Beiträge von auratico

    Fannie Mae, Freddie Mac und die dazugehörigen Kreditversicherer erleben derzeit einen zweiten Frühling und sind z.T. (Ambac, MBIA) schon wieder mit plus 300% von den im Juni erreichten Tiefstständen entfernt. Das Geschäftsmodell von Fannie & Co kann nur funktionieren, wenn man ihnen die permanent neu aufgelegten Schuldpapiere immer wieder abkauft, was in den letzten Wochen wieder zu funktionieren scheint.


    Diese Schulden werden zum überwiegenden Teil von ausländischen Zentralbanken, allen zuvor China, gehalten. Für die USA waren Fannie und Freddie bislang die ultimativen Pools, um die Devisenüberschüsse der Emerging Markets in die US-Immobilienmärkte zu leiten. Die relative Erholung der beiden Hypothekeninstitute von unterirdischen Niveaus aus deckt sich weitgehend mit dem Wiedererstarken des Dollar. Über Fannie und Freddie werden Signale an die Devisenmärkte gelenkt. Aber für wie lange noch?


    Wenn man sich hingegen die Zahlen im jüngsten Report von Fitch ansieht, gibt es eigentlich keine Hoffnung darauf, dass sich die Lage im Immobilienbereich in den kommenden 36 Monaten entspannen könnte. Ganz im Gegenteil, weil die ARMs (Hypotheken mit variablem Zinssatz), bei denen die Schuldner, so lange es irgendwie geht, nur den allergeringsten Tilgungssatz zahlen, nun bald in einen höheren Zinsgang gefahren werden müssen. Die gegenwärtige abwiegelnde Situation kann eigentlich kaum von Dauer sein:


    Bis Ende 2009 sollen ARMs in der Höhe ca. $ 29 Milliarden mit höherem Zinssatz anfallen und dann 2010 sogar weitere $ 67 Milliarden. Da dies eine durchschnittliche monatliche Mehrbelastung von $ 1.053 pro Hypothek (!)ausmachen wird, sollten sich die Zahlungsversäumnisse (auf der Basis von 90 Tagen) schlichtweg verdoppeln. Woher wollen die Leute ab 2009 plötzlich über $ 1000 pro Monat zusätzlich bekommen, wenn gleichzeitig der Preis des Hauses weiter verfällt und Lohnsteigerungen in dieser Grössenordung praktisch ausgeschlossen sind?



    “The combined impact of payment shock, negative amortization, declining home prices and restricted availability of mortgage credit may leave many option ARMs’ borrowers unwilling to continue paying their mortgage,” said group managing director Huxley Somerville.


    http://www.housingwire.com/200…arms-high-defaults-await/


    grüsse


    auratico


    Diese Wurst ist längst von beiden Enden her abgebissen. Spannung kann ich da keine mehr erkennen, allerdings kurzfristige Chancen auf Tagesbasis für schnelle Trader, die auf eine rein technische Reaktion setzen, mehr aber auch nicht.
    Heute nochmals 40% runter, Jahresverlust satte 90%, sprich Sense und Totalverlust für so manchen Anhänger dieses Wertes. Hoffe, ihr seid da früh genug rausgekommen.


    Wer auch immer von den grösseren Produzenten hinkünftig seine Ressourcen zum Spottpreis auffüllen möchte - sie bekämen jetzt all diese Juniors faktisch zum Nulltarif und sparen sich Abermillionen an Explorationskosten.
    Kein Privatinvestor sollte auf Junior-Aktien sitzen wie das Huhn auf dem Ei - sie eignen sich nur zum Traden. Jede Anhänglichkeit jenseits kühler Verlustbegrenzungen und Gewinnmitnahmen (war mal) verbietet sich angesichts des Wahnsinnsrisikos von selbst.


    grüsse


    auratico

    Irgendwann wird sehr viel Fiatgeld das wenige Gold was da ist oder andere Sachwerte kaufen und die Preise werden explodieren.


    Zu viel Fiatgeld das Schutz bald sucht, wenig Sachwerte wie Gold z.B.


    Bevor dies geschehen kann, muss sich das Misstrauen jedoch gegen FIatgeld generell stark ausweiten. Niemand vermag zu sagen, wann und ob das überhaupt geschehen wird.


    Im Moment muss Big Money immer noch nur zur halbwegs rechten Zeit von einer Währung in die andere umschichten, um schöne Gewinne einzufahren. Es war ein Kinderspiel in den letzten 2 Jahren, den Dollar zu shorten und Rohstoffe long zu gehen. Nun sprudeln die Gewinne in die andere Richtung. Die Banken im €-Raum werden in den kommenden Jahren ca. € 4,5 Billionen gehebelte Verschuldung abarbeiten müssen, um ungefähr auf die Höhe des historisch durchschnittlichen Verschuldungsgrades zurückzukommen. Dies wird den € schwer in Schach halten.


    Nur in einer heftigen umfassenden FIAT-Panik wird das Gold davon stark profitieren können. Noch hängt es unglaublich deutlich an Dollar/Euro/Öl. Ein Globaler Run aufs Gold wird erst geschehen, wenn riesige neue Staatsprogramme mit dem dazugehörenden neuen Gelddrucken in Kraft treten sollten. Umgekehrt war es aber z.B. in der vergangenen Woche so, dass man allein mit Fannie Mae 80% nach oben hin hätte machen können, die angeschlagenen Kreditversicherer Ambac & Co sind inzwischen schon wieder 300% und mehr von ihren Tiefstständen weg. Auch hier gilt also: Expect the unexpected.


    Wer kann sich überhaupt noch abbezahltes Gold ohne Margin leisten? Die Araber natürlich. Der abgelaufene August hat in Abu Dhabi alle Rekorde gesprengt. Es war für die Goldhändler der beste Monat seit 30 Jahren. Die Wüstensöhne haben Zeit und warten geduldig auf günstige Preise, und die haben sie nun bekommen:


    By Reuters on Tuesday, September 02, 2008


    Gold jewellery sales in Abu Dhabi soared 300 per cent in volume and almost 250 per cent in value in August from a year earlier after the metal dropped to nine-month lows, the emirate’s industry group said yesterday


    “It was the best month the market has seen in almost 30 years and it compensated for any drops we have seen earlier this year,” said Abu Dhabi Gold and Jewellery Group Chairman Tushar Patni.


    “We had never expected that if gold fell below $800 an ounce we would see a 300 per cent increase in volume and 250 per cent in value, especially as many buyers are abroad on holiday.”


    The emirate’s gold demand was steady in July, as many buyers, mainly from the Indian Subcontinent, headed home for the summer holidays. Gold dropped to a nine-month low of about $773 an ounce in mid-August before bouncing back, but it still has been trading far below its all-time high of almost $1,030.80 an ounce, hit in March.


    grüsse
    auratico


    Wo sind meine Herztabletten :?:


    Die braucht man nur, wenn man hier gehebelt mit von der Partie sein möchte. Was derzeit gespielt wird, ist Volatilität pur - man könnte, wenn man das richtige Näschen dafür hat, in kürzester Zeit eine Menge verdienen nach oben und nach unten hin. Die Aktionen der letzten paar Tage sind Hedge Fonds-Aktivitäten de luxe wie auf dem Präsentierteller für Studenten der Märke.


    Ich selber traue dem Braten noch nicht und liege mit meiner Sicht der Dinge eher in der Nähe einer Einschätzung, wie sie hier vorgebracht wird:
    http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=8769


    Warum? Es gehen ja wieder fast alle Rohstoffe gleichzeitig nach oben, keinesfalls nur Gold und Silber. Beim Öl wird gerade die Hurricane-Karte gespielt - irgendeine rational klingende Story braucht die Investmentgemeinde immer, damit sie breit kommuniziert/orchestriert werden kann, um eine temporäre Rally loszutreten.


