige kleine Hedge Fonds waren. Diese waren für den rasanten Preisauftrieb der Miniminen mindestens eben verantwortlich wie fundamentalere Gründe. Und diese Fonds mussten nun schon längst ihre Kohle abziehen, um andere Löcher zu stopfen. Anschlusskäufer mit eigenem Geld fehlen.


    Wenn er nun Mumm und Gottvertrauen hat, könnte er doch mit gutem Beispiel vorangehen und sich demonstrativ bei Kapitalerhöhungen von Silberminen beteiligen.


    Und jetzt schwafelt er darauf los, dass es in Nordamerika zu schwierig sei, Bodenschätze zu explorieren?


    Den möchte ich sehen, wenn es vor seiner Villa so zugeht:


    http://www.sueddeutsche.de/finanzen/761/309696/text/


    PP.: an dem verlinkten Artikel kann man gut erkennen, woraus viele der in den letzten Jahren aus dem Boden gestampften Explorergesellschaften bestanden und bestehen: per Internetclick gesicherte riesige "Claims" und einige Plaketten, die man an die Bäume fremder Menschen nagelt, um seine Ansprüche zu erklären.


    grüsse


    auratico

    [Kein Widerspruch zu Deinen obigen Ausführungen.
    Aber "einfach brillant".....? Wer die Medien, und die Statistiken, :evil: fast nach Belieben beherrscht, hat alle Vorteile auf seiner Seite.
    So erklärt sich auch das Umschichten des Kapitals aus Rohstoffen in "sichere" US- Anleihen.
    Grüsse


    @Edel


    Das "brillant" ist ausschliesslich in strategischer Hinsicht zu verstehen, ohne jede moralische Wertung.


    Nie hätte ich gedacht, dass derartige Aktionen von solcher Tragweite in der gegenwärtigen Situation so mir nichts dir nichts möglich sind. Inzwischen müssen Hank und Ben praktisch jedes Wochenende einen Finanzriesen heraushauen - nicht ohne zuvor den gesamten Rohstoffsektor in die Knie gezwungen zu haben. Alle, wirklich alle haben die Artillerie von Fed und Treasury vollkommen unterschätzt - die Gold- und Minenexperten ganz besonders. Es gilt die alte Weisheit, dass man seine Gegner nicht arrogant unterschätzen sollte.


    grüsse


    auratico

    Völlig verdrehte Welt:


    Die Fed versucht seit einiger Zeit, den beständig zunehmenden Ausleihungen am Diskontfenster jedes beunruhigende Stigma zu nehmen und die ganze Sache so darzustellen, als wollten einige fröhliche Jungs nach der Schule Süssigkeiten kaufen. Die "Jungs" sind jene drei US-Banken mit den allergrössten Derivatpositionen (J.P Morgan, Bank of America, Citigroup ).


    Die recht unverblümte Hauptaussage der Kampagne gipfelt nun darin, dass es gar ein "Zeichen von Stärke" sei, wenn man sich am Diskontfenster der Fed nach Belieben bedienen kann. Dürfen schliesslich nicht alle, nur die schon grossen Jungs.
    Neben den Diskontkrediten hat man noch eine feine Kreditlinie über Auktionen an die Geschäftsbanken in der Höhe von $ 150 Mdr präpariert.


    Zynischer geht´s eigentlich nimmer. Inzwischen brechen die Ausleihungen der Fed an die Primary Dealers und den Rest der Bande alle Rekorde. Das Bettler-Stigma der permanent wiederholten Injektionen soll verschwinden - ganz offensichtlich auch der Unterschied zwischen den Interessen privater Banken und jenen der steuerzahlenden Dummies - einträchtig im Schuldendienst sollen sie eisern zusammengeschweisst werden:


    Fed Direct Loans Lose Stigma as Banks Push Borrowing to Record


    By Scott Lanman


    Sept. 12 (Bloomberg) -- Commercial banks that a year ago rebuffed a Federal Reserve program to provide cheaper cash may be increasingly dependent on it.


    Borrowing from the Fed's discount window hit record levels in six of the past eight weeks, and reached $23.5 billion as of Sept. 10, Fed data show. By comparison, lending averaged just $779 million a week in the three months after New York Fed President Timothy Geithner urged banks to use the program.


    The increasing use of the funds risks delaying banks' disposal of nonperforming assets and capital raising. It also may make it tough to restore the rate on the loans to the historical 1 percentage point premium over overnight funds, analysts said. The Fed has lowered the rate nine times since August 2007.


    Geithner, along with Fed Vice Chairman Donald Kohn, told a group of banks including Citigroup Inc., JPMorgan Chase & Co. and Bank of America Corp. on an Aug. 17 conference call that tapping the so-called discount window was a ``sign of strength.''


    They were combating what officials called a ``stigma'' -- that borrowing from the Fed was an indication of serious weaknesses. Policy makers later expressed frustration about the discount window as a tool for injecting funds into the financial system, and rolled out alternative programs.


    ``The problem is, you can never go off the methadone,'' said Jim Bianco, president of Chicago-based Bianco Research LLC, referring to a drug used to wean addicts off of heroin.


    Along with the discount-window lending, the Fed also provides $150 billion of funds to commercial banks through cash auctions, where it receives collateral including mortgage-backed debt. For investment banks, the Fed has a $200 billion program for lending Treasuries, also in exchange for a variety of collateral.


    grüsse


    auratico


    @Edelman


    Das "Währungsgefüge" ist aber seit langem eine einzige Verwerfungszone und die Kampfzone schlechthin. Der von dir oben verlinkte Artikel beschreibt sehr gut, wie die arabischen Ölstaaten mit dem permanenten Ankauf von Treasuries und Agency Bonds à la Fannie und Freddie für die Militärgarantie durch die USA bezahlen.
    Warum denn sollte dies in absehbarer Zukunft ein Ende finden ? Ganz im Gegenteil könnte man auch annehmen, dass diese Garantie umso teuerer wird, je heisser die Situation in Iran/Afghanistan/Pakistan sich entwickelt. Nur China mit seinen immensen Dollarreserven könnte auf mittlere Sicht eine Aufweichung dieser Situation erreichen - mit den bekannten Unwägbarkeiten, die das für das Land bedeuten würde.


