Beiträge von auratico

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    Original von Trollkönig
    Aber warum der Dollar steigt ohne Ende, weis sicher auch hier kein Mensch oder???


    Und Gold in Dollar schon wieder auf weit unter 900.....


    Sowohl die asiatischen als auch die europäischen Börsenwerte sind in einem erheblichen Ausmaß im Besitz von US-Anlegergruppen, also vor allem Mutual Funds und Pensionskassen. Bei einem kleinen mitteleuropäischen Börsenplatz wie Wien sollen es z.B. ca. 45% sein, bei einer Gesamtquote von insgesamt 60% an ausländischem Börsenkapital. Nichts anderes gilt natürlich für die Emerging Markets von Polen bis Südamerika.


    Wenn nun so radikal wie in den letzten Tagen dieses in den jeweiligen Landeswährungen notierte Kapital im Eiltempo zurück nach USA fließt, kann der Dollar nicht anders als kräftig steigen. Dies ist eine absolute währungstechnische Notwendigkeit und hat nichts mit einer längerfristigen "gesünderen" Verfassung des US $ zu tun.
    Der immense Reichtum an US-Auslandsinvestitionen wird immer noch viel zu sehr unterschätzt.


    grüsse


    auratico

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    ]Original von PMChris[/i]
    Das Problem liegt nicht bei den Bondversicherern selbst. Ob die mit mit ein paar Milliarden Pleite gehen oder nicht, ist egal. Das Problem sind deren versicherte Bonds. Die behalten ihr Rating von z.B. AAA nur, wenn auch deren Versicherer ein AAA Rating hat. Verliert der Versicherer sein Rating, verliert der Bond sein Rating. Jetzt gibt es jede Menge


    Sorry, aber diese Argumentation ist gewagt. Da den Bonds mit Mißtrauen begegnet wird, muß dies angesichts der dünnen Kapitaldecke von deren Versicherern und Rückversicheren natürlich auch für diese gelten. Genau dies geschieht im Moment.


    Wenn mein Haus abbrennt und die Versicherung kann den Schaden bezahlen, ist die Sache halb so schlimm. Wenn die Versicherung aber von vornherein bereit war, das Haus angesichts des Risikos viel zu wertvoll einzustufen, ist das eine andere Sache, nämlich ein systemisches Risiko, wenn eine solche überzogene Einschätzung zur Regel wird.


    Völlig unzureichend ist das ganze Rating-System als solches. Anstatt einen offenen Markt mit herkömmlichen Geld/Brief-Spannen, Clearing-Stellen etc. zu schaffen, beruht das gesamte Schicksal eines riesigen Anlagesegments auf den Einschätzungen einiger Agenturen, die umso mehr verdient haben, je besser ihrer Ratings ausfielen. Auf Dauer, wie man sieht, ein Selbsmordkommando.


    Zitat


    Warren Buffet möchte nur Municipal Bonds also Schulden von Kommunen und dem Staat versichern. Hat für die schon ausgegebenen Bonds also keinen Einfluß.


    Da die eigentlich wesentlich sicheren Municipal Bonds nun zusammen mit ihren Bondversicherern auch mit in den Dowgrading-Strudel geraten, ist es sehr wohl möglich, daß große Tranchen davon neu aufgestellt werden und dann z.B. von Warrren Buffet übernommen und refinanziert werden. Im Moment ist in USA Staatsinterventionismus pur angessagt, grundsätzlich sind nun fast alle Eingriffe zur Systemrettung vorstellbar.


    grüsse


    auratico

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    Original von GOLD_Baron
    The new phrase that can't be uttered is "systemic risk," and with bond insurer Ambac (ABK - Cramer's Take - Stockpickr) losing its triple-A credit rating from Fitch Ratings on Friday, the real risk of a financial disaster will be widely whispered into the next week amid the possibility of more downgrades for the industry.