    An den Börsen gerade Flaute? Nun, dann lasst es uns wieder mit den gebeutelten Rohwaren versuchen nach dem Motto: ein bisserl was geht immer, und ausserdem ist der Herbst ohnehin traditionell gut für z.B. Gold und Silber. Und wenn es an den Börsen aber aufwärts geht, kommt das Argument, dass die Weltwirtschaft wächst und deswegen mehr Rohwaren verlangt werden. So denken viele kurzfristig investierenden Rohstofftrader, die gerade wieder peu à peu aus dem Urlaub zurückkommen. Wer will und die richtigen Papierchen kennt und ständig wie ein Wachhund die Kurse beobachtet, kann hier auch als Privatinvestor schon ein wenig mitmischen.


    Seit einigen wenigenTagen z.B. häufen sich die Berichte in den Mainstream-Medien, dass sowohl Blei als auch Platin (heute in der Printausgabe der FAZ) für eine Erholungsrally gut seien. Und wie auf geheimes Geheiss passiert das dann auch sogleich, und zwar mit heftigem Wums. Alle machen, in immer kürzeren Abständen, das Gleiche an den Terminmärkten im Rohstoffbereich. Zehn erfolgreiche Deals im Jahr, und die Rendite stimmt für die spekulativ ausgerichteten Fonds. Und deren Preismacht an den Terminmärkten für nahezu alles ist immer noch ungebrochen. Noch...


    grüsse


    auratico

    Da sich die Finanzmedien der Eurozone bislang hartnäckig weigern, über das wahre Ausmass der Verwerfungen am Kreditfenster der " Heiligen Kuh" EZB zu berichten, muss man eben bei Bloomberg und anderen nach entsprechenden Berichten suchen, denn hierzulande herrscht in dieser Sache nahezu völlige Nachrichtensperre.


    Auch hier in diesem bescheidenen Internet-Forum wurde und wird wiederholt darauf hingewiesen, dass die Kreditfazilitäten der EZB in wahrscheinlich noch schlimmerer Form zum Abladen von jedwedem Finanzschrott benützt werden können, als dies bei der Fed möglich ist. Und das will etwas heissen.


    Inzwischen kann praktisch jede international tätige Bank, die auch nur einen einzigen Kaugummiautomaten in der Eurozone aufgestellt hat, von der EZB mit Geld versorgt werden. Die jüngsten Gäste am weit offen stehenden Kreditfenster kommen aus Australien, die "Sicherheiten" für das frisch ausgereichte Geld bestehen aus australischen Konsumentenkrediten.


    Was die EZB nun schon gewohnheitsmässig in Benetton-Manier der "United Colors" als Sicherheit aus allen Ecken der Welt akzeptiert, wäre weder bei der Fed noch bei der BOE möglich. Diese Sache sieht angesichts der täglich sich zuspitzenden Gefahren sehr nach kalkuliertem Teamwork aus. Die Fed hat mit ihrem nationalen Saustall genug zu schaffen, so muss die EZB für den Anleiheschrott der restlichen Welt geradestehen, den auch die Bank of England nicht einmal im Traum mehr anrühren würde.


    Erwünschter Nebeneffekt des permanenten monetären Kindergeburtstages: die nun schon seit Ewigkeiten notleidenden, verbrieften Anleihen müssen weiterhin keinen eigenen Marktpreis nachweisen. Sie wechseln zu Phantasiebewertungen zwischen EZB und den klammen Emittenten hin und her wie bei einem Ringelspiel. Mit dem erhaltenen Geld hat man sich in den vergangenen Monaten auf den Rohstoffmärkten engagiert und nun zuletzt Dollar gekauft. Nur eines geschah nicht, nämlich dass die Banken wie gewünscht sich dieses Geld selbst untereinander ausleihen.


    Die Währungshändler haben diese Erkenntnis dankbar aufgenommen und damit ihre bislang profitable Dollar-Rally angefahren, damit die vorangegangenen Ölgewinne weiter investiert werden können. Und bald wird dann wieder umgesattelt und die nächste Sau durchs Dorf getrieben - mit Kreditkohle der EZB, versteht sich.


    Aug. 25 (Bloomberg) --


    ECB officials have become increasingly concerned that banks are taking advantage of collateral rules that are broader than those used by the Federal Reserve and the Bank of England. The danger is that banks struggling to sell securities damaged by the credit-market turmoil will dump them on the ECB and become overly reliant on central-bank funds.


    The ECB's money-market system is also attracting demand from outside the euro region. The Frankfurt-based central bank said in June it will accept asset-backed bonds sold by Macquarie Group Ltd., Australia's biggest securities firm, and backed by Australian consumer loans as collateral.


    U.K. mortgage lender Nationwide Building Society said Aug. 18 it's planning to expand into Ireland, a member of the euro region, to take advantage of ``funding opportunities.''


    Banks with operations in the countries sharing the euro can raise funding from the ECB by pledging certain types of collateral including asset-backed securities. Bonds backed by mortgages and other assets accounted for 18 percent of the ECB's loan collateral at the end of 2007, up from 4 percent in 2004, Fitch Ratings data show.


    Taking Advantage?


    ``It has been suspected for some time that banks could be taking advantage of the broad collateral framework since they no longer publicly place asset-backed securities and these securities now only serve as collateral in central bank funding,'' Michael Schubert, an economist at Commerzbank AG in Frankfurt, wrote in a note to investors today. ``This means that a necessary market correction in the ABS segment is being put off.''


    http://www.bloomberg.com/apps/…aZlBrqDrwhKo&refer=europe


    grüsse


    auratico

    Zitat

    'Edel Man',
    Nein, der Schwächling $ hat immer wieder--auch kräftige Erholungen.
    Aber er wird weitaus stärker abwerten als der auch nicht gerade stabile €.
    Trotz div. Probleme einiger Mitgliedsländer.....


    Grüsse


    Diese "div. Probleme einiger Mitgliedsländer" treten aber Tag für Tag stärker in das Bewusstsein der Währungshändler. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die EZB schon seit längerer Zeit macht, was im Falle der Fed täglich vor den Augen der Weltpresse im Fokus steht, nur in Europa mit ungleich weniger publizistischer Beobachtung.


    Im Grunde hat man im Falle von Spanien schon einen Präzedenzfall geschaffen und das Gros der im vergangenen Jahr emittierten Hypotheken bereits am Diskontfenster wieder und wieder akzeptiert und damit zur Dauereinrichtung gemacht. Diese Sache wurde nur in den hiesigen, erstaunlich gleichgeschalteten Finanzmedien, wo jede eurozonenkritische Haltung von den Chefredakteuren als Volksverrat behandelt wird, anfangs kaum in voller Tragweite beschrieben. Da vor allem die deutschen Steuerzahler für diese Eurozonen-Bail Outs aufzukommen haben, redet man die Sache herunter, so lange es eben geht. Ein etwaiges Zerbrechen der Eurozone vom Mittelmeer her wäre megabullish für den Dollar, ob nun "fundamental" gerechtfertigt oder nicht.


    Es ist und bleibt ziemlich verrückt - diese Währungen sind höchst gefährdet, und doch schichten die Investoren einfach weiter fröhlich zwischen ihnen hin und her, nachdem sie vorerst die Rohstoffe profitabel hinter sich gelassen haben. Der nächste scharfe Hochlauf des Goldes gegen sowohl $ als auch € könnte nur in einer generellen Panikstimmung gegen Papierwährungen als solche geschehen. Das vergangene jahrelange, eher gemütliche Hochlaufen der Edelmetallpreise im Gefolge weltweit steigender Börsen-Immobilien- und Rohstoffnotierungen wird nicht mehr gespielt werden.