    Es gibt ja überhaupt nichts Politischeres als den US$. Die USA belasten bei Bedarf ihre an den Dollar gebundenen ölproduzierenden Alliierten zuerst mit extremen Inflationsraten bis hin zu einem Punkt, wo es in diesen Ländern auch innenpolitisch ungemütlich wird und verweisen dann unmissverständlich darauf, dass die Alternative dazu nur darin besteht, immer weiter Schatzpapiere und Agency Bonds zu kaufen. Wenn alle zusammen - wie von dir oben aufgeführt ist das ja mehr als die halbe Welt - zusammenarbeiten, um diese Effekte an den Währungsmärkten zu erzielen : Warum sollte dies nicht vielleicht doch lange genug gelingen, um die aktuellen Verwerfungen "auszusitzen"? Bisher jedenfalls hat sich der US$ noch immer von allen, z.T. immensen Schwächephasen erholt. Auch darum ist so ein langfristiger USDX-Chart sehr nützlich, weil auf längere Sicht die gegenwärtigen Bewegungen sich dann doch wieder in ein längerfristiges, hochvolatiles Szenario einschreiben lassen. Das ist eben der Preis dafür, wenn man auf Kosten der anderen lebt.


    Bei aller meiner Verachtung für die falschen Grundlagen des globalen Finanzsystems (und das gilt insbesonders für den US$): Die letzten Schachzüge von Paulson und Bernanke waren einfach brillant. Seht euch nur die Rohstoffmärkte an! Es geht hier doch beileibe nicht nur um Gold und andere Edelmetalle. Sie haben es - für wie lange auch immer - geschafft, einen säkularen Riesentrend zumindest zu unterbrechen und im Nu unvorstellbare Riesensummen aus den Rohstoffmärkten heraus und in den Dollar hinein zu lenken.


    So gut wie niemand hat das in dieser Wucht vorausgesehen. In gewisser Weise könnte man schon sagen, sie haben das Rad um zwei Jahre zurückgedreht. Ob das reicht?


    Zum Link:


    man kann gut erkennen, welche Bedeutung die Käufe von bei der Fed verwalteten Agency Bonds durch ausländische investoren als zweite Anleihe-Säule in den letzten Jahren bekommen haben. Der Berg wird einfach immer grösser.


    http://blogs.cfr.org/setser/files/2008/09/frbny-stocks.JPG


    grüsse


    auratico

    In der Finanzbeilage der FAZ von heute, die leider nicht online zu lesen ist, findet sich ein recht ausführlicher Artikel über den Kursverfall der Goldminen.
    Schon in der Titelunterschrift ist davon zu lesen, dass massive Leerverkäufe wahrscheinlich einen erheblichen Anteil daran haben.


    Ferner wird darauf hingewiesen, dass sich der massive Kurseinbruch von neulich zeitlich überschneidet mit dem urplötzlich von der US-Börsenaufsicht erlassenen Shortverbot für die grossen Wall Street-Banken. Die Hedge Fonds seien dann einfach dazu übergegangen, die Goldminen in Grund und Boden zu shorten, nachdem man ihnen das für die Investmentbanken kurzerhand verboten habe.


    Eine solche Analyse findet sich inzwischen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Finanzmainstream- Blatt schlechthin!
    Noch vor wenigen Wochen hätte man eine solche Vermutung als Verschwörungstheorie frustrierter Goldbugs abgetan.
    Es ist einfach aberwitzig, wie die Hedge Fonds-Herde in geschlossener Formation von einer Weide auf die nächste weiterzieht mit einem völlig hilflosen Schäfer hinterher, der selten überhaupt weiss oder zumindest vorgibt, nicht zu wissen, welche Wiese die Herde gerade kahlfrisst.


    Mir will scheinen: Inzwischen scheint jeder zu akzeptieren, dass die Märkte manipuliert - und nicht reguliert - sind, aber in all der Aufregung um Fannie, Freddie und die Banken, scheint das niemanden mehr sonderlich zu bekümmern, weil man ja allen voran die Privatinvestoren bluten lässt. Jeder versucht einfach, seine Haut zu retten und nach uns die Sintflut.


    Sicher ist: Die SEC wird niemals eine Untersuchung wg. Leerverkäufen (schon gar nicht nackten) beim HUI und Juniorminen in Gang setzen und hier regulatorisch eingreifen, wie man es für die Kumpels von der Wall Street jederzeit bei Bedarf unternimmt.


    Das Covern dieser eminenten Short- Positionen müsste aber in jedem Fall irgendwann (ich denke rcht bald) zu einer deutlichen Aufwärtsbewegung bei den Minen führen, ohne das dies gleich notwendigerweise eine nachhaltige Rally zur Folge haben muss. Obwohl, schön wär´s ja schon, diesen Affen an ihren Balck Boxes endlich auch einmal eins auswischen zu können.
    Dazu aber muss man handeln - kaufen und verkaufen, nicht einfach ewig auf seinen Positionen sitzen bleiben. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Und dies ist eben nicht jedermanns Sache bei so vielen gebrannten Goldkindern wie derzeit.


    grüsse
    auratico


    Die Verstaatlichung von Fannie und Freddie macht die USA quasi über Nacht zu einer der "sozialistischsten" Nationalökonomien überhaupt. Es ist eine Aktion in der Grössenordnung von Roosevelts New Deal. Die Bundesschulden verdoppeln sich dadurch auf einen Schlag, auch wenn das durch US-typische Sprachregelungen ("Conservatorship") vernebelt wird. Das US-Finanzministerium kann nun ganz offziell und ohne Heimlichtuerei sowohl MBS als auch andere Anleihen von Fannie und Freddie ohne Limit (ausser durch ein - unwahrscheinliches - Kreditlimit des Kongresses) aufkaufen.


    auratico


    Na, da drücke ich mich ja noch harmlos aus ( wenn auch - hüstel, hüstel - deutlich früher) im Vergleich zu Starökomom Roubini. Der hat nun förmlich Schaum vor dem Mund und tobt und schreit, dass er einem gar leidtun kann. Vergleiche mit lächelnden Heuchlern werden gezogen, die einen auf Saubermann machen und eigentlich schlimme Finger, Perverslinge sind. Kurzum, er kennt kein Halten mehr in seiner Verdammung des jüngsten Geschehens.