    Die Situation der Bond-Versicherer verschärft sich in unglaublichem Tempo. Sie werden in der kommenden Woche und darüber hinaus im Mittelpunkt der Krisenberichterstattung stehen.
    Eigentlich müssten die verzweifelten Bemühungen zur "Systemrettung" nun hier einsetzen, d.h. es sind Firmen wie Ambac, MBIA etc., die blitzschnell mit milliardenschweren Geldspritzen quasi verstaatlicht werden müssten, um auch nur etwas Zeit zu gewinnen. Denn für diesen hochtoxischen Schrott wird sich ganz gewiß kein noch so solventer ausländischer Staatsfonds finden lassen.
    So ruht die ganze Hoffnung der Branche nun auf dem Säulenheiligen Warren Buffet, der aber wird sein angekündigtes Anleihen-Versicherungsgeschäft wohl nur bei wesentlich höheren Risikozinsen (und vielleicht sogar Staatsgarantie?) in Betrieb nehmen.


    Völlig absurd ist auch, wenn man sich einmal vorstellt, wie die Anleiheversicherer ihrerseits ihre Geschäfte wieder bei weiteren Rückversicherern versichert haben. Die meisten dieser zumeist kleinen, wenig bekannten Rückversicherer (soweit bisher bekannt ) sind angesichts der Summen, um die es hier geht, vollkommen unterkapitalisiert. Kaum eine hat mehr als 1 Milliarde $ auf der Seite.
    Wenn aber herauskommen sollte, daß hier vielleicht doch auch die großen europäischen Rückversicherer mitgemischt haben? Bisher behaupten sie immer noch, sie hätten mit diesen windbeuteligen Geschäften nichts zu tun gehabt. Mal sehen...


    Interessant und lächerlich zugleich, wie scheinbar das gesamte Schicksal der Anleiheversicherer nun davon abhängen soll, ob ihnen ein oder zwei "A´s" ihrer bisherigen Rating-Einstufung gestrichen werden sollen.
    Es könnte gut sein, daß dieses jetzt schon so angeschlagene System der Rating-Agenturen schon bald vollkommen bedeutungslos wird, wenn nun nicht sofort x-Milliarden in die Anleiheversicherer fließen, damit diese ihre wackeligen Sternchen noch eine Weile behalten können.


    Er hier hat aufs richtige Pferd gesetzt und mit Shorten von MBIA-Aktien in kürzester Zeit ein Vermögen gemacht:


    http://www.youtube.com/watch?v=IdpoamnN49A&NR=1


    grüsse


    auratico

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    Original von elsilbero
    Ein Leuschel z.B., der seit 1990 fast ständig von crash spricht und ebenso ein dottore, dessen Wissen ich nicht absprechen will, der aber schon während meiner Studienzeit Anfang der 80er Jahre "Anticrashseminare" gehalten hat und Gold als einzig seelig machendes Überlebensvehicel ansah, zu einem absolut falschen Zeitpunkt, solchen Leuten begegne ich dann doch mit Zurückhaltung.


    Zu Beginn der 80er Jahre, als die US-Wirtschaft schon einmal verheerend darniederlag, sahen vor allem deutsche Ökonomen aus der Generation von dottore dies bereits als den Anfang vom Ende an - als notwendige Folge des durch die US-Regierung ein Jahrzehnt zuvor aufgekündigten Goldfensters. Gerade deutsche /deutschstämmige Hartwährungsökonomen ( Richenbächer, Sennholz etc.) konnten sich einfach nicht vorstellen, wie die USA aus dieser Schei... herauskommen sollten, ohne daß wieder Rekurs zum Gold genommen werden müßte.


    In diesem Punkt haben sie die Dehnungs- und Verzögerungsmöglichkeiten sowie die dann folgenden fundamentalen globalpolitischen Veränderungen unterschätzt. Vom Siegeszug des financial engineering mit seinen exotischen Derivatkonstruktionen ganz zu schweigen. Obwohl gerade dottore in leitender Funktion bei der BILD schon hätte wissen können, wie dehnbar die Wahrheit ist.
    Aus den oben erwähnten Gründen haben solche Leute, von denen ich selbst einige in der Familie habe, wohl auch ihr Gold sogar über die dann folgenden goldfeindlichen Zeiten mit Verlust weiter gehalten.