    Sollten Fannie und Freddie demnächst tatsächlich verstaatlicht werden, ohne dass dies (würde immerhin die US-Schulden auf einen Schlag fast verdoppeln) den Dollar brutal in die Knie zwingt, wäre das schon ein Zeichen für ewigwährenden FIAT-Glauben.


    Auch Kriegsängste waren und sind immer gut für den US$, was die Kaukasuskrise wieder einmal aufs Neue beweist. Abermilliarden werden von den betroffenen Börsen abgezogen und in Dollar gewechselt. Diese Praxis reicht vom Grossinvestor bis zum kleinen nur regional tätigen Geschäftsmann, der vorsichtshalber in den Dollar geht, wenn die Lage brenzlig zu werden droht.


    Bank borrowing from ECB is out of control


    The European Central Bank has issued the clearest warning to date that it cannot serve as a perpetual crutch for lenders caught off-guard by the severity of the credit crunch.


    Not Wellink, the Dutch central bank chief and a major figure on the ECB council, said that banks were becoming addicted to the liquidity window in Frankfurt and were putting the authorities in an invidious position.


    "There is a limit how long you can do this. There is a point where you take over the market," he told Het Finacieele Dagblad, the Dutch financial daily.


    One ECB source told The Daily Telegraph that over-reliance on the ECB funds has become an increasingly bitter issue at the bank because the policy amounts to a covert bail-out of lenders in southern Europe.


    "Nobody dares pinpoint the country involved because as soon as we do it will cause a market reaction and lead to a meltdown for the banks," said the source.


    This "soft bail-out" is largely underwritten by German and North European taxpayers, though it is occurring in a surreptitious way. It has become a neuralgic issue for the increasingly tense politics of EMU.


    http://www.telegraph.co.uk/mon…/2008/08/21/bcnecb121.xml


    grüsse


    auratico

    Zitat

    [quote='Edel Man',
    In einer extrem detaillierten Recherche von Haywood, hier am 14.07.2007reingestellt ,geht PBG von Kosten zw. 23 - 36 $ aus!!
    [url]http://www.haywood.com/pdffiles/pbgaug132007.pdf[/url]

    [/quote]


    Und diese Kosten scheinen auch zu stimmen, wenn die wirklich ca. 90$ pro Barrel operativen Gewinn machen, zumindest im abgelaufenen Ausnahmequartal. Also, diese Bude brummt, kein Zweifel:


    - Average production in the second quarter of 2008 increased to 23,856 barrels of oil equivalent per day ("boepd") compared to 6,942 boepd in the second quarter of 2007, a 244% increase. Canadian Business Unit ("CBU") production increased by 303% to 16,517 boepd and production from the Latin American Business Unit ("LABU") increased by 158% to 7,339 barrels of oil per day ("bopd").


    - Production has now increased to over 34,500 boepd mainly due to significant production additions from our Corcel-A4 and C1 wells in Colombia and our ongoing Bakken development drilling program.


    - Funds flow from operations increased by 724% to $177.9 million in the second quarter of 2008 or $1.92 per diluted share compared to $21.6 million ($0.26 per diluted share) in the second quarter of 2007.


    - Net income increased by 248% to $57.6 million in the second quarter of 2008.


    - We achieved record high operating netbacks of $93.80 per bbl in the LABU and $88.85 per boe in the CBU in the second quarter of 2008.


    http://www.marketwire.com/pres…s-Ltd-TSX-PBG-889415.html


    http://www.canada.com/calgaryh…63-4ce6-a9a3-61a44fbe69eb


    grüsse
    auratico

    @ venezia


    Sei bitte so freundlich und eröffne nicht wegen jeder einfachen Frage einen eigenen Thread, wenn ohnehin absehbar ist, dass keine Chance auf Weiterführung besteht.
    Wie an jedem Monatsende verfallen auch im August Goldoptionen, in diesem Falle eben am 26.. Unmittelbar vor diesem Zeitpunkt gibt es fast immer eine erhöhte Aktivität, was an sich vollkommen normal ist. Mitunter aber zeigt sich, ganz besonders in einer heiklen, labilen Phase wie zuletzt, dass mit gezielten Aktionen um diesen Zeitpunkt herum es gelingen kann, den Goldpreis kurzfristig fast per Autopilot herunterzubringen, damit viele optimistische Optionen wertlos verfallen. In einer starken Phase ist das meistens nicht möglich, wie zuletzt beim Anstieg über $ 1000 im März, als die Optionshalter, sofern rechtzeitig ausgestiegen, reichlich abkassieren konnten.


    Allerdings ist die Sache weitaus komplizierter, als sie von vielen einfach gestrickten Gold-Verschwörungsfreunden dargestellt wird. Denn für diese liegt natürlich keine "Manipulation" vor, wenn die Optionen auf einen steigenden Goldpreis sich auszahlen und alles schön einfach wie auf einer Rolltreppe nach oben geht.


    grüsse
    auratico

    Jetzt gibt es ihn also, den gestern mit grosser Publicity in USA vorgestellten Dokumentarfilm über die USA als eine von vorne bis hinten überschuldete Nation. Die Idee dazu kam dem Produzenten übrigens nach der Lektüre von Bill Bonners und Addison Wiggins Buch "Empire of Debt", das vielen Goldseiten-Lesern wohl vertraut sein dürfte.


    Der Dokumentarfilm "I.O.U.S.A" (der Titel ist ein Wortspiel mit der US-Abkürzung für eine Schuldverschreibung: Ich schulde dir) startet in über 230 US-Kinos, was möglich wurde durch die finanzielle Unterstützung von Milliardären wie Warren Buffet und P. G. Peterson, die in dem Film auch ausführlich vorkommen. Peterson ist bekanntlich einer der beiden Gründer der Über-Heuschrecke Blackstone, ein Grossmeister von Leveraging und gnadenloser Aufschuldung bei den übernommenen Unternehmen.


    Nun formiert sich eine eigenartige Klientel um diesen Film und sein so brennendes Thema herum. Alle klatschen plötzlich Beifall, wenn von Schuldenkrise die Rede ist und wollen jetzt noch rasch zu jenen gehören, die schon immer davor warnten, dass es so nicht weiter gehen könne. Ganz klar ist, dass allen bewusst ist, dass das Thema im US-Wahlkampf eine bedeutende Rolle spielen wird, was vor einiger Zeit für die Polit-Eliten so noch nicht abzusehen war.


    Man sehe sich einmal die Liste der Premierengäste an: Der Proponent der "Neuen Weltordnung" David Rockefeller Seite an Seite mit Kissinger und Ex-Finanzminister Rubin etc. - ganz nach dem Motto: Die Kritiker der Elche waren früher selber welche. Im Moment ist es in USA einfach "sexy" und angesichts des Wahlkampfs politisch opportun, sich als vehementer Kritiker der Schuldenökonomie zu outen, auch wenn man im Grunde zu den Mitverantwortlichen für das ganze Dilemma gehört wie Alan Greenspan, der natürlich auch eifrig mitgewirkt hat an dem verspäteten Aufklärungswerk.


    Blackstone's Peterson Backs Film on U.S. Debt Through Nonprofit


    By Patrick Cole


    July 11 (Bloomberg) -- Blackstone Group LP co-founder Peter G. Peterson celebrated the launch of his $1 billion foundation last night by showing off his latest acquisition: a documentary that examines the perils of the U.S.'s debt.