    Wenn das US-Schatzamt ab nun ganz nach Belieben DIREKT Hypothekenanleihen kaufen und verkaufen wird, kann es natürlich nie mehr zu so etwas wie einem "freien Markt" kommen. Und die ausländischen Halter und zukünftigen Käufer der Agency-Bonds (die Gläubiger China, Russland etc.) werden einen Teufel tun, den Dollar zu schwächen und sich damit die nun hochheilig garantierten Zinsvorteile verderben:


    This is the biggest and most socialist government intervention in economic affairs since the formation of the Soviet Union and Communist China. So foreign investors are now welcome to the USSRA (the United Socialist State Republic of America) where they can earn fat spreads relative to Treasuries on agency debt and never face any credit risks (not even the subordinated debt holders who made a fortune yesterday as those claims were also made whole).



    Like scores of evangelists and hypocrites and moralists who spew and praise family values and pretend to be holier than thou and are then regularly caught cheating or cross dressing or found to be perverts these Bush hypocrites who spewed for years the glory of unfettered wild west laissez faire jungle capitalism (and never believed in any sensible and appropriate regulation and supervision of financial markets) allowed the biggest debt bubble ever to fester without any control, have caused the biggest financial crisis since the Great Depression and are now forced to perform the biggest government intervention and nationalizations in the recent history of humanity, all for the benefit of the rich and the well connected. So Comrades Bush and Paulson and Bernanke will rightly pass to the history books as a troika of Bolsheviks who turned the USA into the USSRA. Fanatic zealots of any religion are always pests that cause havoc and destruction with their inflexible fanaticism; but they usually don’t run the biggest economy in the world. But these laissez faire voodoo-economics zealots in charge of the USA have now caused the biggest financial crisis since the Great Depression and the nastiest economic crisis in decades. So let them be shamed in public for their hypocrisy and zealotry that has caused so much financial and economic damage.


    http://www.rgemonitor.com/blog/roubini


    grüsse
    auratico


    Auratico, wie die Loesung ist sieht man bei F&F.


    PRINT AND/OR MORE T- BONDS GONE ! :thumbup:


    Bis nichts mehr da ist...volle Fahrt in die Inflation.
    XEX


    Ist hier zwar nicht der Bank-Thread, aber da wir schon einmal dabei sind: ich glaube nicht, dass Hank und Ben direkt etwas für Lehman in der Art von Bear Stearns oder Fannie/Freddie machen würden. Lehman ist in keinem für das Gesamtsystem "lebensnotwendigen" Bereich derart engagiert, wie es Bear Stearns war, die wie wild Credit Default Swaps geschrieben haben. Und von der systemischen Bedeutung von Fannie und Freddie müssen wir nicht reden.


    Gut möglich, dass diesmal die Wall Street-Banken sich Lehman im Default-Falle werden aufhalsen müssen. Joe von der Deutschen Bank redet ja fast schon in diese Richtung.
    Das wäre dann wieder ein Zeichen der Stärke von Fed und Treasury nach aussen, wie in dem obigen humoristischen Drehbuch-Post von mir angedeutet: Wir holen nicht allen und jeden heraus, der sich verzockt hat! Von der Fed könnte Lehman nur einen kurzfristigen Loan am Bettelfenster bekommen, aber keine Kapitalisierung.


    Gut, auch nur eine Meinung, aber mit Prognosen zu Gold und Silber halte ich mich lieber zurück und wende mich da lieber dem Schicksal der Banken zu.


    grüsse


    auratico

    Zitat

    [quote='Eldorado'
    ,Der Film geht gleich weiter, ein paar News von Lehman sollten gleich kommen.[/quote]XEX


    Die neue Staffel ist gerade angelaufen:


    10.09.2008 , 14:08 Uhr
    Neues Milliardenminus

    Lehman schockt die Börse


    Die Hauptverwaltung von Lehman Brothers in New York. Foto: Reuters
    HB NEW YORK. Die von der Kreditkrise schwer getroffene US-Investmentbank Lehman Brothers hat im dritten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Anders als von Investoren erhofft wurde keine Transaktion bekanntgegeben, mit der sich der Broker die dringend benötigte Kapitalspritze sichern würde. Die viertgrößte amerikanische Investmentbank kündigte lediglich an, Teile seiner Vermögensverwaltung zu verkaufen und "alle strategischen Optionen zu prüfen". Von dem Verkauf erwartet sich das Institut Einnahmen von drei Milliarden Euro.


    Der Verlust im dritten Quartal fiel mit 3,9 Mrd. Dollar oder 5,92 Dollar je Aktie deutlich höher aus als erwartet. Analysten hatten mit einem Minus je Aktie von 2,91 Dollar gerechnet. An der Frankfurter Börse brach der Kurs Aktie von Lehman Brothers nach der Mitteilung um mehr als zwanzig Prozent ein. Lehman-Brothers-Aktien waren bereits am Dienstag durch panikartige Verkäufe in New York um fast die Hälfte eingebrochen. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch einen Gewinn von 887 Mill. Dollar eingefahren.



    http://www.handelsblatt.com/un…chockt-die-boerse;2035659


    Und was meint Joe dazu?