    Ähnlich alarmiert wie dottore reagierte zuletzt auch der geschätzte Jim Sinclair.
    Dieser hatte (auf: http://www.jsmineset.com) etwas ungewohnt diffus davon gesprochen, daß nun alles aus sei, wenn die US-Regierung nicht eine irgendgeartete Notaktion im großen Stil ("emergency action") einleiten würde. Das dürftige 150 Milliarden $-Steuererleicherungspaket war damit explizit nicht gemeint. Was also dann?


    Gestern nun wurde etwas deutlicher, was damit gemeint sein könnte, nämlich nicht weniger als ein gewaltiger Staats-Bail Out der großen Banken und deren Verbindlichkeiten nach dem Muster des "Resolution Trust Corp". Mit dieser vom Kongress gebilligten Sozialisierung von Verlusten wurde zuerst 1979 Chrysler herausgebombt und einige Jahre später das bankrotte System der US-Sparkassen.
    So etwas in dieser Art könnte also wieder kommen, allerdings bleibt dafür nicht mehr viel Zeit. Einen Riesenpool also, in dem dann Unsummen von nicht mehr funktionsfähigen Anleihederivaten auf unbestimmte Zeit geparkt würden, während der Steuerzahler per Inflation die Bankverluste abwursteln muß.


    grüsse


    auratico

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    Original von Eldorado


    Gold geht so oder so au die 1500 $ meint er,egal ob Krise oder keine,die Inflation ist der Ausloeser.
    ]


    So sieht wohl die Sichtweise der meisten Inflationisten aus ( zähle mich auch dazu). Demgemäß würde es einfach wieder einmal, wie gewohnt, die ohnehin schon gebeutelte Mittelklasse treffen, deren Kaufkraft schwindet und die eben für die durch den Bail Out entstehende Inflation zur Kasse gebeten wird:


    "Unfortunately what will happen is an explosion of inflation and that will be a crisis. Every lower and middle income earner in this country will pay for this bail out because their paychecks will now buy less and less in the future. Their standard of living will decrease. As usual the insidious paper money system will rob the poor and the lower and middle income earners (via inflation) and redistribute that wealth to the rich (the banks and the Wall Street firms that are being bailed out). There is no free lunch. But whenever one shows up, know that someone is paying. "


    Die Crash-Propheten hingegen sind der Ansicht, daß der riesige Haufen an zunehmend wertloser werdenden bzw. nicht mehr marktfähigen Derivatpapieren zu einem Crash führen wird müssen.
    Diese Argumentation kommt bei dem schön nüchternen Artikel von Gerbino so gut wie nicht vor.


    Die unterschiedlichen Lager teilen sich genau an dieser Stelle: bedeuten rasant wertloser werdende exotische Derivate "nur" Verluste bei den Banken, Versicherern und Brokern, die über Inflation monetisiert/sozialisiert werden können - oder ist der Druck schon so gewaltig und eben in diesem Ausmaß überwältigend, daß diesmal die Reißleine gezogen werden muß?


    Seltsam, mit welcher Sicherheit die jeweiligen Lager ihre Positionen als unumstößlich vortragen.


    grüsse


    auratico

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    Original von GOLD_Baron


    Die Rede von Bernanke kann doch nicht wirklich so stark ins Gewicht gefallen sein!


    Natürlich nicht, das kann Sinclair unmöglich gemeint haben, dieses offenkundige "Pressepaket" mit ein wenig Steuererleichterungen und einer längst eingepreisten Zinssenkung.
    Es müsste vielmehr ein abenteuerliches Eingreifen des PPT auf den Aktienmärkten gemeint sein, so deutlich, dass es wohl noch jedes Kind mitbekommen würde.


