Vor knapp 10 Jahren ging man in den Medien noch etwas offener mit der Frage nach dem Verbleib des deutschen Goldes um. Im Folgenden ein Artikel eines dpa-Korrespondenten vom 5.6.1997, der in einer Regionalpresse erschien. Ich habe den Artikel als Bilddatei. Leider gelingt es mir nicht, ihn hier einzufügen.
Deutsches Währungsgold lagert in Manhatten
Nur der Abwurf von Atombombe kann Tresorraum gefährden
Von dpa-Korrespondent Peter Bauer
New York (dpa). Während sich Theo Waigel und die Bundesbank um die Neubewertung der deutschen Währungsgoldreserven streiten, lagert das deutsche Gold größtenteils in Manhatten.
Genauer gesagt: nur etwa 100 Meter von der Wall Street entfernt in einem riesigen unterirdischen Tresorraum der New York Federal Reserve Bank (Fed). "Wir haben hier 700 000 Goldbarren, die Währungsgoldreserven von insgesamt 60 Ländern", erklärt Peter Bakstansky, Vizepräsident und Pressechef der New Yorker Fed.
"Jeder Goldbarren wiegt rund 13 Kilogramm und hat einen Reinheitsgrad von mindestens 99,5 Prozent", erläuterte der Fed-Vizepräsident. In dem gewaltigen Tresorraum lagert somit Währungsgold aus aller Welt mit einem Marktwert von rund 124 Milliarden Dollar.
"Hier befindet sich der größte Goldschatz der Erde", betonte Bakstansky.
Der New Yorker Fed-Tresor ist vor allem für ausländisches Währungsgold bestimmt, während die USA ihre Goldreserven in Fort Knox und anderen Städten aufbewahren. Der Neo-Renaissancebau an der New Yorker Liberty Street nimmt sich gegenüber den umliegenden Wolkenkratzern der US-Großbanken sehr gediegen aus. Mit einem "Sicherheits-Aufzug" gelangt man rasch zur "Ebene E" im fünften und untersten Keller-Stockwerk. Es befindet sich 25 Meter tief im gewachsenen Fels der Südspitze Manhattans. Die Scharfschützen der Fed-Sicherheitstruppe waren nirgends zu sehen. Den eigentlichen Zugang zum Goldhort versperrte eine 90 Tonnen schwere Drehtür. Der Haupttresor hat die Größe eines halben Sportplatzes. Die Arbeiter müssen beim Aufsetzen der Goldbarren Magnesium-Überschuhe tragen, um ihre Füße vor Verletzungen zu schützen.
Es gibt in dem riesigen Tresorraum 122 Einzeltresore. Sie ähneln Keller-Verschlägen eines großen Mietshauses. Jedes Land hat einen einsehbaren Einzeltresor, und manche Staaten haben sogar zwei. Sie tragen keine Ländernamen, sondern sind nur durch Nummern gekennzeichnet. Der größte Einzeltresor enthält 107 000 Goldbarren, die drei Meter hoch, drei Meter breit und sechs Meter tief wie Ziegelsteine aufgestapelt sind.
Wo der deutsche Tresor sei, könne er nicht sagen, erklärte der Fed-Vize. Auf die Frage, ob die riesigen fremden Goldreserven sicher seien, meinte einer der Wachbeamten: "Der Tresorraum ist nur bei einem direkten Atombombenabwurf gefährdet."
Vor und während des Zweiten Weltkriegs wollten viele Länder ihre Goldreserven in den USA in Sicherheit bringen. In den folgenden Jahrzehnten wuchsen die in New York gehaltenen fremden Währungsgoldreserven mit zunehmenden Wohlstand vieler Staaten rasch weiter. Allerdings haben Währungsgoldverkäufe und sonstige Transfers der Notenbanken laut Bakstansky die New Yorker Goldbestände inzwischen von mehr als 900 000 Goldbarren auf 700 000 Stück verringert. - Ende des Artikels -
Anmerkung von mir:
Hat Deutschland den erwähnten größten Einzeltresor oder sind wir ein Land mit zwei Tresoren ? Dann bleibt die Frage, wie groß sind diese und wie voll sind sie aktuell ?
ALEXIS