    As he stood a few feet from a portrait of himself at the Council of Foreign Relations in Manhattan -- he's a former chairman -- Peterson, 82, addressed an elite crowd of 150 that included philanthropists David Rockefeller and Donald B. Marron; former U.S. Secretary of State Henry Kissinger; former New York Governor Mario Cuomo; Quadrangle Group LLC co-founder Steven Rattner and Robert Rubin, the former U.S. treasury secretary (...)


    Directed by Patrick Creadon, the film features interviews with investor Warren Buffett and former Federal Reserve chairmen Alan Greenspan and Paul Volcker, who discuss the dangers of U.S.'s national debt, which is about $9.5 trillion, according to the Bureau of Public Debt, an arm of the U.S. Treasury.


    ``Over time, taxes would have to double to pay for the debt and that's unthinkable,'' Peterson said.


    http://www.bloomberg.com/apps/…sarchive&sid=aSi411UWhgkg


    Film-Webseite: http://www.agorafinancial.com/iousa.html


    Trailer-Clip: http://www.youtube.com/watch?v=HBo2xQIWHiM


    grüsse
    auratico

    Hier ein Auszug aus einem neuen Artikel, worin der Autor angesichts der aktuellen Situation nochmals en detail darlegt, wie das korrupte Zusammenspiel zwischen den Bullion Banks, Leasinggeschäften, Goldpreisdrückung seiner Ansicht nach funktioniert bzw. funktionieren könnte.
    Solche Erläuterungen klingen zumeist plausibel, wenn man immer nur ausschliesslich an die Gold- und Silbermärkte denkt und so tut, als sei dies der alleinige Nabel der ökonomischen Welt.


    Nachdem ich selbst solche Erklärungsmuster (lange vor Herrn Eichelburg!) früher mit intellektueller Begeisterung aufgesogen habe, gebe ich heute unumwunden zu, dass ich mir nicht mehr so sicher bin, in welchem Ausmass "die grosse Goldverschwörung" sich auch beweisen lässt.
    Im Grunde könnte die Sache, sofern nicht wirklich ein gewaltiger Knall kommen sollte, praktisch ewig so weitergehen, d.h. bisher haben die grossen Adressen mit ihren monumentalen Shortpositionen noch jedesmal innerhalb kürzester Zeit den grossen Reibach gemacht. Und zwar bei allen Rohstoffen inkl. der monetären Metalle - da sind in den letzten Wochen Milliarden und Abermilliarden verdient worden von eben jenen, deren Hypothekenschrott sie auf der anderen Seite der Bilanz in Bedrängnis gebracht hat.


    Gold und Silber können, das hat sich in den letzten zwei Jahren zumal immer wieder gezeigt, brutalst bei Bedarf in kürzester Zeit zurückgeholt werden, die dazugehörigen Aktien ebenso.
    Einen ebenso deutlichen, rasanten Anstieg kann es umgekehrt nur bei öffentlicher Anerkennung einer eruptiven Grosskrise geben. Dazu müssten inzwischen schon mindestens, nach einem Jahr Dauerkrise auf den Finanzmärkten, einige US-Banken über den Jordan gehen. Darunter wird nicht viel geschehen können.
    Ich glaube, dass selbst eine Verstaatlichung von Fannie und Freddie nicht mehr als zusätzliches Schocksignal ausreichen würde - auch ein solches Szenario scheint schon verdaut zu sein.


    Hier also die Ansichten von Herrn James Conrad:


    There is a huge demand for both gold and silver right now in India and North America. North American shops are completely bare of silver. Indian shops are empty of both silver and gold. Even the Indian banks don't have any gold or silver. The big western bullion banks, based in New York and London, control both the gold and silver trade (...)


    We have a disconnect between reality markets and fantasy markets. The COMEX and London Metals Exchange are fantasy markets controlled by the big bullion banks. They must be engaged in market manipulation, because nothing can explain a big price collapse, in the midst of widespread shortages and robust demand. A group of big financial institutions, deeply enmeshed in the global trading system, and heavily involved in the gold and silver market, must be deliberately inducing temporary panic, for their own purposes. These malevolent characters will eventually be able to buy back their short positions at low prices, and, possibly, also, even collect a significant long position. The process is a continuing one, and hasn’t stopped yet. On Friday, for example, the subsidy for leasing gold and silver was raised to very high levels.


    It is obvious what they are doing. More important, however, is why? What does it mean? Well, the PPT bank executives are generally “people in the know” about financial events, before they actually happen, sue to close relations with regulators like the Federal Reserve, and FDIC. They folks are so desperate to cover short positions, that they are willing to spend a billion or so dollars, subsidize precious metal leases, to collapse the market, and destroy investor confidence. But, why? We know that the Federal Reserve, like other central banks, sees gold as a rival to the dollar. But, that’s not enough, because they’ve never attacked precious metals with such ferocity as now, and, if the Fed were directly involved, they could probably supply real metal.


    If something terrible is about to happen in the financial world, the losses that big banks would take on their precious metal short positions would put most of them into bankruptcy. Remember the words of Warren Buffett. Derivatives are the financial world’s weapons of mass destruction. Precious metals futures short positions are highly leveraged transactions that could cost hundreds of billions if the price of gold were to suddenly explode.


    We can guess that the main players here are big powerful Wall Street and/or High Street investment banks who work closely with the Federal Reserve, the ECB, and the Bank of England. These people are privy to the information needed to carry out a massive manipulation as described above. No one else is. Since most of the collapse happens on the COMEX, we can assume that most of the manipulation is being done by New York based investment banks.


    Wall Street’s investment banks control most of the world's gold and silver markets. They are also entrenched in the overall mesh of all financial markets. Making matters worse, because of the 1987 President’s Executive Order on Working Markets, they are authorized to work together, and in conjunction with the U.S. Treasury and the Federal Reserve, to manipulate markets without fear of criminal prosecution. They know exactly where the stop-loss orders are, and how much flooding of paper claims for gold and silver would be needed to trigger them. They are, therefore, perfectly positioned to carry out the nefarious scheme I have outlined. The ultimate aim, of course, would be to destroy investor confidence, by collapsing the price for a few weeks. This would allow them to unload their own exposure at a very low cost, while the majority of market participants are temporarily shell-shocked, and in retreat...


    But, it’s not cheap to manipulate markets. It will probably cost over a billion dollars to subsidize the negative lease rates. The only logical reason to spend such a huge amount of money, is if you are going to get an even bigger benefit from doing so. They must be very worried about losing far more. Once again, that implies that some VERY bad economic news is about to be released. Skeptical? How much worse can the economy get? It can get much worse! So, what’s in store? A series of huge bank failures, maybe?


    http://www.silverbearcafe.com/private/8.08/disconnect.html


    grüsse


    auratico

    Es naht die nächste grosse Welle von CDO-Liquidierungen, und nun gesellen sich zu den schon sattsam bekannten Hypothekenausfällen aus US-Privathäusern die ersten Tranchen mit Gewerbeimmobilien hinzu. Diese Entwicklung kann sich eigentlich nur fortsetzen.
    Man sollte aber nicht vergessen, dass in weiten Teilen Europas im Grunde die gleiche Entwicklung stattfindet, auch wenn, z.B. in den baltischen Staaten oder in Spanien, die Hypotheken anders strukturiert und teilweise einfach in den Büchern der Banken verblieben sind. Ein erheblicher Teil der spanischen Hypotheken liegt sogar direkt bei der EZB.