    Ackermann: Es droht kein Kollaps


    Dennoch gehen viele Vertreter der Finanzwelt davon aus, dass auch für Lehman Brothers der Spruch gilt: „to big to fail“, zu groß, als dass der Staat die Bank fallen lassen könnte. So hatte die amerikanische Regierung am Wochenende schon die Verstaatlichung der beiden angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angekündigt.


    „Ich bin überzeigt, dass sich alle Banken der Verantwortung über Lehman bewusst sind und wir alle eine Lösung finden werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, auf einer Bankenveranstaltung in Frankfurt. „Ein Kollaps einer Bank in der Größenordnung von Lehman würde weitere Verwerfungen an den Märkten nach sich ziehen.“ Er gehe aber nicht davon aus, dass es zu einem „Kollaps bei Lehman“ komme.


    http://www.faz.net/s/RubF3F7C1…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    grüsse


    auratico

    Zitat

    quote von Eldorado'


    Bin gespannt wie es auf Wallstreet weiter geht, der Film ist fuer mich nun mehr interessant als der Goldfilm 1650 $ POG .


    Einmal unter dramaturgischen Gesichtspunkten betrachtet: Ben Bernanke und Hank Paulson sind die unumstrittenen Hauptdarsteller in dem Katastrophenfilm "Das Subprime Chainsaw Massacre", das inzwischen weltweit mit zahlreichen Kopien angelaufen ist und branchenüblich schon etliche Nachfolgeprodukte hervorgebracht hat: "Nightmare on Goldstreet", "The Killing of a Chinese Bookie", "The Fannie and Freddie Horror Picture Show" etc. Der apokalyptische Reiter Greenspan, vom ehemaligen Goldfinger zum Darth Vader der negativen Realzinsen mutiert, ist längst abgehauen und spielt nur noch eine Komparsenrolle aus der Ferne.


    Was aber zählt in unübersichtlicher Lage auf gefährlichem Terrain? Entschlossenes Handeln der Hauptdarsteller. Was auch immer sie tun, es sollte den Eindruck von Durchsetzungsfähigkeit und Leadership vermitteln. Man weiss zwar nicht, ob es der Viehtreck inmitten der Prärie bis zum nächsten Wasserloch schaffen wird, aber wer wenn nicht John Wayne sollte sich an die Spitze der entmutigten Cowboys setzen?


    Paulson uns Bernanke müssen nun fast im Tagesrhythmus wesentliche Entscheidungen treffen, die immer deutlicher den Charakter von Notverordnungen tragen. Wo sonst die grösste Spannung bei einer möglichen minimalen Zinsverschiebung oder einem Steuerbegünstigungspaket für die Reichen lag, steht nun das globale Finanzsystem auf Spitz und Knopf.
    Dass die vermeintlichen Apologeten der freien Märkte nach der ersten Grenzüberschreitung bei Bear Stearns nun auch noch den halben US-Häusermarkt unter Staatsverwaltung stellen, löst nicht mehr, wie nach Schulbuchmeinung, Entsetzen aus, sondern lässt sie ganz im Gegenteil als die einzig verbliebenen handlungsfähigen Charaktere in einem ansonsten zu notorischem Zaudern verurteilten Euro- Ensemble erscheinen.


    Globalisierung, ach wie starke Eurozone, Putinrussland hin oder her: alle Welt blickt fasziniert auf diesen Film aus Wallstreet und White House. Nur von dort kann deutlich werden, wie es weitergehen wird. Also bringen erstmal alle vorsichtshalber wie gewünscht das Eintrittsgeld für die nächste Show in Form von Treasuries und Fannie/Freddie-Anleihen mit. Und damit hat wohl kaum einer aus dem Goldgräberlager von "Der Schatz der Sierra Madre" gerechnet. Dort übrigens fliegt Bogart am Ende der mühsam geförderte Goldstaub um die Ohren, und er bricht in ein irres, aber auch befreites Lachen aus.


    grüsse


    auratico


    Wir haben den Crash hinter uns, die Wallstreet Crowd bekommen den bald viel groesser als wir den hatten.
    Ich hoffe das unser Team hier weiter besteht und wir gemeinsam neue Strategien finden um uns besser zu schuetzen und vom Nachteil einen grossen Vorteil machen.


    Die FED sitzt mehr in der Scheisse auf Deutsch gesagt als ich, das wird bald ein Flaechenbrand und so viel Wasser haben die nicht mehr ohne einen Buergerkrieg in USA.
    Irgendwas bombastisches passiert bald, ich habe das in meinen Kaffesatz gelesen. :D
    .


    Wichtig wird weiterhin sein, dass man hier so genau wie möglich analysiert, was wirklich geschieht und sich nicht von Emotionen und Wunschdenken leiten lässt und damit der Cabal naiv ins Messer läuft. Diese Leute mögen alles mögliche sein, aber ganz bestimmt nicht dumm, wie sich regelmässig feststellen lässt.
    Dazu gehört, dass niemand wissen kann, wann es wirklich zu der "USD Konfetti Party" kommen wird.


    Denn diese ist, zumal in den Bilanzen der Fed, noch nicht geschehen. Bislang hat Bernanke im Zuge seiner diversen Interventionen im laufenden Jahr nur bereits bestehende Treasuries aus dem Fed-Bestand ausgeliehen und so gut wie keine neuen Dollares dafür drucken lassen. Wann wird das hier endlich einmal verstanden?
    Denn das ist auch ein wesentlicher Grund für den erstarkten Dollar und die gewaltige deflationäre Einstellung im Rohstoffbereich.