    Also, ich bin jedenfalls gespannt .
    Von Herrn dottore hingegen bin ich solchen Dauer-Alarmismus schon gewohnt noch aus seiner Zeit als Vize-Chefredakteur bei BILD seinerzeit.


    grüsse


    auratico


    Angesichts seiner sonstigen Gedankenschärfe empfinde ich den nebulösen Ausdruck "emergency action" als bemerkenswert unbestimmt von Sinclair. Ansonsten aber hat er sich mit seinem jüngsten Alarm diesmal so weit aus dem Fenster gelehnt wie nie zuvor und wird natürlich ab jetzt an diesem schier unglaublichen Szenario gemessen werden, das sich ihm zufolge blitzschnell und bereits in den kommenden Tagen abspielen würde, z.B:


    "The auto industry might as well go into liquidation this coming Monday, avoiding the June 2008 rush.
    The US dollar would burn a hole in the floor going directly to .5200 or lower.
    As the dollar disintegrates gold would rocket to and through $1650 in days.
    The markets for general equities would all have to institute total trading halts every 100 points on the downside for 30 minutes each. "


    Das ist diesmal mehr als nur starker Tobak. Wenn es in diese Richtung gehen sollte, wäre Sinclair über Nacht berühmt und die Finanzwelt wäre vollkommen zerstört. Andernfalls hingegen müsste man doch annehmen, daß der erklärte Buddhist Sinclair doch viel mehr auf seine diversen Maya-Kalender und ähnliche esoterische Glaskugeln blickt, als sich seinen bisherigen Kommentaren entnehmen ließ.
    Also von mir aus könnte der Untergang schon noch etwas auf sich warten lassen...


    mit grüssen kurz vor dem Armageddon


    auratico


    Hallo gutso!


    Wenn du Zeit hast, kannst du mal in den neuen Artikel von Jim Willie zu diesem Thema reinsehen (manchmal werden seine Sachen auch von GS nach einigen Tagen auf deutsch veröffentlicht).
    Da äußert er sich umfänglich zu den im chinesischen Bankensektor lauernden Gefahren (60% "non performing loans"!) und zu der Wahrscheinlichkeit, daß die sich nun anbahnende Staffelübergabe bei globalen Großinvestitionen wohl nicht ohne etliche Friktionen abgehen wird:


    "A conclusion comes to mind: CHINA IS THE PREMIER CAPITALIST NOWADAYS, as the US crackpots suffer the losing fate of their lunatic financial engineering, chronic inflation, counter-productive emphasis on war, and mindless economic policies. BUT, China has banking challenges extending to its rapid industrial expansion. The handing of the baton from the US to China will not be smooth. The music in the background is "Glory Days" by the boss Bruce Springsteen, played for GOLD and its numerous investment trombones."


    http://www.321gold.com/editorials/willie/willie011608.html


    grüsse


    auratico

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    Original von Halbtoter
    hab 4 x 50 gram und wollt mir nen 5. kaufen. hätt aber lieber nen 250 gegossenen Barren nur wechselt die bank nicht 5 50 gegen einen 250 gramm barren kostenlos um. wenn der kurs aber über nacht nciht steigt kann ich jetzt noch bei der bank die 4 für den heutigen preis verkaufen und morgen um den morgigen preis den gegossenen kaufen. dafür darf aber der Preis nicht wieder steigen


    Bitte diesen informationsorientierten Thread in dieser wichtigen Phase nicht mit solchem Kinderkram zuzumüllen! Dafür gibt es ja einen Einsteiger-Thread. Und überdies sind deine bisherigen Stückelungen durchaus vernünftig. Die Goldanlage ist doch kein Lego-Spiel, wo es darum geht, wer sich über Nacht das grössere Klötzchen gebaut hat.


    Und denk doch auch einmal in die umgekehrte Richtung: einen gößeren Barren bekommst du im Bedarfsfall auch wieder nur zur Gänze verkauft, auch wenn du vielleicht nur einen Teil davon veräussern möchtest.


    grüsse


    auratico


    Unfassbar, was sich da abspielt!