    Dieser enorme deflatorische Druck führt dazu, dass Cash King ist. Alles, aber auch wirklich alles, was zuvor gut gelaufen war (Rohstoffe inkl. Gold), wird verkauft, um an Cash zu kommen, der in Treasury Bonds geparkt wird. Die niedrigen Zinsen sollen durch höhere Kurse kompensiert werden. Die grossen US-Anleger, wie etwa die Pensionsfonds, ziehen ihr Geld auch rasant aus Asien und Osteuropa ab.


    Anders als viele Leser und Poster hier glauben, hat die Geldmengenausweitung in den letzten Monaten signifikant abgenommen, allein in den 13 Wochen bis zum 18 Juni verringerte sich die Ausgabe von Geschäftskrediten in USA um 9,14% (lt. Paul Kasriels Berechnungen - ein Spitzenmann übrigens). Das ist der krasseste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1953. Dabei ist weniger die absolute Höhe von Bedeutung als der abrupte Rückgang.


    Wer zurecht den zurückliegenden Anstieg der Edelmetallpreise mit dem bis vor kurzem heftigen Anwachsen der Geldmengen in Verbindung gebracht hat, findet hier, zusammen mit dem nun trüben Ausblick auch für die Eurozone, ganz ohne desinformiertes Verschwörungsgeschreibsel auch den wesentlichen Grund für den jüngsten brutalen Rückgang. Die Vermutung liegt nun sehr nahe: vor jeder möglichen panischen, hyperinflationären Gelddruckerei kommt erstmal eine gesalzene Deflation. Der letzte Riesenhüpfer des Dollars hat diese Karte gespielt, aber wie lange? Die ewige Gretchenfrage bleibt, ob bzw. wie weit und wie lange (denn im Grunde schon eingetreten) die USA deflatorische Aussichten zulassen werden.


    "Unwinding" ist das Signalwort der Stunde - Liquidierung, Glattstellung, Abwicklung



    CDO Default Events Accelerate With New `Wave,' JPMorgan Says


    By Jody Shenn


    Aug. 19 (Bloomberg) -- Collateralized debt obligations experienced so-called events of defaults at a faster pace in early August, with a commercial-mortgage CDO joining the list, according to JPMorgan Chase & Co.


    Seven mortgage-linked CDOs experienced default events, indicating even the senior-most classes may not be repaid in full, up from 14 for June and July, JPMorgan said in a report yesterday. Monthly additions to the $229 billion of defaults since mid-2007 peaked with 47 in February, the report said.


    ``Unwind fears,'' including concern that CDOs will dump their holdings, have pushed asset prices lower, the report said. Typical yields on AAA rated slices of collateralized loan obligations over the London interbank offered rate are at a record 2.25 percentage points, up 1.30 percentage point this year, the report said. Default events, which may lead to liquidations, can be triggered by downgrades on the collateral.


    Currently, 19 structured-finance CDOs totaling $18.7 billion, are being liquidated, and 48 totaling $50.8 billion, have completed liquidations, the report said. Estimated recoveries for ``super-senior'' classes average 8 percent for CDOs of low-rated bonds, 33 percent for CDOs of originally high- rated bonds and 4 percent for CDOs of CDOs, the report said.


    http://www.bloomberg.com/apps/…sarchive&sid=aXAAlBsPdNSc


    grüsse
    auratico

    Nach der jüngsten, schier unglaublichen Erholung des US$ ist die Frage, wann der Dollar Index die 61 erreicht, vorerst obsolet geworden. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob es gar gelingt, ihn wieder über 79 zu treiben. Über dieser Marke wäre dann viel weitere Luft nach oben. Der € würde weiter abwerten, und fürs Gold sähe die Sache dann auch bitter aus.


    1995 preschte der Dollar schon einmal von 79 hoch auf 112 bis 2002. Ende 2004 reichte es von 79 bis auf 85. Anfang 2007 dann prallte der Dollar von 79 hart ab und begann seine nachhaltige Talfahrt, die soeben ein (vorläufiges ?) deftiges Ende gefunden hat. Alles wird davon abhängen, ob die derzeitige Erholung nicht nur eine kurze Bärenrally ist und hauptsächlich durch Eindeckungen der Myriaden von Shortpositionen zustande kam, sondern eventuell doch auf eine längere $-Rally (= Neubewertung des €) hinauslaufen sollte.


    Mich selbst interessieren die ganzen PPT-Geschichten und $-Manipulationstiraden nicht über die Massen, auch wenn ich sie zur Kenntnis nehme und durchaus auch ein wenig in dieser Richtung nachrecherchiere. Wenn aber abertausende Marktteilnehmer ihre Meinung ändern, zur Abwechslung eben auch einmal nach Europa blicken und endlich erkennen, dass auch die Eurozone in vehementen Schwierigkeiten steckt, ist das ungleich bedeutender. Dass hier auch Herdenverhalten vorliegt, mag durchaus sein, aber auch das ist nicht entscheidend. Von Bedeutung für Investoren ist letzlich nur die geschaffene Faktenlage, keine quasireligiösen Überzeugungen. Recht hat, wer seine Anlageentscheidungen so wählt, dass er davon profitiert, falsch liegt man mit Verlusten. Kein Lamentieren kann diesen unumstösslichen Grundsatz ausser Kraft setzen. Dies gilt selbstverständlich auch für Gold und Silber.


    Das für das Schicksal des Goldpreises entscheidende Kriterium ist vielmehr, dass das hyperinflationäre Szenario, mit dem Gold und Rohstoffe in ihrem Run des vergangenen Jahres nach Platzen der Kreditblase neue Höhenflüge erreicht haben, zumindest gegenwärtig nicht mehr greift. Nur darum geht es im Moment, es wird auf Deflation gesetzt.
    Die Märkte, auch natürlich der US$, spiegeln dieses Sentiment deutlich wider. Nicht mehr und nicht weniger. Deutlicher geht es eigentlich nicht mehr, und die auch hier im Forum oft zuvor trockenübungsmässig geführte Diskussion, wie sich Gold im Falle einer Deflation (bzw. Deflationserwartung im Moment) verhalten sollte, sehe ich als weitgehend geklärt an. Gold und Silber brauchen weitere Inflationserwartungen, um zu steigen. Wenn öl und andere Rohstoffe dramatisch abstürzen, ist das freilich nicht möglich.



    grüsse
    auratico

    das ist wirklich eine ungeheuerlich abenteuerliche Argumentation!



    Für Gold mag es - hoffentlich - stimmen, bei den Rohstoffen jedoch, vor allem zuletzt bei den Agrarrohstoffen und natürlich auch bei König Öl, sind in den letzten Monaten zahllose Privatinvestoren bei bereits sehr stark angestiegenen Notierungen mit allerlei Anlagevehikeln in die weit geöffnete Falle getappt und werden nun gewaltig abkassiert. Fakt bleibt, ob es einem nun gefällt oder nicht, dass die üblichen Adressen wie Goldman Sachs wieder einmal gross abgeräumt haben mit ihren Shortpositionen. Die machen einfach immer ihre Kohle im Rohstoffbereich, man kann es schon gar nicht mehr glauben.


    Es ist unglaublich viel Aufregung im Markt, wobei mich die nun überall auf Seite der Gold-Community gespielte Karte mit den hohen Spreads für Physisches noch nicht so recht überzeugt. Welcher Edelmetallhändler, der regelmässig sein meistens recht bescheidenes Lager auffüllt, wird denn jetzt in dieser Situation zu Preisen verkaufen, die weit unter seinem Einkaufspreis liegen? Daran ist vorerst nichts Ungewöhnliches - ich würde als Edelmetallhändler auch eher die Jalousie runterlassen und in Urlaub fahren, als sich mit einer Horde von Schnäppchenjägern herumzuägern. Wer von solchen Preiskaskaden unmittelbarin vollem Umfang profitieren will, muss sich eben doch auf den Papiermärkten bewegen.
    Ob da mehr dahinter steckt als nur dieser offenkundige Zusammenhang nach einem gravierenden Kursrutsch in kürzester Zeit, wird sich erst noch zeigen müssen.