    All dies würde sich schlagartig ändern und ein Dollarregen sondergleichen müsste ausbrechen, wenn nun nach Bear Stearns, Fannie und Freddie (deren Anleihen übrigens, wie hier am Sonntag vorausgesagt, nach dem Bail Out im Moment weggehen wie warme Semmeln als Ersatz für 10jährige) all die anderen Bedürftigen von GM bis Lehman auch noch bedient werden sollten.


    Von ca. $ 800 Mrd Treasury-Vermögen hat die Fed bereits $ 300 Mrd in den Finanzsektor gesteckt, ohne dass dadurch die Geldmenge aufgeblasen werden musste. Wenn es allerdings in diesem Tempo weitergehen sollte, wären sie bald pleite, und erst DANN bzw. nach vielleicht weiteren ca. $ 200 Mrd müsste - für alle sichtbar - mit dem konfettihaften Gelddrucken begonnen werden. Die heisse Wette von Ben und Hank besteht ja gerade darin, dass sich die Immobilienpreise durch die jüngste Intervention mit Fannie und Freddie noch vor einer solchen monetären Katastrophe einpendeln, die Hypothekenzinsen sinken und relative Ruhe einkehrt. Der Goldpreis hängt wesentlich an dieser Frage. Ein mögliches Kriegsszenario blende ich hier einmal der Einfachheit halber aus.


    Wenn die Hauspreise weiter fallen, bleibt nichts anderes übrig, als die zuletzt geschickt vermiedene bzw versteckte Notenpresse wieder unter Volldampf laufen zu lassen. Sofort würden Öl, Rohstoffe und Gold wieder hochlaufen müssen.


    Zum Fed-Link:


    Nachgucken gleich unter der Rubrik "Reserve Bank Credit" in der Zeile "Securities held outright"


    http://www.federalreserve.gov/releases/h41/Current/


    grüsse


    auratico

    Futsch, 10 Jahre PM Aktien Investment und Arbeit mit dazu...Prost Mahlzeit !
    Lasst das Euch eine Lehre sein in diesen manipulierten Markt und Verbrecher von FED.
    Egal ob 15 Euro oder 15 mille, man rechne in Prozent und sieht es als Lehrgeld.
    :(


    Au weia, Eldo! Bitter, dass du es nicht mehr geschafft hast, obwohl du, wenn ich deine Äusserungen der letzten Monate richtig in Erinnerung habe, den Margin konsequent zurückgefahren hast. Den Zeitfaktor hat man eben nicht im Griff, und da packen sie einen an den E...n.


    Es zeigt sich an den gegenwärtigen Vorgängen bei den Minen auch, Manipulation hin oder her, dass sowohl im XAU/HUI als auch bei den Juniors es vielen ähnlich ergeht wie dir, d.h. dass unglaublich viele Leute in diesem Sektor bis zuletzt jahrelang mit hoher Leverage unterwegs waren. Das weiss auch die Cabal nur zu gut.


    Klingt jetzt zu diesem betrüblichen Zeitpunkt vielleicht saudumm, aber genau davor warnt jemand wie der olle Sinclair mit fast religiöser Inbrunst seit Jahren, von den Heimgewächsen wie mesodor hier im Forum ganz zu schweigen.


    grüsse


    auratico

    Wer sagt denn, daß hinter den Bewegungen des Goldpreises (oder des USD) verschiedene Adressen stehen? A wirft ein paar Tonnen auf den "Markt" und B kauft sie unter anderem Namen ein wenig billiger (oder teurer, im Fall des USD) zurück. Dem formalen Käufer werden vom Initiator seine Auslagen überwiesen. So kann man einen Trend der zu einem Selbstläufer wird erzeugen, und muß nur die Kursdifferenz abschreiben, die man zur Initiierung benötigt. So kann man Milliarden bewegen um den Preis von ein paar Millionen Aufwendungen. Übrigens kann man so auch ganze Lawinen erzeugen: Je schneller B kauft und ich wieder verkaufe und er wieder kauft, desto massiver die Kursbewegung. Die Aufwendungen holt man sich übrigens dadurch zurück, daß man zusätzlich in die gewünschte Richtung gehebelt spekuliert. Man erzeugt selbst die Lawine und spekuliert gleichzeitig darauf. Eine recht sichere Angelegenheit.


    Es ist schade, dass angesichts der im Moment auch hier im Forum grassierenden - absolut verständlichen - Nervosität sich die Leute wegen Kleinigkeiten gegenseitig anmachen und herumschmollen.


    Denn: der Beitrag von dem hier etwas rüde aufgenommenen User Schiller, aus dem das obige Zitat stammt, ist präzise durchdacht und spricht ganz wesentliche Aspekte an, die oft zu kurz kommen, wenn einfach pauschalisierend ständig von Manipulation der Edelmetallpreise gesprochen wird. Das betrifft, neben der äusserst wahrscheinlichen, hier beschriebenen inzestuösen Vorgangsweise unter grossen Brokerhäusern, eben auch das, was man vereinfachend als "Marktpsychologie" bezeichnen könnte. Da inzwischen nur noch das Christkind an freie Märkte glaubt (ganz bestimmt keiner unter den massgeblichen market movers), hat die kurzfristige Marktpsychologie mit ihrer Medienmacht nahezu vollkommen die Herrschaft über die Marktbewegungen übernommen.


    Man muss fairerweise aber auch zugeben, dass es selbst für Privatleute möglich ist, dabei einen guten Schnitt zu machen, unter der wichtigen Voraussetzung, dass man diese Vorgänge täglich mit Argusaugen beobachtet und keine Angst vor kurz- und kürzestfristigen Deals hat und mindestens soviel short wie long positioniert ist (jüngstes Beispiel wäre die am vergangenen Wochenende nach Verkündung der Staatshaftung für F/F völlig vorhersehbare folgende Kurzrally der Finanztitel bei gleichzeitigem massivem Kursverfall von Fannie und Freddie - beides liess sich leicht auf Tagesbasis auch mit deutschen Papieren spielen).