    Paulson & Company (Paulson war früher einmal bei Bear& Stearns) lagen mit ihren Shortpositionen auf den Subprime-Sektor goldrichtig und haben damit Milliarden verdient.


    Dies war nur möglich, indem sie instinktsicher genau das Gegenteil von dem gemacht haben, was Greenspan mit seiner viel zu lang andauernden Niedrigzinspolitik erst möglich gemacht hatte, nämlich eine unglaubliche Blase im Häusermarkt zu schaffen.


    Wenn er nun im Greisenalter sich noch rasch auf die Seite der wenigen Gewinner seiner katastrophalen Finanzpolitk schlägt, ist dies an Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten. Ein trauriger "dirty old man" ohne jedes Rückgrat.


    grüsse


    auratico

    Es ist schon lustig anzusehen, wie viele selbsternannten neuen "Goldexperten" jeder Anstieg in den Medien produziert. Die letzten Wochen waren in dieser Hinsicht, wie schon Anfang 2006, wieder besonders eindrücklich.


    Doch einzig unsere Lieblingsfeinde von Goldman Sachs hatten ihren Kunden geraten, Gold für 2008 zu shorten. Nun, nur einige Wochen nach dieser gewagten Prognose, soll nun plötzlich wieder alles anders sein.


    In dieser Bude möchte ich auch einmal arbeiten und für jeden Stuss Millionen kassieren.
    Jetzt wird heftig zurückgerudert und Gold empfohlen:


    By Stuart Wallace


    Jan. 16 -- Goldman Sachs Group Inc., the world's largest securities firm, increased its gold forecast for 2008 through 2010 because of expectations for a U.S. recession in the second and third quarters and a weaker dollar.


    "The metal will average $915 an ounce this year, compared with an earlier estimate of $800, the bank said in an e-mailed report today. "


    Von wegen $ 800 in der alten Schätzung. Zur Erinnerung - noch im vergangenen Herbst hieß es von denen:


    “We see scope for acceleration through $770 to re-test the $600-650 levels prevailing ahead of the summer,” the team said."


    http://www.reportonbusiness.co…Story/SpecialEvents2/home


    grüsse


    auratico

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    Original von gutso


    Die Citigroup steht dann wohl vor der Pleite oder einer spektakulären Übernahme dieser (und weitaus interessanterer) Assets durch irgendwelche Geldgeber.
    Welcher Staat? / Welche Staaten?
    USA selbst? Nochmal China / Singapur? Nochmal Saudi Arabien / Dubai? ... etc.


    Gruß!
    gutso


    Und weiter geht es mit dem Abschreibungsbedarf. Kaum hat die Citigroup gestern ihre jüngsten Suprime-Abschreibungen mit 15% (schuldbewußt sogar 1% höher als das bisherige Rating von Standard & Poor´s) angegeben, schon hebt Standard & Poor´s flugs ihr Rating für den Abschreibungsbedarf bei den Subprime-Wertschriften auf 19% (!) an.


    Die gestern von der Citigroup veröffentlichten Zahlen sind damit schon wieder Makulatur. Außerdem werden nun auch die älteren Tranchen der Subprime-Papiere ("Vintage") herabgestuft werden bzw. auf die gesamte Laufzeit berechnet, was ohne Zweifel zu weiteren Liquidierungen führen muß.
    Im Klartext bleibt übrig: diese gesamte "Anlageklasse" ist einfach nicht mehr bewertbar, wenn sie es denn überhaupt jemals war.


    Nun hat die Citigroup aber neben 250 mrd $ Anlagevermögen im marktfähigen Level1-Bereich und den 135 mrd $ in Level 3 (das sind die Subprime-Papiere) auch noch 939 mrd im Level 2-Bereich angegeben. Wenn ich richtig gerechnet habe, sieht die Citigroup in diesem größten, bedingt marktfähigen Anlagebereich, bisher nur einen Abschreibungsbedarf von mickrigen 2%. Jede Wette, daß es dabei nicht bleiben wird.