    Mit ziemlicher Sicherheit ist DAS (sieh unten) zumindest die richtige Frage in dieser Zeit. Jetzt erst, angesichts einer solchen Bedrohung, kann man sehen, was es mit dem Bullenmarkt bei Gold und Silber wirklich auf sich hat.


    Either This Is the Greatest Silver- and Gold-Buying Opportunity of All Time, or the End of a Bull Market


    Twenty-eight years of brokering silver and gold have not prepared me for what I met this morning.


    One of my wholesalers said he was not selling anything, only buying, until further notice.


    Another refused to give any prices until he adjusted his spreads.


    Another was spreading one-ounce gold coins, normally at $7-$8, at $25.


    Another said he was making no sales for immediate delivery or deferred payment, only sales for 30 days' delivery paid at once (...)


    Look at the numbers. Even with gold down to $787.50 today, that's only a 21.5 percent correction, while always more volatile silver is down 37.4 percent. Friends, these are normal, not outlandish corrections. Sober up.


    Out with the worst of it: If the silver price is correcting its entire rise from November 2001 at $4.025, a 38.2 percent correction would carry to $14.253; a 50 percent correction to $12.30 (nearly seen today); a 61.8 percent correction to $10.35.


    Assuming that the gold price is correcting the move from $255.1 in February 2001 to $1,003.2 last March, 38.2 percent correction carries it to $717.43, 50 percent to $629.15, 61.8 percent to $540.87. Carefully mark that these are not my projections, only what is possible at those commonly seen correction percentages.


    On the other hand, if silver and gold prices are correcting the 2006 to 2008 moves, then gold hit its 50 percent correction level today at $782.60, and silver finished its correction today to the 75 percent level.


    Crazy, am I? Five years into a bull market in 1987 the Dow plunged more than 30 percent in just four days. Was the bull dead? Hardly, since it rose more than 10 times in the next 12 years.


    Bottom line: Silver and gold remain in a powerful bull market with another seven or more years to run. The bull market is handing you a gift: Buy. The bottom was probably seen today, but recovery will take a while. The dollar rally may carry to 82 but will peter out in three months at most, probably sooner. Stocks may reach 12,500 but will come down hard thereafter.


    http://www.gata.org/node/6492


    grüsse
    auratico


    Hier ein Erklärungsversuch dazu von Tom Szabo auf http://www.silveraxis.com. Stammt zwar vom 13.8. in Erwartung der Zahlen vom gestrigen Freitag, aber wie man inzwischen sehen kann, hat sich beim Open Interest bei Silber seitdem nichts gross verändert - im Gegensatz zum Gold, wo schon seit Beginn des Abverkaufs auch das Open Interest deutlich zurückging.


    Ich übersetze mal den ersten Abschnitt (sonst jammert Schablonski wieder):


    "Warum also ging der Preis des Silbers derart heftig zurück, dass es sogar für Silber höchst ungewöhnlich war? Überraschenderweise kam dies nicht durch Netto-Glattstellungen auf den Terminmärkten zustande, wo die üblichen Verdächtigen eigentlich sitzen. Das Open Interest zeigt sich bei COMEX-Silber seit Beginn des Crashs, anders als bei COMEX-Gold, weitgehend stabil zwischen 130.000 und 140.000 Terminkontrakten. Wie konnte dann der Preis so stark zurückgehen, wenn doch niemand verkauft hat? Tja, ich sagte nicht, dass niemand verkauft hat; ich sagte, dass es keine Netto-Glattstellungen gegeben hat. Anders ausgedrückt: Jemand hat (womöglich in Panik) verkauft, während ein anderer auf noch niedrigerem Kurs (möglicherweise mit einem Lächeln auf den Lippen) gekauft hat. Ich bezweifle, dass es auf der Seite der Commercials zu nennenswerten Eindeckungen mit Silber gekommen ist, denn dies hätte zu einer Reduzierung des Open Interest führen müssen ( am Freitag nach der Veröffentlichung der COT-Daten werden wir mehr wissen)."



    So why did the price collapse so violently that it was even uncharacteristic for silver? Surprisingly, it wasn't due to net liquidations in the futures markets, which is the usual suspect. Open interest in COMEX silver, unlike COMEX gold, has held steady at around 130,000 - 140,000 contracts (futures only) since the crash began. So, if nobody was selling, how is it that the price could fall so much? Well, I didn't say nobody was selling, I said there were no net liquidations. In other words, somebody was selling at a low price (likely in a panic) while somebody else was buying at even a lower price (probably with a smile). And I doubt there was a lot of commercial short covering in silver, because that should have reduced the open interest (we'll know better when the COT report comes out this Friday afternoon).


    Er fährt nun fort mit einer Erklärungsvariante, derzufolge jemand (Hedge Fonds bzw. solventer Grossinvestor, Gruppe von Tradern) einfach an der Seitenline auf eine solche Situation wartet und dann mit überschaubarem Einsatz heftig am Bäumchen rüttelt, was in dem ungleich grösseren Goldmarkt so einfach nicht möglich wäre. Er fragt sich sogar, ob sich hier peu à peu jemand auf die Spuren der Hunt-Brüder begibt:


    Instead, I believe a trader or group of traders may have goaded the silver selloff into its extreme state of violence by attacking obvious support zones where many stop loss orders are expected to be sitting. This may have triggered the domino effect that each time took silver down by about 50 cents absent a similar move by gold or any other market. Interestingly, several of these 50 cent selloffs occurred in the after hours Globex session where trading is already somewhat thin, which of course made the trick easier to accomplish. I was personally trading during several of these selling episodes and very carefully observed in real time exactly what was happening on both the Globex and CBOT (mini-silver).



    Yes, I know, this sounds a lot like those conspiracy theories about a cartel whose job is to keep the gold and silver price suppressed no matter what. Well, I've already pointed out that COMEX gold has seen substantial contract liquidation, which is consistent with a capitulation by speculators just like every other time gold has taken a big dive. No mystery there. And even if there were a cartel, we must still put most of the blame on the hot money A-holes for making every decline so dramatic. At the same time, we must also credit them for making every advance so dramatic.


    In any case, what I'm about to point out about silver is that a relatively small player, perhaps a very wealthy individual, a descent-size hedge fund or the like -- and not necessarily a cartel with unlimited resources -- could have played a big hand in the recent blood-letting. I'm not saying any individual or group was responsible for the decline itself since silver and gold had clear reasons to do that, many of which I've already discussed (including the key failure of September silver to surmount $17.985 or to hold $16.035). It's just that the severity of silver's recent fall defies conventional explanation.



    It's as if someone was literally shaking positions loose and then snapping them right up. Time and time again. Now, there are other possible explanations for what I personally witnessed, but the theory I've come up with has the advantage of being both plausible and intriguing. To wit, someone may have been looking to accumulate a rather large position in silver at a decent price. Clearly it would have to be someone with deep pockets who didn't care about the mounting losses on the many positions already acquired while the plumbing operation continued. In the end, this trader or traders may have accumulated as few as several thousand contracts or perhaps more than 20,000. The upper figure doesn't come cheap--I calculate the cost including margin might be as high as $500 million. Still, that amount is entirely within the reach of many individuals and funds. It also tends to demonstrate the desire to have the position in place quickly but to hold it for some time.


    The crazy thing is that the lower end of my theoretical haul--just a few thousand contracts--could possible account for a dollar or perhaps even two dollars of silver's decline.