    Man lasse einmal die vielen nur in den letzten Wochen und Monaten wie mediale Viren in die Welt gesetzten "ökonomischen Megatrends" Revue passieren: nachdem es weithin hiess, der Ölpreis werde bald die $ 200 durchbrechen, hatte man noch den letzten Kleinsparer dazu gebracht, doch noch schnell zumindest ein Ölzertifikat zu erstehen oder, weil wir ja so sooo viele sind auf dieser hungrigen Welt, auch noch ein wenig Weizen zur Diversifizierung dazu. Zu diesem Zeitpunkt waren die Pusher dieser Thesen, welche langfristig ja durchaus ihre Berechtigung haben (aber eben nicht gut sind für 100% Preissteigerung innerhalb weniger Monate), hier schon längst short.


    Oder: die recht abrupte, medial gross inszenierte Hinwendung zu den Problemen der Eurozone führte nicht etwa zu einem Anstieg des Goldpreises, sondern direkt zurück in den US$, obwohl sich dort die monetären Verwerfungen im Tagesrhythmus immer noch höher auftürmen. Die Rückkehr der Anleger in den US$, die absurde, aber eben "vorhersehbare" Rally nach der Verstaatlichung von Fannie und Freddie - all dies zeigt, dass es hier um eine Nabelschnurpsychologie geht. Die völlig überforderten Börsenteilnehmer wissen fundamental nicht mehr ein noch aus und kehren einstweilen einmal heim zur grossen Fiat-Urmutter, die es schon irgendwie richten wird.
    Eindeutig wird nun die Karte gespielt, dass dem Rest der Welt erst noch bevorsteht, was die USA schon in voller Breite durchleben. Also müssten sie sich auch als Erste wieder erholen -so die gegenwärtig ausgegebene Losung.


    Und an dieser Stelle kommt die hier schon oft ( zuletzt wieder von Schiller) erwähnte fundamentale Besonderheit des US$ zum Tragen, nämlich die potentiell unendliche Verschuldung in der eigenen Währung. Wenn es gelingt, dieser Verschuldung den Schrecken der Nichtrückzahlbarkeit zu nehmen und sie als die globale Steuer der USA für die restliche Welt zu sehen (natürlich uneingestanden), die sie nun einmal ist, könnte die gerade laufende Mentalkampagne schon noch eine gute Weile weitergehen. Und das alles, ohne zu der hier gern als geistige Entlastung angeführten Astrologie Bezug zu nehmen.


    Allerdings: Einmal wurde selbst ein harter Knochen wie ich noch fast zum Astro-Gläubigen. Das war anlässlich des bestechenden Charakterporträts, das Spica vor einigen Monaten hier über den regierenden Hosenanzug angefertigt hatte.


    Zur Erinnerung, durchaus auch für Astro-Ignorami wie mich geeignet:


    http://goldseitenforum.de/inde…&threadID=3969&pageNo=37&
    http://goldseitenforum.de/inde…d&threadID=3969&pageNo=38


    grüsse
    auratico

    Die Verstaatlichung von Fannie und Freddie macht die USA quasi über Nacht zu einer der "sozialistischsten" Nationalökonomien überhaupt. Es ist eine Aktion in der Grössenordnung von Roosevelts New Deal. Die Bundesschulden verdoppeln sich dadurch auf einen Schlag, auch wenn das durch US-typische Sprachregelungen ("Conservatorship") vernebelt wird. Das US-Finanzministerium kann nun ganz offziell und ohne Heimlichtuerei sowohl MBS als auch andere Anleihen von Fannie und Freddie ohne Limit (ausser durch ein - unwahrscheinliches - Kreditlimit des Kongresses) aufkaufen.


    Eigentlich müsste dadurch ab Montag der Dollar ins Niemandsland fallen und das Gold einen Höhenflug erleben. Aber wird das auch geschehen, oder wird es nicht umgekehrt gar einen Run auf die nun hundertprozentig abgesicherten Anleihen geben, deren Renditen fallen, aber deren Kurse in die Höhe gehen werden? Anleihen von Fannie und Freddie sind damit wie Staatsanleihen bzw. sie werden sich im Laufe der Zeit durch zahlreiche Änderungen den deutschen Pfandbriefen annähern und der brüchige Lack einer börsengehandelten Aktiengesellschaft darf endlich platzen, natürlich nicht ohne nach aussen den Schein zu wahren.


    Im Dollarkurs der letzten Jahre ist nämlich längst eingepreist, dass Fannie und Freddie trotz Börsenlisting im Grunde Staatsunternehmen waren und die Schulden der USA damit weit höher als die offizielle Zahl. Die Anleihen waren für die ausländischen Halter (fast nur Zentralbanken) einfach eine Art "Zuckerl", mit dem man diese für die niedriger rentierenden Treasuries entschädigt hat. Damit ist nun eben Schluss. Vielleicht bewirkt diese Verstaatlichung nicht viel mehr, als dass nun eine Art Erleichterungsseufzer bei den Investoren sich breitmacht, weil man nun schwarz auf weiss eine Bestätigung für den quasistaatlichen Charakter von Fannie und Freddie hat, denn bis zuletzt war der wahre Charakter der Staatshaftung für die beiden nirgendwo explizit geklärt, weil der Fall eben nicht eingetreten war. All das mag sich vielleicht etwas verrückt annhören, aber es ist letztlich das, was ein Bill Gross von Pimco (Allianz-Aktionäre aufgepasst!) als Sprachrohr der Anleihenbranche fordert.