    Den US-Banken bleibt nichts anderes übrig, als sich in atemberaubenden Tempo den solventen Herren aus China, Singapur, Abu Dhabi etc. auszuliefern. Wer hätte vor kurzem gedacht, daß diese sich abzeichnenden Reichtumsverschiebungen von der westlichen Hemisphäre in den Osten sich so dramatisch schnell schon in den Besitzverhältnissen der weltgrößten Banken niederschlagen würden?


    grüsse


    auratico

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    Original von St.Germain
    und das heisst jetzt auf "gut deutsch"? ?(


    wie ist das weitere sinnvolle vorgehen? :D


    Hat er (Sinclair) doch schon tausendmal wiederholt. Wer denn unbedingt handeln will: in die Stärke hinein bis zu einem ein Drittel (Goldminenaktien, Futures, Optionen, ETF-Anteile) verkaufen und bei den Rücksetzern als Käufer in Erscheinung treten. Er selbst sagt, daß er jeden Rücksetzer in der Höhe ab $ 25 beim POG kauft.


    Mit dieser zuerst nur abgekupferten und dann auch intellektuell verstandenen Strategie bin ich seit 2005 recht komfortabel unterwegs. Von den physischen Beständen habe ich allerdings noch nie etwas verkauft.
    Leider machen viele Leute das exakte Gegenteil, weil sie zuviel Angst bzw. Gier haben.


    grüsse


    auratico

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    Original von m106
    Weiß einer wie viel Umsatz die Citigroup in Q4/2007 gemacht hat? Die Zahl interessiert mich nämlich mehr als die Abschreibungen wegen der Subprimegeschichte. Wenn ein Land in de Rezession rutscht, sinken nämlich als erstes die Umsätze der Banken...


    Nicht der Umsatz der Banken ist der entscheidende Faktor, sondern deren sinkende Rentabilität und die steigenden Kreditkosten in einer beginnenden Rezession. Es gibt keinen mir bekannten positiven Konjunkturzyklus, der die Banken außen vor gelassen hätte. Der Gegenschluß stimmt eben auch.


    Es sind sehr wohl die Subprime-Abschreibungen und der sich daraus ergebende Kapitalbedarf, der bei der Betrachtung der Citigroup im Fokus stehen muß.
    Wie man dem Geschäftsbericht entnehmen kann, haben sie trotz der bisherigen Abschreibungen immer noch über 37 Milliarden $ Subprime-Schrott in den Büchern.


    http://www.citigroup.com/citig…080115a.pdf?ieNocache=281


    grüsse


    auratico

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    Original von Milly


    Also früher wäre Gold an so einem Tag 20 Dollar runtergegangen!


    Völlig richtig, man erinnere sich doch z.B. an Mitte Mai 2006. Damals ging von Dax über Emerging Markets über Rohstoffe bis hin zu Gold und Silber alles gleichzeitig in den Keller. Noch hält sich Gold, anders als die Aktien heute, doch erstaunlich gut.


    HUI/Xau-Aktien mit satten Gewinnen aus den letzten Wochen werden zur Verlustminderung in anderen Bereichen heute abgestoßen. Ist zwar kurzsichtig, aber da es so viele machen, auch wieder verständlich.
    Natürlich ist es jetzt schon vorstellbar, daß auch die Halter der diese Woche auslaufenden Gold-Optionen jetzt noch einmal zur Sicherheit Kasse machen wollen. Mit kurzfristigem Momentum läßt sich eben bei den Profis das meiste Geld machen - und zwar bekanntlich in beiden Richtungen.


    grüsse


    auratico


    Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gelangt, daß die zurückliegende Kursentwicklung der Uran-Werte sich fast ausschließlich dem Engagement hochspekulativer Investoren, also natürlich vor allem der Hedgefonds, verdankte - noch dazu in einem Kreditklima, wie es wohl so rasch nicht wiederkehren wird. Zwar wäre ich sehr an gegenläufigen Erklärungsversuchen interessiert, es fallen mir angesichts dieser absolut errratischen Vorgänge der letzten Jahre beim Uran aber keine überzeugenden ein. Richtiggehend öffentlich aufschlüsseln lassen sich die Aktivitäten der Hedgefonds nicht, weil sie hier ja keine Rechenschaft ablegen müssen, außer im Pleitefall.


