Ein RFID Chip benötigt ca. 0,01 Gramm Silber
Bei einem Einsatz, der viele Mrd. von RFID Chips benötigt (z.B. bei Verpackungen), kommen schnell große Mengen an Silber zusammen:
Funkchips erobern den Alltag von Hans Schürmann, Chris Löwer
Die RFID-Erfassungstechnik wird robuster und billiger. Das lockt immer mehr Firmen an: Sie wollen die Funktechnik zur Steuerung ihrer Logistik und ihrer Warenwirtschaft einsetzen. Auch für schwierige Umgebungen, in denen Flüssigkeiten und Metalle bisher den Einsatz der berührungslosen Erfassungstechnik unmöglich machten, gibt es nun Lösungen.
DÜSSELDORF/BERLIN. Zwischen Firmen und RFIDs funkt´s. Ob beim Zahlen des Fahrpreises im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel oder bei der Zutrittskontrolle in Stadien - zahlreiche Pilotprojekte und spezielle Anwendungen zeigen, dass die Erfassungstechnik reif ist für die Praxis. Vor allem im Ticketing habe sich die Funktechnik bewährt, sagt Andrea Huber, Geschäftsführerin des Informationsforums RFID. Immer mehr Firmen wollen den Funkchip aber auch zur Steuerung ihrer Logistik und Warenwirtschaft einsetzen, so Huber.
Gerade in der Krise sei das Interesse an den Funketiketten groß. "Seitdem die Technik und die Standards stehen, gibt es kaum
noch Vorbehalte", bestätigt eine Sprecherin von GS1 Germany den Trend. Die Organisation vergibt in Deutschland die Barcodes und unterstützt Firmen dabei, Funkchips einzusetzen, um die Geschäftsabläufe zu optimieren.
Projekte wie das des Mittelständlers Scheren Logistik in Düsseldorf stimmen die Branche zuversichtlich. Der Logistikdienstleister setzt seit einem Jahr RFID-Chips bei der Erfassung des Warenein- und-ausgangs ein und nutzt die Technik zusätzlich, um die Abläufe im Lager zu optimieren. Durch den konsequenten Einsatz der Funkchips sei endlich der unterbrechungsfreie Warenfluss im Lager gelungen, so Geschäftsführer Jörg Scheren. Insgesamt reduziert das Unternehmen mit der RFID (RFDL.PK - Nachrichten) -Technik den Aufwand für die internen logistischen Abläufe um mehr als vier Stunden am Tag und senkt so die laufenden Kosten um rund 40 000 Euro pro Jahr.
Auch für schwierige Umgebungen, in denen Flüssigkeiten und Metalle bislang den Einsatz der berührungslosen Erfassungstechnik unmöglich machten, gibt es Lösungen. Siemens (Xetra: 723610 - Nachrichten) beispielsweise habe einen Funkchip entwickelt, der sogar an einem Behälter, der mit flüssigem Aluminium gefüllt ist, ohne Probleme funktioniert, berichtet Mike Henn, RFID-Projektmanager von GS1.
Auch bei der Erfassung von Paletten, auf denen Flüssigkeiten transportiert werden, ist man inzwischen erfolgreich. Ende vergangener Woche hat der Palettendienstleister Chep Deutschland die Ergebnisse eines Pilotprojekts vorgestellt, das er zusammen mit Coca-Cola, Rewe und dem Fraunhofer Institut für Logistik (IML) in Dortmund durchgeführt hat. In einem Praxistest sei es gelungen, die Daten von sechs Paletten (zwei nebeneinander und hintereinander) bei dem Transport mit einem Gabelstabler durch eine fünf Meter breite Tordurchfahrt eindeutig auszulesen.
"Das ist bislang einmalig und ein wichtiger Schritt bei der automatischen Erfassung von Getränkepaletten", sagt Ingo Pankoke, RFID-Forscher an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauereien (VLB) in Berlin. In der Getränkebranche sei es üblich, dass von einem Gabelstabler gleich bis zu sechs Paletten auf einmal transportiert würden. Und das habe den RFID-Einsatz dort bislang unmöglich gemacht.
Die Herausforderung bestehe darin, den Transponder-Chip an der richtigen Stelle der Holzpalette anzubringen, erläutert IML-Entwickler Niko Hossain, der das RFID-System für das Projekt entwickelt hat. "Wir haben neueste Chips genommen und diese mithilfe einer Computersimulation optimal an der Palette platziert", erläutert Hossain das Vorgehen.
Rund vier Monate lang lieferte der Getränkehersteller seine Ware mit den RFID-Paletten an das Rewe-Lager in Norderstedt. "Beim Verladen wurden die elektronischen Informationen der Ladungsträger eindeutig erfasst und an Rewe weitergeleitet", sagt der IML-Entwickler. Rewe wolle nun in den nächsten zwei Jahren nach und nach seine ganze Getränkelogistik in Norderstedt auf die neuen RFID-Paletten umrüsten.
Dadurch, dass der Transponder in einem Kunststoffklotz untergebracht ist, der in der Mitte der Holzpalette zur Stabilisierung genutzt wird, ist der RFID-Chip geschützt und kann praktisch so lange weiterverwendet werden, bis der Ladungsträger ausrangiert wird. Das senke die Kosten für die Erfassungstechnik deutlich, sagt Stefan Jakoby, Direktor Handelsbetreuung bei Chep Deutschland. "Die Technik funktioniert nicht nur im Labor, sondern auch im richtigen Leben", so Jakoby. Chep plane jetzt, den Chip auch auf andere Palettensysteme zu übertragen. Die RFID-Lösung werde für einen flächendeckenden Durchbruch der Funkchips sorgen - nicht nur in der Getränkelogistik, ist der Chep-Manager überzeugt.
Zwar ist auch der Wettbewerber von Chep, die Euro-Palettenorganisation Epal, bei dem Thema RFID nicht untätig. Doch ihre Entwicklungen seien zurzeit noch in einem frühen Versuchsstadium, berichtet GS1-Forscher Henn. Epal hat in seinem Projekt ebenfalls Holzpaletten mit RFIDs ausgestattet, um mehr Informationen über deren Verbleib und Ladung zu liefern. Nach ersten Ergebnissen der Tests, die allerdings nur bei Epal durchgeführt worden seien, werde nun an der Serienreife gearbeitet. Bis die erreicht sei, werde es noch dauern, sagt Henn.
Angezählt
Chip ersetzt Strichcode
Barcodes und RFID-Technik sind einander ähnlich. Beide enthalten codierte Daten, die von einem Lesegerät schnell gelesen werden können. Ein nochmaliges Eintippen von Artikelnummern, Mengen oder anderen Identifikationsmerkmalen entfällt.
Genauere Informationen
Während ein Barcode nur Informationen über die Art eines Produktes und seinen Preis speichert, kann ein RFID-Chip viel mehr Daten aufnehmen. Das Funketikett weiß beispielsweise genau, wann es produziert wurde und wann es die Fabrik verlassen hat. Gespeichert sind auch die Zwischenstationen bis zum Kunden. Dadurch kann man den Weg des Produkts lückenlos verfolgen.
Automatische Erfassung
Die Transponder, wie sie bei der RFID-Technik eingesetzt werden, reagieren auf ein Funksignal und senden erst dann die gespeicherten Daten an das Lesegerät - und das über teilweise große Distanzen.
http://de.biz.yahoo.com/09092009/299/fun…ern-alltag.html
Gruß Henry