    Das US-Finanzministerium unterstreicht durch seine Wortwahl, dass die bisherige Sicht der Anleger, die Staaatsgarantie für Fannie und Freddie sei umfassend, eine blosse "Ansicht" gewesen sei - auch wenn eben diese Sicht durch den Lauf der Dinge nun bestätigt wurde:


    “Investors have purchased securities of these government sponsored enterprises in part because the ambiguities in their Congressional charters created a perception of government backing. These ambiguities fostered enormous growth in GSE debt outstanding, and the breadth of these holdings pose a systemic risk to our financial system. Because the U.S. government created these ambiguities, we have a responsibility to both avert and ultimately address the systemic risk now posed by the scale and breadth of the holdings of GSE debt and mortgage backed securities.”


    Früher hätte ich ohne Umschweife hinausposaunt, dass solch ein finanzpolitischer Tsunami den Goldpreis sofort in den Orbit schicken würde. Inzwischen kann ich mir - zumindest auf kürzere Sicht - leider sogar das Gegenteil vorstellen, d.h. dass die grossen Fonds in dieser extrem vertrackten Situation dem Staat mehr zutrauen als den periodisch versagenden Märkten und brav alles kaufen, was der Staat will, weil es ohnehin praktisch nirgendwo mehr etwas zu verdienen gibt, was auch nur annähernd mit dem Globalboom der letzten Jahre (Aktien, Immobilien, Rohstoffe inkl. Gold/Silber, Schwellenländer etc.) vergleichbar wäre. Wenn das Gold angesichts solcher Ereignisse nicht stark ansteigen sollte, was müsste denn sonst noch alles geschehen, damit sich dessen Geldcharakter durchsetzt? Bald sollte diese Frage entschieden sein.


    Die Sache ist so wichtig und spannend, dass man hier spätestens ab morgen einen eigenen Thread für "Fannie, Freddie und die Folgen" einrichten müsste. Bin selber heute zu müde dafür, aber das wird sich legen...


    grüsse


    auratico

    Zitat

    [quote='Edel Man',index.php?page=Thread&postID=298657#post298657
    Merkwürdige Barrieren; daran würde ich mich nicht festmachen.
    Wir sollten nie vergessen, daß in den letzten Jahren eine Fiat Flut, ohnegleichen in der Geschichte, von den USA geriert wurde.
    Auch wenn der Euroraum auch nicht zurückhaltend war.
    Grüsse[/quote]


    Edel, die "Fiat Flut" läuft seit Jahrzehnten auf Volldampf, nicht erst, wie hier manche meinen, erst seit einigen Jahren.
    Die "merkwürdige Barriere" halte ich für eine ganz wesentliche Unterstützungslinie - von dort aus kann der Dollar Zeit gewinnen, darunter köchelt es kräftig.
    Leider habe ich keinen ganz aktuellen Chart gespeichert, aber es kennt eh jeder den Verlauf bis heute. Wenn jemand einen passenden Langzeit-Chart mit Unterstützungslinien für den USDX schnell zur Hand hat, bitte einmal bei Gelegenheit hier einstellen.


    Chart bis Anfang 2008:


    http://bp3.blogger.com/_H2DePA…8pXkPvE/s1600-h/DXVLT.png


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Zitat auratico
    Nach der jüngsten, schier unglaublichen Erholung des US$ ist die Frage, wann der Dollar Index die 61 erreicht, vorerst obsolet geworden. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob es gar gelingt, ihn wieder über 79 zu treiben. Über dieser Marke wäre dann viel weitere Luft nach oben. Der € würde weiter abwerten, und fürs Gold sähe die Sache dann auch bitter aus.


    1995 preschte der Dollar schon einmal von 79 hoch auf 112 bis 2002. Ende 2004 reichte es von 79 bis auf 85. Anfang 2007 dann prallte der Dollar von 79 hart ab und begann seine nachhaltige Talfahrt, die soeben ein (vorläufiges?) deftiges Ende gefunden hat.


    Ich bleibe bei dieser meiner Einschätzung vom 18. August. Jetzt sitzt der Dollarindex tatsächlich knapp vor 79, und jetzt geht es um die Wurst. Wenn hier kein heftiger Kampf mehr stattfinden sollte und der Dollar diese aberwitzige Butterfahrt gar über 80 hinweg einfach fortsetzen könnte, dürfte er wohl länger stark bleiben, als jedem Goldinvestor recht sein kann. Eigentlich müsste hier an dieser monetären Maginot-Linie ein "battle royal" stattfinden und ein Abprall nach unten hin würde dem arg gebeutelten Gold deutlich auf die Sprünge helfen.


    Umgekehrt müsste man sich über 80 noch auf weitere Gemetzel bei den Edelmetallen gefasst machen. Alles andere wäre m.E. reiner Zweckoptimismus. Unerwartet schlechte Nachrichten der Banken, eine Pleite gar oder eine weitere "Rettungsaktion" in USA - ein Ereignis in dieser Grössenordnung müsste es sein, um den sich anbahnenden Trend auf die Schnelle umzudrehen.


    grüsse
    auratico

    Wenn das Schule machen sollte...J.P Morgan verkauft nach dem jüngsten Fiasko mit Auction Rate Securities ab sofort keine Zinsderivate mehr an öffentliche Schuldner und gerät immer stärker in schwerwiegende juristische Auseinandersetzungen. Die Gegner der Wall Street-Banken sind inzwischen auch ganze Bundesstaaten oder Teile davon.
    So ist z.B. der bevölkerungsreichste Teil von Alabama, das Jefferson County, praktisch zahlungsunfähig. Dann würde J.P Morgan auf den wertlosen Forderungen, zu denen anscheinend auch noch betrügerisch überhöhte Gebühren aus anderen Geschäften hinzukommen, sitzen bleiben.


    Die US-Banken geraten immer noch stärker unter Druck von allen nur möglichen Seiten - und der Dollar steigt und steigt wie an einer Schnur gezogen. Die Situation wird zunehmend surrealer.