    Die erklärende Begleitmusik der Uran-Hausse war natürlich die Betonung der Fundamentaldaten (Energieverbrauchanstieg, Ölknappheit etc.), doch diese Argumente waren dann vor einigen Monaten wie mit einem Streich weggewischt, als sich die zuvor kurstreibenden Hedgefonds wie über Nacht kollektiv aus dem Sektor verabschiedet haben und mit fliegenden Fahnen an die Öl-Terminmärkte abgewandert sind. Freilich könnten sie eines Tages wiederkehren (im Moment sitzen sie alle in Öl und Gold), und dann wird es, wie schon zuvor, gar nicht sosehr auf einzelne Titel ankommen, sondern es würde eben wieder den ganzen Sektor anheben.


    Wichtig an der Sache bleibt, daß ein Sektor, in dem es noch so gut wie keine anderen Großanleger gibt, von den nahezu lemminghaft kollektiv agierenden Hedgefonds fast nach Belieben orchestriert werden kann.
    Bei EM ist das allgemeine Interesse nun ungleich höher, die Aktivitäten der Hedgefonds sind zwar auch hier von Bedeutung, aber keinesfalls so bestimmend wie zuvor bei Uran und im EM-Explorersektor 2004-2006 (auch bei den EM-Explorern haben die Hedge Fonds fürs erste die Lust verloren, was sich an den Tagesumsätzen ablesen läßt).


    grüsse


    auratico

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    Original von Minos
    Zusammen mit der Zinssenkung in den USA kommt es zu einem raketenartigen Anstieg des POG, spätestens im März auf deutlich über 1200$. Das PPT greift zunächst nicht wie erwartet an der 1000er-Marke ein, sondern wartet bis selbst die hartgesottensten Spekulanten Gewinne mitnehmen wollen.


    Dann wird das PPT aktiv, die Spekulanten wollen raus und POG stürzt ab,...


    Zum Jahreswechsel 2008/2009 natürlich eine ordentliche Erholung ... :P


    Dies ist ein Szenario, das viel für sich hat, auch wenn der kurzfristige POG 1200$ mir etwas zu hoch gegriffen scheint. Doch daß das PPT allemal klug genug ist, sich nicht genau an der pseudomagischen, von den Medien dann noch wilder als jetzt schon gefeierten 1000$-Marke zu engagieren, macht durchaus Sinn.


    Vor allem würde ihnen jetzt noch niemand abnehmen, daß die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. In einigen Monaten hingegen, wenn noch mehr kurzfristige Spekulanten und Kleinanleger in den Goldmarkt gekommen sind, könnten sie dann versuchen, gleichzeitig mit einem inzenierten Absturz des POG die Rekonvaleszenzphase auszurufen.


    Man sollte nicht vergessen, daß trotz der für alle sichtbaren Krise der Finanzderivate deren Zahl immer noch zunimmt, so aberwitzig dies angesichts der letzten Monate auch erscheinen mag. Und das PPT ist und bleibt hier im Gold- und Ölbereich der mit Abstand größte Mover:


    "And also consider that the recent Gold breakout above its trend channel to all-time nominal highs could well be a Cartel-permitted or manufactured “lure.”


    And remember that the $1 trillion plus derivatives position makes The Cartel the biggest player in the Gold Market any time they wish to be. And the approximately $7 trillion in derivatives also reported by the Bank for International Settlements (http://www.bis.org.- then statistics>derivatives>Tables 19 and following) as available for commodities price intervention make The Cartel the biggest player in the Crude Oil market, if they choose to be, as well."


    http://www.financialsense.com/…deepcaster/2008/0111.html


    grüsse


    auratico