    Why didn't this happen in the gold market? Because it is too big for something like this. A trader would have to commit ten times as much capital or more and still could not move the gold price by a similar amount. Besides, this trader wanted silver, not gold. What intrigues me is that I may have stumbled across the first sign that a 21st century version of the Hunt Brothers might be active in the silver market right now, quietly accumulating positions. If so, this is no mere Hunt wannabe judging by the sophistication of the first confirmed operation.


    grüsse
    auratico

    Es gibt m.E. unbestreitbar eine hohe Korrelation und auch einen kausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation. Er ist aber nicht immer einfach und kurzfristig erkennbar.[/b]


    Es ist sogar völlig unmöglich, einen kurzfristigen oder gar mittelfristigen Zusammenhang zwischen M3 und akuten Inflationsentwicklungen nachzuweisen. Jedenfalls ist es noch niemandem gelungen. Gegenbeweise wären höchst willkommen. M3 steigt seit 4 Jahrzehnten global stetig an, ohne dass dies irgendeine vorhersehbare Korrelation z.B. zum Öl- oder Goldpreis oder zu den Wechselkursen gehabt hätte. Oder noch viel bedeutender: zu den Zinsen. Wie oft schon sind trotz temporär starkem Anwachsen der Geldmenge die langfristigen Zinsen kollabiert? Da wäre man schon in den 80er Jahren sehr schlecht beraten gewesen, sich auf M3 zu berufen, während die anderen stramme Gewinne an den Aktienmärkten machten.


    Mit einem solchen "Instrument" im Rücken, so eindrücklich es als Grafik mit diesem enormen Aufwärtstrend seit 40 Jahren auch aussehen mag, liess sich, ausser einer bedrohlichen Aussicht auf einen möglichen monetären Crash "Irgendwann", überhaupt keine Investitionsentscheidung treffen. Ich erinnere mich noch gut, dass einer der führenden Proponeten der "Österreichischen Schule" in USA, der liebenswerte Profesor Hans Sennholz vom Grove City College, zwar ständig den Zusammenbruch des Finanzsystems aufgrund der immensen Geldmengenausweitung für möglich hielt, doch gleichzeitig spekulierte er höchst erfolgreich und vergnügt mit Immobilien. Er ist letztes Jahr als vermögender, hochbetagter Mann verstorben, die wild ausufernde Geldmenge M3 hat ihn überlebt.


    M3 steigt z.B. auch an, wenn, wie derzeit, Unsummen einfach in Geldmarktfonds geparkt werden. Und das hat überhaupt keine inflationssteigernde Wirkung, ganz im Gegenteil - trotzdem steigt M3 dadurch an.
    Auch ist das, was oft so indifferent als M3 bezeichnet wird, keinesfalls in jedem Land genau das gleiche Geldmengenaggregat. So werden etwa in USA ( auch wenn dort M3 offiziell nicht mehr veröffentlicht wird) auch die Dollar-Devisenbestände der meisten nichteuropäischen Länder mitgerechnet. Auch dies ist von grosser Bedeutung für die Betrachtung des US-M3 im Gegensatz zu anderen Währungen.


    grüsse vor dem Urlaub
    auratico


    Allein schon die Dollar-Rallye heute nach den miserablen US-Inflationszahlen ist ein Witz. In den letzten ca. vier Wochen haben sich die Märkte fast völlig von den Wirtschaftsdaten abgekoppelt, die Manipulation wird immer offensichtlicher. Die letzten schrillen Takte der Titanic-Musikkapelle!?


    Sooo geheimnisvoll und voller undurchsichtiger Manipulation ist die Sache an dieser Stelle nicht. Die Finanzmärkte bestehen immer mehr nur noch aus kurzfristigen Wetten. Dies bedeutet nach den erschreckenden US-Inflationsdaten von heute, dass die Währungshändler praktisch fix davon ausgehen, dass die Fed die Zinsen anheben MUSS, während die EZB NICHTS machen wird. Praktisch unmöglich, dass sich der Goldpreis in kürzerer Sicht diesem Getümmel elegant nach oben entziehen kann. Er wird derzeit von den Zinserwartungen zwischen diesen beiden Währungen zerzaust. Um $ 800 herum wird im Moment weltweit physisch gekauft, vor allem in Indien.


    Wie viele hier haben in den letzten Wochen und Monaten geschrieben, sie wünscheten sich einen Rücksetzer, um - wie es hier oft heisst - "noch einmal nachlegen zu können"?
    Diese Gelegenheit ist jetzt da.
    Noch krasser bei den Minenwerten - siehe angehängten Chart


    grüsse
    auratico

    Zitat

    [quote='teeri',index.php?page=Thread&postID=292567#post292567
    Watch out. Cramer und Co., die Verbrecher, werden euch evtl. köcheln. Schaut BQI an!



    Good Luck! :thumbup:[/quote]


    @ teeri


    Ich brauche den Cramer nicht für meine Entscheidungen, sondern habe das als denkwürdiges Kuriosum in dieser wilden Situation hier eingestellt. Es trifft sich aber dennoch mit meiner gegenwärtigen Einschätzung, und die ist bullish für die Minen, ganz besonders die oben erwähnte Agnico Eagle.


    grüsse


    auratico

    Die Goldaktien haben die Erholung des Goldpreises um einen Tag vorweggenommen. Kunststück, könnte man freilich sagen, nach dem epischen Rückgang zuvor.
    Aber die rasche Erholung eines Standardwertes wie Agnico Eagle ist schon erstaunlich. Die empfiehlt nun sogar der hysterische Jim Cramer seinen Zusehern. Und die haben dann wohl auch gekauft. Der CEO von Agnico Eagle vergleicht die Situation mit den Ereignissen von Mai/Juni2006. Er glaubt, dass es wie damals nach dem 20%igen Rückgang in sehr ähnlicher Weise wieder nach oben gehen wird.
    Wer überhaupt (noch) etwas mit EM-Minen zu haben möchte, dann wohl jetzt. Nachtrauern gilt dann nimmer.


    Now is the time to get back into gold equities, Agnico-Eagle Mines CEO Sean Boyd told Cramer Tuesday.


    Gold’s decline to $819 and change from a high of $980 is no different from the pullback that bullion saw back in May 2006, Boyd said. At that point, gold was at $725, a 26-year high at the time, and it declined 20% twice over the span of three or four months. Now we’re seeing another decline near that level, and it’s happening right before gold’s traditional strong season of September and October.


    http://www.cnbc.com/id/26158516


    grüsse
    auratico

    Die Unterstützungslinie ist exakt dort, wo so seltsame, nennen wir sie mal irgendwie unvollständige Menschen mit abnorm großen Brüsten das Gold in Schmuckform aufkaufen, im es sich an Finger, Zehen und Handgelenke zu stecken oder um den Hals zu hängen, ihre Ohren damit zu durchlöchern 0der es in ihre Kleider einweben zu lassen......


    alles klar?!.


    Und dieser Punkt ist nun erreicht, mit oder ohne "abnorm grosse Brüste". Indien bleibt - wie lange noch? - der interessanteste Indikator für physische Goldkäufe. Diese sind in den vergangenen Monaten dramatisch zurückgegangen und fast zum Stillstand gekommen. Der Goldpreis fällt in den vergangenen Tagen auf ein Siebenmonatstief herab (dort hatten die Inder zuletzt aufgehört zu kaufen), und schon bilden sich wieder die Schlangen vor den bereits verwaisten Goldgeschäften.