    JPMorgan, Facing Federal Probe, Exits Municipal Swaps


    By William Selway and Martin Z. Braun


    Sept. 4 (Bloomberg) -- JPMorgan Chase & Co. will stop selling interest-rate swaps to government borrowers in the $2.6 trillion U.S. municipal bond market roiled by an antitrust probe and the near bankruptcy of Alabama's most-populous county.


    At least seven former JPMorgan bankers are under scrutiny in a Justice Department criminal investigation of whether banks conspired to overcharge local governments on swaps and other derivatives. The bank also is embroiled in negotiations over how to resolve a debt crisis with Jefferson County, Alabama, where the county's former adviser says a group of firms led by JPMorgan, the third-largest U.S. bank by assets, overcharged it by as much as $100 million for financing a new sewer system.


    Banks marketed unregulated derivatives as a way for municipalities to save money. The financing, which local officials across the country have said they didn't understand, backfired this year as fallout from the global credit crisis caused borrowing costs to rise more than fourfold in some cases to as high as 20 percent. Now, Jefferson County can't afford its monthly payments and JPMorgan may be left holding defaulted debt.


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Pauli',index.php?page=Thread&postID=298545#post298545]
    Letzten Endes bedeutet es aber natürlich ein MISStrauensvotum der Chinesen gegen die USA, denn offenbar ist diese Umschichtung von F&F-Anleihen (die nach dem angekündigten und defacto-Staats-Bailout von F&F durch die USA eigentlich "gleich sicher" sein müssten) ja eine vorläufige Flucht der Chinesen hin zu einem NOCH liquideren und sichereren Asset, das DIREKT durch die "höchste" Autorität garantiert ist: den US-Staat mit seiner Wirtschaftskraft und seinen Goldreserven und vor allem seinem Militär!...


    Vielleicht aber ist das derzeitige Anlageverhalten der Chinesen vor allem einer Taktik des Abwartens geschuldet. Man geht zwar aus den Agency Bonds heraus, bleibt aber innerhalb der gleichen Währung, die damit gestützt wird. Bei Fannie und Freddie geht es ja zuvörderst um deren Rollover-Kosten. Wenn die nicht unter dem üblichen Spread liegen, droht das Geschäftsmodell zu kippen. Ab diesem Punkt muss dann die US-Regierung einschreiten und zeigen, in welcher Form ihre Garantie greift.


    Wenn sie z.B. für Fannie und Freddie eine solche Spread-Garantie in der einen oder anderen Form ausprechen wird, könnten die Chinesen aus den niedriger rentierenden Treasuries wieder zurückwechseln. Das ganze ist ohne Zweifel ja auch ein Machtspiel. Die Chinesen fordern also den bislang für Fannie und Freddie gezahlten Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen gleichsam per Staatsgarantie ein und prüfen damit, was die US-Treueschwüre hinsichtlich Fannie und Freddie wert sind.


    Im angehängten Link kann man die jüngsten Bewegungen raus aus Fannie/Freddie und rein in Treasuries gut erkennen:


    http://blogs.cfr.org/setser/files/2008/09/frbny-graph-3.JPG


    grüsse


    auratico

    Fannie Mae, Freddie Mac und die dazugehörigen Kreditversicherer erleben derzeit einen zweiten Frühling und sind z.T. (Ambac, MBIA) schon wieder mit plus 300% von den im Juni erreichten Tiefstständen entfernt. Das Geschäftsmodell von Fannie & Co kann nur funktionieren, wenn man ihnen die permanent neu aufgelegten Schuldpapiere immer wieder abkauft, was in den letzten Wochen wieder zu funktionieren scheint.
    Diese Schulden werden zum überwiegenden Teil von ausländischen Zentralbanken, allen zuvor China, gehalten.


    Ist die erstaunliche Bärenrally von Fannie (+81% in nur 4 Tagen) und Freddie (+88% in nur 4 Tagen) nun schon wieder zuende? Wie schon hin und wieder hier angemerkt, hängt deren Schicksal im Wesentlichen an der Bereitschaft der Chinesen, weiterhin die neu emittierten Schuldpapiere der beiden zu kaufen. Andererseits würde wohl jeder Idiot solche irren Wochengewinne schon beim leisesten Windhauch mitnehmen.


    Und heute kommt wohl überraschend ein Dämpfer aus China, und sofort geht es mit den beiden unseligen Hypothekenfinanzierern wieder nach unten. Man muss sich die Sache in aller Tragweite vorstellen: die Chinesen haben Fannie und Freddie und damit weitgehend die Refinanzierung des US-Immobilienmarktes in der Zange. Im Moment lassen sie die Muskeln spielen, dann wieder spielen sie den verlässlichen Aufkäufer. Das Signal an die USA ist dabei eindeutig: Euere Schuldenmärkte liegen in unserer Hand. Zuckerbrot und Peitsche, diesmal von Ost nach West.


    Fannie, Freddie Fall as Bank of China Reduces its Debt Holdings


    By Shannon D. Harrington


    Aug. 29 (Bloomberg) -- Fannie Mae and Freddie Mac fell after Bank of China Ltd., the nation's third-largest bank, said it pared its holdings of the mortgage-finance companies' debt as they faced growing losses and the potential need for a U.S. government bailout.


    Fannie ended a six-day, 81 percent rally, falling $1.11, or 14 percent, to $6.84 in New York Stock Exchange composite trading. Freddie, which jumped 88 percent in the four days ended yesterday, dropped 77 cents to $4.51. Both are still down by more than 80 percent year-to-date.


    Bank of China's portfolio of the companies' debt was reduced by 29 percent in the past two months, by about $3.14 billion to $7.5 billion as of Aug. 25, the Beijing-based bank said in an earnings report. Holdings of mortgage-backed bonds guaranteed by Fannie and Freddie were cut by 22 percent to $5.17 billion, the bank said, without elaborating on the paring.


    http://www.bloomberg.com/apps/…d=aJWhUsbqwIkQ&refer=bond


    grüsse


    auratico