    Wahrscheinlich wird dieser abrupte Kaufrausch auf dem Subkontinent nicht anhalten, sollte sich der Preis wieder rasch auf $ 900 hinbewegen. Ich selbst hatte irrtümlich gedacht, dass der Goldpreis den Indern eigentlich schon auf längere Zeit davongelaufen sei und sie sich schmerzlich daran gewöhnen müssten, dass die traditionelle Menge an Goldschmuck (nicht die dafür eingesetzte Menge Fiat-Geld), der zu einer Hochzeit gehört, für viele nicht mehr erreichbar sei. Jetzt kann man nach dieser langen Kaufzurückhaltung erkennen: bei ca. $ 800 liegt derzeit die Hemmschwelle. Ausserdem kommt der Rückgang natürlich günstig für die bevorstehende Hochzeitssaison.



    Gold Rallies From Seven-Month Low on Jewelry, Investment Demand


    By Chanyaporn Chanjaroen


    Aug. 13 (Bloomberg) -- Gold rebounded in London as jewelry and investment demand revived after the price of the metal declined to a seven-month low. Platinum and silver also gained.


    There has been ``a lot of demand'' for gold from jewelers and investors after prices fell close to $800, Afshin Nabavi, a senior vice president at MKS Finance SA in Geneva, said today by phone. ``That probably saved gold from collapsing.''


    India, the world's biggest buyer of bullion, may increase imports for the first time in 11 months as jewelers rebuild inventories before the festival season starts this month, said Suresh Hundia, president of the Bombay Bullion Association Ltd. Imports fell by more than half in the 10 months ended July 31 from a year ago.


    ``Demand has been so much in the last couple of days that banks and other importers have run out of supplies,'' Hundia said yesterday in a phone interview in Mumbai, where the grouping of 230 trading companies is based. ``If the price keeps falling, there's no reason why people won't continue to buy.''


    http://www.bloomberg.com/apps/…modities&sid=a6bH.FNtkNR0


    grüsse
    auratico

    Auch wenn es viele Edelmetallfreunde nicht so gerne hören wollen: Noch haben sich Gold und Silber nun wirklich nicht von den Entwicklungen in anderen Anlageklassen emanzipieren können. Deshalb sind diese ewigen Fragen à la : Wie tief kann Gold noch fallen, wo ist die nächste Unterstützungslinie etc.? auch so öde. Die vermeintlichen Unterstützungslinien werden ohnehin viel zu oft wie Butter durchschnitten, als dass sie noch von grösserer Bedeutung sein könnten, wenn die Black Boxes erst einmal ihre Betriebstemperatur erreicht haben.


    Die Edelmetalle sind nur im Zusammenspiel mit grossen Währungen, Rohstoffen, Zinsen und Zinserwartungen zu sehen. Was soll sich daran in den letzten Tagen geändert haben?
    Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung wird von den Big Players (und es geht immer nur um die, alle wollen nur wissen oder erahnen, was diese tun werden, um dann das Gleiche zu tun) inzwischen für die USA als höher eingestuft als eine weitere Zinserhöung durch die EZB. Ob es dann so kommen wird oder nicht, wird man erst abwarten müssen, aber das ist jedenfalls die Stimmung, und diese macht die Kurse, immer schon. Also zieht der Dollar erstmal davon und viele mit ihm zu einfachen Gewinnen auf diesem Riesenmarkt.


    Der Ölpreis ist bekanntlich stark gefallen, zusammen mit praktisch ALLEN zuvor gut gelaufenen Rohwaren wie den noch vor kurzem als endzeitmässig knapp beschriebenen Agrarrohstoffen (z.B Kakao (-8,9%), Mais (-11,4%) oder Sojabohnen (-13,5%)). Der Dollar erlebt einen Höhenflug, der Euro und das Gold als Antidollar bekommen den Hammer ab, weil eben plötzlich klar wird, dass es in unseren Breitengraden auch dick rezessionistisch zugeht und weite Teile der EU ebenso prekär dastehen wie die USA.


    Die deutsche Staatsgarantie für eine vergleichsweise Winzbank wie die IKB ist mit bisher 9 Milliarden ja schon fast halb so hoch wie die einem ungleich grösseren Monster wie Fannie Mae nachgeschossene Summe, und die Spanier holen sich das Geld bei der EZB ohnehin schon im Tagesrhythmus ab. Das steht aber komischerweise in unseren Breitengraden auf Seite 28 in der Zeitung, während man den Eindruck hat, schon bald jedes in USA zwangsversteigerte Haus mit Schild vor der Türe aus den Medien zu kennen . Es bahnt sich ein klarer Sentimentwechsel an, anders sind derart krasse Übergänge nicht mehr zu erkären.


    Warum rührt sich der Ölpreis angesichts der Kaukasuskrise kaum vom Fleck? Weil die aktuelle Marktstimmung für Öl ultrabearish ist. Noch vor wenigen Wochen wäre der Ölpreis bei einem solchen Ereignis gleich um 15 Dollar in die Höhe gesprungen. Dies alles heisst freilich überhaupt nicht, dass sich hier ein Langfristtrend entwickelt, was angesichts der chaotischen Situation der Finanzmärkte ohnehin fast ausgeschlossen ist. Aber einige Monate kann es allemal dauern - genauso, wie zuvor innerhalb einiger Monate die Nahrungsmittelfutures in den Orbit geschossen wurden.


    Praktisch ALLE Spekulanten im Rohstoffbereich inkl. Gold und Silber sind mit geliehenem Geld und dementsprechend auf Margin unterwegs. Nach oben und nach unten hin. Auf jeden steilen, gehebelten Anstieg folgt, zumeist noch viel rascher, ein ebenso hebelbedingter Abstieg. Dies könnte nur in einer Paniksituation anders sein (extreme plötzliche Rohstoffknappheit wg. Katastrophe, völliger Zusammenbruch des Finanzsystems, umfassende Kriegssituation etc.). Wenn sich ein Trend in eine Richtung leise abzeichnet, wartet man noch auf die publizistische Begleitmusik, die einige Wochen braucht, um die Kanäle zu ölen und eine möglichst schlichte Hauptstory zu etablieren, die sich unbedingt in den Mainstream-Medien durchsetzen muss, um dann den Turbo einzuschalten (z.B. bis vor wenigen Wochen Lebensmittelknappheit, Bevölkerungzuwachs oder nun eben Euro-Rezession usw.). Manchmal wartet die Meute aber auch förmlich auf ein abruptes rhetorisches Signal wie zuletzt bei Trichets Äusserungen, die eine längere publizistische Vorbereitungszeit überflüssig gemacht haben und wesentlich mehr auf die Märkte einwirken als Putins Panzer in den Bergen.


    Wer mit Gold, Silber oder herkömmlichen Rohstoffen saftig verdienen will, kann das nur über Hebelwirkung erreichen, und da hier das Risiko enorm ist, weil der Hebel eben auch nach unten wirkt, kommt es wohl nur für wenige Normalverdiener mit familiärer Verantwortung in Betracht und erfordert förmlich einen sechsten Sinn für die Materie. Für alle anderen, deren längerfristige Perspektive feststeht, muss weiterhin gelten, dass man nach einem Rückgang ohne Hektik eine Konsolidierung abwartet (eine längere "fishing line", kein fallendes Messer auf Tagesbasis), um sich dann wieder einzukaufen. Die grosse Kohle aber wird derzeit natürlich nur mit der immensen Volatilität gemacht. Wer dieses heimtückische Biest beherrscht und emotionslos die richtigen (!) Entscheidungen trifft, konnte in den vergangenen Wochen und Monaten unglaublich Kasse machen. Erst nach oben, dann nach unten. Mit dem Dollar dann wieder nach oben undsoweiterundsofort. Und demnächst?


    grüsse
    auratico